Watchmen 1x05

Watchmen 1x05

Die Episode Little Fear of Lightning befasst sich mit dem Nebencharakter Wade Tillman aka Looking Glass und stellt dessen Leben komplett auf den Kopf. Die Zuschauer werden derweil dreifach entlohnt: Die Folge ist tragische Charakterstudie, eine tiefgehende Erklärung der Watchmen-Welt und spannende Weiterführung der Gesamthandlung in einem.

Szenenfoto aus der Episode Little Fear of Lightning der US-Serie Watchmen (c) HBO
Szenenfoto aus der Episode Little Fear of Lightning der US-Serie Watchmen (c) HBO
© zenenfoto aus der Episode Little Fear of Lightning der US-Serie Watchmen (c) HBO

Who can explain it? Who can tell you why? Fools give you reasons. Wise men never try.

Geht ein junger Mann auf eine Kirmes in Hoboken, New Jersey. Wir schreiben das Jahr 1985 und der Kalte Krieg ist kurz davor, seinen grässlichen Höhepunkt zu erreichen: ein globaler Atomkrieg zwischen den USA und der UdSSR, der Millionen Menschenleben kosten und die Welt für immer verändern wird. Der junge Mann, sein Name ist Wade Tillman (Philip Labes), stammt aus Tulsa, Oklahoma und ist mit einer Gruppe von Zeugen Jehovas nach New Jersey gekommen, um auf diesem Jahrmarkt, ein Ort der Sünde und schamvollen Dekadenz, die Augen ignoranter Nichtgläubiger zu öffnen. Das Ende ist nah, doch was erwartet einen danach? Existiert eine allerletzte Chance auf Sühne und Vergebung, bevor alle Lichter ausgehen? Und wie wird das Leben nach dem unvermeidlichen Tod an der Seite Gottes im Himmel aussehen?

Wade, unschuldig und naiv, glaubt fest an diesen Ausgang und lässt sich nur wenig später von einer jungen Frau um den kleinen Finger wickeln, austricksen, demütigen. Wie leichtgläubig und dumm er doch ist, was weiß er schon von der Welt? Auf einmal durchdringt ein schmerzerfülltes, hochfrequentes Geräusch die Umgebung. Wade, inmitten eines Spiegelkabinetts, geht zu Boden, die Scheiben um ihn herum zerbersten, es strömt Blut aus seinen Ohren. Als er sich wieder aufrappelt und den Raum verlässt, in dem ihm seine Gutgläubigkeit und Vertrauensseligkeit gerade noch eklatant vor Augen geführt wurde, erblickt er ein Blutbad. Tausende Menschen liegen tot auf der Straße, der Jahrmarkt ist ein Friedhof, nur wenige sind noch am Leben. Was ist passiert? Was zur Hölle ist nur passiert?

I'm never gonna dance again

So beginnt sie, die fünfte Episode von Watchmen, in der sich der Fokus wieder einmal auf einen bestimmten Charakter der Erzählung, dessen spezielle Weltanschauung und auf dessen tragisches Lebensschicksal richtet. Doch Little Fear Of Lightning ist mehr als nur eine sehr genaue Betrachtung von Wade Tillman aka Looking Glass, der bisher sehr rational wirkende, vorsichtig agierende Verhörspezialist der Polizei von Tulsa, und wie dieser mit seiner Mentalität in die Welt von „Watchmen“ hineinpasst. Nein, „Little Fear of Lightning“ ist erneut eine intelligente Mixtur aus charaktergetriebenem Drama, spannender Exposition und gekonnt erzieltem Fortschritt innerhalb einer übergeordneten Handlung, die sich immer mehr zu einem klareren Bild zusammensetzt. In Person von Wade, phasenweise herzzerreißend von Tim Blake Nelson gespielt, bietet man uns ein emotionales Vehikel, um zwischen all den sonderbaren Ereignissen der Serie hindurch zu manövrieren. Das Resultat ist wiederum eine der besten und erhellendesten Folgen, die die HBO-Serie bisher hervorgebracht hat.

Die beiden verantwortlichen Drehbuchautoren Damon Lindelof und Carly Wray (Mad Men, Westworld), die bereits in The Leftovers zusammengearbeitet haben, haben sich hier zum Ziel gesetzt, Antworten zu liefern. Und das tun sie, jedoch nicht auf plumpe, direkte Art und Weise, sondern organisch, indem sie uns die Perspektive von Wade einnehmen lassen, der höchstpersönlich bei dem schrecklichen Ereignis am 2. November 1985 in New York anwesend war, das das Leben auf der Erde für immer verändert hat. Nein, es war keine nukleare Katastrophe zu Händen der zwei alles überschattenden West- und Ostmächte. Es war ein riesiges, außerirdisches Tintenfischwesen, das urplötzlich in die US-Metropole teleportiert wurde, eine rätselhafte psychische Druckwelle auslöste und mehr als drei Millionen Menschen das Leben kostete. Ab diesem Punkt hatten die USA und die Sowjetunion einen gemeinsam Feind: Aliens aus dem Weltraum, die die Erde invadieren könnten. Das Kriegsbeil wurde begraben, um zusammen dieser außerweltlichen Bedrohung Herr zu werden.

Politisch gesehen hatte dieser Vorfall bedeutende Konsequenzen. Doch Fakt ist eben auch, dass das Auftauchen eines gigantischen Tentakelmonsters mitten in Manhattan tiefe Spuren bei einer gesamten Generation von Menschen hinterlassen hat, die persönlich schwer betroffen waren. Es war ein hochtraumatisches Ereignis, das ganze Weltbilder erschüttert und aus ihren Grundfesten gehoben hat. Aliens? Eine mächtige Gefahr aus dem Weltraum, die uns von jetzt auf gleich einfach so auslöschen kann? Wade hat es am eigenen Körper erfahren und diese Angstzustände, die Paranoia ob feindseliger Monster aus anderen Dimensionen, haben nie abgenommen. Und so führt er abseits seiner Tätigkeit als polizeilicher Ermittler und Analyst von Fokusgruppen in der Marktforschung ein Leben als gezeichneter Aluhutträger, immer bereit, auf den nächsten plötzlichen Angriff aus dem All zu reagieren.

Hier kannst Du „Watchmen: The Deluxe Edition (Englisch)“ bei Amazon.de kaufen

HBO
HBO - © HBO

Still in the tunnel

Wade ist jedoch kein verrückter Verschwörungstheoretiker, selbst wenn sein Bedürfnis an „Reflectatine“ - reflektierende Schutzfolie, die gegen Strahlung und Wellen helfen soll - und ein eigenbrötlerisches, zurückgezogenes Verhalten diesen Schluss nahelegt. Nein, Wade ist ein Überlebender, den ein schweres Trauma plagt und der sich nicht erklären kann, was damals im November 1985 geschehen ist. Er weiß nur, dass es nie wieder passieren darf. Er leitet zwar eine Selbsthilfegruppe, in der Menschen ihren Gefühlen hinsichtlich des Tentakelmonstervorfalls freien Lauf lassen können, doch er selbst ist längst nicht über den Berg beziehungsweise durch den Tunnel hindurch, wie er selbst zu Protokoll gibt. Wade trägt dieses einschneidende Erlebnis nach wie vor mit sich herum, seine Maske dient als Schutzmechanismus gegen all das Leid, die Schmerzen, die Erinnerungen. Aber nicht nur das. So, wie Wade durch die Maske sich nicht selbst, sondern nur eine Reflexion seines Ichs im Spiegel sieht, hilft ihm das Material, aus dem die Maske ist, seiner Überzeugung nach wirklich dabei, sicher zu sein.

Die Kulisse zu Beginn der Episode - Wade inmitten eines Spiegelkabinetts - ist nicht umsonst gewählt. Es war der Moment, in dem der junge Wade sich selbst so deutlich wie nie zuvor gesehen hat. Ein Moment, in dem er an sich selbst und seinen Überzeugungen gezweifelt hatte. Nur, um im nächsten Augenblick brutalst abgestraft zu werden, indem sein Weltbild zerstört wird. Die reflektierende Maske, die er nun trägt - während seiner Arbeit, zu Hause beim Essen, im Schlaf -, diese Maske bedeutet ihm auf einmal so viel. Er hat sich an diesen Lebensstil gewöhnt, er vollführt in aller Regelmäßigkeit Alarmübungen, um perfekt auf den nächsten Angriff vorbereitet zu sein, und er beschäftigt sich in seiner Freizeit mit den technischen Hintergründen zum Thema Teleportation. All das ist seine Routine geworden, sein Mittel, um sich von seinem Trauma nicht überwältigen zu lassen. Und plötzlich schlägt die nächste, alles verändernde Bombe im Leben von Wade Tillman ein, die diesen abermals zertrümmert und völlig verunsichert zurücklässt.

Was Comickenner und einige Zuschauerinnen und Zuschauer längst wissen, wird von der Serie nun ganz offiziell gemacht: Der Vorfall um den Riesentintenfisch war ein großer Schwindel. Ja, die halbe Bevölkerung von New York wurde ausgelöscht und Millionen weitere Menschen wurden schwer traumatisiert. Das stellt Adrian Veidt (Jeremy Irons), der selbsternannte Architekt einer globalen Angst, in einer voraufgezeichneten Videobotschaft an Präsident Robert Redford fast schon ein wenig zu stolz und feierlich klar. Doch es war notwendig, um in den Folgejahren eine neue Welt aufzubauen, eine Utopie, mit Idealen wie sozialer Gerechtigkeit, einem verbesserten Umweltbewusstsein und Solidarität. Der Preis war hoch, aber die Alternative nicht tragbar. Lapidar holt Veidt den neuen US-Präsidenten mit ins Boot, während Wade fassungslos vor der Videowand sitzt (eine nette visuelle Referenz an Veidt in den „Watchmen“-Comics, der sich über eine solche Wand an Bildschirmen seine Informationen über die Welt angeschafft hat) und all dies erst einmal irgendwie verarbeiten muss.

Another kick in the balls

Es ist nicht wirklich die wenig überraschende Enthüllung, dass US-Senator Keene (James Wolk) in die Machenschaften der „Seventh Kavalry“ involviert war und gemeinsam mit Judd Crawford ein Abkommen gertroffen hatte, um den „Frieden“ in Tulsa zu wahren, was uns erschüttert. Es ist auch gar nicht mal so schockierend, wie locker Adrian Veidt den Tintenfisch aus dem Sack lässt, als wäre der Mord von Abermillionen Menschen eine simple, logische Entscheidung gewesen. Nein, es ist vor allem die Reaktion von Wade, die uns trifft. Ob es nun feinste Ironie oder erneut einer dieser kosmischen Späße ist, die sich die Serie immer wieder erlaubt: Wade hat zwar ein Talent dafür, die Wahrheit zu erkennen, aber er ist eben nicht in der Lage dazu, die Wahrheit zu erkennen, die sein ganzes bisheriges Leben bestimmt hat. Und jetzt? Erneut wurde er von einer Frau (Gastdarstellerin Abby Malcomson, bekannt aus Deadwood, Sons of Anarchy oder auch Ray Donovan) hinters Licht geführt, von der er dachte, dass sie ihn versteht und emotional eventuell auffangen kann. Erneut steht er vor einem Trümmerhaufen.

Keene und seine Anhängerschaft haben etwas Großes geplant und Wade soll seine Rolle dabei spielen. Entweder er sorgt dafür, dass Angela (Regina King) für ein paar Tage aus dem Verkehr gezogen wird, oder die „Seventh Kavalry“ kümmert sich höchstpersönlich um Sister Night. „I leave it entirely in your hands“, wie Keene es abschließend formuliert und somit den Bogen zum allerletzten Panel der „Watchmen“-Comics spannt. Wade orchestriert dank des verwanzten Kaktus auf seinem Tisch letztlich die Festnahme von Angela, doch es würde mich nicht verwundern, wenn er dieser wirklich helfen will und so gewährleisten kann, dass sie erst einmal vor Keene und dessen Schergen sicher ist. Tim Blakes Nelsons expressive Gesichtszüge lassen nämlich erahnen, dass sein Charakter noch lange nicht an dem Punkt angekommen ist, wirklich frei zu sein, so, wie es ihm Keene versprochen hat. Diese komplexe Gemengelage an Emotionen und Gedanken, die offensichtlich in Wades Kopf vorherrscht, macht es für uns Außenstehende ungemein interessant, uns nicht nur in die Figur und dessen Gefühlswelt hineinzuversetzen. Es regt auch an, die nächsten Schritte der Handlungen zu erahnen und Wade in dieser einzuordnen, auf welcher Seite er letztlich landet und ob er doch noch irgendwie das Licht am Ende des Tunnels erreichen wird.

HBO
HBO - © HBO

Safe travels

Abseits von Wades tragischer Geschichte, der sein Leben lang an etwas glaubte, das falsch war und ihn extrem beeinflusste, ist es wahrlich wie ein Schlag mitten ins Gesicht, wenn man sich nur ansieht, wie nonchalant Adrian Veidt das Schicksal der Menschheit in seine Hände nahm. Doch das Mastermind ist inzwischen tief gefallen. Nachdem er 1993 seine Videobotschaft an Präsident Redford übermittelt hatte, wurde es wenig später sehr still um ihn, bis hin zu der Vermeldung seines Ablebens im Hier und Jetzt. Wann genau Veidt in das Exil verfrachtet wurde, wo wir ihn seit Anbeginn der Serie in Aktion sehen, bleibt weiterhin ungeklärt. Doch es ist immer naheliegender, dass es sich um eine Art Bestrafung für Veidt handelt, der wiederum mit aller Macht an seiner Flucht arbeitet und einen weiteren Teilerfolg erzielen kann. Er lässt sich nun höchstpersönlich aus dieser Welt herauskatapultieren und findet sich auf einmal im Weltraum wieder. Genauer: Auf einem der zwei Marsmonde (Phobos und Deimos, griechisch für „Furcht“ und „Schrecken“...), wenn mich nicht alles täuscht. (UPDATE: Und wie ich mich getäuscht habe. Veidt befindet sich laut Showrunner Damon Lindelof auf dem Jupitermond Europa. Und ja, den gezeigten Planeten hätte man durchaus erkennen können. Mars ergibt doch optisch überhaupt keinen Sinn! Ich bin einfach zu sehr durch die Comcivorlage vorbelastet...)

Dort liegen übrigens auch die vielen Leichen seiner entsorgten Dienerschaft herum, die nicht umsonst in den Orbit gefeuert wurden. Denn mit ihnen formt Veidt einen Hilfeschrei auf der Mondoberfläche, die sogleich von einem Satelliten registriert wird. Interessant ist, dass wir nur ein Teil der Nachricht lesen können: „SAVE ME D“. Für was oder wen das „D“ steht, darüber darf spekuliert werden. D wie... Dan Dreiberg? Das wäre wohl etwas weit hergeholt. Wie dem auch sei, Adrian Veidt wird recht schnell wieder reingeholt - und zwar vom regeltreuen Game Warden, bei dem es sich bei näherer Betrachtung um einen weiteren Mr.-Phillips-Klon handelt. Veidt wird verknackt, doch weitaus spannender ist sein Kommentar, dass sie alle längst von ihrem Gott verlassen wurden - und das völlig zu Recht. Die Anzeichen verdichten sich, dass es sich bei dieser „Welt“ um ein Experiment oder Projekt des allmächtigen Dr. Manhattan dreht, der jedoch schon wieder sein Interesse an diesem verloren hat - ganz ähnlich, wie es zwischenzeitlich der Fall bezüglich der gesamten Menschheit auf der Erde war, der Dr. Manhattan in der Comicvorlage seinen Rücken zuwendete.

Halten wir die wichtigste Neuheit aus dem Handlungsstrang um Adrian Veidt fest: Ihm ist es gelungen, ein SOS-Signal zu entsenden, das registriert wurde. Allmählich scheint es nicht mehr allzu unwahrscheinlich, dass die geheimnisvolle Lady Trieu eventuell wirklich etwas mit Adrian Veidt und dessen „Befreiung“ aus seiner Gefangenschaft im Weltall zu tun haben könnte. Wir verabschieden uns in dieser Woche von Veidt übrigens mit einer charmanten Hommage: „No mercy!“ Und schon sehen wir eine weitere Fokusgruppe unter den Argusaugen von Wade Tillman, die ein neues Parfüm namens „Mercy“ bewerten sollen. Auch Veidt brachte in den 70er Jahren einen Duft auf den Markt, der in den Comics immer wieder erwähnt und von vielen wichtigen Figuren getragen wird: „Nostalgia“. „Nostalgia“ und damit auch die Gefahren und Verklärung von Nostalgie sind nicht nur zentrale Motive der Vorlage von Alan Moore und Dave Gibbons, es spielt auch in Little Fear Of Lightning eine Rolle und wird wohl auch in der kommenden Episode von großer Bedeutung sein.

Weitere Beobachtungen

  • Bleiben wir gleich beim Thema Nostalgie: Angela Abar hatte Wade darum gebeten, herauszufinden, um welche Pillen es sich handelt, die ihr Großvater Will ihr hinterlassen hat. Die Antwort: „Nostalgia“, in Pillenform gepresste Erinnerungen, die eigentlich verboten sind. Eigentlich. Kurz bevor Angela festgenommen wird, schüttet sie das komplette Gefäß an Tabletten in sich rein, was interessante Folgen haben dürfte. Einen kleinen Vorgeschmack erhaltet ihr im Trailer zur kommenden Episode weiter unten.
  • Die Infos bezüglich der „Nostalgia“-Pillen hat Wade übrigens von seiner Exfrau Cynthia (Eileen Grubba) erhalten, die in einer Klinik arbeitet, in der man sein geliebtes Haustier klonen kann. Es ist schon ein wenig verräterisch, dass genetische Manipulation und das Klonen von Lebewesen in dieser Welt ein Leichtes sind. Ein paar Fragen habe ich dennoch: Arbeiten in dieser Klinik Klone von Menschen oder sind es aus marketingtechnischen Gründen einfach nur Zwillinge? Und was ist mit dem süßen Hund passiert, der leider keine exakte Kopie seiner Vorlage war? Dem kleinen Racker geht's doch bestimmt gut, oder?
  • Durch das Gespräch zwischen Wade und Cynthia erfahren wir etwas mehr über deren (gescheiterte) Beziehung, die sieben Jahre lang anhielt. Genau sieben Jahre? Wie heißt es noch gleich: Wenn ein Spiegel zerbricht, bringt das sieben Jahre Unglück. Für Wade nehmen die reflektierenden Oberflächen in seinem Leben eine zweifelsohne besondere Rolle ein, die er jedoch so interpretiert, wie es am besten zu seiner von Angst bestimmten Denkweise passt.
  • Mirror Guy!“ - Laurie Blake (Jean Smart) kennt wirklich keine Gnade und so tut Wade einem fast schon leid, wenn er Mal für Mal von seiner schwarzhumorigen Übergangschefin aufgezogen wird.
  • Musik, Musik, Musik - in dieser Hinsicht sind zwei Dinge in „Little Fear of Lightning“ besonders auffällig: Zum einen werden mehrfach Songs von Frank Sinatra angespielt, was mit der Katastrophe in New York, aber auch mit dem passenden Titel „Some Enchanted Evening“ zusammenhängt. Zum anderen hören wir neben der Originalversion gleich zwei Coverversionen von George Michaels „Careless Whisper“, womit der Ohrwurm der Woche schon einmal sicher wäre. Eine interessante Liedauswahl, die bei Wade ein Gefühl von Nostalgie, trauriger Vergangenheit und schmerzhaften Erinnerungen hervorruft. Aber auch inhaltlich lässt „Careless Whisper“ aufhorchen, geht es darin doch um eine Person, die rücksichtslos mit dem Herzen von jemand anderem spielt und letztlich von den eigenen Schuldgefühlen eingeholt wird, weil sie ihrem Tanzpartner nicht die Wahrheit sagen kann...
  • Auch in dieser Folge gibt es mal wieder zahlreiche Anspielungen an die Comicvorlage von Alan Moore und Dave Gibbons: Wir sehen natürlich das Tintenfischmonster in all seiner tentakeligen Pracht, außerdem tummeln sich sogenannte knot tops, Angehörige einer aggressiven Jugendkultur der 80er Jahre, auf dem Jahrmarkt. Die von Abby Malcomson gespielte Renee erwähnt gegenüber Wade dann noch einen oscarprämierten Film namens „Pale Horse“, basierend auf den Ereignissen vom 2. November 1985 in New York. Der Filmtitel ist von einer gleichnamigen Band inspiriert, die an diesem Tag im Madison Square Garden auftrat. Stilistisch (das Mädchen im roten Mantel) erinnert Renees Beschreibung des Schwarz-Weiß-Films an „Schindlers Liste“ aus dem Jahr 1993 von - genau - Steven Spielberg. Und, bevor wir es vergessen: In der Welt von Watchmen ist Tabak eine verbotene Substanz.
  • That show is garbage.“ FBI-Agent Dale Petey hat bereits in der letzten Episode seine vernichtende Kritik zu „American Hero Story: Minutemen“ mit uns geteilt. Nun sehen wir weitere Ausschnitte aus der fragwürdigen Nacherzählung der Geschichte rund um die ersten maskierten Helden der USA. In den Comics war die Homosexualität von Hooded Justice und eine geheime Beziehung zu Superheldenkollege Captain Metropolis immer nur ein Gerücht - die Serie innerhalb der Serie stellt dieses Verhältnis jedoch als unmissverständlichen Fakt dar.
  • Netter Cameo-Auftritt: Michael Imperioli, vornehmlich bekannt als italo-amerikanischer Mobster Christopher Moltisanti aus The Sopranos, legt in einem New-York-Werbevideo einen kleinen Gastauftritt hin. „You know how we like our squid now? With lemon and a bit of marinara.
  • Okay, Senator Joe Keene arbeitet mit der „Seventh Kavalry“ zusammen, keine Überraschung hier. Aber an was arbeiten sie genau? Wollen sie auch einen riesigen Tintenfisch irgendwo hinteleportieren, vielleicht sogar nach Tulsa? „Where's the originality in that?“ Außerdem: „Squid pro quo“ - sie haben es tatsächlich durchgezogen...

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode der US-Serie Watchmen, This Extraordinary Being (01x06):

Verfasser: Felix Böhme am Montag, 18. November 2019

Watchmen 1x05 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 5
(Watchmen 1x05)
Deutscher Titel der Episode
Ein wenig Angst vor Blitzen
Titel der Episode im Original
Little Fear Of Lightning
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 17. November 2019 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 2. Dezember 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 2. Dezember 2019
Autoren
Damon Lindelof, Carly Wray
Regisseur
Steph Green

Schauspieler in der Episode Watchmen 1x05

Darsteller
Rolle
Tim Blake Nelson
Jacob Ming-Trent
Tom Mison
Jeremy Irons

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?