Under the Dome 2x06

Under the Dome 2x06

Geheimnisse, die längst keine mehr sind, kommen unter Tage ans Licht, während niemand in Chester's Mill mehr Gehirn nutzt als unbedingt notwendig um den Weg ins Diner zu finden. Ein weiterer, typischer Tag unter der Kuppel in der Episode In the Dark.

Abendprogramm für Teenager in Chester's Mill in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS
Abendprogramm für Teenager in Chester's Mill in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS

Auf den ersten Blick sieht es aus, als wenn die Krone für die größte Dummheit in der Episode In the Dark an den lange nicht gesehenen Teenager Benny (John Elvis) und sein Skateboard geht. Doch bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass die namenlose Masse der Stadtbewohner, die regelmäßig im Diner rumhängen sich in eine willenlose Schafherde verwandelt hat. Einziger Unterschied zu den Herdentieren: Die Chester's Millerianer sind einfacher zu manipulieren.

Machtkämpfe

Einen überraschend lichten Moment hat in der Episode In the Dark dagegen Barbie (Mike Vogel), der sich endlich deutlich gegen Big Jim (Dean Norris) stellt seitdem er eins und eins zusammengezählt hat. Er reitet sogar noch weiter auf der Intelligenzwelle, als er es schafft, Sam (Eddie Cahill) ein lahmes Geheimnis zu entlocken, das schon lange keines mehr ist.

Im Diner sieht Big Jim sich mit einer Niederlage konfrontiert, die kurz erahnen lässt, dass die Bewohner endlich beschlossen haben mitzudenken. Doch diese Hoffnung wird direkt wieder zerstört. Big Jim bekommt dabei Hilfe von Benny, der sich angesichts der Wahlniederlage ohne irgendeinen ersichtlichen Grund dafür entscheidet etwas durch die Stadt zu skaten, während ein Sandsturm über der Stadt wütet. Anhand dieser Story wird deutlich, dass die Under the Dome-Autoren nicht nur die Figuren zu dümmlichen Statisten degradieren sondern auch von ihren Zuschauern nicht die beste Meinung haben. Wir sehen, wie Benny seinen Inhalator nutzt, als er das Diner verlässt und wie Big Jims Blick auf den zurückgelassenen Rucksack fällt. Der Stadttyrann rettet später dem Teenager mit diesem Wissen das Leben und erobert damit die Zustimmung der offenbar völlig gedankenlosen Masse zurück. Nichts an diesem Plot ist auch nur im Entferntesten spannend, überraschend oder gar sinnvoll, in erster Linie ist es eine Beleidigung für uns und alle Bewohner.

Doch es kommt noch dicker. Selbst Julias größte Fürsprecherin kann der Möchtegerndespot offenbar damit überzeugen, dass er ihr das Gefühl gibt, Julia (Rachelle LeFevre) habe die Menschen versetzt um ihrem Freund aus der Patsche zu helfen, weil sie nicht stundenlang im Diner herumhängt. Kann die Dinerbesitzerin sich wirklich nicht zusammenpuzzeln, dass Barbie höchstwahrscheinlich in ein mit der Kuppel verbundendes Problem geraten ist und sich nicht in einer Bar betrunken hat und nun eine Fahrerin braucht?

Dass Big Jim seinen Willen durchsetzt, führt in erster Linie dazu, dass man als Zuschauer kaum aus dem Augenrollen herauskommt. In Rekordzeit schaffen die Bewohner es mitten in einem angeblich doch so bedrohlichen Sandsturm eine riesige Windmühle zu bauen und sie zu montieren. Im Angesicht ihres Schweißes hieven sie sie auf den Turm, doch wer da oben eigentlich ist, um sie anzubringen, das fällt unter ferner liefen. Die Under the Dome-Autoren sind Meister darin, Fragen, die sie nicht beantworten wollen, einfach unter den Tisch fallen zu lassen statt eine logische Lösung zu finden.

Nicht nur das, die Autoren schaffen sich auch noch selbst unglückliche Konstellationen, die nicht sein müssten. Statt die Teenies erst auf den See herausfahren zu lassen als der Sturm vorüber ist, lassen die Joe (Colin Ford) auf dem Boot überrascht feststellen, dass der Staub sich verzogen hat und erwecken damit den Eindruck, dass die Vier mitten im Unwetter auf den See gefahren sind und dort nun seit Stunden ausharren. Falls dem so sein sollte, hatten sie Glück, dass sie Haarbürsten und Wechselklamotten dabei hatten und nun nicht aussehen wie Benny nach seinem kurzen Trip in Sturm.

Zweimal zwei

Die grundlegende Idee der Episode In the Dark ist, dass die Duos Sam und Barbie sowie Rebecca (Karla Crome) und Julia sich miteinander beschäftigen müssen. Julia und Rebecca sind in diese Staffel als Gegensätze zwischen Glauben und Wissenschaft eingeführt worden, doch daraus machen die Under the Dome-Autoren wenig. Julias dahingesagtes, deutlich sarkastisches „Gottseidank gibt es die Abteilung für Straßen und Reparaturen“ führt zu Rebeccas abwertender Frage „Betest du?“, was einfach nur lächerlich ist. („Thank god for the department of roads and repair!“ „Are you praying?“)

Mehr Überlegung, aber nur unwesentlich mehr Spannung steckt da schon in dem kleinen, gemeinsamen Abenteuer von Sam und Barbie. Im Verlaufe des Gespräches wechselt Barbie mehrmals zwischen Misstrauen und Vertrauen, was in der jeweiligen Situation nicht unlogisch wirkt, aber man sollte Barbie schon zutrauen weiter denken zu können als einen Satz. Doch das scheint der einzige Weg zu sein, den die Under the Dome-Autoren finden, um uns Sams menschliche Seite zu zeigen. Am Ende siegt jedoch die Logik und Barbie erkennt, dass Sam Angies Mörder ist. Dieses Geheimnis ist schon seit mehreren Episoden keines mehr und seine Enttarnung dürfte vor allem Gähnen hervorrufen. Doch so ist es leider meistens in Chester's Mill. Irgendetwas wird als großes Mysterium eingeführt, dann zeitweise komplett vergessen und wenn wir Glück haben schließlich viel zu spät und unter lahmen Umständen aufgeklärt.

Auch das Geheimnis des Loches kann man sich jetzt bereits denken, es wird eine Art Portal sein, das Menschen nicht in den Tod sondern an einen anderen Ort führt. Man lehnt sich vermutlich nicht zu weit aus dem Fenster wenn man dabei direkt an Zenith denkt.

Fazit

In der Episode In the Dark konfrontiert die Kuppel die Bewohner mit einem Staubsturm, doch dieser Plot ist am besten dran, wenn man ihn komplett ignoriert. Die zweite Katastrophe ist der geheime Gang unter der Schule und der dazugehörige Abgrund. In schwachen Momenten wünscht man sich fast, dass mehr Figuren sich an Sams Entscheidung ein Beispiel nehmen würden. Doch um zu erkennen, dass es sich dabei um ein Portal handelt, müssten sie ja ihren Verstand einschalten und das ist im Moment auf breiter Linie nicht die größte Stärke der Anwesenden. So macht Melanie (Grace Victoria Cox) sich innerhalb von wenigen Minuten an Junior (Alexander Koch) heran, mit der Begründung, dass er aussehe wie der junge Sam und dabei ganz einfach mal vergisst, dass ihr damaliger Freund einer der zwei Verdächtigen in ihrem eigenen Mord ist. Aber wenn es der Story dient, ist den Under the Dome-Autoren offenbar keine Ausrede zu simpel.

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 5. August 2014
Episode
Staffel 2, Episode 6
(Under the Dome 2x06)
Deutscher Titel der Episode
Zum Abgrund
Titel der Episode im Original
In the Dark
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 4. August 2014 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 17. September 2014
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 17. September 2014
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 19. September 2014
Regisseur
Jack Bender

Schauspieler in der Episode Under the Dome 2x06

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?