WandaVision 1x08

© zenenfoto aus der WandaVision-Episode Previously on (c) Disney+/Marvel
Nachdem Agnes (Kathryn Hahn) in der vergangenen WandaVision-Episode als Agatha Harkness offenbart wurde, sehen wir in Previously on nun zu einem Teil ihre „Origin Story“, die bis ins Salem des Jahres 1693 zurĂŒckgeht.
You betrayed your coven!
Agatha wird dort von ihrem Hexenzirkel vor ein Tribunal gestellt. Ihr wird vorgeworfen, sich Hexen-Wissen angeeignet haben, das nicht fĂŒr ihr Alter und ihre Erfahrung gedacht ist. Sie meint, dass sie die Regeln nicht gebrochen, sondern nur angepasst habe. Die vereinten Hexen versuchen eine gemeinsame Attacke gegen sie, doch ihr gelingt es, die Kraft der Frauen anzuzapfen und sie förmlich leer zu saugen. Selbst vor ihrer Mutter macht sie dabei offenbar keinen Halt. Anders als bei den anderen Hexen ist ihre Energie dabei lila gefĂ€rbt.
In der Gegenwart kann Wanda (Elisabeth Olsen) ihre Gedanken jedoch nicht lesen, denn sie hat einen Schutzzauber erschaffen. Die Zwillinge hat Agatha versteckt, denn zunĂ€chst möchte sie von Wanda wissen, wie sie als magischer Laie Westview erschaffen konnte. Nebenbei erklĂ€rt sie, dass sie Jahre brauchte, um die magischen Grundlagen wie Gedankenkontrolle und Transformation zu meistern, wĂ€hrend Wanda das offenbar im Schnellverfahren und per Autopilot geschafft hat. Agatha gibt auĂerdem zu, dass sie es war, die sich als Pietro (Even Peters) ausgegeben hatte, den sie Fietro nennt. Wie schon in der letzten Folge festgestellt: „It's been Agatha all along...“
Agnes/Agatha will der Entstehung von Westview auf den Grund gehen und bringt Wanda zurĂŒck zu ihren schmerzlichsten Erinnerungen.
Flashback nach Sokovia

ZunĂ€chst geht es also zurĂŒck nach Sokovia. Zu ihren Eltern und ihrem Bruder Pietro. Hier erfahren die Zuschauer auch, wie Wandas Liebe zur Sitcom zustande kommt. Vater Oleg hatte Staffel-DVDs besorgt, damit die Familie Englisch lernen kann. Serien wie „I Love Love Lucy“, „Verliebt in eine Hexe“ und Malcolm in the Middle sind natĂŒrlich dabei, die in den frĂŒhen Folgen alle das Leben in Westview geprĂ€gt hatten. Wandas Favorit war jedoch „The Dick Van Dyke Show“. Doch die heile Welt ist nicht von Dauer und Agatha hat sie zu dem Tag zurĂŒckgebracht, an dem ihre Eltern durch eine Bombe von Stark Industries ums Leben kamen.
Zudem sieht es so aus, als hatte Wanda schon KrĂ€fte, bevor sie bei Hydra verĂ€ndert wurde. Hat sie sie tatsĂ€chlich vorm Explodieren abgehalten, so dass Pietro und sie die zwei Tage, in denen sie verschĂŒttet waren, ĂŒberleben konnten? Laut Agnes könnte es ein Wahrscheinlichkeitszauber sein, der ihr half. Ăber solche KrĂ€fte verfĂŒgt Scarlet Witch auch in den Comics. Doch dieser Moment allein ist nicht verantwortlich fĂŒr Wandas Trauma.
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Hydra

Der nĂ€chste Ausflug geht zurĂŒck zu Wandas Zeiten bei Hydra. Agnes kann sich den Seitenhieb nicht erlauben, dass man sich nach dem Mord an den Eltern einer friedensfeindlichen Terror-Organisation angeschlossen hat. Aber Wanda und Pietro dachten wohl, sie können die Welt verĂ€ndern.
Wanda kommt hier mit dem Loki-Zepter, in dem sich der Mind Stone versteckte, in BerĂŒhrung und sieht dessen wahre gelbe Gestalt und ihre Zukunft als Scarlet Witch. Hydra kann das auf den Aufnahmen nicht nachvollziehen und fragt sich, was passiert ist, ehe Wanda ihr Bewusstsein verliert. Agatha zieht daraus den Schluss, dass der Infinity Stone ihre bereits vorhandene Macht verstĂ€rkt habe. Auch bei Hydra spielen die Sitcoms eine Rolle, denn Wanda schaut welche in ihrer Freizeit.
Im Avengers-Hauptquartier

Die nĂ€chste Station wird im Avengers-Hauptquartier eingelegt. Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson) ist kĂŒrzlich im Kampf gegen Ultron (James Spader) in „Avengers: Age of Ultron“ ums Leben gekommen und Wanda trauert. Aufheiterung erhĂ€lt sie durch Hal (Bryan Cranston) in Malcolm in the Middle und Vision, der versucht, ihr ĂŒber den Verlust hinwegzuhelfen. Er selbst hat zu diesem Zeitpunkt noch keine persönlichen Verluste erfahren, aber bietet sich als ihr Traueranker an. Somit beginnt dort ihre gemeinsame Zeit, die mit einigen Aufs und Abs (siehe „Captain America: Civil War“) bis zu „Avengers: Infinity War“ einhergeht, in denen Vision von Thanos (Josh Brolin) bekanntlich des Mind Stone beraubt wird und stirbt.
All diese AusflĂŒge geben Wanda mehr Kontext, als sie in ihren bisherigen Filmauftritten hatte und verleihen der Figur mehr Tiefe. NatĂŒrlich wissen die Zuschauer um die Tragödien, die ihr widerfahren sind, nicht in dieser AusfĂŒhrlichkeit, die nun einen Blick in ihre Psyche erlaubt. So könnte man WandaVision tatsĂ€chlich relativ unabhĂ€ngig vom Rest des Marvel Cinematic Universe schauen, wobei das wahrscheinlich die wenigsten Zuseher so machen werden. Allerdings ist in diesen neun Episoden einfach viel mehr Screentime fĂŒr sie als in der halben Stunde, die sie vielleicht in den Avengers-Auftritten hatte. Zudem darf Olsen in dieser Folge erneut die volle Bandbreite an EmotionalitĂ€t spielen und ich bleibe dabei, dass ich mich ĂŒber eine Nominierung bei den Awards im nĂ€chsten Jahr freuen wĂŒrde. Immerhin ist WandaVision bisweilen fast eine One-Woman-Show (sorry, Vision!).
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I can't feel you

Doch auch der Verlust von Pietro hat Wanda noch nicht zum Durchdrehen gebracht, das wurde offenbar durch den Verlust von Vision und seine Robo-Obduktion bei S.W.O.R.D. erreicht. Wie bereits in einer vorherigen Folge angedeutet, hat Wanda S.W.O.R.D. einen Besuch abgestattet. Dort trifft sie auch auf Director Tyler Hayward (Josh Stamberg). Doch anders als gedacht, hat sie Visions Drei-Milliarden-Dollar-Körper aus Vibranum nicht mitgenommen. Doch der Anblick, wie das Team an ihm arbeitet, macht Wanda fertig, denn eigentlich wĂŒrde sie ihn gerne beerdigen. Doch Hayward lĂ€sst das nicht zu, weil er die bisher hochentwickeltste lebendige Waffe ĂŒberhaupt ist, die man nicht einfach so begraben oder hergeben kann. Das ist ein wichtiger Kontext, der Wanda in gewisser Weise entlastet. Sie probiert zwar, den Geist von Vision mit ihren KrĂ€ften zu ertasten, fĂŒhlt aber nichts, so dass sie ohne den Körper fortfĂ€hrt.
Mit dem Auto geht es in Richtung Westview, wo es recht trostlos aussieht. Die Stadt hatte auf jeden Fall schon bessere Tage. Man sieht einige bekannte Gesichter, die spĂ€ter auch in der Sitcom-Welt erscheinen sollen. Wanda findet ihr Traumhaus und erlebt dort einen Zusammenbruch, der ihre KrĂ€fte triggert. Ihre magische Trauer lĂ€sst sie also die Ortschaft ĂŒbernehmen und auch Vision auferstehen. Der Vision aus Westview scheint also nur auf Wandas Magie und Erinnerungen zu basieren. Stellt sich die Frage, ob der Mind Stone dann auch nur Deko ist und warum Vision trotz allem ein Eigenleben entwickelt hat und andere „entzaubern“ kann.
Agnes hat also gesehen, was sie wollte und belohnt das mit einem Slow Clap. Nun möchte Wanda natĂŒrlich ihre Kinder zurĂŒckhaben, doch die hat Harkness an einer magischen Leine, die fast schon einem Galgen Ă€hnelt. Agatha scheint ihre Theorie bestĂ€tigt zu haben. Offenbar hĂ€lt sie Wanda fĂŒr eine Gefahr, denn in Westview habe sie Chaos-Magie entfesselt (auch diese ist aus den Comics bekannt) - nun nennt sie sie bei ihrem neuen Namen, der im Marvel Cinematic Universe tatsĂ€chlich so noch nicht gefallen ist: Scarlet Witch. Die Fans und Berichterstatter haben den Codenamen natĂŒrlich schon öfter benutzt, aber im MCU hatte sie, wie auch WandaVision anfangs deutlich gemacht hatte, bisher keinen Alias, im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen.
Es scheint ein wenig so, als wĂŒrde sich Agatha als Heldin sehen, die weiteren Schaden durch Wanda begrenzen muss. NatĂŒrlich kann sie auf hunderte Jahre Erfahrung aufbauen, allerdings hat sie sich in Westview auch schurkisch aufgefĂŒhrt, indem sie manipuliert hat und Wanda an der Nase herumĂŒhrte (und natĂŒrlich hat sie Sparky auf dem Gewissen!). Wie mĂ€chtig Agatha im Vergleich zu Wanda ist, die manche als das mĂ€chtigste Avengers-Mitglied bezeichnen wĂŒrden, ist nicht klar. Ein Kampf auĂerhalb ihres Kellers könnte dennoch gefĂ€hrlich fĂŒr sie sein. Zudem darf man nicht vergessen, dass auch Wandas Kinder, sofern sie die Situation ĂŒberstehen, KrĂ€fte haben. Hier muss ĂŒbrigens auch noch geklĂ€rt werden, ob Wanda sie geschaffen oder Agatha ihre magischen Finger im Spiel hatte. Dass der Nachwuchs das Ende der Staffel ĂŒbersteht, ist fraglich...
Mid-Credits-Szene
Und wieder einmal gibt es eine Mid-Credits-Szene. Diesmal sehen wir, wie sich S.W.O.R.D. bereit fĂŒr einen Angriff macht. Denn die glĂŒhende magische Drohne, die ich bereits vorher als wichtig erachtet habe, kehrt zurĂŒck und ihre Energie wird genutzt, um einen wieder zusammengesetzten Vision nach Westview zu schicken. Der ist zwar reichlich farblos, aber das eröffnet doch eine Möglichkeit fĂŒr ein leibhaftiges Comeback des Androiden oder wird man etwa auf den letzten Metern noch Wonder Man aka Simon Williams einfĂŒhren?

Fazit
WandaVision verzichtet diesmal auf Sitcom-Kopien, erklĂ€rt aber, wo diese herkommen und auch eine Fake-Werbung gibt es deswegen nicht zu sehen. DafĂŒr reisen wir mit Agatha und Wanda auf eine Traumareise, die allen erklĂ€rt, warum die Protagonistin ihren Schmerz nicht mehr bei sich behalten konnte. Dabei werden Wandas KrĂ€fte einer gewissen Retcon unterzogen. Nicht allein Hydra scheint dafĂŒr verantwortlich zu zeichnen, sondern Wanda hatte offenbar schon als Kind gewisse KrĂ€fte. Das spricht in gewisser Weise dafĂŒr, dass die Mutanten nun langsam ihren Weg ins MCU finden können. Ob das der Plan von Jac Schaeffer sowie Marvel-TV-Boss Kevin Feige ist, muss sich noch zeigen. Möglich wĂ€re es aber.
Die Folge Previously on fĂŒllt bisher unbekannte LĂŒcken durch Flashbacks und dĂŒrfte die nĂ€chste Phase der Figur als Scarlet Witch einlĂ€uten. Gerade in Hinsicht auf ihre Rolle in „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ sicherlich nicht unspannend...
Die vorletzte Folge rehabilitiert Wanda wieder ein wenig, doch das Finale könnte alles wieder auf den Kopf stellen. Wie endet WandaVision? Mit einem Happy End oder doch tragisch?
Was meint Ihr?
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 26. Februar 2021(WandaVision 1x08)
Schauspieler in der Episode WandaVision 1x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?