Goliath Staffel 4 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Goliath Staffel 4

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Review zu Goliath Staffel 4

Goliath

Bevor es um die vierte und letzte Staffel von Goliath geht, möchte ich einmal kurz zum Ausdruck bringen, wie sehenswert die Reihe ist. Billy Bob Thornton mag als Billy McBride stets (mehr oder weniger) im Mittelpunkt stehen, aber es sind auch immer die kleineren Einzelgeschichten von Figuren wie Patty (Nina Arianda) oder Brittany (Tania Raymonde), die zum Mitfiebern einladen. Hinzu kommen jede Staffel Gegenspieler und Nebenfiguren, die nicht minder interessant sind, wie aktuell Samantha Margolis (Jena Malone) oder J.K. Simmons als Pharmaboss George Sax.

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Goliath versteht es, jede einzelne Figur zu nutzen und selbst den größten Bösewicht auf eine bestimmte Art und Weise nachvollziehbar zu gestalten. Nicht so, dass wir irgendwann Mitleid mit ihnen hätten oder uns gar auf ihre (dunkle) Seite stellen würden, denn das würde die Prämisse eines Kampfes „David gegen Goliath“, wie er jede Staffel stattfindet, untergraben. Aber doch so, dass wir mindestens in Ansätzen verstehen können, wie der Werdegang des jeweiligen Goliaths ausgesehen hat, wie er dort gelandet ist, wo er aktuell steht. Hinzu kommt jede Staffel ein Cast, der mit bekannten Namen nicht geizt, aber womöglich die eine oder andere Neuentdeckung für den Zuschauer parat hält. Und natürlich rührt die Spannung auch daraus, wie Billy McBride den jeweiligen Fall zu gewinnen gedenkt.

Staffel vier

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Nachdem uns die dritte Staffel mit einem Cliffhanger zurückließ, der auch als (bitteres) Serienende funktioniert hätte, nutzt die vierte Staffel Billys Nahtoderfahrung immer wieder für kleine Ausflüge, die vor allem auf das frühere Verhältnis zu seinem Vater (Robert Patrick) zu sprechen kommen. Optisch ändert sich das Bildformat, so dass direkt erkennbar wird, wenn wir uns zusammen mit Billy in einem Traum oder zu Beginn nahe dem Jenseits befinden. Aber es ist nicht nur seine Nahtoderfahrung, in die vergangene und aktuelle Familienverhältnisse hineinspielen, welche McBride beschäftigen.

Abseits der Verhandlungen zum großen Fall gegen Big Pharma, in die er durch Patty hineingelangte, kommt stets ein Vibe von „Das Fenster zum Hof“ (1954) zum Vorschein, wenn er abends in seinem Zimmer in San Franciscos Chinatown sitzt und die Nachbarn durch eben jenes Hoffenster beobachtet. Er beobachtet zwar keinen Mord, wird aber schnell auf Frank (Bruce Dern) aufmerksam, der offenbar ähnlich interessiert an seinem Umfeld ist, zu welchem jetzt auch Billy zählt. Wie wichtig Frank für die größere Geschichte noch werden soll, lässt sich anfangs nicht absehen, wirkt er doch zunächst wie ein kleines Rädchen in Billys Geschichte, ehe seine Rolle mit passend gesetzten Wendungen größer wird.

Ähnliches lässt sich über andere Figuren wie beispielsweise Samantha Margolis oder ihren verschwundenen Geschäftspartner Tom True (Elias Koteas) schreiben. Beide gehören zu der Kanzlei, in der Patty mittlerweile tätig ist und wo gerade Vorverhandlungen über außergerichtliche Einigungen mit gleich drei Firmen laufen, die alle in die Opioidkrise verstrickt und für diese verantwortlich sind. Für Tom, der seine Tochter Amanda (Emma Kennedy) durch Medikamentenabhängigkeit verloren hat, ein sehr persönlicher Fall, weshalb sein Verschwinden zunächst Kopfzerbrechen bereitet. Sam scheint derweil zwar auf eine hohe Summe bei den Vergleichen aus, aber kurioserweise nicht an einer Gerichtsverhandlung interessiert, sollte man sich nicht einigen können. Wie bei so ziemlich allen Figuren, werden die genaueren Zusammenhänge mit dem Voranschreiten der großangelegten Geschichte offenbart, was uns besagte Wendungen und Twists liefert, die nicht plötzlich vom Himmel fallen, sondern stimmig in das Figurengeflecht eingebaut werden.

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Während sich das große Ganze nach und nach entfaltet, wird hinter der Kamera fleißig mit der Atmosphäre experimentiert. Mitunter ein bisschen zu viel für meinen Geschmack, denn auch wenn mir Dinge wie die Gesangseinlage (oder Show) von J.K. Simmons alias George Sax zu Beginn der zweiten Episode The Pain Killer oder das Intro mit den schlau fragenden Kindern bei Miss Kathy (Kerry O'Malley) in Episode fünf Spilt Milk sehr gefallen haben, stehen sie doch im Gegensatz zur sehr kohärenten Figurenentwicklung. Wobei es ohnehin schwer ist, die Atmosphäre zu greifen, wenn die manchmal in der Film-Noir-Welt verwurzelt scheint und/oder an einen Hitchcock-Thriller erinnert, immer wieder von den bunten Neonleuchten Chinatowns begleitet, die bei Regen mitunter an Ridley Scotts „Blade Runner“ (1982) erinnern und wenn kurz darauf wieder bestes Wetter und gut ausgeleuchtete Büroräume oder Gerichtssäle auf uns warten. Ganz zu schweigen von den starken Optikwechseln während Billys Ausflügen. Aber vielleicht soll dieser mehrfache Spagat, sollen diese mehrfachen (optisch) unterschiedlichen Eindrücke auch dazu führen, dass wir uns derer bewusstwerden und entsprechend das übergreifende Thema und die durchaus unterschiedlichen Figuren entsprechend aus verschiedenen Blickwinkeln (als bloß dem gezeigten) wahrnehmen? Nur eine Vermutung, wobei ich aber der Meinung bin, dass man jetzt nicht unbedingt so stark hätte experimentieren müssen, um diesen Punkt (falls er so angelegt war/ist) deutlich zu machen. Denn der Nachteil ist halt immer, dass man als Zuschauer bei stärkeren Wechseln oft aus dem eigentlichen Geschehen (und somit der Geschichte) hinausgerissen wird. Das mag bei Billys Ausflügen noch wünschenswert und sinnvoll sein, weil sich dort ausschließlich mit ihm beschäftigt wird, aber sicher nicht beim George Sax Musical oder bei Miss Kathy. Denn „witzig“ ist nun leider nicht, was die vierte Staffel Goliath als großes Thema hat.

Opioidkrise und Big Pharma

Serien dienen in erster Linie der Unterhaltung. Als Zuschauer möchte ich (nach Feierabend) gerne in andere Welten abtauchen, ein wenig abschalten und mich von Geschichten und Figuren mitreißen lassen, die mit meinem Arbeits- und Lebensalltag möglichst wenig zu tun haben. Unterhaltung eben und je besser die gemacht ist, umso mehr sie mich mitziehen kann in diese andere Welt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich sie mag. Jetzt funktioniert unsere Welt aber leider nicht so, dass man die Augen (nach Feierabend) komplett vor ihr verschließen könnte. Und nicht jede Serie hat zum Ziel, dass ich als Zuschauer einfach nur ein wenig Unterhaltung bekomme, ohne großartig darüber nachzudenken oder mich nicht mit dem jeweiligen Thema auseinandersetzen müsste.

Goliath gehört zu den Serien, die mitunter auf Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam machen. Das ist nicht nur Unterhaltung, sondern noch ein bisschen mehr. In Staffel vier eben Big Pharma, Opioidkrise und generell ein (nicht nur) fiktiver Blick auf Umstände, die tatsächlich aktuell sind. Meine erste Anlaufstelle für einen kleinen Überblick ist da die deutsche Wiki-Seite gewesen, gefolgt von der englischen. Die dort genannten Quellen laden zur weiteren Recherche ein, aber bereits bei den Überblicken sind die Zahlen - insbesondere die Todesfälle, aber auch die Summen, die manche Konzerne für einen außergerichtlichen Vergleich bezahlt haben - erschreckend. Umso wichtiger ist es, dass diesem Thema Aufmerksamkeit geschenkt wird, denn nur, wenn ein Problem im Gespräch bleibt, lässt sich vielleicht eine Lösung dafür finden.

Letzte Staffel

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Hätte ich gerne noch mehr von der Serie gesehen? Sicher. Es wäre allerdings sehr schwierig geworden, schon allein thematisch, einen noch größeren Fall für Billy McBride aufzutreiben. Wobei eine Serie jetzt nicht unbedingt anstreben muss, höher und weiter hinauszuwollen, denn dann bleibt die Glaubwürdigkeit irgendwann auf der Strecke. In meinen Augen hätte der nächste Fall insofern wieder etwas kleiner werden müssen und dann ist es mir doch lieber, wenn Goliath auf einer hohen Note und mit einem großen Fall endet.

Ganz zu schweigen davon, dass die Reise von Billy mit der vierten Staffel auserzählt wird. Er steht klar im Mittelpunkt, wenn er seine Nahtoderfahrung verarbeitet und ins Grübeln kommt oder wenn er vor Gericht eine große Wendung hinaufbeschwört, die sich auf seinen weiteren Werdegang (aber auch den Verlauf der Handlung) auswirkt. Und natürlich ist da auch noch seine entfremdete Tochter Denise (Diana Hopper), zu der er wieder Kontakt aufnehmen möchte. Aber wie gesagt, die Reise, die mit Billy damals in der ersten Staffel begonnen hat, wird in meinen Augen sehr zufriedenstellend beendet. Wesentlich besser jedenfalls, als wenn der Cliffhanger der dritten Staffel als Schlusspunkt fungiert hätte.

Ähnliches gilt auch für die anderen Figuren, die uns über alle vier Staffeln begleitet haben. Wir wissen am Ende, wo sie stehen und aktuell angekommen sind. Damit bin ich mehr als zufrieden, konnte mich bei einzelnen wie Patty freuen und fand auch die erneute (kleine) Integration von Donald Cooperman (William Hurt) gelungen.

Zu den weiteren Figuren der vierten Staffel braucht man, glaube ich, nicht viel zu schreiben. Ein toller Cast mit interessanten Charakteren. Ich wäre zwar noch versucht, etwas mehr über die Familie Sax zu schreiben, denn mir fällt gerade auf, dass ich Kate (Clara Wong) noch gar nicht erwähnt habe. Aber das wäre nur schwer möglich, ohne sich intensiver (und spoilerhaft) mit den Familienverhältnissen zu beschäftigen, die im Verlauf der Staffel offengelegt werden. Diese Entdeckungen überlasse ich lieber jedem einzelnen Zuschauer selbst, denn sie machen mitunter den Kern der Haupthandlung aus.

Fazit

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Eine klare Empfehlung und ein würdiges Ende für eine Serie, die stets durch ihre Figuren (und den Cast) überzeugen konnte. Mit der Atmosphäre wird mir zwar ein bisschen zu viel experimentiert und manchmal an den falschen Stellen mit Humor gearbeitet, aber unterm Strich bleibt trotzdem eine hervorragende, letzte Staffel zurück. Von mir gibt es viereinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Season der Serie „Goliath“:

Du kannst die Serie Goliath jetzt sofort bei Amazon Prime Video streamen.

«Goliath» Trailer

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