Under the Dome 2x13

Under the Dome 2x13

Im Staffelfinale Go Now finden die Bewohner von Chester's Mill eine weitere Chance aufs Entkommen. Doch die Kuppel zeigt sich allmächtig wie selten. Und niemand zweifelt am Willen dieser Erscheinung - zumindest nicht, wenn es dazu dient, eine Wendung zu rechtfertigen.

Hoffnung auf Entkommen in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS
Hoffnung auf Entkommen in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS

Zwei Wochen harren die Bewohner von Chester's Mill schon unter der Kuppel aus. Im Staffelfinale Go Now kommen sie einer Rettung so nah wie noch nie zuvor. Doch auch wenn der Ausgang nah erscheint, als Antreiber für jede noch so unsinnige Story bleibt die Kuppel allmächtig. Es braucht nur das Zauberwort, dass die Kuppel es so will.

Zwei Morde und jede Menge Unsinn

Big Jim (Dean Norris) ist seit einigen Episoden eine schwierige Figur geworden. Zwischendurch fühlte es sich an, als wenn er seine Schuldigkeit der Geschichte und der Kuppel gegenüber getan hat und am besten gehen sollte. Immer wieder schwanken alle anderen zwischen Misstrauen und neugefasster Hoffnung, dass man mit Big Jim doch noch einen Plan in die Tat umsetzen kann, ohne dass er aus Egoismus querschießt. Das Problem, das alle Chester's Millerianer haben, tritt bei ihm konzentriert auf: Nichts wird so richtig aufgelöst, keine Schandtat, kein Mord, kein Betrug, am Ende kommen auch die größten Schandtaten erst raus, wenn es eigentlich schon niemanden interessiert. Man siehe nur Sam (Eddie Cahill), der als Angies Mörder mittlerweile wieder voll in die Gemeinschaft integriert ist. Klar ist nur, dass der nächste Mordsanfall für Big Jim nie weit entfernt ist. Entweder er tötet, um seine eigene Macht zu erhalten oder - wie im Staffelfinale Go Now - für seine Familie.

Durch Big Jims Hände müssen wir dieses Mal Abschied von Rebecca (Karla Crome) und Andrea (Dale Raoul) nehmen. Letztere darf schnell gehen, ohne weitere Umstände und ohne, dass es von irgendeiner Wichtigkeit ist, wen Big Jim sich als Lockvogel für Julia (Rachelle LeFevre) geholt hat.

Rebecca wiederum muss für eine sehr interessante Sache gehen. In ihren letzten Minuten wird sie von der Wissenschaftlerin zur Gläubigen. Das Gespräch mit Big Jim nach Paulines Tod offenbart, dass Rebecca die Sterbehilfe nicht aus Mitleid angesichts von Paulines Schmerzen gegeben hat. Sie hat eingesehen, dass die Kuppel den Tod der Malerin verlangt und sie hat ihr gegeben, was sie wollte. Einst als Verfechterin für die Wissenschaft aufgebaut, zeigt Rebeccas Schicksal in der Episode Go Now, dass die Kuppel einfach allmächtig ist. Nicht nur Julia, Barbie (Mike Vogel) und die anderen Bewohner glauben daran, auch Rebecca schafft es nicht, sich seiner Macht zu entziehen. Was die Kuppel will, dass bekommt sie auch.

Jede noch so dümmliche Tat kann damit gerechtfertigt werden, dass es der Wille der Kuppel sei. Nach zwei Staffeln muss man einsehen, dass die Kuppel sich eindeutig zum Gott über Chester's Mill aufgeschwungen hat. Sie braucht keine Gründe anzugeben, ist niemandem Rechenschaft schuldig. Manchmal scheint die Kuppel barmherzig, manchmal brutal zu sein. Weder Julia noch wir konnten in den vergangenen zwei Staffeln eine Regelmäßigkeit erkennen. Doch anders als Julia kann man mittlerweile stark an der Kuppel zweifeln. Big Jim, der eine andere Interpretation der Sache hat und sich der Kuppel schließlich entgegenstellt, wird immer wieder mit günstigen Umständen bedacht, so richtig glauben an Julias Führungsanspruch kann man also nicht.

Die Under the Dome-Autoren haben offenbar nicht vor, das Geheimnis um die Kuppel auch nur ein Stück weit zu lüften, seit der Pilotepisode haben sie uns keine Informationen gegeben. Doch was wirklich nervt ist, dass sie selbst die wildesten Wendungen umsetzen, ohne mit der Wimper zu zucken, und dabei einfach das Schutzschild namens „Die Kuppel will es so!“ hochhalten.

In kaum einer anderen Episode wird die Allmacht der Kuppel so sehr als Geschichtstreiber eingesetzt wie in Go Now. Das kann einem schwer auf die Nerven gehen, doch in Anbetracht dessen, was wir schon alles erlebt haben, ist ein kleines Kompliment angebracht. Das Ende der Episode bringt gefühlt deutlich mehr Abschluss als das erste Staffelfinale. Das ist zwar nicht schwer, doch wir haben gelernt, uns bei Under the Dome auch über Selbstverständlichkeiten zu freuen.

Am Ende treffen diejenigen, die es in die Höhle geschafft haben, hinter einer Wand auf Melanie (Grace Victoria Cox), die ihnen aufmunternd zuspricht. Was genau das bedeuten soll, weiß man nicht. Es ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass die Under the Dome-Macher sich sowohl auf eine Verlängerung als auch auf eine Absetzung vorbereiten müssen. Mit dem Ende dieser Staffel haben sie diese Ungewissheit nicht schlecht umgesetzt.

Von Melanie geht die Kamera zu Barbie, was den Eindruck erweckt, dass sie ihn im Besonderen anspricht. Das wiederum bedeutet, dass es sich bei dem Zuhause um Zenith handelt - die Stadt, aus der sowohl Melanie als auch Barbie stammen. In dieser Lesart wäre das Staffelfinale Go Now das Ende der großen Story. Die Bewohner von Chester's Mill wären der Kuppel entkommen. Big Jim, Julia und Junior (Alexander Koch) würden als Kollateralschäden gelten.

Doch vielleicht sehen wir auch einer dritten Staffel entgegen und in dem Fall könnte man argumentieren, dass Melanie als Personifizierung der Kuppel die Bewohner nicht in die Freiheit führen wird. Der Schacht, die scheinbare Rettung, wäre nur eine weitere Schicht der großen Show, in der die Kuppel nichts weniger als die Allmächtige ist.

Fazit

Es gab durchaus Anlass dazu, gut gelaunt ins zweite Staffelfinale der Serie Under the Dome zu gehen. Zwei Morde, zahlreiche nur schwer erträgliche Dialoge und jede Menge Unsinn später wissen wir, dass die Serie uns mit der Episode Go Now nicht im Stich gelassen hat. Vieles wird komplett unter den Tisch gekehrt, zum Beispiel alles, was mit Barbies Vater und dem Ei zu tun hat. Dafür ist ein neuer Ausgang die Chance der Stunde, die immerhin eine Art Abschluss suggeriert.

Doch wieso ist die interessanteste Frage zum Staffelfinale, ob ein bisher nicht gesehener, nun aber massiv erwähnter Junge namens Aidan (Bryant Prince) der Co-Monarch an Julias Seite sein könnte?

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 23. September 2014

Under the Dome 2x13 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 13
(Under the Dome 2x13)
Deutscher Titel der Episode
Der Weg nach Hause
Titel der Episode im Original
Go Now
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 22. September 2014 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 8. Oktober 2014
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 8. Oktober 2014
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 10. Oktober 2014
Regisseur
Jack Bender

Schauspieler in der Episode Under the Dome 2x13

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