True Blood 7x08

True Blood 7x08

Statt Dankbarkeit, dass wir der Story bis zum bitteren Ende folgen, schenken die True Blood-Autoren uns mit der Episode Almost Home eine absolute Lachnummer, die auch Pam nur noch schwer retten kann.

Besser ein Ende mit Schrecken: Violet (Karolina Wydra) in der Serie „True Blood“ / (c) HBO
Besser ein Ende mit Schrecken: Violet (Karolina Wydra) in der Serie „True Blood“ / (c) HBO

In der Episode Almost Home lösen sich zwei Storylines in Luft auf. Weder Taras Erscheinung noch Violets Kidnapping enden in einer zufriedenstellenden Lösung, kein Gefühl, keine Spannung, am Ende bleibt man mit der Bedeutungslosigkeit zurück und muss sich dann auch noch fragen: Bill (Stephen Moyer), was soll das denn jetzt bitte?

Absolution in letzter Sekunde

Taras Abschied war eine seltsame Sache. Der Mord, den wir nicht gesehen haben, die fehlende emotionale Würdigung einer Figur, die wir so lange begleitet haben, lange war kein Abschluss für diese Story in Sicht. Den wollen die True Blood-Autoren mit der Episode Almost Home wohl nachliefern. Doch das misslingt gleich in mehrfacher Hinsicht.

Zwei Dinge stören einfach zu sehr um die Versöhnung zwischen Mutter und Tochter als emotionalen Moment genießen zu können: Taras Erscheinung hat in den letzten Episoden den Eindruck erweckt, dass ihr ein letztes Abenteuer bevorstehen könnte, ein Rätsel oder ein Mysterium, das gelöst werden muss, vielleicht sogar einen Beitrag zum großen Virusproblem. Doch dann müssen wir feststellen, dass die ganze Sache nur einen Zweck verfolgt hat: Lettie Mae (Adina Porter) zu entlasten, ihr die Schuld zu nehmen, die die True Blood-Autoren so liebevoll über die Staffeln aufgebaut haben. Sie war nicht immer eine Rabenmutter, sie war das erste, ursprüngliche Opfer eines gewalttätigen, grausamen Ehemannes. Es gab eine Zeit, in der sie das Beste für ihr Kind wollte, in diesem Fall eine Geburtstagsfeier mit Freunden und Kuchen. Doch aus ihrer gewalttätigen Beziehung ist sie als emotionaler Krüppel herausgegangen, der, unfähig sich gegen die Sucht zu wehren, nicht mehr in der Lage war, sich um Tara (Rutina Wesley) zu kümmern. Nicht nur, dass die Story sich entgegen der Erwartung wohl vieler Fans überhaupt nicht um Tara - immerhin über lange Zeit eine Hauptfigur der Serie - dreht, es geht ausschließlich darum, eine Figur von moralischer Schuld reinzuwaschen, deren Anwesenheit den meisten Zuschauern relativ gleichgültig ist.

Doch das alles hätte zu einem runden Abschluss führen können, wenn die True Blood-Autoren es geschafft hätten, dem Moment etwas mehr Emotionalität zu verleihen. Es hätte der Abschied von beiden Figuren - Mutter und Tochter - sein können. Sie hatten ein schwieriges Verhältnis, die Episode Almost Home hätte das besiegeln können. Das scheint auch der Plan gewesen zu sein. Es soll eine Art glückliches Ende für beide sein, eine Absolution für Lettie Mae, endlich Ruhe für Tara. Doch daran zielen die Autoren leider weiter vorbei. Was bleibt ist Enttäuschung, dass dieser ohnehin schon an Nerven zerrende Plot in der Bedeutungslosigkeit endet.

Violets Foltervilla

Ähnliches widerfährt dem anderen großen Plot der Episode Almost Home. Violet (Karolina Wydra) hat die Teenies gekidnappt, dadurch Jessica (Deborah Ann Woll) in ihre Gewalt gebracht um schließlich auch Jason (Ryan Kwanten) in ihre Foltervilla zu locken. Die Gefahr ist dank Hoyt (Jim Parrack) gebannt bevor sie überhaupt Spannung aufbauen konnte. Das liegt nicht unbedingt an der Figur Violet, die in dieser Episode noch einmal alles aus sich herausholt um sich interessant zu machen. Doch die Plattheit der Dialoge schlägt einfach zu sehr durch. Dass sie ihren Gefangenen haarklein erklärt, was auf sie wartet, lässt von Anfang an keinen anderen Schluss zu, als dass sie keine Gelegenheit haben wird, ihre Pläne in die Tat umzusetzen.

Ihr abruptes Ende durch Hoyt hat einen kleinen Überraschungsmoment, doch der wird schnell überschattet von der enttäuschenden Erkenntnis, dass nicht nur die Figur Violet, auch der Plot um die Entführungen in der Bedeutungslosigkeit enden. War sie nur dafür gut, um Jason und Jessica wieder einander näher zu bringen? Falls das die Idee war, das hätte man anders, emotionaler und einfacher bewerkstelligen können.

Der Quatsch um Hoyts Freundin fühlt sich ohnehin mehr als überflüssig an. Muss es denn da wirklich sein, dass die True Blood-Autoren sich auch noch zu so einem durchsichtigen Manöver hinreißen lassen, wie dem als Brigette (Ashley Hinshaw) mit einem brutal zusammengeschusterten Grund in Jasons Auto springt? Mit etwas mehr Mühe und Liebe zum Detail hätte sich sicherlich ein besserer Grund finden lassen, aus dem Hoyt in der Foltervilla auftaucht.

Fazit

Doch erst das Ende der Episode Almost Home schießt den eigentlichen Vogel ab. Sookie (Anna Paquin) verbringt eine geschlagene Episode damit, auf möglichst unspektakuläre Art an das Heilmittel zu kommen und als Bill sich endlich der Rettung gegenüber sieht, lehnt er dankend ab. Was soll das denn jetzt schon wieder? Ist er der Märtyrer, der für die Sünden der Vampire stirbt während Sarah (Anna Camp) sich nach wie vor zum Messias stilisiert?

Hier kann nicht einmal Pam (Kristin Bauer) mit ihren unvergleichlich-genervten Blicken und ihrem besten, eiskalten Tonfall noch etwas retten, die Story - zumindest für die Episode Almost Home - ist verloren, wie die anderen drei verendet diese im Nirgendwo der Bedeutungslosigkeit.

True Blood: Promo zur Episode 7x09:

Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 11. August 2014

True Blood 7x08 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 8
(True Blood 7x08)
Deutscher Titel der Episode
Chance auf Heilung
Titel der Episode im Original
Almost Home
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 10. August 2014 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 23. März 2015
Autor
Kate Barnow
Regisseur
Jesse Warn

Schauspieler in der Episode True Blood 7x08

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