Under the Dome 3x02

Der zweite Teil des Staffelauftakts firmiert unter dem Titel But I'm Not und bringt ein bisschen Licht ins Dunkel. So weit die erfreuliche Nachricht. Doch am Ende stellen wir fest, dass wir wieder genau da sind, wo wir einst angefangen haben.
Einmaleins des Bösen
Die Wirrnis, die ein Drehbuch zu einer Under the Dome-Episode für gewöhnlich beherrscht, hält sich in But I'm Not in Grenzen. Zur Qualität der Unterhaltungen trägt das zwar nicht bei, aber ein Schritt nach dem anderen...
Das Gute an dieser Episode ist, dass endlich Struktur in die Sache kommt. Sicher, unterwegs haben wir einige Rätsel und Mysterien liegen lassen, verdrängt von anderen, noch wilderen Abenteuerwegen, die nur halb gegangen wurden. Doch wer es bis zur dritten Staffel durchgehalten hat, der hat die Hoffnung wohl noch nicht ganz verloren.
Das erste Anzeichen von Veränderung ist Barbies Szene vor der Erinnerungstafel in der Parallelwelt. Kurz kann man das Gefühl bekommen, uns wird endlich eine Frage gestellt, die wir verfolgen können: ein Mann, ein Rätsel, eine Suche. Und wir würden es ihm zutrauen, denn Barbie (Mike Vogel) ist schließlich der demokratisch gewählte Dorfheld. Er könnte in Bens Gedenken aufklären, was mit dieser seltsamen Welt los ist, in der nichts ist, wie es scheint.
Aber dann werden sie zurückgerufen in die triste Wirklichkeit, weil das Gute und das Psychopathische sich zusammengetan haben, um gegen das Böse anzukämpfen. Julia (Rachelle LeFevre) und Big Jim (Dean Norris) zerstören in trauter Einigkeit Melanies Plan, indem sie das Ei zertrümmern. Dass sie nicht wissen, welche Auswirkungen das haben wird - geschenkt. Dass er auch erst einmal versuchen könnte, es von dem Kokon zu nehmen - ach egal... Hauptsache, ein weiteres elendiges Relikt aus zwei harten Staffeln wird eliminiert.
In unseren Köpfen läuft eine Erinnerungssequenz an all die guten, schlechten und verrückten Zeiten, die wir mit dem Ei hatten: von den Anfängen, als die vier Teenies es unter einer Minikuppel gefunden hatten, bis hin zu dem Ende, als es beständig von innen nach außen wanderte, irgendwie immer wichtiger wurde, aber diese Versprechen von Aufklärung nie einlöste. Jetzt ist das Ei fort, wie alle anderen Eier vor ihm. Schön, dass die Episode But I'm Not uns noch einen der amüsantesten Momente spendiert. Und zwar den, dass der Vorgesetzte von Barbies Vater locker damit herumspielt, während er die Wichtigkeit des Eis erklärt sowie seine Abneigung darüber, es aus dem sicheren Gebäude zu lassen.
Dem neuen albernen Humor nach, der sich in die Serie geschlichen hat, sollte das Ei mit einem „Ups!“ in dem Moment auf den Boden fallen. Abgeliefert in dem Tonfall, den Melanie (Grace Victoria Cox) anschlägt, als sie feststellt, dass Julia das Messer hat. Nebenbei gefragt: Der ganze Kuppelkram läuft erst seit knapp vier Wochen und sie haben nur noch ein einziges Messer in der ganzen Stadt?
Das Ei, das überlebenswichtige Ding, das uns zwei Staffeln lang begleitet hat, löst sich in einer unscheinbaren schwarzen Masse auf - und es ist offenbar nicht einmal etwas Wichtiges drin gewesen.
This is the only egg!
Aber vielleicht war die ganze Wichtigkeit auch einfach ein bisschen aufgebauscht durch die Bewohner. Zu Übertreibungen neigen sie ja, wie zum Beispiel Barbie, der in seiner Trauerrede auf Julia betont, dass sie immer neugierig gewesen sei. Vermutlich hat er Recht, aber das Pathos sollte man sich doch besser für jemanden aufbewahren, der sie länger als drei Wochen kannte. Ja, die große Liebe zwischen Julia und Barbie hat von Anfang an gestellt gewirkt. Im Grunde ist es daher nur gut, dass er innerhalb eines Jahres nach ihrem angeblichen Tod eine andere schwängert, mit der er zuvor durch die Welt gezogen ist.
Apropos, diese Neue, Eva (Kylie Bunbury), bleibt nach wie vor äußerst blass. Aber wir wissen, dass sie böse ist, zumindest eine Zeit lang sein wird. Woher man das weiß? Weil die Bösen in Chester's Mill viel darauf halten, sich standesgemäß zu verhalten. Der Stadtpsychopath (dieser Rang ist ohne viel Aufhebens von Junior an Big Jim gegeben worden) lacht hysterisch, verscheucht Hunde und baut Barrikaden aus Müll, um seine leere, von einer Kuppel umgebene Stadt zu schützen.
Die andere Neue, Christine (Marg Helgenberger), verrät sich in einer kleinen Szene, indem sie mit ihrem Ring spielt, während sie am Fenster eine Begegnung zwischen Norrie und Joe beobachtet. Warum seine bösen Absichten verstecken, wenn man sich auch wie ein „James Bond“-Bösewicht in Szene setzen kann? Melanie - oder wer immer auch in ihrem Körper steckt - beschränkt sich darauf, milde zu lächeln, als sie Julia dazu überredet hat, sich schlafen zu legen.
Auf diese nur wenig subtile Weise bekommen wir also zugesteckt, dass Christine ein Geheimnis hat und wahrscheinlich nicht das Beste im Schilde führt. Die Tatsache, dass ausgerechnet sie und Eva mit unter der Kuppel landen und sich bedeutungsschwanger in die Augen sehen, verrät uns, dass auch Eva nicht die ist, die sie zu sein scheint.
Fazit
Die Frage, wieso die Kuppel da ist, bleibt nach wie vor ungelöst - und das scheint sich in naher Zukunft auch nicht zu ändern. Aber ein anderes Geheimnis weiß Interesse zu wecken. Wieso haben sich einige Bewohner von Chester's Mill in der Parallelwelt komplett verändert, andere jedoch nicht? Während Norrie (Mackenzie Lintz) zur Collegeschlampe geworden ist, die offenherzig zugibt, zu rauchen, weil sie sich um ihr Gewicht sorgt, ist Joe (Colin Ford) immer noch der Junge, der er ein Pseudojahr zuvor war.
Doch ein ungutes Gefühl befällt einen. Wird das Geheimnis jemals aufgelöst werden? Diese Art von Rätsel, alle, die mit Charakter zu tun haben, fallen nach alter Under the Dome-Art stets unter den Tisch.
Für den Moment müssen wir also hinnehmen, dass die Bewohner wieder unter der Kuppel sind, dass das Ei kaputt ist und die Autoren sich auf diese Art eine zweite Chance eröffnet haben, eine bereits verlorene Schlacht noch einmal zu schlagen. Vielleicht wird es besser, vielleicht bleibt es aber auch so ungewollt amüsant, wie es bisher war. Beides wäre sehenswert für alle, die so weit gekommen sind.
Und ja, die Erklärung eines Meteorschauers vor 25 Jahren ist nicht ungehört verhallt, aber die furchtbar platte Art, die Offenbarung in die Story zu binden, erweckt genauso wenig Freude wie die Tatsache, dass das im Grunde überhaupt noch gar nichts erklärt.
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 26. Juni 2015(Under the Dome 3x02)
Schauspieler in der Episode Under the Dome 3x02
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