Wayward Pines 1x01

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Secret Service-Agent Ethan Burke (Matt Dillon, „L.A. Crash“) sucht nach zwei seiner Kollegen, unterwegs hat er einen Autounfall und wacht in der Kleinstadt Wayward Pines in Idaho auf. Das Städtchen hat jede Menge Charme und jede Menge Geheimnisse. Wie Ethan schnell feststellt, als er einen seiner Kollegen tot in einem Haus findet.
Hört sich alles etwas nach Kino an? Kann gut sein, denn immerhin ist M. Night Shyamalan für die Serie verantwortlich, der bisher vor allem als Regisseur für „The Sixth Sense“ und andere Blockbuster in Erscheinung getreten war.
Worum es geht
Zwei Secret-Service-Agenten verschwinden, zwei weitere werden auf die Suche nach ihnen angesetzt. Einer von ihnen ist Ethan Burke, den wir nach einem Autounfall kennenlernen. Halb ohnmächtig schlägt er in einem Café in Wayward Pines auf und kommt schließlich im örtlichen Krankenhaus wieder zu sich. Die Krankenschwester zeigt sich fürsorglich bis bedrohlich und schnell stellt sich heraus, dass nicht alles in dieser Kleinstadt so ist, wie es scheint.
Ethan will nach Hause, doch er strandet ohne Geld und Handy in der Stadt, nachdem er das Krankenhaus fluchtartig verlassen hat. So trifft er in einer Bar auf die Kellnerin Beverly (Juliette Lewis; „Natural Born Killers“, Secrets & Lies (US)), die ihm umsonst einen Burger und ihre Adresse gibt. Der Hotelier ist weniger entgegenkommend und schmeißt ihn nach der ersten unbezahlten Nacht raus. Das bringt Ethan dazu, die Adresse von Beverly anzusteuern, wo er jedoch nur ein halb verfallenes Haus vorfindet, in dem die Leiche seines Kollegen liegt.
Mit dem Selbstbewusstsein eines Gesetzeshüters wird er beim Stadtsheriff vorstellig, der sich jedoch lieber mit seinem Eis als mit Ethans Erzählungen beschäftigt. Irgendwann um diesen Dreh wird Ethan seltsam zumute, als er weder seine Frau und seinen Sohn noch das Büro des Secret Service erreichen kann.
Er geht also zurück in die Bar, doch statt Beverly empfängt ihn ein Mann, der ihm sagt, dass dort keine Beverly arbeite. Ethan greift ihn an, landet schließlich selbst auf dem Boden und der Mann setzt einen Notruf per Funkgerät ab und nennt Ethan mit einer Nummernkennung. Aha, spätestens an dieser Stelle wird auch uns klar, dass eine mysteriöse Vereinigung die Macht in dieser seltsamen Kleinstadt hat und dass Ethan für die ein Sandkorn im Getriebe ist.
Also landet der Agent wieder im Krankenhaus von Wayward Pines und sieht in Handschellen und unter Beruhigungsmitteln einer bedrohlichen Operation entgegen. Doch im allerletzten Moment kommt Beverly und rettet ihn vor dem OP-Saal und der gruseligen Krankenschwester.
Nach dieser Erlösung in letzter Sekunde ist im letzten Drittel der Episode die Zeit der Antworten gekommen. Um es kurz zu fassen: Beverly kam 1999 als Softwarehandelsvertreterin nach Wayward Pines, wurde angefahren, mit Gedächtnisverlust diagnostiziert und ist seitdem dort, denkt allerdings, das Ganze sei erst ein Jahr her. Gut, dass der wieder mal ohnmächtig werdende Ethan ihr mit dem letzten bewussten Atemzug noch das korrekte Jahr, 2014, zuraunt.
Unterdessen sorgt seine Ehefrau Theresa (Shannyn Sossamon) zu Hause in Seattle sich um das Wohlergehen ihres verschwundenen Mannes, doch vom Secret Service sind keine Informationen zu bekommen.
Statt nach dem Aufwachen auf Beverly zu warten und weitere Informationen einzuholen, schleicht Ethan sich in die Stadt und findet ein amüsantes Picknick im Stadtpark vor, an dem - oh Schreck - seine verschwundene Kollegin Kate (Carla Gugino; Chicago Hope, Californication) in einem Sommerkleid bestens gelaunt teilnimmt. Er sucht sie zu Hause auf und erfährt, dass sie sehr wohl noch weiß, wer er ist, aber nicht offen mit ihm reden kann, denn „sie beobachten uns - pscht - und sie hören zu!“ Ach ja, außerdem denkt die vor einem Jahr verschwundene Kate, dass sie seit zwölf Jahren in Wayward Pines sei. Aber sie hat einen guten Tipp für ihn: Er könnte dort ein fantastisches Leben führen.
Dann sagt er jedoch noch den einen Satz, der Zweifel aufkommen lässt: „Habe ich einen Rückfall?“ Doch Kate schüttelt zum Abschied traurig den Kopf. Ethan schließt also ein Auto kurz und versucht, in die Wälder zu fliehen, wo er jedoch feststellen muss, dass die Stadt von einem Hochsicherheitszaun umgeben ist.
Wie kommt es rüber?
Vieles in der Pilotepisode von Wayward Pines kommt einem ziemlich bekannt vor. Wir wissen noch nicht, was genau dahintersteckt, bisher ist es „Pleasantville“ und „The Truman Show“ in Serie. In der Episode Where Paradise Is Home bleibt die Geschichte bis in die Details den Klischees von Überwachungsstorys verpflichtet. Die Person im Zentrum hat noch eine Rechnung offen, die ihr Schuldgefühle einbringt und außerdem eine Vergangenheit mit Halluzinationen und psychischen Problemen. Das bedeutet, sie kann sich selbst nicht so ganz vertrauen und wir ihr damit ebenfalls nicht.
Die Kollegin, die er in Wayward Pines wiederfindet, ist mehr als nur eine Arbeitsfreundin, natürlich hatten die beiden eine Affäre miteinander, was der ganzen Suche eine besondere Emotionalität verleihen soll. Doch irgendwie hinterlässt es vor allem einen schalen Nachgeschmack, weil mit jeder Minute der Episode mehr Dinge passieren, die man irgendwie auch erwarten konnte. Selbst die Verzweiflung in den letzten Minuten, als Ethan die Mauer entdeckt, und das folgende Herauszoomen der Kamera, bis die ganze Stadt zu erkennen ist, hat man schon häufig genau so gesehen.
Wenn die Autoren also nicht mit Originalität punkten wollen, dann sollten sie sich unbedingt besondere Mühe bei den Charakteren geben. Doch in der Pilotepisode haben die noch nicht besonders viel Spielraum. Im schlimmsten Fall haben die Serienmacher das Budget in die großen Namen wie Matt Dillon und Juliette Lewis gesteckt und dabei nicht viel für anderes übrig gelassen. Im besten Fall entwickeln die Figuren sich besser, wenn sie mehr Zeit in den kommenden Episoden erhalten.
Fazit
Die erste Episode Where Paradise Is Home entführt uns und Ethan in die Welt von Wayward Pines, in der alles ein bisschen zu idyllisch ist, um wahr zu sein - und aus der ein Entkommen unmöglich scheint. Ob die Serienautoren dabei mehr machen, als ein beliebtes Filmthema in Serie zu schicken, muss sich erst noch zeigen. Die Serie, die sich laut Marketing in der Tradition von Twin Peaks sieht, lässt jedoch zumindest bisher die interessanten Charaktere und das gewisse Etwas vermissen. Vieles, was wohl mysteriös wirken soll, fühlt sich vor allem wie aus anderen Filmen und Serien zusammengesammelt an.
Der Pay-TV-Sender Fox Channel strahlt die Serie „Wayward Pines“ zeitgleich mit der US-Ausstrahlung am heutigen 14. Mai in Deutschland aus.
Trailer zur Serie „Wayward Pines“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 14. Mai 2015Wayward Pines 1x01 Trailer
(Wayward Pines 1x01)
Schauspieler in der Episode Wayward Pines 1x01
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