The Vampire Diaries 8x05

Die The Vampire Diaries-Episode Coming Home Was a Mistake ist der Moment, in dem man sich entscheiden muss, ob man eigentlich noch mit ganzem Herzen bei der Sache ist oder nur noch der Komplettheit halber zu Ende schaut. Oder die Erkenntnis, dass man Tyler einfach nicht besonders mochte.
Abschied eines Unsteten
Denn die Mystic-Falls-Gang muss nun jemanden zu Grabe tragen, der uns und sie seit den ersten Tagen begleitet hat, zumindest immer mal wieder. Tyler (Michael Trevino) ist keine einfache Figur, in den ersten Staffeln spielte er immer wieder eine Rolle, manchmal als reicher Idiot der Stadt, manchmal als love interest, zwischendurch hatte er dank seines Werwolf-Gens und Klaus' Ankunft sogar eigene, wichtige Storylines. Aber so richtig in den Mittelpunkt hat er es nie geschafft. So war dann auch sein Ausstieg wenig spektakulär, und das nicht nur weil er auf dieselbe Episode fiel wie Elenas Abschied. Er war schon zuvor so viele Episoden kaum gesehen worden, dass sein Status zwischen Haupt-, Neben- und Gastdarsteller alles hätte sein können, je nachdem wie man es sehen wollte.
Nun ist er zurückgekehrt, doch bevor er eine Chance hatte, in die aktuellen Geschehnisse einzugreifen, hat Damon (Ian Somerhalder) ihn um die Ecke gebracht. Seitdem existiert Tyler in erster Linie als Mahnmal dafür, dass der ältere Salvatore im Moment wieder keine Grenzen kennt. Wir wissen ja schon länger von seinem Tod, erstens weil wir beim Mord dabei waren und zweitens, weil wir auch dabei waren als Matt (Zach Roerig) seinen toten Freund gefunden hat. Die Ausdauer, mit der die Autoren sich nun dem Abschied der Figur widmen, ist dennoch ein bisschen überraschend. Auf einer Ebene schließen die Szenen der Beerdigung und der Trauerfeier direkt an andere große TVD-Momente an. Stefans Rede darüber, dass man weitermachen muss und Alarics Anmerkung, dass sie Elena (Nina Dobrev) stolz gemacht hätten, sind schön und treffend. Daher kann man trotzdem mitleiden, auch wenn man Tyler nicht mehr besonders wichtig fand. Doch ein fader Beigeschmack bleibt dann doch und die Einsicht, dass The Vampire Diaries nicht mehr das ist, was es einst war. Wenn die Macher es nicht schaffen, einen mit der Trauerfeier für einen Charakter der ersten Stunde wieder ins Boot zu holen, dann ist man wohl nur noch für das Ende dabei. Schön für die, deren Augen für den Mann feucht geworden sind, der einst vom Jerk der Schule zum sympathischen Klaus-Bekämpfer wurde, bevor er in der Unwichtigkeit versank. Vielleicht ist es auch einfach das Beste, von beidem ein bisschen zu fühlen.
Erkenntnisse
Dass Seline (Kristen Gutoskie) keine Sekunde früher verschwindet, als Alaric (Matt Davis) und Caroline (Candice King) von ihrer wahren Identität erfahren, ist wieder einmal ein Timing, dass man der Serie nur durchgehen lassen kann, weil wir uns in der finalen Staffel befinden.
Den Durchbruch in den Ermittlungen bringt eine Fotosession, auf der Matt die Nany als Gesuchte aus Tylers Unterlagen erkennt. Man darf also sagen, dass die im Episodentitel angesprochene Rückkehr kein Fehler war. Einst kamen diese Worte aus dem Mund von Stefan (Paul Wesley), der sich damit von Elena verabschieden wollte.
Matt ist wieder da und dank Tyler hat er keine andere Chance, als sich am Kampf um die Welt gegen den Teufel zu beteiligen. Weg sollte er ohnehin nicht gehen, weil gerade das Damoklesschwert der Vampirwerdung über ihm kreist. Doch diesen Schritt lassen die Autoren hoffentlich aus. Matt, als letzter Mensch, sollte die Staffeln genauso überleben und dann endlich die Gelegenheit haben, glücklich zu werden, so wie er es sich vorstellt.
Glück ist nun etwas, dem Damon abgeschworen hat. Er wird kurz von Stefan in Schutzhaft genommen, doch wie schon öfter lässt die Gang ihre Gefangenen dann aus den Augen, um sich eigenen Gefühlen zu widmen. Und das nutzt der Gegner so gut wie jedes Mal für einen Siegeszug. Sybil (Nathalie Kelley) befreit sich und nimmt Damon mit. Alles, wofür die Clique in der letzten Zeit gekämpft hat, geht damit auf einen Schlag verloren. Aber sie haben diesen Fehler schon so oft wiederholt, das es nur konsequent ist, dass sie es am Ende noch einmal tun. Und meistens wirkt diese Konstellation ohnehin wie ein Beschleuniger auf dem Weg zum Showdown und das wiederum ist eine gute Sache.
Fazit
Zwischen alten Fehlern und alten Stärken lässt sich die Episode Coming Home was a Mistake als unterhaltsames Füllermaterial einordnen. Während um eine lange bekannte Figur getrauert wird, bauen die Autoren die Offenbarung auf, die wir schon vor einiger Zeit hatten: Nämlich, dass Seline die andere Sirene ist. Da geht es dann also weniger um Überraschung als darum, dass der Kampf endlich losgeht.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 19. November 2016The Vampire Diaries 8x05 Trailer
(The Vampire Diaries 8x05)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 8x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?