Two And A Half Men 12x15

© (c) CBS
Ja, wir hatten es uns gedacht, dass das Finale von Two And A Half Men genau so ausfallen würde: von schlüpfrig-anzüglich über vulgär bis zu versaut und widerwärtig. Wer etwas anderes erwartet hatte, wurde enttäuscht. Und ja, Charlie Sheen war auch dabei. Fast.
„Two and a Half Men“: Damals war's...
Erinnern wir uns kurz noch einmal an das, was vor rund vier Jahren geschah: Charlie Sheen hat es einmal mehr so richtig heftig krachen lassen. Nutten, Koks, Rock'n'Roll. Nachdem der eine oder andere Termin zu Besprechungen, Drehbuchabnahmen, Proben am Set und Aufzeichnungen von Episoden nicht oder nur verzögert über die Bühne gehen konnte, zogen die Verantwortlichen bei Warner Bros. den Stecker und warfen Sheen achtkantig vor die Tür. Dieser konterte mit einer Orgie wilder Beschimpfungstiraden - vor allem gegen Serienerfinder Chuck Lorre - über Presse und Social Media. Und sogar zu einem legendären Interview ins Fernsehen schaffte er es noch einmal.
Tigerblood
Es folgten Wochen der gegenseitigen Anschuldigungen. Mitunter glich das Ganze nur noch einer Posse. In der Redaktion machte in den Konferenzen das Wort „Sheen Daily“ die Runde. Nicht zuletzt aufgrund solcher Aussagen: „I have a different constitution. I have a different brain; I have a different heart; I got tiger blood, man.“
Irgendwann hob sich jedoch der Nebel in Sheens Hirn und er hatte ein Einsehen, dass er selbst, und nicht Chuck Lorre, für den Schlamassel verantwortlich war. Doch es führte kein Weg mehr zu einer gemeinsamen Arbeit. Lorre holte Ashton Kutcher als Ersatz und Sheen konnte den US-Sender FX davon überzeugen, eine Sitcom mit 100 Episoden zu bestellen.
So weit, so langweilig.
Wir haben nun 2015 und die Geschichte der Serie Two And A Half Men neigt sich dem Ende. Und genau dieses Ende der Serie, die der Autor persönlich von der ersten Episode an verfolgt hat, kann man nur als missglückter Versuch eines Abgesangs bezeichnen.
Charlie ist tot
Charlie hat der Psychopathin (Melanie Lynskey) der Nachbarschaft das Jawort gegeben. Die beiden fliegen nach Paris in die Flitterwochen, verbringen ihre Zeit in der Stadt der Liebe und am Ende verpasst Rose ihrem frisch Angetrauten einen Tritt und dieser landet vor einem Zug. So wurde es uns vor Jahren erzählt. Begleitet wurde das ganze Schauspiel von einer Trauerfeier und manchmal ziemlich nervigen Aktionen seitens Alans (Jon Cryer) mit der Urne, in der die vermeintlichen Überreste seines Bruders aufbewahrt wurden.

Two and a Half Million
Charlie verdient auch im Tode weiter: Der Rechteverwalter teilt Alan mit, dass er - Achtung Schenkelklopfer - 2,5 Millionen Dollar an Tantiemen mit Kinderliedern in den letzten vier Jahren verdient hat. Nur hat dieses Geld noch niemand für sich beansprucht. Alan bekommt Dollarzeichen in die Augen und will das Geld. Doch dazu benötigt er die Sterbeurkunde, die er nicht hat. Um diese zu erhalten, wendet er sich an seine Mutter (Holland Taylor), doch auch hier wird er enttäuscht, denn sie hat ebenso kein offizielles Dokument vom Ableben ihres Erstgeborenen.
Merkwürdiges geht vor...
Ein Paket für Charlie mit Cohiba-Zigarren, Macallan Single Highland Malt Scotch Whisky und einem Messer kommt bei Alan an. Alans Mutter bekommt eine E-Mail, in der sich der Absender dazu äußert, dass sie eine furchtbare Mutter war und er sich rächen wird. Es tauchen nach und nach bei seiner Tochter und den Verflossenen Schecks mit größeren Summen auf. Dazu jeweils eine Erklärung, dass es dem Absender leid tue.
Charlie mit Rose
Urplötzlich taucht Rose in Charlies/Waldens Haus auf und beantwortet die Frage von Evelyn, ob Charlie noch lebt mit „So was in der Art“. Sie schildert, wie sie Charlie eigentlich vor den Zug werfen wollte, weil er sie bereits in den Flitterwochen betrog. Doch, als dann die homosexuelle Ziege (ihre Worte, nicht meine!) vor den Zug fiel, machte sich Rose das Durcheinander zunutze und verfrachtete Charlie Hannibal-Lector-Style nach Sherman Oaks, „The good part, south of the boulevard!“ Hier sperrte sie Charlie in einen Brunnen.
Never put a window in a dungeon
Es folgten - nach Roses Aussage - wundervolle Jahre. Mit allerlei Essen, Waschen und endlosen Stunden voller Leidenschaft (unter Betäubung von Charlie Harper, versteht sich).
Und jetzt wird es etwas peinlich für Rose: Der Gefangene ist ausgebrochen. Er hat sich aus seinen Bowlingshirts einen Strick gebastelt, sich den Brunnen hoch gehangelt und entkam durch ein Kellerfenster.

Hipster Jake
Aus Angst vor Rache wenden sich Walden und Alan an die Polizei. Lieutenant Wagner (Arnold Schwarzenegger) will alles in seiner Macht stehende unternehmen, um Charlie habhaft zu werden. Als nun die beiden wieder ins Strandhaus kommen, sind dort zwei Pappfiguren mit ihren Gesichtern, die Zielscheiben auf den Körpern und Stricke um den Hals haben.
Und plötzlich steht Jake (Angus T. Jones) im Hipster-aus-Neukölln-Look in der Tür. Er hat 250.000 Dollar von jemandem erhalten. Auf dem Weg nach L.A. hat er in Vegas das Geld auch noch schön weiter vermehrt. 2,5 Millionen Dollar (nächster Schenkelklopfer) hat er nun in der Tasche.
Walden: „This guy has some serious rage issues.“
Wagner: „Has he tried anger management?“
Alan: „Yeah, but it didn't work.“
Two and a Half Liebesschwüre
Zum Schluss rufen Alan und Walden noch ihre Verflossenen an. Dabei werden einige Entwicklungen klar, die den Zuschauern bislang verborgen blieben. So hat Alans Exfrau Judith (Marin Hinkle) 100.000 Dollar von ihrem Sohn Jake bekommen. Waldens Exfrau (Judy Greer) treibt es gerade mit John Stamos („Go for Stamos“). Alans Ex Kandi (April Bowlby) geht weiterhin ihrer Schauspielkariere sehr erfolgreich nach, während Waldens Exfreundin Zoey (Sophie Winkleman) den König von Moldawien an Land gezogen hat. Und zu guter letzt ist Lyndsey (Courtney Thorne-Smith) gerade dabei, den Verlobungsring, den ihr Alan gerade erst ansteckte, von einem Pfandleiher schätzen zu lassen.

Charlie lebt
Nachdem die Polizei von LA angeblich Charlie dingfest machen konnte - Christian Slater kann einfach nicht komisch sein! - können Walden, Alan und Berta (Conchata Ferrell) endlich wieder durchatmen. Oder können sie es nicht? Denn Charlie lebt und will sich rächen...
Es kommen zum Ende, aus den Wolken fallend bei einem missglückten Klavieranschlag, Charlie Harper und Chuck Lorre ums Leben.
Kritik
Viel muss man und, ja, darf man über die letzten beiden Episoden der Serie nicht verlieren. Fans der Serie werden mit einem Schmunzeln den Abspann verfolgt haben. Und alle anderen - um es mit den Worten von Walden Schmidt zu sagen -, nun ja: „Haters gonna hate.“
Danke „Two and a Half Men“
Danke Charlie Sheen für „Sheen Daily“
Danke Jon Cryer für den immer geizigen und niemals den Humor verlierenden Alan Harper. Du bleibst jedoch für immer und ewig mein Duckie.
Danke Angus T. Jones für sensationelles Timing eines Kinderstars, obwohl... ach, lassen wir das.
Danke Ashton Kutcher für Walden Thoreau Schmidt und dafür, dass Du den Humor genau dort gelassen hast, wo er war. Ganz weit unten.
Danke Holland Taylor für die immer geile Evelyn Harper. Schade, dass es mit Teddy (Robert Wagner) nicht geklappt hat.
Danke Jennifer Bini Taylor für Suzanne, Tina, Nina
Danke April Bowlby für die wundervolle Kandi. Forever Yours!
Danke „Two and a Half Men“!
Verfasser: Mariano Glas am Freitag, 20. Februar 2015(Two And A Half Men 12x15)
Schauspieler in der Episode Two And A Half Men 12x15
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?