The Walking Dead 11x07

© zenenfoto aus der Folge Promises Broken der Serie The Walking Dead (c) AMC
Die erste Pause in der finalen Staffel der Serie The Walking Dead steht kurz bevor, denn wir sind schon in der siebten der acht ersten Episoden mit Promises Broken angekommen. Gewisse Handlungen entwickeln sich genau so, wie man sie im Staffel-Auftakt bereits hatte vermuten können. Ob das gut ist oder schlecht, muss nun jeder für sich entscheiden.
Naggie again
Bei Negan (Jeffrey Dean Morgan), Maggie (Lauren Cohan) und Gabriel (Seth Gilliam) gibt es mal wieder Meinungsunterschiede. Negan interpretiert Daryls (Norman Reedus) Erscheinen als eindeutige Warnung, nach Hause zu gehen und sich in Sicherheit zu bringen. Gabriel gibt ihm hierbei jedoch keine Rückendeckung, als er Maggie dazu überreden will. Ersterer will sich nicht mit so wenig Nahrung zufriedengeben, wenn man auf dem Weg bereits so viel geopfert hat. Negan möchte, wenn er weiter mitmischen soll, von Maggie das Versprechen abringen, dass sie danach quitt sind und sie ihn nicht ständig auf dem mörderischen Kieker hat. So ganz quitt werden die beiden, laut Maggie, jedoch wohl nie sein - und wie soll sie eigentlich wissen, dass sie Negan auch vertrauen kann? Der mag vielleicht vieles sein, war und ist aber immer ein Mann seines Wortes (gewesen) und möchte die gleiche Gewissheit eben auch Maggie abverlangen.

Die Serienmacher lösen den Konflikt wieder recht unbefriedigend auf, denn wieder einmal ist Maggie das Leben eines uns bekannten Nebencharakters wichtiger als das der Kameraden aus Alexandria, die wir so viele Staffeln verfolgt haben. Diesmal geht es darum, zumindest die Schwester (namens Theresa) der vierten Figur im Bunde, nämlich des maskiert eingeführten Elijah (Okea Eme-Akwari) ausfindig zu machen. Diese relativ neue Figur will natürlich den Mörder seiner Freunde selbst in die Finger bekommen, allerdings meint Maggie zu Gabriel, dass dieser freie Bahn hätte, wenn sich die Gelegenheit ergäbe, Pope (Ritchie Coster) und den Rest auszuschalten.
Immerhin ist Maggies Plan diesmal etwas runder - zumindest in der Ideenphase. Inspiriert durch Negans Vergangenheit bei den Whisperers will man Untote versammeln, sich selbst ein paar Masken herstellen und dann mit einer Horde in Meridian einfallen.
Coach Negan

Das führt zum witzigen Comeback von Coach Negan, der wie ein Sensei aus Cobra Kai sein Whisperers Kid Maggie in die Wege der Fleischmaske einführen muss, was zunächst etwas holprig verläuft. Negan hat offenbar seine Maske für den Fall der Fälle behalten, also müssen nur drei Walker her, wobei Maggie am liebsten Fremde nutzen würde, statt alte Bekannte zu häuten.
Weil jeder Anfang schwer ist und Maggie in der Maske weniger sieht, als ihr lieb ist, muss Ex-Sportlehrer Negan sie verbal motivieren und lobt sie. Für den Plan, aber auch für ihre ersten Ansätze bei den Masken. Später hilft er ihr dabei, ihre etwas zu optimieren.
Ob Maggie ihr Wort tatsächlich hält, lassen die Schreiberlinge der Folge etwas ambivalent. Denn es gibt eine Dialogszene mit ihrem Meridian-Kollegen Elijah, in der es um ein Versprechen geht. Dort wird diskutiert, ob sich Negan womöglich tatsächlich verändert habe. Doch Maggie ist sich weiterhin nicht sicher und kann zwar temporär vergeben, aber sicherlich nicht vergessen.
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Real talk with Negan

Am Lagerfeuer möchte Negan erneut ein klärendes Gespräch mit Maggie führen. Es ist auffällig, dass die Initiative dafür immer von ihm ausgeht. Es ist vielleicht die stärkste Szene der Folge, denn Negan macht deutlich, dass er natürlich kein gefühlloser Roboter ist, was wir als Zuschauer längst wissen, aber Maggie nicht wahrhaben möchte. Er weiß, wie es ist, auf der Verliererseite zu stehen, wie es sich anfühlt, Verluste der Mannschaft und der Verbündeten zu verkraften und bringt dabei das Beispiel an, was mir persönlich immer wieder durch den Kopf geistert, wenn die Leute aus Alexandria, Hilltop und Kingdom gegen die Saviors argumentieren: die Satellitenstation.
Maggie bringt das naive Argument, dass ihre Gruppe keine Gegner mit Familien oder Kindern attackiert hätte, aber genau da stammt Aarons (Ross Marquand) Ziehtochter Gracie (Anabelle Holloway) doch her, wie Negan in diesem Gespräch noch mal erklärt. Ihm ist das schmerzlich bewusst und die Opfer beim Satelliten-HQ hatten natürlich auch Freunde und Verwandte. Negan musste damals erklären, warum er als Anführer versagt hat, auch wenn er natürlich eine sehr dick aufgetragene Show inszeniert hatte, die aber wahrscheinlich oft eher zur Abschreckung und Einschüchterung dienen sollte, womit die Saviors wohl auch lange Erfolg hatten, bis Rick und Co den Widerstand organisierten. Doch inzwischen, so Negan, muss man umdenken. Denn die Welt habe sich noch mal verändert und es gibt von allem weniger: Menschen, aber auch von Dingen, für die man kämpfen könnte. Da ergibt es für ihn wenig Sinn, sich untereinander zu zanken. Doch wann sieht das Maggie endlich ein?
Allerdings macht sich Negan das eigene Argument kaputt, als sie ihn fragt, was er anders machen würde. Denn daraufhin antwortet er, dass er wohl jeden Einzelnen von ihnen damals getötet hätte. Was Maggie nur nicht begreift: Da spricht ein Negan, der taktisch gereift ist und nicht unbedingt seine heutigen Ansichten nennt, sondern das, was für seine Gefährten damals wohl am besten gewesen wäre. Denn auch Maggie würde wohl kaum anders entscheiden, wie man am gegenwärtigen Verhalten sieht... Hier kann man natürlich darüber streiten, ob das alles ein Fort- oder eher Rückschritt ist. Negan ist deutlich zurückhaltender, weil weniger persönlich vom Trauma getroffen, während bei Maggie und Meridian die Wunden noch frischer sind. Uns als Zuschauer sind die Leute aus Meridian aber wiederum, weil wir sie kaum kennen, irgendwie auch sehr egal. Die von mir sehr kritisierten Motive der Reapers reichen da eben nicht, wobei das sinnlose Abschlachten der von Pope angeführten Bande natürlich Parallelen zu den Saviors aufweist - nur eben viel einseitiger zu Ungunsten von Maggie und Meridian ausgefallen ist. Also sammelt man einige Walkers of Mass Destruction, um anzugreifen. Dabei kommt bildlich heraus, dass Jeremiahs Schwester Theresa sich unter den Opfern befindet, was Maggie und Elijah natürlich traurig macht, aber auch noch mehr antreibt.
Undercover-Daryl

Für mich als Langzeitzuschauer von „TWD“ hat Daryls Zeit bei den Reapers etwas von „Promi Undercover Boss“. Wenn sich ein Detlev „D!“ Soost oder Angelo Kelly in schlechte Verkleidungen wirft und die Leute dennoch angeblich nicht durchblicken, wer es ist, wenn man nicht mal den eigenen Sprachduktus verstellt. Wie so ein Beteiligter der Realityshow wirkt die Figur Leah (Lynn Collins) auf mich. Denn, obwohl sie einige Zeit in Zweisamkeit mit Daryl verbracht haben soll, kennt sie ihn offenbar so wenig, dass er ihr ein X für ein U vormachen kann. Sorry, aber das ist für mich lahmes storytelling!
Zunächst entdeckt Detective Daryl den food stash, der mit einem Schloss gesichert wird. Mit einem Reaper teilt er derweil eine Zigarette. Es ist das eindeutige Zeichen, dass Daryl mit sich hadert, wenn er Zigaretten raucht. Auf Pope habe ich persönlich einfach keine große Lust, ich glaube, das habe ich hier und an anderer Stelle schon deutlich gemacht und so geht es Leah wohl auch, als er seine Gruppe öffentlich anschnauzt, so dass sie ihm Paroli bietet und ihn an die Mission erinnert.
Später will Undercover-Daryl herausfinden, was eigentlich die Motivation für die aggressive Taktik ist. Denn, im Prinzip hat man ja gewonnen. Man hat den Unterschlupf übernommen und eine ordentliche Menge Nahrung, die diese Gruppe eine Weile ernähren sollte. Für eine Figur mit taktischem Überlebenstraining wird Leah leider sehr ignorant und lernresistent dargestellt, denn sie fragt sich ernsthaft - und das laut ausgesprochen -, wie Maggie und Co sich so gut verstecken konnten. Leahs Antwort auf Daryls Frage ist unbefriedigend, denn sie vertraut Pope und in ihre „Familie“, was mich als Zuschauer frustriert. Denn sie glaubt, dass der Zweck die Mittel heiligt und man danach wieder good guys wäre. Sie sieht oder will wohl nicht sehen, wie hirnrissig das alles ist...
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Copy that!
Später findet das Duo einen Mann, der um Hilfe bittet. Er sagt ihnen, dass seine Familie ihn braucht und ist bereit, sie zu ihnen zu führen, wenn sie helfen. Leah holt derweil Popes Befehl ein, der einfach stupide die Kill-Order durchfunkt. Sie folgen ihm zu seinem Unterschlupf, wo die Frau schwer verletzt neben ihrem Sohn liegt. Vater und Sohn sollen das Weite suchen und nicht mehr an diesen Ort zurückkehren. In diesem Moment bricht Leah dann mit der Befehlskette... respektive sie bringt es nicht über sich, die todgeweihte Frau zu erlösen, was dann Daryl mit einem Bolzen aus dem Bogen erledigt. Sie will Pope sagen, dass Daryl seinen Befehl befolgt hat, aber man merkt, dass das Vertrauen immerhin bei ihr bröckelt. Das langsame storytelling von „TWD“ ist bei den Reapers leider besonders ärgerlich, weil deswegen Leah extrem unsympathisch (und inkompetent) wirkt, obwohl die Autoren sicherlich das Gegenteil erzielen möchten.
Daryl möchte danach Leah wohl ins Vertrauen ziehen oder zumindest etwas mitteilen, doch genau da kommt der Funkspruch durch, dass man zurückkehren soll. Das muss also bis zum Midseason-Finale warten.
Crime and Punishment - Commonwealth-Edition

Nachdem Eugene (Josh McDermitt) zuletzt die Gesetze des Commonwealth durch unerlaubtes Funken gebrochen hat, werden er und seine Mittäter dazu verdonnert, Zombies zu erledigen. Das hat Lance Hornsby (Josh Hamilton) offenbar für sie auf die Schnelle ausgehandelt. Doch man fragt sich, ob man danach wirklich freikommen wird oder ob das alles einen Haken hat. Bei Ezekiel (Khary Payton) und Princess (Paola Lazaro) werden wir an die gesundheitlichen Probleme des theatralischen Königs und Ex-Zoowärters erinnert, den das Zombiekillen ziemlich schlaucht. Princess hat derweil etwas Probleme mit engen Räumen, was sie ebenfalls gegenüber Ezekiel anspricht. Stephanie (Chelle Ramos) will mit Hornsby sprechen, wie es weitergeht.
Die Zuschauer machen Bekanntschaft mit Sebastian Milton (Teo Rapp-Olsson), der, wie am Ende der Folge offenbart wird, der Sohn der Anführerin des Verbundes ist. Es handelt sich direkt vom Fleck weg um eine der - gewollt - unsympathischsten Figuren der Serie. Man müsste wohl eine Weile überlegen, wer spontan so sehr den douchebag raushängen ließ, womöglich Spencer (Austin Nichols) oder Gregory (Xander Berkeley).

Yumiko (Eleanor Matsuura) genießt wegen ihres Berufszweigs derweil wieder einige Privilegien und hat sogar einen Termin mit Pamela Milton, den sie sich durch ihren Durchblick für die Gepflogenheiten vor Ort erkämpft. Zwischenzeitlich spricht sie wieder mit ihrem Bruder Tomi (Ian Anthony Dale), denn sie versteht nicht, warum er seine Skills als Mediziner leugnet. Tomi genießt jedoch das einfache Leben als Bäcker und mag es so, wie es ist, inklusive seines Dorm-Rooms. Er mag, dass das System nach gewissen Regeln abläuft und bittet sie, diese zu respektieren. Allerdings wird Tomi plötzlich abgeführt, nachdem er ihr erklärt, wie selten Treffen für Normalos mit Milton sind. Die Gründe für Tomis Verhaftung sind mir unklar, wobei Yumiko direkt die Lawyer-Karte spielen will, was Tomi aber scheinbar gar nicht möchte.
Better Call Hornsby

Mit Hornsby, der bestimmt nicht nur ganz zufällig wie Saul Goodman (Bob Odenkirk) aussieht, verhandelt Yumiko dann einen weiteren Hinterzimmerdeal. Der will ihre Forderungen erfüllen, wenn sie sich ein paar Stunden gedulden kann. Ich muss auch kurz an dieser Stelle einwerfen, dass ich es wirklich spannend finde, die Überlebenden wie Yumiko zur Abwechslung mal in Businesskleidung zu sehen. Da bietet die Commonwealth-Handlung mal etwas Auflockerung.
Ezekiels Wunderheilung
Ezekiel genießt die Vorzüge vom Commonwealth ebenfalls, denn nach verrichteter Arbeit gibt es für ihn einen weiteren Besuch beim Arzt, der sich offenbar vortrefflich um ihn kümmert und ihm neuen Lebenssaft verpasst, denn er möchte gleich den nächsten Arbeitseinsatz beginnen. Eugene und Stephanie erhalten ebenfalls einen neuen Auftrag und sollen weiter Beißer aus der Welt schaffen. Nur treffen sie dabei auf den ungehobelten Sebastian, der bei Eugene so manche Sicherung durchbrennen lässt. Die Kleidung des Dates beflecken sie ebenfalls und ziehen sich so den Unmut zu. Etwas komisch überzeichnet probiert „Stephanie“ zu warnen, wer das ist, aber vergebens, denn Eugene haut ihm eine auf den vorlauten Mund und handelt sich selbst somit weiteren Ärger ein. Sebastian verfügt nämlich offenbar über Privat-Security und zwar nicht von irgendwem, sondern wohl direkt von Mercer (Michael James Shaw), der schon bald auf der Bildfläche erscheint und Eugene Ärger androht.
Im Wartezimmer trifft Yumiko derweil auf eine Person, die man mal im Auge behalten sollte und deren Ähnlichkeit mit jemand anderem aus dem Commonwealth recht eindeutig ist. Ich werde mal noch nicht expliziter... Jedenfalls fragt diese Empfangsdame Yumiko, wie es der Gruppe bisher ergangen ist. Bald geht ein Anruf ein, der dafür sorgt, dass ihr Termin mit Governor Milton platzt, denn ihr Sohn wurde angegriffen. Eugene spricht derweil mit Hornsby, der ihm eigentlich mit seinem Arbeitseinsatz einen Gefallen tun wollte, welcher ihn zum Helden hätte machen können, indem er den first son beschützt hätte. Stattdessen muss er sich erneut für seine Taten verantworten. Nun überlegt Eugene, ob er tatsächlich Alexandria preisgibt...
Fazit

Man merkt oder man hofft zumindest, dass gewisse Entwicklungen aus dem ersten Staffeldrittel dieser 11. Season auf ihren Abschluss zusteuern. Ich bete, dass die Reapers uns nicht viel länger begleiten. Allerdings bringt das Ganze immerhin den einen oder anderen netten Negan-Moment, welcher dann jedoch durch Maggies gewöhnungsbedürftige Charakterisierung negiert wird. Die Commonwealth-Handlung bleibt weiterhin auf positive Weise weird, bringt mir aber ohne Frage momentan am meisten Freude. Mal sehen, welche Offenbarung man hier zum Midseason-Finale präsentieren wird. Mindestens eine habe ich im Hinterkopf. Durch die Mischung der Handlungsstränge finde ich die Episode besser als so manch andere aus den letzten Wochen, was immerhin ein positives Zeichen ist.
Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode, For Blood (11x08), der Serie The Walking Dead auf AMC beziehungsweise Disney+:
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Verfasser: Adam Arndt am Montag, 4. Oktober 2021The Walking Dead 11x07 Trailer
(The Walking Dead 11x07)
Schauspieler in der Episode The Walking Dead 11x07
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