Two And A Half Men 9x02

Two And A Half Men 9x02

Zwei Wochen ist die neue Staffel von Two and a Half Men jetzt alt: In dieser Zeit hatten die Zuschauer Gelegenheit, von Charlie Harper Abschied zu nehmen und Ashton Kutcher alias Walden Schmidt zu begrĂŒĂŸen.

Das neue Trio in „Two and a Half Men“ / (c) CBS
Das neue Trio in „Two and a Half Men“ / (c) CBS

Sehr bewusst haben wir bei SERIENJUNKIES.DE® uns mit einem Review zum Auftakt der neuen Staffel von Two And A Half Men bis zur zweiten Woche zurĂŒckgehalten, da nach der ersten Folge (Nice to Meet You, Walden Schmidt) am vergangenen Montag kaum eine seriöse Aussage ĂŒber die neue Richtung möglich gewesen wĂ€re, welche die Serie nach dem Rausschmiss von Hauptdarsteller Charlie Sheen einschlĂ€gt. Selbst nach der zweiten Folge ist dies noch mit Unsicherheiten verbunden, da zunĂ€chst ĂŒberhaupt einmal die neue Grundsituation etabliert werden muss.

Charlie ist tot, weil seine Treue zu Rose (Melanie Lynskey) nur bis zur Dusche mit der nĂ€chstbesten Französin reichte. Alan (Jon Cryer) muss nach der Beerdigung Charlies Haus verkaufen, weil er sich den Unterhalt nicht leisten kann. Da taucht buchstĂ€blich Walden Schmidt (Ashton Kutcher) auf, der sich aus Liebeskummer im Meer ertrĂ€nken wollte. Er und Alan freunden sich an - und Walden, ein Software-MilliardĂ€r, kauft Charlies Anwesen. FĂŒr Alan heißt dies, dass er ausziehen und zu seiner Mutter zurĂŒckkehren muss. Nichts ist ihm mehr verhasst. Nachdem er Walden aus einer Klemme mit seiner Frau gerettet hat, freut er sich deshalb sehr, dass Walden ihn fĂŒr „ein paar Tage“ bei sich wohnen lassen will.

Dies alles zu erzĂ€hlen, nimmt natĂŒrlich einige Zeit in Anspruch. Deshalb sind wir auch erst am Ende der zweiten Folge so weit, dass wieder so etwas wie eine stabile Basis fĂŒr kĂŒnftige Folgen vorhanden ist: Walden lĂ€sst Alan - aus Dankbarkeit, der eigenen Einsamkeit und einer aufkeimenden Freundschaft heraus - bei sich wohnen. Alan behauptet, dass es nur fĂŒr maximal einen Monat sein soll. Aber diese Ansage kennen die Zuschauer von Two And A Half Men ja schon von ihm.

Damit haben die Autoren die beiden Hauptfiguren genau da, wo sie sie brauchen: NĂ€mlich vereint an einem Ort. Der Einzige, der jetzt noch fehlt, ist Jake (Angus T. Jones). Er wird nicht nur von seinem Vater, sondern auch von den Machern der Serie vergessen - und spielt bislang nahezu keine Rolle in der neuen Staffel. Daran mĂŒssen die Produzenten spĂ€testens in der kommenden Episode etwas Ă€ndern, wenn sie die Serie nicht in „Two Men“ umbennen wollen. Allerdings macht ihr Vorgehen durchaus Sinn. Schließlich muss zunĂ€chst „der Neue“ und seine Beziehung zu Alan etabliert werden.

WĂ€hrend gut die HĂ€lfte der vergangenen Folge zunĂ€chst einmal dem Abschied von Charlie Harper gebĂŒhrte und die EinfĂŒhrung von Walden Schmidt entsprechend knapp ausfiel, konnte man sich in People Who Love Peepholes schon weitaus eher ein Bild von der neuen Hauptfigur der Serie machen: Walden ist nicht so sehr dumm, als vielmehr infantil. Oder um es in den Worten seiner Ehefrau Bridget (Judy Greer) zu sagen: Von seinem Verhalten her auf dem Stand eines ZwölfjĂ€hrigen stehengeblieben.

Er hat eine enorme Wirkung auf Frauen, legt es darauf aber im Gegensatz zu seinem VorgĂ€nger ĂŒberhaupt nicht an. Ja, er scheint sich dessen gar nicht einmal richtig bewusst zu sein. Um ihn einerseits von Charlie abzugrenzen, andererseits aber einen komischen Gegensatz zwischen ihm und Alan zu erzeugen, gehen die Autoren hier absolut richtig vor.

Trotzdem mangelt es den beiden Auftaktfolgen deutlich an Humor, welcher sich nicht nur in einer bestimmten Gagdichte, sondern auch an einer gewissen Spritzigkeit bemessen ließe. Wirklich herausragende Momente sucht man - vielleicht mit Ausnahme der Gastauftritte von Beinahe-Nachfolger John Stamos und Dharma & Greg (Jenna Elfman, Thomas Gibson) im ersten Teil sowie natĂŒrlich den „Pretty in Pink“-Scherz - vergeblich. Auch die Tatsache, dass Charlie Harper seine letzte RuhestĂ€tte in einem Staubsauger findet, ist - von der Despektierlichkeit gegenĂŒber der Figur einmal ganz abgesehen - nur von sehr begrenzter Komik.

Alles in allem scheinen die Autoren wĂ€hrend der ersten beiden Folgen vor allem mit der Exposition beschĂ€ftigt gewesen zu sein, so dass die Comedy etwas zu kurz gekommen ist. Dies verrĂ€t zum Beispiel auch die Szene zu Beginn der zweiten Folge mit den inneren Monologen von Berta (Conchata Ferrell), welche eher ein Zeichen der Verzweiflung („Wie kriegen wir in diesen per se drögen, expositiorischen Momenten bloß irgendwelche Lacher unter?“) als der kreativen Raffinesse sind.

Fazit

Eine so gravierende UmwĂ€lzung, wie sie sich bei Two And A Half Men vollzogen hat, ist - vor allem, wenn sie unvorbereitet kommt - immer eine enorme Herausforderung an die Macher. Deshalb darf man sich nicht wundern, dass der Auftakt zur neuen Staffel auch nur teilweise gelungen ist: Ashton Kutcher gibt ein vielversprechendes DebĂŒt - in einer Rolle, die wohl genug Potential besitzen dĂŒrfte, um die Serie noch die ein oder andere Staffel weiterzutragen. An den Gags mĂŒssen die Autoren in Zukunft jedoch noch etwas mehr feilen.

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 27. September 2011
Episode
Staffel 9, Episode 2
(Two And A Half Men 9x02)
Deutscher Titel der Episode
Peter Pans Mutter
Titel der Episode im Original
People Who Love Peepholes
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 26. September 2011 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 10. Januar 2012
Autoren
Chuck Lorre, Lee Aronsohn, Eddie Gorodetsky, Jim Patterson
Regisseur
James Widdoes

Schauspieler in der Episode Two And A Half Men 9x02

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