True Blood 7x07

True Blood 7x07

Kurz vor dem Serienfinale verschwenden die True Blood-Macher jede Menge Zeit mit bisher sinnlosen Wendungen. Immerhin bringt die Episode May Be the Last Time einige alte Gesichter zurück auf die Mattscheibe.

Kaum mehr Hoffnung: Jessica (Deborah Ann Woll) und Bill (Stephen Moyer) in der Serie „True Blood“ / (c) HBO
Kaum mehr Hoffnung: Jessica (Deborah Ann Woll) und Bill (Stephen Moyer) in der Serie „True Blood“ / (c) HBO

Die Episode May Be the Last Time fühlt sich an wie ein Gang durch die True Blood-Geschichte. Nicht nur das Auftauchen altbekannter Figuren trägt dazu bei. Auch die Tatsache, dass manche Szenen sich wie direkte Wiederholungen anfühlen, ist der Spannung nicht gerade zuträglich.

Auf der Suche nach einem Wunder

Sookie (Anna Paquin) und Jessica (Deborah Ann Woll) sind von Trauer wie gelähmt. Auch wenn das durchaus verständlich ist - für eine Fernsehserie wie True Blood ist es eine extrem langweilige Sache, Figuren in ihrer Apathie zuzusehen. Doch schließlich rafft immerhin Sookie sich auf, das Gegenmittel zu finden. Wir wissen bereits, wo das zu finden ist und können uns ziemlich sicher sein, dass Sookie es nicht finden wird. Doch das Seltsame an der Story ist, dass auch Sookie selbst mit eher minderem Ehrgeiz an die Sache geht. Das Treffen mit ihrem Großvater fühlt sich zunächst an, als ob es eine Wendung bringen könnte. Raus aus der Apathie, rein in eine echte Geschichte für Bill (Stephen Moyer), Sookie und Jessica. Doch am Ende, so muss man feststellen, hat sie nur einen Zweck: Sookie zurück in Bills Arme zu treiben. Die kleine Ärztin wiederzusehen ist amüsant, aber das ist auch schon so gut wie alles Positive, was dieser Plot uns in der Episode May Be the Last Time bringt.

Die Rückblenden in Bills altes Leben ergeben nach wie vor kein ganzes Bild, was wollen die True Blood-Autoren uns damit sagen? Darf man vier Episoden vor dem Serienfinale noch auf ein rundes Bild hoffen? Sookies Rückkehr in Bills Arme kommt weder überraschend noch so richtig ungelegen. Die beiden verdienen sich einfach. Was dennoch überrascht, sind der Zeitpunkt und die Umstände. Erst wenige Tage zuvor hat Alcide das Zeitliche gesegnet und Bill seine Läuterung bekannt gegeben.

Als kränkelnder Vampir, dem der wahre Tod unmittelbar bevorzustehen scheint, hatte er Gelegenheit sich von seinem Terror-Ich abzusetzen. Doch dieser Weg ist selbst für True Blood-Verhältnisse eine enttäuschend simple Abkürzung. Statt einer echten Verarbeitung kommt Sookie einem vor wie eigentlich immer: Im Rausch der Gefühle, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. In ihrer eigenen Art bleiben die Autoren der Figur also auch treu.

Und sonst so

Schön wäre nur, wenn irgendeine andere Storyline in der Episode May Be the Last Time den langweiligen Liebesreigen um das Traumpaar mit Spannung auffangen würde. Doch was bietet sich uns da? Eric (Alexander Skarsgard) zerstört ohne besonderen Grund die einzige Spur zu Sarah, pardon, Newme (Anna Camp), und bekommt von da an nicht mehr besonders viel zu tun - außer eine Allianz mit der Yakuza zu schmieden, die ja eigentlich schon in der letzten Episode geschlossen wurde.

Andy (Chris Bauer) und Holly (Lauren Bowles) arbeiten sich zu einem emotionalen Moment hin, der nicht ganz greift. Sie hätten ein Happy End verdient, sicher. Hollys Intuition sagt das voraus, doch angesichts der Umstände, die wenig interessant sind, macht das nicht viel her. An den Moment, den wir zwischen Reverend Daniels (Gregg Daniel) und Willa (Amelia Rose Blaire) gesehen haben, reicht das Gespräch zwischen Andy und Holly längst nicht heran. Das enttäuscht insbesondere, weil wir diese beiden eigentlich viel besser kennen als den Pastor und den Neu-Vampir.

Unterdessen hängen die Teenies in Violets Lustschloss ab, was ebenfalls nicht sonderlich sehenswert ist. Sie sinnt auf Rache, aber wieso dauert das so lange? Gleichzeitig verwickelt Jason (Ryan Kwanten) sich in eine neue Geschichte, die ebenfalls irgendwo am Punkt vorbeigeht. Hoyts Rückkehr hätte etwas Großes sein sollen, es wäre die perfekte Vorlage für amüsante und emotionale Szenen gewesen. Stattdessen schmeißen die True Blood-Autoren eine neue Freundin in die Geschichte, die Jason den Kopf verdreht bis zu einem Punkt an dem er wie unter Drogen wirkt.

Irgendwie nicht ganz bei sich wirkt auch Newme, die lebensechte Visionen hat und damit einige amüsante Erinnerungen wach ruft. Sarah ist also der neue Messias, das ist klar. Sie selbst redet sich immer weiter in ihre neue Rolle rein und auch das Verhalten ihrer Schwester lässt uns ahnen, was mit Vampiren passiert, die durch sie geheilt werden. Dass wir über die ganze Sache in der Episode May Be the Last Time nur wenig erfahren, ist im Grunde ganz in Ordnung, schließlich baut sich hier ein großes Finale auf. Es wäre nur schön gewesen, wenn man bei einem der anderen Plots immerhin das Gefühl hätte, es würde bereits irgendwohin führen.

Fazit

Alle True Blood-Figuren erscheinen in der Episode May Be the Last Time wie in einem Taumel, niemand kann sich aufraffen, etwas zu unternehmen. Es sind noch drei Episode und alle scheinen sich an das Timing zu halten. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt für große Taten, doch angesichts der Bedrohungen wirkt es seltsam, dass alle vor sich hin krebsen.

True Blood: Promo zur Episode 7x08:

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 5. August 2014

True Blood 7x07 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 7
(True Blood 7x07)
Deutscher Titel der Episode
Dämonen der Vergangenheit
Titel der Episode im Original
May Be the Last Time
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 3. August 2014 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 16. März 2015
Autor
Craig Chester
Regisseur
Simon Jayes

Schauspieler in der Episode True Blood 7x07

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