The Vampire Diaries 8x04

The Vampire Diaries 8x04

Die Episode An Eternity of Misery bringt Klarheit ĂŒber Sybils HintergrĂŒnde und erforscht auch die Vergangenheit der Mystic-Falls-Clique weiter. Dabei kommt eine spannende Geschichte heraus, ĂŒber die man am besten nicht zu viel weiß, bis man sie selbst gesehen hat.

Szenenbild der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW
Szenenbild der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW

Danke der Nanny, sie ist die ahnunglose Wegbereiterin“, lĂ€sst Alaric (Matthew Davis) Stefan (Paul Wesley) zu Beginn der The Vampire Diaries-Episode An Eternity of Misery wissen. Dieser Art kleine Gags bauen die Autoren nun immer hĂ€ufiger ein, manchmal zu offensichtlich, manchmal Ă€ußerst unterhaltsam.

Der gute und der schlechte Zwilling

Sybil (Nathalie Kelley) sagt es selbst: Die Parallelen sind zu offensichtlich, die Story der beiden Sirenen ist die Geschichte der Salvatore-BrĂŒder. Offensichtlich wollen die TVD-Autoren verhindern, dass ausgerechnet in der letzten Staffel etwas falsch verstanden werden könnte. Dank Witzchen wie Sybils Hinweis, dass etwas ein Befehl von ganz oben, pardon, ganz unten ist, dĂŒrfen wir uns extrem sicher sein: Arcadius (Wolé Parks, Devious Maids) ist der Teufel. Er hat die Hölle aus Rache geschaffen, weil diejenigen, unter denen er auf der Welt lebte, lieber sĂŒndig bleiben wollten als auf ihn, den ersten Gedankenleser der Welt, zu hören. Nun landen also alle Menschen, die genĂŒgend Schuld auf sich geladen haben, bei ihm im Fegefeuer. In der Episode An Eternity of Misery trifft dieses Schicksal unter anderem Alarics Praktikantin Georgie (Allison Scagliotti). Tode tun in finalen Staffeln generell natĂŒrlich weniger weh, vor allem in Serien, in denen Auferstehung verschiedener Art immer eine denkbare Option ist, doch Georgie hatte gerade einen so guten Lauf, dass ihr frĂŒhes Ableben enttĂ€uschend ist.

Nicht nur die Figur an sich passte gut in die Story, wenn auch nicht unbedingt als Alarics love interest. AmĂŒsant, wie die Autoren das selbst aufs Korn nehmen, als sie ihren Einbruch damit rechtfertigt, ja irgendwie in sein Bett kommen zu mĂŒssen. Doch die Hoffnung ist natĂŒrlich, dass wir die Praktikantin nicht das letzte Mal gesehen haben. Immerhin gibt uns die Story die letzte BestĂ€tigung, dass Katherine (Nina Dobrev) einst in die Hölle gesogen wurde und vor allem, wie wir an dem auf Erden wandelnden Teufel namens Cade sehen, dass ein Entkommen technisch möglich ist.

Auch das Wechselspiel zwischen den beiden Frauen in Alarics Leben gelingt gut. Dass es sich bei der zweiten Sirene um Seline handelt, durfte man vermuten, denn schließlich hat Georgie ihn in vielerlei Hinsicht auf richtige Spuren gebracht. Doch letztendlich ist es egal, ob man es kommen sehen konnte oder nicht, denn das Versteckspiel ist unterhaltsam, bricht keinen Charakter, um zu verwirren und zĂ€hlt damit zu den starken Momenten einer im Ganzen sehr guten Episode.

Die große Frage, die die Autoren aufbauen, ist die nach der ParallelitĂ€t zwischen den Sirenen-Schwestern und den Vampir-BrĂŒdern. Und Stefan liefert die Antwort direkt mit: Er ist beides. In den Jahrhunderten, durch die die beiden gemeinsam oder auch getrennt gegangen sind, war er der Gute, der Geschundene, der Bemitleidenswerte. Aber er war auch der Ripper, der Antreiber, der, der Damon (Ian Somerhalder) heruntergezogen hat. FĂŒr die Zeit, die wir mit ihnen verbracht haben, mag das nicht ganz stimmen, denn meistens hat Stefan sich auf der Seite der Moral aufgehalten. Doch in der Episode wird es angesprochen: Hat er Damon zur Unsterblichkeit verdammt, weil er nicht alleine sein wollte? Und ist das weniger verwerflich? Stefan ist sich sicher: Am Ende - und dem nĂ€hern wir uns ja - wiegen die Untaten der beiden Salvatores sich gegenseitig auf und kommen zu einem Gleichgewicht.

Hinter aller Parallelen, die aufgebaut werden, tritt jedoch eines in den Vordergrund: Die Sirenen haben einen Erschaffer, dem sie nach wie vor hörig sind - oder sein mĂŒssen: den Teufel persönlich, der unter dem Namen Cade, kurz fĂŒr Arcadius, firmiert. Mutig, den FĂŒrsten der Finsternis als Endgegner ins Boot zu holen, aber in der aktuellen Episode sehr lohnenswert. Die TVD-Autoren bringen ihre eigene Origin-Story fĂŒr den Teufel und die Sirenen mit, angelehnt an das, was man auch in Mythologie-BĂŒchern finden kann. Nach sieben Staffeln voller erster Geschöpfe und mĂ€chtiger Ausnahmen von den Regeln der Welt gibt es nicht mehr viel, um das zu toppen. Die Hölle passt da gut.

Matt ist wieder da!

Matt erscheint wieder auf der BildflĂ€che und erfĂ€hrt, was in Mystic Falls so los ist, seitdem er dem StĂ€dtchen den RĂŒcken gekehrt hat. Doch so furchtbar die Nachricht vom Tod seines Freundes Tyler auch fĂŒr ihn ist, er zeigt sich von seiner besten Seite. Nicht nur die neue Frisur und das fast perfekte Timing lassen eine Aufwertung der Figur durch die Serienmacher sofort erkennen: Der letzte Mensch der Story hat sein Selbstvertrauen gefunden und sieht damit auch gleich viel gesĂŒnder aus. Aus NaivitĂ€t wurde im Laufe der Zeit Genervtheit, dann Hilflosigkeit, schließlich Wut und dann Verzweiflung. Nun hat er seine innere Mitte gefunden. Er hat es geschafft, seinen Vater zu retten und Damon auf ArmeslĂ€nge zu halten - und dabei trotzdem Informationen von ihm zu bekommen. Ist es am Ende gar nicht Tyler, der den Ă€lteren Salvatore auf die richtige Spur zurĂŒckbringt, sondern Matt? Oder in gewisser Weise könnte es Matt sein, der Tylers Tod und die GefĂŒhle, die damit verbunden sind, nutzt, um Damon zurĂŒckzuholen? In jedem Fall ist es ein gutes Zeichen, dass die Serie auf den letzten Metern ihre Figuren, alte wie neue, ernst nimmt.

Fazit

Die vierte Episode der finalen Staffel lĂ€uft unter dem Titel An Eternity of Misery und verweist damit auf eine Zeile aus der Pilotepisode der Serie, in der Damon und Stefan als Gegner aufeinandertreffen und der Satz fĂ€llt: „I promised you an eternity of misery so I'm just keeping my word!“ Am Ende dieser Episode steht die Erkenntnis, dass sie sich so einiges gegenseitig angetan haben, oft der Grund fĂŒr das gegenseitige Elend waren, aber dass der einzige Weg aus dem Elend heraus nur gemeinsam möglich ist. Dumm nur, dass sie sich dafĂŒr mit dem Teufel anlegen mĂŒssen.

Trailer zur nĂ€chsten Episode, „Coming Home Was a Mistake“ (8x05), der US-Serie „The Vampire Diaries“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 14. November 2016

The Vampire Diaries 8x04 Trailer

Episode
Staffel 8, Episode 4
(The Vampire Diaries 8x04)
Deutscher Titel der Episode
Ruf aus der Hölle
Titel der Episode im Original
An Eternity of Misery
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 11. November 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 20. April 2017
Autoren
Brett Matthews, Neil Reynolds
Regisseur
Rob Hardy

Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 8x04

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?