This Is Us 3x01

This Is Us 3x01

This Is Us ist zurück mit neuen Geheimnissen und einem furchtbaren ersten Date. Auch Arztbesuche und Adoptionsanträge bringen in der Episode Ave Maria zunächst nichts Gutes in die Familie Pearson. Das letzte Wort ist jedoch ohnehin niemals gesprochen.

Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) in „This Is Us“ (c) NBC
Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) in „This Is Us“ (c) NBC
© ebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) in „This Is Us“ (c) NBC

Wir gehen mit den Pearsons in die dritte This Is Us-Staffel. Aus Überraschungen sind Rätsel geworden, gleich geblieben ist die Wahrscheinlichkeit auf Tränen, aus Freude ebenso wie aus Mitgefühl. Der Staffelauftakt Nine Bucks legt einen soliden Start hin, der ahnen lässt, dass es mit der Familiensaga so weitergehen wird wie bisher - auch wenn natürlich nichts so bleibt, wie es war.

Peinliche erste Dates

Die erste Erkenntnis der Episode ist wohl die Überraschendste: Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) waren alles andere als die große Liebe auf den ersten Blick, zumindest nicht von einer Seite. Wir begleiten sie auf dem ersten Date, ein schwieriger Termin für alle angehenden Paare, so auch für die Pearsons. Der Ausflug auf den Jahrmarkt ist geprägt von unangenehmer Stille und höflich-gequälten Lächeln. Von der späteren, genialen Paardynamik ist nichts zu spüren. Das beruhigt wohl alle, die die Hoffnung schon aufgegeben hatten und auch solche, die glaubten, dass die Idylle langsam zu viel wird bei den beiden.

Das große Problem an der Sache ist eindeutig Jack. Er ist erst vor kurzem aus dem Krieg zurückgekehrt, wo er seinen Bruder verloren hat. Über beides will er nicht reden. Seit seiner Rückkehr tut er sich schwer, zurück ins zivile Leben zu finden und das schlägt sich unter anderem in chronischer Pleite nieder. Er geht also mit bitter ergatterten neun Dollar in die Verabredung und kann sich am Ende nicht einmal mehr einen Regenschirm leisten weil er dann kein Geld mehr hätte, um Spiele zu spielen. Auch darüber will er nicht reden, aus falsch verstandenem Stolz, der besagt, dass Männer für die Frauen zu sorgen haben und ansonsten als Verlierer anzusehen sind.

Was am Ende von der sprühenden Lebensfreude des späteren Jack übrig ist: Nichts. Er ist so still, dass es schon beim Zuschauen weh tut, gibt kaum etwas von sich preis und stellt sich ungeschickt quer, jedes Mal, wenn Rebecca den Versuch einer Unterhaltung startet.

Erst als er sich im Auto öffnet und gesteht, wieso er keinen Regenschirm gekauft hat, gewinnt er Rebeccas Herz für sich. Die Zeichen dafür stehen günstig, denn hinter dem Kriegstrauma und dem verletzten Stolz hat sie schon vorher etwas in seinen Augen gesehen. Vielleicht ist es der Jack der späteren Jahre, der vor Charme sprühende Mann, der sie immer wieder von den Socken reißen wird.

Interessant sind die Szenen nicht nur um festzustellen, dass man nicht von der ersten Sekunde an perfekt zusammen passen muss. Interessant ist auch, wie Jack sich generell entwickelt. Zu dem Zeitpunkt des ersten Dates hat er kaum etwas Positives zu erzählen, ein gewalttätiger Vater, ein brutaler Krieg, ein toter Bruder. Doch mit der Beziehung zu Rebecca öffnet sich für Jack ein neuer Lebensabschnitt, der ihm mehr bietet. Wir wissen, was das aus ihm machen wird. Das legt nahe, dass jeder Mensch unter den richtigen Umständen aufblühen könnte - und in sich zusammenfallen kann, wenn die Welt ihm übel mitspielt. Vor allem jedoch zeigt es, dass man manchmal über seinen eigenen Schatten springen muss, um daraus zu kommen. So wie Jack sich in die Karten gucken lässt, was wohl nicht einfach für ihn ist. Doch wir wissen, wie vielfältig er für dieses Risiko belohnt wird.

Babyhoffnungen

Zwei, die hoffen, dass ihre große Belohnung erst noch kommt, sind Kate (Chrissy Metz) und Toby (Chris Sullivan). Sie wünschen sich ein Kind, mehr als alles andere. Das muss man ja auch kurz mal in Perspektive rücken: Selbst wenn es nicht klappen sollte, andere Wege stehen ihnen immer noch offen und wenn auch das alles nicht ans Ziel führt, haben die beiden mit ihrer wunderbaren Beziehung immer noch mehr als genug um zufrieden zu sein. Doch zurück in die Story, das Kind ist das Ziel, die Verheißung allen Glücks und nach der Fehlgeburt liegt ein besonderer Druck auf den beiden, besonders auf Kate. In der Episode Nine Bucks begleiten wir die beiden zu einem deprimierenden Arzttermin, an dessen Ende sie erfahren, dass es quasi keine Hoffnung für sie gibt. Die Gründe dafür sind jedoch Produkte des Kapitalismus, denn es lohnt sich schlicht und ergreifend nicht, den beiden helfen zu wollen. Die Ärztin macht das sehr deutlich. Die Chancen auf Erfolg durch künstliche Befruchtung sind schon klein, doch diese Chance sollen sie nicht einmal bekommen weil sich der Aufwand nicht lohnen würde.

Kate ist zu Recht mitgenommen von dieser Nachricht an ihrem Geburtstag und hat auf dem für sie ausgerichteten Brunch einen Zusammenbruch. Statt sich über ihren Karottenkuchen zu freuen, bricht sie in eine ehrliche und schmerzhafte Rede aus, darüber, wie sie sich wirklich fühlt. Das ist mehr als verständlich und wirkt auch reinigend, aber langsam sollten die beiden mal Madison (Caitlin Thompson) ein bisschen mehr schätzen lernen. Das ist nicht die erste Festivität, die sie für Kate ausrichtet und die nimmt alles für selbstverständlich hin.

Doch noch vor dem Abschlusssong schöpfen die beiden wieder neue Hoffnung, denn die Ärztin hat sich überraschend erweichen lassen, sie doch als Patienten anzunehmen. Das wirkt etwas aus dem Blauen heraus, aber nun, manchmal passieren gute Dinge. Und ideal ist es dann auch wieder nicht, denn die Vorzeichen stehen auf Chaos. Als er hört, dass Kate nur eine zehnprozentige Chance auf ihren Traum hat, trifft Toby eine folgenschwere Entscheidung. Er kippt seine Antidepressiva in die Toilette, was wohl früher oder später zu einem mentalen Zusammenbruch führen wird. Es ist eine Zwickmühle, was er auch tut, er kann Kate nicht wirklich helfen, aber der Weg, für den er sich entscheidet, hat Drama vorprogrammiert. Wie soll sie sich auf eine zu dem Zeitpunkt existente oder zukünftige Schwangerschaft konzentrieren können, wenn sie sich um ihn kümmern muss?

Geschworen auf Oprah

Die beste Szene haben dieses Mal überraschenderweise Kevin (Justin Hartley) und Beth (Susan Kelechi Watson). Beth kann man nichts vormachen, sie erkennt sofort, dass ihre Cousine Zoe (Melanie Liburd) und ihr Schwager im Bett gelandet sind. Und sie verliert trotz eines niedlichen Versprechens an Randall (Sterling K. Brown) keine Zeit, das auch zu verkünden. Was folgt ist eine unendlich wirkende Aufregung, bei der man sich zwischendurch fragen muss, was Beth eigentlich so daran stört. Immerhin sind die beiden erwachsen und nicht zu fragil, um eigene Entscheidungen zu treffen.

Auf den bereits berüchtigten Gartenstühlen im Pearson-Haus folgt die große emotionale Offenbarung. Sie hat Angst um ihn, nicht um sie. Beth kennt beide Beteiligte seit Jahrzehnten und sie weiß, dass Zoe Kevin fertig machen wird. Sie warnt ihn und auch wenn er Witze macht, wird er nachdenklich.

Doch das ist alles wichtig für einen anderen Zeitpunkt, im Moment zählt nur, wie niedlich die beiden zusammen sind, die nicht so oft Zeit unter vier Augen haben. Beth wirkt meistens als wenn sie Kevin toleriert, aber nicht viel mehr. Doch sie liebt ihn und das zu hören ist einer dieser wunderbaren Überraschungsmomente, die die This Is Us-Macher so gut einstreuen.

Auch Randall hat einen von diesen Momenten, mit seiner Adoptivtochter Déjà (Lyric Ross). Die ist nun nämlich fest ins Haus der Familie eingezogen nachdem ihre Mutter alle elterlichen Rechte aufgegeben hat. Doch für das große Glück fehlt noch Déjàs Einwilligung in die offizielle Adoption. Wie üblich gibt sich Randall alle Mühe, sie aus dem Versteck zu locken, in das eine schwere Kindheit sie getrieben hat. Obwohl es wieder einmal so wirkt, als wenn sie ihn nicht hört, sind seine Worte unheimlich wichtig. Das werden jedoch nur die Angesprochene selbst, ihr biologischer Vater und wir erfahren. Denn eben jenen Mann besucht sie um sich ihrer Vergangenheit zu stellen und das zu zeigen, was jetzt wichtig ist. Das einzige, wofür ihr Erzeuger ihr noch wichtig ist, ein Geschenk für ihren Adoptivvater zu bekommen. Auf diesem Weg besorgt sie Randall ein Paar gute Laufschuhe, die er dringend braucht um mit ihr mithalten zu können. Unterwegs sagt sie dem ihr im Prinzip unbekannten Mann noch, dass all das, was Randalls Töchter so peinlich finden, genau das ist, was sie braucht. Randall plant seine Unterhaltungen mit ihr akribisch und legt sich große Reden zurecht um ihr Herz zu gewinnen. Darauf kann sie nicht direkt reagieren, wie wir schon öfter gesehen haben, aber durch jede urkomische, überehrgeizige Vater-Peinlichkeit gewinnt Déjà ein Stück mehr Vertrauen in ihr neues Leben. Dass Randalls und Beths leibliche Töchter das als Peinlichkeit abtun können, ist ein Privileg. Déjà braucht genau das.

Fazit

Nach der Dreiviertelstunde ist es mal wieder, als wenn sie nie weg gewesen wären. Die This Is Us-Macher starten ohne große Überraschung in die dritte Staffel, sondern zeigen einfach auf, was immer schon stark war und es hoffentlich auch bleibt.

Am Ende stehen bleibt das Rätsel, wen Randall und die erwachsene Tess (Iantha Richardson) besuchen müssen. Nun wird Toby mit in die Sache gezogen, der bezeichnenderweise alleine auf einem Doppelbett ruht als er den Anruf bekommt. Beth, Kate, jemand ganz anders? Was glaubt ihr, wem Tess am liebsten in dem Moment aus dem Weg gehen würde, weil es zu schwer erscheint, sie zu sehen?

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Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Mittwoch, 26. September 2018

This Is Us 3x01 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 1
(This Is Us 3x01)
Deutscher Titel der Episode
Neun Dollar
Titel der Episode im Original
Nine Bucks
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 25. September 2018 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 25. März 2019
Autoren
Dan Fogelman, Isaac Aptaker, Elizabeth Berger
Regisseur
Ken Olin

Schauspieler in der Episode This Is Us 3x01

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