True Blood 7x06

Bisher waren die Infizierten in der Regel die Anderen, Vampire, die wir nicht gut kannten. Die rotteten sich zu Mördertrupps zusammen und nahmen eine Art Zombiestatus ein. Mit der Episode Karma kommt die Krankheit als schleichende Bedrohung in der Geschichte an.
Stille Trauer
Nach Eric (Alexander Skarsgard) ist nun auch Bill (Stephen Moyer) infiziert. Das bedeutet bei oberflächlicher Betrachtung vor allem eins: Das Heilmittel kann nicht mehr weit sein. Und wie die Episode Karma zeigt, ist es das auch nicht. Doch dazu später. Zunächst zeigt uns die Story, wie tückisch die Epidemie wirklich ist. Eine Infektion bedeutet nicht automatisch, dass man zum unberechenbaren Zombie ohne Charakter wird. Die Krankheit greift um sich unter Vampiren aller Arten, und an der Seite von Bill führen die True Blood-Autoren uns in die Trauer und die Verzweiflung hinter der Diagnose ein. Die stillen Bilder dieser Episode lassen Gedanken an AIDS aufkommen, die Maschinerie hinter der Krankheit ist angelaufen, neue Geschäftsfelder für Skrupellose eröffnen sich, die Welt wird ein dunkler Ort für die Infizierten. Wir begleiten Bill zu seiner Anwältin und Sookie (Anna Paquin) ins Krankenhaus. Im Grunde passieren hier lediglich Dinge, die in der Serie True Blood für gewöhnlich in einem Nebensatz abgehandelt werden.
Doch in der Episode Karma dürfen wir dabei sein, in diesen stillen Momenten der Verzweiflung. Und überraschenderweise schaffen es die Autoren, diese Szenen in große Charaktermomente zu verwandeln. Wir sehen, wie aus Bills Diplomatie im Angesicht der Hilflosigkeit Aggression wird, wir sind dabei, wenn Sookie auf das Ergebnis wartet und ihr Blick auf die Kampagnenaufkleber fällt, die vor der Krankheit warnen sollen.
Am stärksten sind dabei nicht die Szenen mit den Infizierten, sondern die Trauer hinter ihnen. Sookie, die Jessica (Deborah Ann Woll) ihre Diagnose gesteht und damit erklärt, dass sie Bill infiziert hat, ist emotional. Und als Bill nach Hause kommt und die beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben vorfindet, wie sie sich in ihrer Verzweiflung wortlos aneinander festhalten, wird es geradezu tragisch.
Doch es braucht nicht viel Misstrauen, um zu vermuten, dass die True Blood-Autoren das Ganze lediglich so groß angelegt haben, um uns darüber hinwegzutäuschen, dass sie dabei sind, uns Bill und Sookie als vorherbestimmtes Traumpaar wieder unterzujubeln. Sookie sagen zu hören, dass der erste einfach etwas Besonderes ist, das tut weh. Wenn den Autoren nicht mehr einfällt als das, um ein Revival dieser Liebe durchzuboxen, dann darf man für das große Serienfinale aber ganz schön schwarzsehen.
Die Suche nach Sarah
Eigentlich ist es mittlerweile egal, in welche Situation, welche Krise die Autoren Pam (Kristin Bauer) und Eric schicken. Solange die beiden zusammen sind, ist Unterhaltung garantiert. So ist es auch in der Episode Karma. Interessiert sich jemand ernsthaft für die Yakuza um Mr. Gus Junior (Will Yun Lee, Hawaii Five-0) oder sind die geheimnisvollen Kämpfer lediglich nette Stichwortgeber für das Dreamteam? Eric und Pam arbeiten nun mit der asiatischen Mafia zusammen gegen Sarah Newlin (Anna Camp), was alleine schon zu zahlreichen amüsanten Szenen führt bevor der Kampf überhaupt angefangen hat. Doch bevor die Parteien überhaupt aufeinandertreffen, steht schon die große Offenbarung an: Die große Gegenspielerin ist das Gegenmittel gegen das tödliche Vampirvirus.
Sarah als Charakter macht, was sie am besten kann, nämlich hochamüsant sein. Dabei hilft ihre Schwester (Natalie Hall) ihr in den Wiedersehensszenen tatkräftig aus. Sarah ist also vom Teufel zur einzigen Rettung geworden und diese Drehung ist eine der wenigen guten Ideen, die die True Blood-Autoren in der finalen Staffel bisher gezeigt haben.
Sarah alias Newme will einen Kreis schließen, und das versuchen auch die Autoren seit Beginn dieser Staffel in jeder Hinsicht. Doch bisher läuft es eher schleppend an. Vieles wirkt einfach zu konstruiert und damit uninteressant.
Zu diesen eher schwachen Plots gehörte bisher auch Lettis Maes Sucht und ihre Kontakte zu Tara. Die Episode Karma hat das verändert. Das liegt vor allem am Reverend (Gregg Daniel) und an Lafayette (Nelsan Ellis). Mittlerweile wird immer deutlicher, dass irgendwas mit Tara noch im Busch ist. Wir wissen noch nicht, ob sie echt oder nur ein Hirngespinst der Betäubten ist, aber eine schöne Szene zum Abschied könnten die True Blood-Autoren Tara noch gönnen, auch wenn es sich dabei nicht wirklich um sie handelt.
Lettis Mae (Adina Porter) hat ein Problem, ein Suchtproblem. Damit hat sie Tara das Leben zur Hölle gemacht. Dann hat sie ihren Frieden mit dem Reverend gefunden. Nun, nach dem Tod der Tochter, kommt das alles zusammen. Endlich kümmert sie sich um Tara, doch das könnte nun ihre Idylle mit dem Reverend bedrohen. Lettis Mae muss sich entscheiden. Und Lafayette bereichert generell jede Szene, in der er anwesend ist.
Weniger interessant als Storyline ist die Teenagerliebe zwischen Hollys Sohn und Andys Feentochter. Die Episode Karma legt nahe, dass die ganze Sache nur aufgekocht worden ist, damit Violet (Karolina Wydra) einen Ausgang für ihre Rache findet.
Doch dafür bringt dieser Plot jede Menge leichte Unterhaltung. Arlene (Carrie Preston), wie sie den beiden Streithähnen ins Gewissen redet, ist einfach wunderbar anzusehen.
Fazit
Die Episode Karma buddelt sich weiter ein in ziellose Handlungsstränge. Doch es sind die Charakterszenen, die dieses Mal sehr gut funktionieren. Darum kann man dieses Stückchen True Blood durchaus genießen.
True Blood: Promo zur Episode 7x07:
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 28. Juli 2014True Blood 7x06 Trailer
(True Blood 7x06)
Schauspieler in der Episode True Blood 7x06
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