Watchmen 1x04

Watchmen 1x04

In der Episode If You Don't Like My Story, Write Your Own befasst man sich mit dem Vermächtnis mehrerer verschiedener Figuren und wie diese damit umgehen. Der übergeordnete Plot kommt derweil immer mehr ins Rollen, doch die Verwirrung ist nach wie vor groß. Wohin will die Serie? Oder ist diese Frage eher zweitrangig?

Watchmen (c) HBO
Watchmen (c) HBO
© atchmen (c) HBO

Was bleibt, wenn man eines Tages nicht mehr ist? Was hinterlasse ich nicht nur den Menschen, die mir etwas bedeuten, nein, was hinterlasse ich der gesamten Nachwelt? Wird es etwas Gutes sein, etwas, das andere inspirieren wird? Oder werden die Erinnerungen an mich, meine Taten und mein Leben schnell verblassen, weil das alles nicht einmal erinnerungswürdig ist? Kurz: „Was ist mein Vermächtnis?“ Die HBO-Serie Watchmen bietet uns seit der ersten Episode eine breite Palette an unterschiedlichen Themen mit den dazugehörigen Überlegungen und Fragen an, sei es internalisierter Rassismus in einem fragilen Gesellschaftssystem, die Definition von Gerechtigkeit oder die große Gefahr, die von einer Verklärung und Korruption von Geschichte und Vergangenheit ausgehen kann. Ein weiterer, bedeutsamer Fixpunkt ist das Konzept „Vermächtnis“, welches nun in der treffend betitelten Episode If You Don't Like My Story, Write Your Own aus verschiedenen Blickwinkeln behandelt wird.

Der Begriff „Vermächtnis“ kann dabei nicht nur verschiedenartig und sehr persönlich ausgelegt werden. Die Relevanz eines Vermächtnis, das man mit sich herumträgt und das man weitergibt, wird von den unterschiedlichen Figuren der Erzählung auch eine sehr eigene, unterschiedlich gewichtete Bedeutung beigemessen. Als thematischer roter Faden, der die Charaktere schlüssig miteinander verknüpft, funktioniert die „Vermächtnisfrage“ ausgezeichnet, wenngleich „If You Don't Like My Story, Write Your Own“ anderweitig ein paar Federn lässt. So macht sich die Folge nämlich phasenweise dadurch das Leben etwas schwer, weiter die „Mystery Box“ befüllen zu müssen, als die sich „Watchmen“ ebenfalls versteht. Gleichzeitig kommt der übergeordnete Plot rund um den geheimnisvollen Will Reeves (Louis Gossett Jr.) ins Rollen. Manchmal entsteht hier jedoch der Eindruck, dass sich Damon Lindelof und sein Autorenteam zu diesem Zeitpunkt viel eher verpflichtet fühlen, auf die Tube zu drücken, als die Weiterentwicklung der Handlung organisch herbeizuführen.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass diese Kritik eher paradox klingt. Zum einen möchte ich wie viele andere Zuschauerinnen und Zuschauer natürlich auch, dass die Geschichte voranschreitet und sich das Format nicht zu sehr in seinen vielen wilden Ideen verliert. Und in dieser Hinsicht geht man in „If You Don't Like My Story, Write Your Own“ den richtigen Weg und erzielt Fortschritte. Zum anderen ist es dem Kreativteam hinter der Serie meines Erachtens nach in den Episoden zuvor besser gelungen, Kür und Pflicht geschickt auszubalancieren, wenn nicht sogar zu vereinen, wodurch sehr runde, stimmige Erzählungen entstanden sind. Die aktuelle Folge ist sicherlich nicht holprig konzipiert, aber sie fällt rein handwerklich betrachtet, zumindest mit Blick auf das geschmeidige Vorantreiben des Plots, ein wenig ab. Dass dieser (subjektive) Eindruck von den recht hohen Standards beeinflusst wird, die „Watchmen“ bis dato gesetzt hat, sollte jedoch nicht ignoriert werden.

Rough Night

Von dieser Kritik ganz abgesehen, empfinde ich die Idee, die Folge entlang eines Themas zu strukturieren, das ungemein viel hergibt und auch von uns Zuschauern sehr individuell betrachtet wird, erneut sehr clever gewählt. Wer hat sich in seinem Leben noch nicht die Frage nach dem eigenen Vermächtnis gestellt beziehungsweise danach, was einem persönlich von wem auch immer (Familie, prägende Bezugspersonen) vermacht wurde? Dieser gemeinsame Nenner involviert indirekt die Zuschauer, für die es in der Folge ein Leichtes ist, die verschiedenen Figuren und deren Verständnis von Vermächtnis zu verstehen. Das beginnt mit einem Pärchen vom Land, das ein glückliches, aber kein erfülltes Leben in idyllischer Zweisamkeit führt. Die Eier, die sie am Straßenrand zum Verkauf anbieten, will zwar niemand, aber dennoch geht es ihnen alles andere als schlecht. Es könnte den beiden aber eben auch besser gehen. Zum Beispiel, wenn sie ein gemeinsames Kind hätten, etwas, das sie in der Vergangenheit versucht haben, was aber einfach nicht hat sollen sein...

Doch der Wunsch nach eigenem Nachwuchs (mit einer Adoption scheint es nicht getan zu sein) und ein damit einhergehendes Vermächtnis, das tiefere Spuren als etwaige Besitztümer hinterlässt, kann erfüllt werden. Und zwar in Person von Lady Trieu (Hong Chau), eine billionenschwere Unternehmerin aus der Pharma-Industrie und Biomedizin, deren Name wir bereits in der Episode zuvor aufgeschnappt haben, im Zusammenhang mit den blauen Telefonzellen, über die man - angeblich - Dr. Manhattan auf dem Mars erreichen kann. Trieu verspricht dem Paar ein Kind (das sie bereits im Reagenzglas „erschaffen“ hat, was durchaus einige moralische Fragen aufwirft) und somit etwas beziehungsweise jemanden, den sie dieser Welt als ihr Vermächtnis hinterlassen können. Dafür möchte Trieu einfach das Haus der beiden und das dazugehörige Grundstück erwerben. Kaum ist der Deal in trockenen Tüchern, stürzt wiederum ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe ab. Ein Glück, dass Trieu gerade das Land gekauft hat, auf dem der Flugkörper krachen gegangen ist...

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Sail away with me

Ein durchaus rätselhafter Einstieg, an dessen Erklärung ich mich an anderer Stelle versuchen möchte. Widmen wir uns zunächst einmal Angela (Regina King), über deren Handlungsstrang deutlich wird, dass die zeitliche Abfolge in Watchmen sehr dicht ist, was man hier an dem unverhofften Treffen zwischen Laurie (Jean Smart) und Angela vor dem Greenwood Cultural Center sehen kann. Zuvor entledigt sich Angela einiger Beweise, die sie mit dem alten Will Reeves verbinden, und macht sich dann nach einer kleinen Sprachnachricht auf den Weg ins Greenwood Cultural Center, um wortwörtlich ihre eigenen Wurzeln zurückzuverfolgen. Während bereits angedeutet wurde, dass jemand wie Lady Trieu dem Begriff „Vermächtnis“ eine besondere Bedeutung zuschreibt, ist bei Angela das Gegenteil der Fall. Ihr wird zwar endgültig bestätigt, dass Will ihr Großvater ist, und darüber hinaus erfährt sie sogar, wer ihre Urgroßeltern waren, die im Zuge des Tulsa-Massakers im Jahr 1921 ums Leben kamen. Doch offensichtlich will sie mit all dieser Geschichte gar nichts zu tun haben.

Es ist interessant zu beobachten, wie Angela auf die Nachricht reagiert, woher sie kommt, wer ihre Vorfahren sind und welch schreckliche Dinge diesen widerfahren sind. Es ist ein Moment, der Angela erschüttert und ihr eine Antwort auf eine Frage gibt, die sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon mehrfach in ihrem Leben gestellt, vor deren Auflösung sie womöglich aber auch stets Angst hatte. Mit dieser Szene dürften die Macher einen Nerv treffen, insbesondere bei vielen schwarzen Zuschauerinnen und Zuschauern, die Angela in diesem erkenntnisreichen, schmerzhaften, aber auch erfüllenden Augenblick vertritt. Aber warum wehrt sich Angela gegen diese Art von Vermächtnis? Will sie die schwere Bürde nicht akzeptieren und annehmen und spricht sie sich deshalb so vehement gegen ihren Großvater aus, der ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt hatte? Wir müssen verstehen, dass sich für Angela schlagartig alles verändert hat und sie vermutlich aus Selbstschutz und auch aus Schutz ihrer Familie gegenüber so reagiert. Dieses Dilemma, das Angela in ihrem Innern mit sich selbst austrägt, ist faszinierend zu beobachten und exzellent von Regina King vorgetragen.

Wie würde man selbst reagieren, wenn einem plötzlich diese Familiengeschichte vor die Füße gelegt wird? Ist es da nicht schon fast normal, völlig überwältigt auf Distanz zu gehen? Oder ist es die eigene Pflicht, dieses Vermächtnis anzunehmen, es zu respektieren und gegebenenfalls etwas Eigenes daraus zu machen, es umzuschreiben und neu zu erzählen? „If you don't like my story, write your own!“ Schauen wir uns Laurie an. Auch ihr Vermächtnis ist ein extremes: Ihr biologischer Vater versuchte einst, ihre Mutter zu vergewaltigen. Der Comedian war als selbstsüchtiger, feuerwütiger Nihilist bekannt, der zu seinen Lebzeiten über Leichen ging. Ist das jemand, dem man nacheifern sollte? Oder geht man mit einem solchen brutalen Vermächtnis gänzlich anders um, indem man sich klar dagegen positioniert und seinen eigenen Weg geht? Aber dennoch ist es auffällig, dass Laurie bestimmte Charakterzüge ihres Vaters mitgenommen hat, denn so richtig kann man diesen Einflüssen - ob genetischer Natur oder aufgrund Erziehung und Sozialisation - nicht entkommen.

Things fall apart

Watchmen“ bietet uns eine ganzheitliche Betrachtung des Vermächtnisbegriffes und wirft dabei automatisch zahlreiche weitere spannende Fragen auf: Welchen Wert gewähren wir der Vergangenheit, welchen Einfluss nimmt diese auf uns, wie informiert diese unsere Gegenwart und die Zukunft. Damit wären wir bei der nächsten großen Komponente der Episode und der Serie an sich: Zeit. Es kommt nicht von ungefähr, dass Lady Trieu an einer gigantischen Uhr für die neue Welt werkelt, deren einzige, einfache Funktion laut Aussage ihrer Tochter Bian (das Mädchen, das wir in Martial Feats of Comanche Horsemanship am Zeitungsstand gesehen haben) es eben ist, die Zeit anzuzeigen. Es klingt banal und wir können uns sicher sein, dass noch viel mehr dahintersteckt („tick tock...“), doch die Relativität der Zeit ist auch ein zentraler Aspekt in der Comicvorlage, der allen voran Doctor Manhattan beschäftigt. Was wäre nur alles möglich, wenn man Zeit kontrollieren und damit auch daran geknüpfte Dinge wie Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und Vermächtnisse bedingen könnte?

Die Serie bleibt hinsichtlich dem alten Will Reeves, der von Lady Trieu „entführt“ wurde, und dessen Rolle in den dubiosen Machenschaften der Unternehmerin furchtbar vage - und das kann frustrieren. Ich persönlich empfinde es jedoch auf eine ganz eigene Art und Weise lohnenswert, sich mit den vielschichtigen Überlegungen der Autorinnen und Autoren auseinanderzusetzen und diese nicht nur in Einklang mit den handelnden Personen, sondern deren Ausführungen auch auf mich selbst und meine Anschauungen anzuwenden. Wenn ich nämlich ganz ehrlich bin, habe ich bisher nie das Bedürfnis verspürt, der Welt etwas zu hinterlassen und dementsprechend an meinem eigenen Vermächtnis zu arbeiten. Man befreit sich so von bestimmten (gesellschaftlichen) Erwartungen, gleichzeitig ist es aber auch ignorant und eventuell ein wenig selbstsüchtig, das, was einem vermacht wurde, nicht zu ehren und zu respektieren. Doch es gibt eben auch keine festgeschriebene Regel, wie mit einem Vermächtnis umzugehen wäre - ob man sich diesem jetzt stellt, es missachtet oder verändert; und das zeigt die Serie sehr nachvollziehbar und empathisch auf.

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The gift of life

Der Begriff „Vermächtnis“ kann natürlich auch mit Ehrerbietung und dem tiefen Respekt vor einer Person und deren Errungenschaften einhergehen - so wie im Beispiel Lady Trieu, die augenscheinlich eine große Befürworterin von Adrian Veidt ist, dessen Firma sie nach Veidts Verschwinden akquiriert hat. So schafft man in If You Don't Like My Story, Write Your Own wiederum den Übergang (die Episode ist voller visueller Brücken und netten Match Cuts) zu Veidt, dessen Dasein in obskurer Gefangenschaft neue, schaurige Facetten erhält. Er fischt sich nicht nur ein paar Babys aus einem Tümpel, von denen einige gleich wieder in ihrem nassen Grab landen, er „backt“ sich daraus auch seine Bediensteten Ms. Crookshanks (Sara Vickers) und Mr. Phillips (Tom Mison). Der gesamte Prozess ist irritierend und schrecklich mit anzuhören, aber für den Reggae-Musik-liebenden Adrian Veidt ist es das Normalste der Welt. Nachdem er seine komplette Dienerschaft massakriert hat (mal davon abgesehen, dass Veidt nicht ganz knusper ist: Was hat es mit diesem Hufeisen auf sich?), benötigt er neue helfende Hände, um... ja, um die ganzen Leichen erst einmal zu entsorgen und dann selbst seine Flucht aus diesem einstigen Paradies zu planen.

Jeremy Irons gibt als exzentrischer, egozentrischer und für andere Lebensformen, die nicht einmal über einen Lebenssinn verfügen, keinerlei Respekt aufbringender Master (wichtig: nicht „maker“...) eine wunderbare, wenngleich auch immer furchteinflößendere Figur ab. Veidt ist jedes Mittel recht, um seiner misslichen Lage zu entkommen, ganze vier Jahre ist er jetzt schon an diesem Ort, der ihm seiner Freiheit beraubt. Wie genau er dort überhaupt hingekommen ist, wird hoffentlich noch geklärt, von größerer Wichtigkeit ist aktuell jedoch, wie er von dort wegkommt. Die Antwort liegt außerhalb der Atmosphäre beziehungsweise Kuppel (?), die ihn umgibt und hinter der die via Katapult abgefeuerten Leichen im unbegreiflichen Nichts verschwinden.

Und jetzt zu meiner These, die ich bereits auf der ersten Seite angedeutet habe: Lady Trieu hat allem Anschein nach viel für Adrian Veidt übrig. Zu Beginn der Folge stürzt ein Flugkörper ab, der offensichtlich aus dem Orbit kommt. Gehen wir jetzt davon aus, dass Veidt nicht auf der Erde, sondern auf einem anderen Planeten ist... Nun, es darf weiter gerätselt werden. Übrigens ist auch gar nicht wirklich klar, wann die ersten Szenen der Episode spielen. Man könnte anhand des Auftritts von Bian ableiten, dass es die Jetztzeit ist. Doch hinsichtlich dieser ist man auch im Unklaren, da sie während ihres Schlafes an einer Art Infusion hängt. Und zu allem Überfluss bedeutet der Name „Bian“ aus dem Vietnamesischen übersetzt so viel wie „geheimnisvoll“. Ist es zu weit hergeholt, wenn man Lady Trieu, die einfach so Kinder zeugen kann, nicht auch zutrauen würde, dass ihre eigene Tochter ein Retortenbaby ist? Oder vielleicht sogar ein Klon von ihr selbst, wenn man sich Bians Albtraum etwas näher anschaut, in dem es augenscheinlich um eines von vielen traumatischen Erlebnissen aus dem Vietnamkrieg geht, welches zahlreiche Vietnamesinnen und Vietnamesen durchlebt haben. Auch das ist ein trauriges, eventuell sogar ein sehr spezielles, persönliches Vermächtnis, das Lady Trieu in welcher Form auch immer weitergegeben hat. Als Mutter oder in einer gänzlich anderen Kapazität...

Weitere Beobachtungen

  • Eier, wir brauchen Eier: Überall, wo man auch nur hinsieht, schieben sich in „If You Don't Like My Story, Write Your Own“ Eier ins Bild. Gleich zu Beginn, als es unter anderem auch um die Unfruchtbarkeit der Eierverkäuferin geht, zwischendurch, als Angela in ihrem Versteck aufräumt, und auch beim Frühstück der Familie Abar. In anderen Folgen zuvor waren Eier ebenfalls schon ein visuelles Thema. Was es damit auf sich hat? Insbesondere im übertragenen Sinne könnte ich mir eine Verbindung zu Themen wie das Leben an sich, die Zeugung und Kreation von etwas Neuem und das langsame Heranwachsen eines gebrechlichen Organismus vorstellen. Dies deckt sich auch sehr mit den Inhalten der aktuellen Episode.
  • What the fuck?“ Genauso ist auch meine Reaktion ausgefallen, als Angela plötzlich auf den unbekannten Mann im glitschig-öligen Spandex-Ganzkörperanzug trifft. Ein durchaus skurriler Augenblick, vor allem, als „Lube Man“ einfach so in die Kanalisation entschlüpft. Es ist womöglich eine falsche Fährte, aber irgendwie könnte ich mir doch tatsächlich FBI-Agent Petey unter dieser schmierigen Maske vorstellen. Die Inszenierung ist verräterisch und der drahtige Körperbau passt auch. Aber warum?
  • Apropos Petey: In der Peteypedia gab es zur Episode aus der Vorwoche zwei sehr interessante Dokumente zu lesen. Bei dem einen handelt es sich um einen Brief von Senator Joe David Keene Sr., der Vater des für mich nach wie vor sehr verdächtigen Senator Joe Keene Jr. (James Wolk), an Polizeichef Judd Crawford. In diesem Schriftstück wird Judd von Keene Sr. offiziell das Gemälde „Martial Feats of Comanche Horsemanship“ anvertraut und der gesamte Text gibt eindeutige Hinweise darauf, dass Judd Teil einer rechtsextremen, rassistischen Gruppierung wie dem Ku-Klux-Klan gewesen ist, ebenso wie Keene Sr. Wo wir schon einmal beim Thema Vermächtnis sind... Das zweite interessante Dokument ist derweil eine kleine TV-Kritik von Petey zur Show „American Hero Story: Minutemen“, die dieser wunderbar in der Luft zerreißt. Zitat: „It's not just alt-history masquerading as real history, it's that most tired and problematic of things, an anti-hero drama.
  • Im Rahmen ihrer Privatermittlungen vertraut sich Angela ein Stück weit ihrem Kollegen Wade Tillman aka Looking Glass (Tim Blake Nelson) an, der nicht nur die Ku-Klux-Klan-Robe aus dem Schrank von Judd Crawford verwahren, sondern auch in Erfahrung bringen soll, was es mit den seltsamen Pillen von Will auf sich hat. Der Vorschau zur kommenden Episode nach (siehe weiter unten) werden wir demnächst etwas mehr über Wade erfahren. Hier wirkt er wie ein sonderbarer „Doomsday Prepper“, der sich in seiner Freizeit mit allerlei Verschwörungstheorien beschäftigt. Okaaaay...
  • Es sind zwar nur einige wenige Szenen einer Ehe, die wir hier zu sehen bekommen. Und es wird klar, dass sie gerade eine alles andere als einfache Zeit durchmacht, doch das Zusammenspiel von Regina King und Yahya Abdul-Mateen II als Angela und Cal Abar gefällt mir ausgesprochen gut. Auch hier gibt es anscheinend ein paar Geheimnisse, doch für den Moment geht von dieser Beziehung etwas sehr Menschliches und leicht Nachvollziehbares aus, das die Serie mit Erfolg erdet. Es ist übrigens interessant, wie die beiden ihren Adoptivkindern das Konzept „Tod“ erklären. Sie machen ihnen nichts vor, aber gleichzeitig wird für die beiden jüngsten Töchter doch noch eine Form der Illusion gewahrt, dass man sich nach seinem Tod im „Nirgendwo“ befindet.
  • Zum Abschluss noch der Hinweis auf ein kleines „Easteregg“ zu Beginn der Episode: Die Eierverkäuferin Katy Clark (Christine Weatherup) liest das Buch „Fogdancing“, das man vergeblich im Netz suchen wird, denn: Es handelt sich hierbei um einen fiktiven Buchtitel aus der Feder von Max Shea, ein Schriftsteller und Comicautor aus dem „Watchmen“-Universum. Dieser hat unter anderem auch die fiktive Comicreihe „Tales of the Black Freighter“ geschrieben und verschwand eines Tages spurlos. Im Geheimen arbeitete er jedoch für Adrian Veidt an der großen „Tintenfisch-Verschwörung“.
  • Und noch ein kleiner Hinweis: Die erste Ausgabe des „Watchmen“-Soundtracks von Trent Reznor („Nine Inch Nails“) und Atticus Ross ist mittlerweile online zum Abruf verfügbar. Zu finden überall, wo es Soundtracks gibt, zum Beispiel bei Spotify oder auch bei YouTube. Hörenswert.

Hier abschließend noch der Trailer zur fünften Episode der US-Serie Watchmen (01x05):

Verfasser: Felix Böhme am Montag, 11. November 2019

Watchmen 1x04 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 4
(Watchmen 1x04)
Deutscher Titel der Episode
Wenn dir meine Geschichte nicht passt, schreib deine eigene
Titel der Episode im Original
If You Don't Like My Story, Write Your Own
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 10. November 2019 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 25. November 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 25. November 2019
Autoren
Christal Henry, Damon Lindelof
Regisseur
Andrij Parekh

Schauspieler in der Episode Watchmen 1x04

Darsteller
Rolle
Tim Blake Nelson
Jacob Ming-Trent
Tom Mison
Louis Gossett Jr.
Jeremy Irons

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