Vikings 4x13

Vikings 4x13

Die titelgebenden zwei Reisen in dieser Episode von „Vikings“ verlaufen für keinen wie geplant. Doch auch daheim in Kattegat macht sich so einiger Unmut breit und es brauen sich auf allen Seiten dunkle Gewitterwolken zusammen.

Ragnar (Travis Fimmel) und Sohn Ivar (Alex Høgh Andersen) / (c) History
Ragnar (Travis Fimmel) und Sohn Ivar (Alex Høgh Andersen) / (c) History
© agnar (Travis Fimmel) und Sohn Ivar (Alex Høgh Andersen) / (c) History

Der Kerker - hier scheint an jedem der zahlreichen Schauplätze in dieser Woche für jemanden die Reise zu enden. Ubbe (Jordan Patrick Smith) und Sigurd (David Lindström) müssen daheim in einem Schuppen ausharren, während Lagertha (Katheryn Winnick) sich Kattegat zurückholen möchte. Bjorn (Alexander Ludwig) muss gar mit seiner gesamten Schiffsbesatzung in einem französischen Kerker ausharren. Und für Ragnar (Travis Fimmel) scheint die nächste Reise auch eher in ein unterirdisches Einzelzimmer zu gehen.

Where's Your Army Of Revenge Now?

Aber zunächst einmal zu den britischen Inseln: Ragnar und Sohn Ivar haben - natürlich - gemeinsam mit einer kleinen Gruppe den Schiffbruch ihrer sowieso schon winzigen Flotte überlebt. Doch Aethelwulf (Moe Dunford) findet die Überreste der Schiffe an der Küste und beginnt sofort mit der Suche nach seinem alten Feind Ragnar. Dieser verfolgt jedoch einen höchst konfusen Plan, der sich mir noch nicht völlig erschlossen hat.

Ragnar und Sohn Ivar haben überlebt.
Ragnar und Sohn Ivar haben überlebt. - © History

Wie bereits in der letzten Episode vermutet, hat der einst so mächtige Wikinger nicht vor, Großbritannien lebend zu verlassen. Und da die kümmerliche Mannschaft, die sich noch um ihn schart, einen Sieg gegen Mercia höchst unwahrscheinlich erscheinen lässt, beschließt er, alleine mit Ivar loszuziehen. Doch warum er hierfür seine versammelten Mannen abschlachten muss, bleibt bis jetzt ein Rätsel.

Klar, Ragnar hat noch nie wirklich viel auf das Überleben einzelner Wikinger gegeben, aber Buße zu tun für den Tod aller nach England gekommener Wikinger, indem man gleich noch ein paar selber umbringt, scheint schon sehr wirr. Hätte er sich einfach davongeschlichen, hätte das Pack zumindest noch für Ablenkung sorgen können, so aber liegen im Wald einfach ein paar tote Krieger.

Das einzige, was man dieser Aktion abgewinnen kann, ist einmal wieder Ivar: Der zeigt nämlich, dass er trotz seiner Behinderung ein guter Kämpfer ist und schöpft wieder von Mitleid bis Abscheu alle Emotionen aus, die der geneigte Zuschauer ihm entgegenbringen kann.

I Cannot Deny That Part Of Me That Is Viking

Nicht besser sieht es zunächst auch für die Mannen von Ragnars Sohn Bjorn aus: Der setzt nämlich auf Verhandlungen mit Onkel Rollo (Clive Standen), der dem jungen Lothbrook sichere Fahrt entlang der Küste Frankreichs garantieren soll. Doch nach einem kurzen Hallo und dem Kennenlernen seiner jungen Cousins landet Bjorn zusammen mit den anderen zunächst in einem französischen Kerker.

Doch wir kennen ja Rollo, und wenn es eines gibt, dem man sich sicher sein kann, dann die stete Unzufriedenheit des ewig Zweiten. Nun hat er eine Grafschaft, eine Frau, Kinder und ein Schloss. Doch natürlich war dies nie wirklich das, was er wollte. Denn der jüngere Lothbrook-Bruder ist und bleibt ein Wikinger, der, wie er seiner Frau so schön sagt, in jedem Donnerschlag Thors Hammer hört.

Glücklich wieder dabei zu sein: Rollo.
Glücklich wieder dabei zu sein: Rollo. - © History

Und so holt er den gelehrten Johannes Scottus Eriugena zu sich und zeigt Bjorn die gefährliche Route, die ins Mittelmeer führt. Er garantiert sogar freies Geleit entlang der Küste - solange er mitkommen kann um wieder zu plündern. Dieser Wunsch ist ihm so wichtig, dass er dafür sogar die Beziehung zu seiner Frau aufgibt, die ihm deutlich zu verstehen gibt, dass er für sie gestorben ist, egal ob er zurück kommt.

Rollos Schicksal könnte zu einem der interessantesten Handlungsstränge der Staffel werden. Clive Standen konnte bereits die Hauptrolle in Taken ergattern und damit scheint das Überleben seines Wikingercharakters Rollo alles andere als gesichert zu sein. So war auch zum ersten Mal in dieser Staffel etwas Spannung um das Leben eines Lothbrooks angesagt, als Bjorn seinen Onkel schließlich kielholen lässt. Und Rollos Freude nach dem Überleben dieser Tortur zeigt: Er ist wieder da, wo er hingehört.

I Will Never Forgive You For Stealing My Husband

Währenddessen lassen Visionen von Seherin Aslaug (Alyssa Sutherland) nichts Gutes für ihre Zukunft verheißen. Denn die ewige Konkurrentin Lagertha hat ein Auge auf ihr einstiges Heim geworfen und möchte die Abwesenheit der meisten Krieger nutzen, um die Stadt zurückzugewinnen und die verhasste Aslaug vom Thron zu stoßen.

Dabei sind es hier vor allem die Frauen, die die Hauptrollen in der sich anbahnenden Tragödie spielen. Denn Lagertha hat sich mit Bjorns Frau Torvi (Georgia Hirst) verbündet, um eine Insiderin in Kattegat zu haben, die im rechten Moment die Verteidigung zerschlagen kann. Nur zwei Männer stellen hier ein Problem dar: Ragnars verbliebene Söhne Sigurd und Ubbe, wie Astrid (Josefin Asplund) bemerkt. Doch die sind nach einer kurzen Trickserei mit dem Sklavenmädchen Margrethe (Ida Nielsen) schnell in einem leidlich befestigten Schuppen eingeschlossen, so dass der Weg für Lagerthas Truppen frei ist.

Darf endlich wieder ein bisschen Bad-Ass sein: Lagertha.
Darf endlich wieder ein bisschen Bad-Ass sein: Lagertha. - © History

Und so folgt auch die erste Schlacht von Staffel „4.2“, die sich sehen lassen kann. Das einzige Problem, dass die deutlich überlegene Lagertha hat, scheint Astrid zu sein, ihre Liebschaft und der wohl nutzloseste neue Charakter der Serie, der trotz regelmäßigem persönlichen Training durch Shieldmaiden Lagertha sofort überrumpelt wird. Aber sei's drum: Immerhin darf Lagertha mal wieder zeigen, dass zumindest sie den Männern in Sachen kämpferischer Qualität in nichts nachsteht.

Fazit

Auch wenn es einige wichtige Entwicklungen zu sehen gab - insgesamt konnte Two Journeys mich in dieser Woche nicht ganz so überzeugen wie noch in der Vorwoche. Dafür gab es schlicht zu wenige bemerkenswerte Szenen und zu viel wurde auf die nächste Episode vertagt. Statt dem steten Hin- und Herspringen zwischen den Handlungsorten hätte man beispielsweise den Kampf der mystischen Aslaug gegen die kriegerische Lagertha ruhig schon in dieser Episode zeigen können. So bleibt eine wirklich gute, aber keine herausragende Episode Vikings.

Verfasser: Benedikt Pichl am Donnerstag, 15. Dezember 2016
Episode
Staffel 4, Episode 13
(Vikings 4x13)
Deutscher Titel der Episode
Fremde Küsten
Titel der Episode im Original
Two Journeys
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Mittwoch, 14. Dezember 2016 (History)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Autor
Michael Hirst
Regisseur
Sarah Harding

Schauspieler in der Episode Vikings 4x13

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