This Is Us 1x04

Die This Is Us-Autoren haben einen Weg gefunden, ihrer Geschichte mehrere Schichten zu verleihen und zwar auf verschiedene Arten. Die unterschiedlichen Zeitstränge werden durch Parallelen ergänzt, in der Episode The Pool vor allem durch die Wiederkehr von Orten wie dem Schwimmbad, in dem Kevin (Justin Hartley) später in New York liegt, obwohl er die eigentliche Tätigkeit, das Schwimmen gar nicht mag. Wie bunte und unterschiedlich große Zahnräder greifen wieder alle Aspekte der Episode überraschend nahtlos ineinander.
Familienausflug
Mittlerweile verdichten sich die Anzeichen, dass Jack (Milo Ventimiglia) in der Gegenwart nicht mehr da ist, darum ist es umso schöner, wenn wir ausreichend Gelegenheit bekommen, ihn in der Vergangenheit zu bewundern. In dieser Episode macht die Familie aufgrund einer kaputten Klimaanlage in der Hitzewelle einen Ausflug ins Schwimmbad. Und dort zeigen sich die tieferen Schichten in den Leben der Kinder. Und vor allem, wie schwierig es sein kann, drei Kindern gleichzeitig die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen. Den Kürzeren zieht am Ende Kevin und das vor allem, weil er derjenige mit den wenigsten Problemen ist. Während Kate unter der Grausamkeit anderer Mädchen leidet und Randall als adoptiertes Kind mit anderer Hautfarbe erst seinen Stand in der Familie finden muss, resultiert Kevins einziges echtes Problem genau daraus. Er bekommt zu wenig Aufmerksamkeit, doch er ist nicht schüchtern darum zu bitten, zu betteln, zu kämpfen und es deutlich und lautstark anzusprechen.
Als er im Pool pausenlos nach seinem Vater schreit, liegt der Schluss nahe, dass er aufgrund dieses gefühlten Aufmerksamkeitsdefizits erfolgreicher Schauspieler geworden ist. Und wir lernen ihn genau an dem Punkt kennen, an dem er diesen von der Küchenpsychologie vorgezeichneten Weg verlässt. Er hat den Starruhm und wird auf der Straße angesprochen. Doch nun stellt er fest, dass das nicht die Erfüllung ist, die er gesucht hat. Er schmeißt die Oberflächlichkeit seines Manny-Starruhms weg um sich in New York auf der Bühne zu beweisen. Mit jeder Episode gewinnt die Figur Kevin an Schichten dazu, er ist weder der naive Schönling, noch ist er ein verkanntes Genie, er ist ein stark gezeichneter Charakter, der immer mehr zu begeistern weiß, auch wenn seine Geschwister auf den ersten und zweiten Blick mehr zu bieten haben.
Während Kevin an Ernsthaftigkeit dazu gewinnt, verliert Kate (Chrissy Metz) ein Stück ihrer Vernunft. Im Vergleich zu Kevin schien sie stets wie die Clevere, diejenige, die die Tipps gibt und selbst einzig unter ihrer Figur leidet. Nun, da ihr Bruder sein eigenes Leben anfängt, haben wir mehr Gelegenheit, Kates Verrücktheiten kennenzulernen. Ihre Eifersucht und vor allem die Aktionen, zu denen sie sich dadurch hinreißen lässt, sind grenzwertig. Vor allem, wenn man bedenkt, was Toby (Chris Sullivan) gerade in der letzten Episode für sie auf die Beine gestellt hat. Und nun geht sie hin und hintergeht ihn, baut letztlich darauf, dass er die Nerven behält, was er auch tut.
Interessanter als ihre Beziehung zu ihrem Freund ist in der Episode The Pool ihre Beziehung zu ihrem Vater Jack. Der lebensfrohe Mann, der aus einer Laune heraus ein Kind adoptiert, gewinnt ebenfalls immer mehr Profil. Er ist ein guter Vater, aber er hat Schwächen. Und unter denen leidet vor allem Kate. Wenn es nach Rebecca (Mandy Moore) gehen würde, dann würde Kate ihre Ernährungsprobleme schnell in den Griff bekommen, dann wäre das Leben der kleinen Tochter vernünftiger, aber auch langweiliger. Denn Jack bringt den Spaß in die Sache, und verhindert damit oft, dass Kate den schwierigen Weg der Vernunft geht. Doch er ist auch da, um sie aufzubauen, wenn sie von den anderen Kindern gehänselt wird weil sie kein T-Shirt trägt und damit als anders auffällt. Diese wunderschöne Szene zwischen Vater und Tochter ist süß, aber auch ein bisschen von Jack verschuldet. Die besondere Bindung zwischen den beiden könnte für Kate eine tragische Wendung genommen haben, wenn Jack wirklich tot sein sollte. Denn die Schwächen, die sie durch seine lockere Art hat, sind dann immer noch da, aber er ist nicht mehr da um mit ihr Spaß zu machen, wenn sie das einmal wieder einholt.
Auch der dritte im Bunde, Randall (Sterling K. Brown), kommt nicht ohne Probleme durch den Tag im Schwimmbad. Er ist außergewöhnlich intelligent und er hat in vielerlei Hinsicht Glück gehabt als er von Jack und Rebecca aufgenommen wurde. Nun ist er erfolgreich und glücklich verheiratet. Doch der Weg dahin war nicht immer einfach. Er ist in einer weißen Umgebung aufgewachsen, hatte viele Chancen und die Erwartungen dieser Umgebung hat er in jeder Hinsicht übertroffen. Nur durch seine Hautfarbe hat er sich stets unterschieden und das hat ihn zu einem Außenseiter gemacht in einer Welt, die nicht auf ihn vorbereitet war und zunächst nicht mit ihm umgehen konnte. William (Ron Cephas Jones) hat für Gerechtigkeit gekämpft in einer Zeit, in der er und andere Schwarze unterdrückt wurden. Doch sein Sohn, der viele Möglichkeiten hatte, die er nicht hat, war trotzdem in vieler Hinsicht einsamer. Statt einer unterdrückten Minderheit anzugehören, war er ein Außenseiter schon in seiner Familie, geschweige denn in seinem weiteren Umfeld.
Fazit
Die Episode The Pool legt den Finger in das grundlegende Problem der einzelnen Geschwister und zeigt uns dabei, wie sehr die Vergangenheit auch im Erwachsenenalter das Leben beeinflusst. Durch die Wiederholung verschiedener Themen wie das Schwimmbad vertiefen sie das Gefühl eines Lebenskreises.
Trailer zur Episode „The Game Plan“ (1x05) der US-Serie „This Is Us“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 19. Oktober 2016This Is Us 1x04 Trailer
(This Is Us 1x04)
Schauspieler in der Episode This Is Us 1x04
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