The Walking Dead 9x13

© zenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Chokepoint“ (c) AMC
Die aktuelle The Walking Dead-Folge Chokepoint ist eine relativ actionreiche der Zombieserie. Vor allem im Teil um den Kampf zwischen Daryls Crew und den Whisperers geht es kaltblütig her. Aber es läuft unter den Überlebenden nicht nur blutrünstig, sondern teils auch überraschend vernünftig ab.
Wir erinnern uns: Daryl (Norman Reedus) und Connie (Lauren Ridloff) haben Henry (Matt Lintz) und Lydia (Cassady McClincy) aus den Fängen der Whisperers befreit und überlegen nun, wo ihr Weg hinführen soll. Henry möchte gerne mit ihr ausreißen und schlägt vor, so zu tun, als wäre das alles nur seine Idee, die nichts mit Hilltop zu tun hat. Daryl blockt das jedoch ab und bringt Carol (Melissa McBride) ins Spiel und was sie darüber sagen würde. Connie diktiert derweil, wohin die Gruppe aufbricht und auch Dog horcht ihr aufs Wort.

Bei den Whisperers ist ein Mitglied verwundet und kurz vor der Wandlung zum Untoten. An diesem Beispiel sehen wir, wie die Gruppe mit dem Thema Tod umgeht und dass es sich nicht um empathielose Wesen handelt, sondern auch ein Abschied mit einer Ehefrau arrangiert wird, ehe man Teil des Meers an Untoten wird. Außerdem nennt Beta die Untoten in diesem Zusammenhang guardians, was mir letzte Woche wohl entgangen ist und auch den Episodentitel erklärte.
Connie, Daryl, Lydia und Henry erblicken ein Hochhaus, das Connie, wie sich bald herausstellt, bewusst ausgesucht hat, denn ihre Gruppe war schon einmal hier und die echten Untoten können ihnen nicht nach oben folgen, sie ihnen aber eine Falle stellen. Lydia gibt jedoch zu bedenken, dass es nicht unbedingt eine Herde sein wird, die ihnen nachgeschickt wird. Es reicht schon Beta (Ryan Hurst), der wie eine Ein-Mann-Armee ist. Das schüchtert Daryl aber nicht ein, sondern ermuntert ihn, die rechte Hand Alphas zuerst auszuschalten. Connie hat eine geheime Vorratskammer im Versteck und die beiden besprechen die weitere Vorgehensweise.

Dabei macht sie klar, dass die Zukunft der Gruppe auch Lydia einschließt, weil sie sonst auf sich allein gestellt wäre und sie keine anderen Verbündeten hätte - und zur Rabenmutter will man sie auch nicht zurückschicken. Daryl muss davon aber erst noch richtig überzeugt werden, wobei er tief in seinem Herzen schon zu wissen scheint, was Sache ist. Der kleine schriftliche Austausch zwischen den beiden lässt mein Shipper-Herz übrigens höherschlagen. Ich hätte nichts dagegen, wenn die zwei ein längerfristiges Team werden.
Teenagerliebe
Bei Henry und Lydia spielen die Hormone weiter verrückt. Henry bringt Lydia ihren eigenen Selbstverteidigungstock mit angespitztem Ende, falls sie den Drang spürt, jemanden töten zu wollen, was Henry derweil nicht braucht. Allerdings kann sie nicht so ohne Weiteres ihre langjährigen Weggefährten killen. Henry riskiert sein Leben angeblich, weil es das Richtige ist, aber eigentlich doch, weil er Gefühle für Lydia empfindet, die sie erwidert. Er ist bereit, mit ihr davonzulaufen, was auch Daryl wieder mal mitbekommt und was auch den Kuss zwischen den beiden durch seine Anwesenheit unterbricht.
Als sie sich auf einem Balkon anschmachten, wird die Verliebtheit durch die Ankunft von Beta und einigen Untoten und Flüsterern unterbrochen. Daryl heißt diese mit einem Bolzen im Hirn des frisch gewandelten Exgruppenmitglieds willkommen und hofft, dass die gelegte Falle zuschnappt.
Beta be coming
Beta bemerkt, dass hier etwas nicht so richtig stimmt und riecht eine Falle, weswegen er die Gruppe aufteilen lässt. Lydia wird derweil zusammen mit Dog zu ihrer eigenen Sicherheit von Daryl eingesperrt. Es liegt also an Henry, Connie und Daryl, den Angriff abzuwehren, was auch relativ gut gelingt. Daryl erwischt einen Angreifer hinter einem Vorhang mit einer Axt und kann einen anderen von hinten ausschalten, Connie kann ihre Zwille einsetzen und Henrys Kampffähigkeiten helfen ihm auch bei der Selbstverteidigung.
Einzig Beta stellt sich als harte Nuss und geschickter Kämpfer heraus, der Tüten als Schutzschild nimmt und mit seiner imposanten Figur Daryl ordentlich zu schaffen macht. Daryl gerät fast auf ein Kreissägeblatt, erwischt ihn mit einem Messer, was wegen seiner Körperpanzerung aber nichts anrichtet. Dann kann er sich aber in der Vorratskammer verstecken und Beta einen Fahrstuhlschacht herunterschubsen. Wie ein gutes Monster aus einem Horrorfilm war es das aber noch nicht mit Beta, wie man am Folgenende sieht.
Weil Henry derweil in Schwierigkeiten gerät, befreit sich Lydia aus ihrem Versteck und greift ihm zusammen mit Dog unter die Arme. Henry ist verletzt, die Bedrohung aber zunächst neutralisiert. Denn die übriggebliebenen Untoten werden auch mit lauten Geräuschen fortgelockt, so dass man das temporäre Lager verlassen kann. Zunächst soll es nach Alexandria (weil am nächsten) gehen, aber dann ist die Welt ihnen offen. Mal sehen, was das heißt. Henry freut sich jedenfalls, dass auch Lydia bleiben darf.
Wer sind die Highwaymen?

Im Kingdom laufen derweil die Vorbereitungen für das Volksfest inklusive großen Handelsplatzes. Die Bewohner des Kingdom und ihr König Ezekiel (Khary Payton) träumen von einer Zeit, in der man die Gewalt hinter sich lassen kann. Allerdings ist das wohl nicht am gegenwärtigen Tag der Fall, denn Jerry (Cooper Andrews) hatte eine unangenehme Begegnung mit einer Gruppe namens The Highwaymen und dabei sein Schwert verloren. Die Gruppe schickt einen Brief ans Kingdom und verlangt eine Schutzzahlung für die Benutzung ihrer Straße. Kurz wird überlegt, ob ehemalige Savior, wie Jed, dahinterstecken könnten, doch die hat Carol (Melissa McBride) bekanntlich abgefackelt, auch wenn das kaum jemand wissen dürfte. Ezekiel lässt also seine Krieger versammeln und will der Drohung durch die Piraten auf den Grund gehen.
Ihnen begegnen zwei bewaffnete Wachen. Allerdings ist das Risiko zu hoch, beide zu erwischen und Carol glaubt, dass man auch eine diplomatische Lösung probieren könnte. Scheitert diese, kann man immer noch kurzen Prozess machen. Doch ein grammatisch korrekter Brief und eine Drohung ohne tödliche Konsequenzen spricht dafür, dass man an die Vernunft der Adressaten appellieren könnte.
Nicht nur beim Daryl-Handlungsstrang erinnert mich diese Folge an „Kevin allein zu Haus“, auch die Konfrontation zwischen Kingdom und Highwaymen borgt sich ein Element aus „Home Alone“, nämlich das Aufstellen von Puppen, damit Außenstehende glauben, dass ein Angriff gefährlich sein könnte. Die Highwaymen sind durchaus gut bewaffnet, aber das Kingdom lässt sich nach dem schmerzhaften Hinterhalt der Saviors in Staffel acht wohl nicht mehr so einfach überrumpeln und hat deswegen eine Überraschung parat,so dass man sie zum Zuhören zwingt. Ezekiel bietet ihnen einen Job an: Sie sollen die Straßen sauber halten und dürfen am Fest teilnehmen, wo sie ihr gestohlenes/erpresstes Gut auch eintauschen könnten. Denn wie beim Kingdom reichen die Vorräte nicht auf ewig. Entbehren kann das Kingdom aber auch nichts.
Der Vorschlag stößt auf Gelächter, aber dann hat ausgerechnet Carol die rettende Idee, mit ihrem aufgesetzten Lächeln entspannt sie die Lage, indem sie vorschlägt, dass sie mal wieder einen Film sehen können... Ich mag die unkonventionellen Lösungsansätze und nach einer so langen Zeit scheint es mir logischer, auch mal auf Gespräche zu setzen, als immer alles zerstören zu müssen, da lobe ich mir Angela Kangs alternative Denke doch sehr. Außerdem erfahren wir auch, dass die Highwaymen wohl hinter den angesprayten Symbolen stecken.
Straßensperre

Von Hilltop aus hat sich ebenfalls eine Delegation auf den Weg zum großen Fest gemacht, dazu gehören Tara (Alanna Masterson), Magna (Nadia Hilker), Yumiko (Eleanor Matsuura), Kelly (Angel Theory), Earl (John Finn), Tammy Rose (Blair Butler) und einige Jugendliche. Die müssen zunächst eine Straßensperre aus dem Weg räumen, die durch einen umgefallenen Baum entstanden ist.
Kelly sorgt sich um ihre Schwester, erhält jedoch von mehreren Seiten die Versicherung, dass sie bei Daryl gut aufgehoben ist, während Magna und Yumiko meinen, dass Connie schon gut auf Daryl aufpassen wird. Earl und Tammy Rose sorgen sich derweil um die Whisperers-Waise, die sie bei sich aufgenommen haben. Natürlich tauchen in dieser Situation Untote auf, die es zu bekämpfen gilt, wobei man immerhin wachsam ist, dass sich Whisperers darunter befinden könnten, weswegen man besonders auf die Hände und etwaige verstecke Waffen achten soll.
Wie im Film „A Quiet Place“ wird das Baby beim Walker-Angriff kurzzeitig in einer Kiste geschützt und Tammy beweist, dass sie noch nicht unbedingt zum alten Eisen gehört, als sie ihren Mann Earl vor einem Beißer rettet, auch wenn der leicht humpelt. Im Endeffekt zahlt sich der Deal zwischen dem Kingdom und den Highwaymen aus, denn die helfen Tara und Co aus und ermöglichen so die Ankunft beim Volksfest. Earl und Tammy Rose wollen sich wohl doch um das Baby kümmern und Carol fragt sich, wo Henry eigentlich geblieben ist, denn Daryl wollte sich laut Tara mit dem Rest hier treffen...
Fazit
Die „TWD“-Episode Chokepoint findet eine gute Mischung zwischen Action und Zwischenmenschlichem. Dabei wird gezeigt, dass manche Lösungen härtere Bandagen erfordern und manche gelöst werden können, wenn man das Gespräch sucht. Henrys hormonelle Anwandlungen und Alleingänge können einem zwar leicht auf die Nerven gehen, aber auch andere sehen ein, dass Lydias frühere Lebensumstände gut für sie sind.
Das Team Connie und Daryl macht mir in dieser Folge besonders Spaß und auch die nicht tödlich verlaufende Verhandlung zwischen Kingdom und Highwaymen gefällt mir gut. Dazu kommt, dass mir Daryl langsam wieder ans Herz wächst und der Kampf mit Beta ein schönes Actionhighlight markiert. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass es bald ordentlich knallen wird...
Sneak Peek auf die Folge Scars (9x14):
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 11. März 2019The Walking Dead 9x13 Trailer
(The Walking Dead 9x13)
Schauspieler in der Episode The Walking Dead 9x13
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