Under the Dome 2x05

Big Jim (Dean Norris) und Rebecca (Karla Crome) stehen vor Gericht, Julia (Rachelle LeFevre) hat die Führung der Stadt übernommen und Sam (Eddie Cahill) entpuppt sich als gefährlicher, aber verhinderter Killer. Es ist ja nicht so, als wenn in der Episode Reconciliation nichts passieren würde. Nur so richtig interessieren tut es einfach kaum jemanden mehr, denn die Zusammenhänge entgleiten den Under the Dome-Autoren immer mehr, was dazu führt, dass sie einfach immer mehr unmotivierte Rätsel ins Rennen schmeißen.
Stadtgeflüster
Während die Teenies und Sam an der Lüftung des Kuppelgeheimnisses arbeiten, beschäftigen Julia und Co. sich in der Episode Reconciliation vor allem mit der Stadtpolitik. Big Jim und Rebecca stehen vor Gericht, doch die Angelegenheit - wie alles andere in der Serie - verläuft in einer seltsamen Mischung aus Nichts und unangebrachter Dramatik. Zwischen all den flachen Geschichten freut man sich über so ziemlich jede kleine Überraschung und diese Episode hat sogar eine zu bieten.
Die Stärken und Schwächen der Serie Under the Dome kann man an der Szene mit der Explosion festmachen. Vieles in Chester's Mill geschieht traumwandlerisch, die Menschen wissen ja selbst nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Dabei kann man so manche Überraschung einbauen. Überraschungen, die aus dem kompletten Nichts kommen (wie der Tunnel am Ende der Episode), müssen sparsam und vorsichtig verwendet werden um nicht willkürlich und damit langweilig zu erscheinen. Die Explosion hingegen hat ihre Ursache in Julias Verhalten gegenüber Phil (Nicholas Strong) zuvor. Sie hat ihn als Dorfsheriff entlassen und ihm unterstellt unfähig zu sein. Der Entwürdigte rennt sofort zu Big Jim, was eine Verschwörung folgerichtig macht. Phil wird zum verlängerten Arm des inhaftierten Dorftyrannen.
Barbie (Mike Vogel) findet die leeren Kisten und erkennt, dass die Explosion kein Unfall oder ein von Julias Unachtsamkeit herbeigeführtes Unglück war, es war Absicht. Der Moment, in dem Barbie die leeren Kisten aufreißt und in wenigen Sekunden versteht, dass hier etwas vorgeht, aber nicht mehr schnell genug handeln kann, ist vielleicht die beste Idee seit einigen Episoden.
Doch die Freude währt nur kurz, denn schon eine Minute später beleidigen die Under the Dome-Autoren das Engagement der Zuschauer schon wieder mit unangebrachter Emotionalität und furchtbaren Texten. Die Bewohner glauben ihre Lebensmittel verloren und starren betroffen in die Flammenhölle. Doch wir wissen erst seit Kurzem von dieser Lebensmittellagerung, haben kein emotionales Verhältnis zu der Idee. Überhaupt ist die Frage nach der Lebensmittelknappheit nie richtig behandelt worden, zumindest nicht emotional. Die Dramatik der verzweifelten Stadtbewohner vor dem brennenden Haus wirkt dementsprechend eher lächerlich als bewegend.
Auch der weitere Verlauf der Story plätschert eher vor sich hin. Mit einem billigen Trick lösen die Under the Dome-Autoren die Frage nach dem Lebensmittelnachschub und alles ist gut.
Großes Drama
Ähnlich billig geht es auf der anderen Seite der Geschichte vonstatten. Aus Norrie (Mackenzie Lintz), Melanie (Grace Victoria Cox) und Joe (Colin Ford) stampfen die Autoren ein Liebesdreieck. Die Idee war schon langweilig als sie noch nicht einmal richtig losgegangen war und nun wird es immer schlimmer. Gegen jede Charakterentwicklung lassen sie Norrie zur unausstehlichen Eifersuchtsraserin werden und Joe geben sie ohnehin seit Beginn dieser Staffel selten mehr zu tun als große Augen zu machen.
Sam ist ein eiskalter Lügner, Killer und Verschwörer, der es jedoch nicht übers Herz bringt, seinen Neffen ins ewige Jenseits zu befördern, weil der sich im richtigen Moment aufrafft seinem Onkel ein Liebesgeständnis zu machen. Das Rätsel hinter der Kuppel zieht sich um Sam, Melanie, Juniors Mutter und den anderen zusammen. Im Moment geht es in jeder Episode eigentlich nur darum, neue Bilder der Mutter zu finden, die nie ernstzunehmende Zusammenhänge ausweisen, sondern immer wieder neu eins bekräftigen: Juniors Mutter hat die Kuppel kommen sehen. Langsam sollte da endlich mal mehr kommen als willkürliche Hinweise, die sich einfach in kein größeres Bild einfügen wollen.
Doch der Fund des Tunnels lässt nichts Gutes vermuten. Willkürlich eröffnen die Under the Dome-Autoren den Figuren neue Wege, die selten irgendwo hinführen. Leider haben die Serienmacher es auch nicht so sehr mit der Charakterzeichnung und wenn beides versagt, wird die Story schnell langweilig.
Fazit
Die Episode Reconciliation hat kleine Lichtblicke zu bieten, aber die Masse der unmotivierten Rätsel, furchtbaren Dialoge und Charakterbrüche ist einfach zu groß.
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 29. Juli 2014Under the Dome 2x05 Trailer
(Under the Dome 2x05)
Schauspieler in der Episode Under the Dome 2x05
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