WandaVision 1x07

© zenenfoto aus der WandaVision-Episode Breaking the Fourth Wall (c) Disney+/Marvel
In der Sitcom-Geschichte, an der sich WandaVision chronologisch abarbeitet, sind wir jetzt beim Kapitel der Mockumentarys angelangt. Die beiden beliebtesten US-Formate sind hierbei wohl Modern Family und The Office, wobei letzteres eigentlich aus GroĂbritannien kommt, aber auch in Deutschland durch Stromberg einen Vertreter hatte.
Der Sitcom-Anteil der neuen Folge Breaking the Fourth Wall ist dabei stark an „Modern Family“ angelehnt, wĂ€hrend das Intro verdĂ€chtig nach dem amerikanischen „The Office“ klingt. Allerdings verzichtet man darauf, Vision (Paul Bettnay) diesmal in einer Workplace-Comedy-Hommage zu zeigen. Stattdessen gibt es als prĂ€gnantes Stilmittel aber die confessions, die direkt in die Kamera gesprochen werden. Wanda (Elizabeth Olsen) nutzt diese, um ihre verwirrte GefĂŒhlslage zu beschreiben. In dieser Folge ist sie sich durchaus dessen bewusst, was sie getan hat oder glaubt, getan zu haben. Denn so einfach ist es natĂŒrlich doch nicht.
Staycation

Wanda hĂ€tte gerne eine Auszeit und Zeit fĂŒr sich. Wie auf Zuruf kommt also Agnes (Kathryn Hahn), die anbietet, die Zwillinge zu bespaĂen. In Wandas Domizil „glitchen“ die RealitĂ€t und die Einrichtung nĂ€mlich stĂ€ndig. Das betrifft sowohl die Spielkonsolen der Jungs als auch das Mobiliar und die Inneneinrichtung.
Hinzu kommt, dass Billys neue KrĂ€fte ihn sehr empfĂ€nglich fĂŒr Gedanken anderer zu machen. Er fragt, was Onkel Pietro (Evan Peters) mit seiner Bemerkung ĂŒber einen erneuten Tod Visions meinte. Wanda scheint begriffen zu haben, dass ihr „Bruder“ nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Sie selbst hat aber keine Antworten und sie fĂŒrchtet, dass nichts mehr eine Bedeutung hat.
Billy und Tommy scheinen es bei Agnes gut zu finden, vor allem fĂŒr den magisch und telepathisch begabten Jungen ist es so schön ruhig bei ihr und Senor Scratchy. Doch schon diese Feststellung gibt uns einen Hinweis darauf, dass bei Agnes womöglich etwas nicht stimmt.

So ein Zirkus
In der echten Welt auĂerhalb Westviews sehen wir, dass S.W.O.R.D.-Director Hayward (Josh Stamberg) von der Stadterweiterung verschont wurde und dass die Organisation noch lange nicht am Ende ihrer KrĂ€fte ist. Allerdings hat offenbar die Ausstrahlung der Sitcom geendet. Vielleicht muss man auch einfach auf HD und digitalen Empfang umstellen?
Die Aspect Ratio Ă€ndert sich bei Vision, der vor dem Zirkus wieder zu sich kommt und dort auf Darcy (Kat Dennings) trifft, die die Rolle einer EntfesselungskĂŒnstlerin ĂŒbernehmen soll. Doch dieses Spiel spielt man nicht mit und Vision befreit Darcy fix von ihrer GehirnwĂ€sche. Dr. Lewis wird also zur bisher besten Informationsquelle fĂŒr den Avenger, wobei sie ihm auch nicht beantworten kann, was es mit Fake-Quicksilver auf sich hat.
Witzig an der Situation ist, dass Darcy das Anschauen der Westview-Sitcom so sehr genossen hat, dass sie eigentlich gerne eine Gastrolle gehabt hĂ€tte. Man verzichtet allerdings daraus, den offensichtlichsten Joke zu machen, denn sie erscheint nicht in dem Kellnerinnen-Outfit aus 2 Broke Girls, obwohl ihr Dress schon oberflĂ€chliche Ăhnlichkeiten dazu aufweist...
Vision denkt, dass Wanda HĂŒrden erschafft, damit er nicht aus Westview ausbrechen kann und gibt spĂ€ter auch selbst ein paar Statements dazu direkt in die Kamera ab. Einen Crashkurs ĂŒber seine komplizierte eigene Herkunftsgeschichte erhĂ€lt er ebenfalls, wobei Darcy meint, dass die Liebe der beiden echt ist.
Codename Cataract

Apropos Vision: Jimmy (Randall Park) erfÀhrt aus Darcys Mail, dass Hayward versucht hatte, Vision selbst wieder online zu bringen. Bis Wanda jedoch erschienen ist, hatte er damit keinen Erfolg. Seine Absichten scheinen also nicht besonders nobel zu sein.
Monica (Teyonah Parris) hat derweil Major Goodner kontaktiert, die wohl eine Bekannte ihrer Mutter Maria war und ihr gegenĂŒber loyal ist. Goodner bringt eine Art Weltraumfahrzeug, also einen S.W.O.R.D.-Rover mit, der durch das Schutzschild brechen soll. Der Versuch misslingt jedoch und sorgt nur dafĂŒr, dass sie die HĂ€lfte des Vehikels verĂ€ndert. Monica glaubt, dass sie es dennoch schaffen kann, die magische Schutzwand zu durchbrechen. Wegen ihrer bereits festgestellten körperlichen VerĂ€nderungen und ihrem unbĂ€ndigen Kampfgeist, schafft sie es tatsĂ€chlich sich durchzukĂ€mpfen. Ihre verĂ€nderten glĂŒhenden Augen deuten dabei an, dass Monica wohl auch KrĂ€fte haben könnte. Beim Versuch, nach Westview zu gelangen, hören wir wieder Dialoge aus „Captain Marvel“ und auch aus vorherigen „WandaVision“-Folgen. Carol (Brie Larson), Nick Fury (Samuel L. Jackson), Jimmy und Mutter Maria sind dabei zu hören.
Ob Goodner nun die Person ist, von der Monica in den vorherigen Folgen sprach, ist nicht sicher. Einmal hieĂ es schlieĂlich „Guy“ und es ging um einen Weltraum-Ingenieur. Sollte es wirklich jemand wie Reed Richards sein, dann wĂ€re das ohnehin eher eine Offenbarung fĂŒr die Finalfolge.
Lieutenant Trouble

Recht schnell erreicht Monica dann auch Wandas Haus, wobei sie dort ganz und gar nicht willkommen ist. Allerdings probiert sie es mit Vernunft und will sie davon ĂŒberzeugen, dass sie sich von Hayward nicht zur Schurkin machen lassen sollte. Denn statt Monica erneut mit ihren KrĂ€ften zu verbannen, zögert sie dieses Mal. Allerdings wird in der Konfrontation deutlich, dass man Monica diesmal wohl auch nicht ohne Gegenwehr hĂ€tte rausbefördern können. Ihre blaue Energie scheint sie zu schĂŒtzen.
Ein Argument, das Monica probiert, ist relativ schlĂŒssig, denn auch sie hat die Person verloren, die ihr am nĂ€chsten stand - doch von dem Schmerz will sie sich nicht leiten lassen. Ein groĂer Unterschied zwischen ihr und Wanda ist jedoch, dass es bei letzterer bereits ein ganzes Leben voller Verluste und Ăchtung gab. Monica fordert sie dennoch auf, den Zauber zu beenden; bevor der Streit dann gelöst werden kann, mischt sich allerdings Agnes ein und bringt Wanda in ihr Haus...
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Nexus
Die Fake-Werbung aus dieser Woche ist fĂŒr ein Medikament namens Nexus und eindeutig im Stil der US-amerikanischen Medikamentenwerbung, die meistens sehr positiv klingt, aber hĂ€ufig doch viele Risiken und Nebenwirkungen am Ende im schnellen Tempo aufzĂ€hlt... Sehr zielgruppenspezifisch fĂŒr Wanda geht es dabei auch darum, zu einer RealitĂ€t der Wahl zurĂŒckkehren zu können.
Agatha All Along
Bei Agnes angekommen, merkt Wanda einen merkwĂŒrdigen Vibe. Bald fragt sie auch, wo eigentlich die Zwillinge sind. Doch Agnes meint nur, dass sie bestimmt im Keller spielen. Wanda schaut nach und entdeckt einen gruseligen Keller. Dort sieht sie nicht nur ein magisch funkelndes Buch, sondern Agnes verrĂ€t, dass sie ebenfalls magische KrĂ€fte hat und in Wirklichkeit die aus den Marvel Comics bekannte Schurkin Agatha Harkness ist. Diese Offenbarung wurde tatsĂ€chlich schon relativ frĂŒh vermutet. Wie ich in einem frĂŒheren Review auch gehofft hatte, gibt es dazu eine musikalische Montage, die zeigt, dass die ganze Zeit schon Agnes/Agatha fĂŒr die Manipulierung zustĂ€ndig war. Diverse Momente der bisherigen Folgen werden aus Agnes' Perspektive neu kontextualisiert. So steht sie zum Beispiel hinter Herb und Quicksilver, aber auch schon in frĂŒheren Momenten - und sie hatte auch Vision an Halloween vorgefĂŒhrt...

Dass es auf Agnes hinauslĂ€uft, war relativ logisch, denn sie und Hayward waren diejenigen, die in den meisten Folgen Auftritte hatten und es wĂ€re wahrscheinlich weniger befriedigend gewesen, wenn man auf den letzten Metern noch jemanden prĂ€sentiert hĂ€tte, den wir bisher ĂŒberhaupt nicht oder wenig (Dottie?) zu Gesicht bekommen hĂ€tten. NatĂŒrlich kann immer noch ein Drahtzieher im Hintergrund offenbart werden. Ich möchte nur mal die Namen Loki (Tom Hiddleston) und Mordo (Chiwetel Ejiofor) prĂ€ventiv nennen. In der Post-Credits-Szene von „Doctor Strange“ hatte sich letztgenannter bekanntlich ĂŒber zu viele Magier beschwert. Eindeutige Hinweise auf sein Werk habe ich bisher aber noch nicht unbedingt gesehen. Eine BrĂŒcke zu „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ wĂ€re das allerdings schon...
Agnes verhext nun also Wanda und scheint sie im Keller zu fangen. Eine weitere SĂŒnde: Den Hund Sparky hat sie ebenfalls auf dem Gewissen. Das wird die Zwillinge sicherlich nicht gerade erfreuen. Oder sind sie auch ihr Werk? Man kann gespannt sein, was Agnes alles im Detail angerichtet hat.
Mid-Credit-Szene
In dieser Folge gibt es dann auch die erste Mid-Credits-Szene der Serie, die ich nur zufĂ€llig entdeckt habe, weil ich bei Disney+ immer ĂŒber den Rest des Abspanns „hovere“, um auch nichts zu verpassen. Das geht am Computer sicherlich besser als am Fernseher. Also schaut am besten, ob Ihr sie erwischt habt, weil der lange Abspann bisher nichts geboten hatte, kann es einfach passieren, dass man zu schnell abschaltet. Es ist auch keine lange Szene, aber dennoch ein Detail.
Denn Monica erreicht das Haus von Agnes und sieht, was im Keller vor sich geht. Aber dort erwartet wiederum Pietro sie bereits...
Fazit
Nach dieser Folge dĂŒrfte eigentlich nicht mehr viel Sitcom-Hommage ausstehen. Doch wer weiĂ, vielleicht gibt es noch ein Best of oder aber die ĂŒbrigen beiden WandaVision-Folgen drehen die Action noch einmal ordentlich auf. Nun wissen wir jedenfalls, dass Wanda doch nicht unbedingt die Schurkin ist. An dieser Stelle möchte ich Olsens Schauspiel auch mal ausdrĂŒcklich loben, denn sie beweist hier, wie wandelbar sie sein kann und wie offenbar mĂŒhelos sie von Comedy zu Drama wechseln kann. Vielleicht ist ja sogar eine Award-Nominierung drin? In dieser Episode ist mir ihre Leistung jedenfalls besonders positiv aufgefallen.
Die Sitcom-Elemente im Stil der Mockumentary wurden wieder blendend umgesetzt, wobei man manche offensichtlichen Anspielungen und Gagvorlagen diesmal nicht genutzt hat. Ich habe jedenfalls weiterhin meine wöchentliche Dosis Spaà und Spekulation und freue mich jetzt schon auf die letzten beiden Folgen.
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Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 19. Februar 2021(WandaVision 1x07)
Schauspieler in der Episode WandaVision 1x07
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