The Vampire Diaries 6x21

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Wenn man Hochzeit und The Vampire Diaries in einen Hut wirft, kann man sich schon vorstellen, was dabei herauskommt: Romantik an der Grenze zu totalem Kitschoverkill. Ob das in der Episode I'll Wed You In The Golden Summertime auf positive Art gelingt, ist Geschmackssache. Mit der richtigen Einstellung kann man die Episode genießen.
Did you remember the leftovers?
Dafür, dass sie die Hauptfigur ist, die jeder ständig retten muss, machen alle nur wenig Wind um die Tatsache, dass Elena (Nina Dobrev) jetzt wieder menschlich ist. Abgesehen von Caroline (Candice Accola) natürlich, die zurück zu ihrem alten Selbst ist - und das bedeutet, dass sie mehrfach um die Ecke denkt und alle Wahrscheinlichkeiten vorausplant.
Nach Bonnies Albtraum steigen wir direkt in den Hochzeitsstress ein und sehen Elena in Bestform. Sie gibt die Entspannte, die irgendwie über den Dingen steht und alle zu beruhigen versucht, obwohl sie auch keine Lösung für die Probleme anzubieten hat. Immerhin hat sie ihren Humor nicht verloren. Elena war nie die Figur, die die großen Witze abgeräumt hat, aber immerhin beweist sie damit meist Selbstironie, wie zum Beispiel, wenn sie Caroline sagt, dass es bei ihrem Glück durchaus eine Wahrscheinlichkeit ist, an Eierschalen zu sterben.
Stefan (Paul Wesley) und Elena geben sich alle Mühe, Damon (Ian Somerhalder) von seinem Plan, menschlich zu werden, abzubringen. Stefan nutzt wieder mal seinen kleinen Visionstrick, um jemanden von etwas zu überzeugen. Kein Wunder, dass ihm im Moment kaum jemand widerstehen kann. Und so überzeugt er am Ende auch Damon, die Erklärung liefert er gleich mit: Damon ist vollgepackt mit Komplexen und Problemen. Das macht ihn geheimnisvoll und attraktiv - als Vampir.
Als Mensch kann ihn das schnell ins Aus geraten lassen. Denn er ist nur gut, wenn er gute Gründe hat, Selbstvertrauen zu haben. Etwa, weil er sowieso schneller einen Ball fangen kann als sein Gegner, wenn er sein Gegenüber mit seinen Fähigkeiten überraschen kann. Und natürlich, wenn er bedingungslos geliebt wird. Wenn Damon sich anstrengen muss, dann kommt er schnell aus dem Gleichgewicht.
Dagegen kann man nichts sagen, das lässt sich nicht aus der Welt schaffen. Alle Anzeichen deuten darauf, dass er das Heilmittel nicht nehmen sollte. Abgesehen davon, dass wir immer noch nicht erklärt bekommen haben, woher das zweite Heilmittel eigentlich kommen soll. Mitten in diese vernünftige Entscheidung, nicht zum Menschen zu werden, hat Damon eine kleine Begegnung mit einem seit 40 Jahren verheirateten Paar, das sich übereinander ärgert, aber im Grunde immer noch liebt. Wenn das möglich ist, wer soll es denn schaffen, wenn nicht Elena und Damon, die ja füreinander bestimmt sind und schon so vieles füreinander durchgestanden haben.
Damons Beobachtung und sein Meinungsumschwung wirken ziemlich kitschig und man möchte ihn schütteln und schreien, dass er nur einen ganz kleinen Ausschnitt gesehen hat, dass das nicht immer so sein wird und dass es nichts von dem entkräftet, was Stefan ihm vorher gezeigt hat. Außerdem sollten die letzten Jahre ihm gezeigt haben, dass diesem Happy End der Mystic-Falls-Faktor entgegensteht: Irgendein Übel wird immer seinen Weg zu den Figuren finden - und wenn man als Kfz-Mechaniker in einem anderen Bundesstaat arbeitet.
Doch es ist auch schön, denn Damon hat, wie alle anderen auch, nicht viel in der Hand, um seine Zukunft zu entscheiden. Er kann es nicht testweise durchspielen. Er hat nur zwei Möglichkeiten: Risiken einzugehen und zu vertrauen oder genau das nicht zu tun. Er tut es, er glaubt an die Liebe mit Elena und setzt alles auf diese Karte: daran glauben. Ob sie eines Tages ebenfalls so niedlich aus dem Auto steigen werden oder nicht, spielt im Grunde keine Rolle, es geht darum, dass er zu diesem Zeitpunkt daran glaubt und sich traut, das Risiko, zu scheitern, eingeht.
Abschied und Rückkehr
Manchmal ist ein Moment es wert. Man muss es nur aus den richtigen Motiven tun. Das ist etwas, was man nun auch Alaric (Matthew Davis) sagen möchte. Er ist von großer Idylle in das größte Leid geschlittert. Sein Versprechen an Jo (Jodi Lyn O'Keefe) war wirklich schön abzuhören. Man kann sich vorstellen, wie glücklich die beiden in dem Moment gewesen sein müssen. Die Fallhöhe ist groß, als nur wenige Sekunden später Jo von Kai (Chris Wood) in den Magen gestochen wird. Wird Jo überleben? Es sind ja immerhin so einige Vampire anwesend. Doch Kai ist kein einfacher Gegner und er wird mindestens einen Weg gefunden haben, die Zwillinge in Jos Bauch für immer zu beseitigen.
Caroline kehrt mit einem tollen Auftritt zurück in die Clique und es fühlt sich direkt an, als wenn sie niemals weg gewesen wäre. Gut, dass sie sich nicht in eine Schuldspirale frisst, sondern sich mit Hochzeitsplanung ablenkt.
Und trotzdem findet sie die Zeit, sich um Tyler (Michael Trevino) zu kümmern. Der chronisch vernachlässigte Werwolf hat einen richtigen Lauf, als kurz darauf auch schon Liv (Penelope Mitchell) auf der Matte steht. Das Happy End steht zwar noch aus, aber immerhin ist den The Vampire Diaries-Autoren wieder eingefallen, dass sie ihm vielleicht eines verschaffen sollten.
Andere Figuren werden nach wie vor großflächig an die Wand gespielt. Das beste Beispiel dafür ist Bonnie (Kat Graham), bei der eigentlich alle Fäden zusammenlaufen. Interessieren tut das jedoch niemanden. Das kommt davon, wenn man sich auf gemeinsame Sache mit Matt (Zach Roerig) einlässt.
Fazit
Die Episode I'll Wed You In The Golden Summertime widmet sich ganz der Beziehung von Elena und Damon. Das ist ja auch durchaus legitim angesichts der Tatsache, dass große Veränderungen anstehen. Zwischen Emotionalität und Kitsch pendelt die Story sich auf einer soliden Ebene ein und schafft die stillen Momente, die letzten Liebkosungen im Heu aus der Welt für ein hoffentlich aufsehenerregendes Staffelfinale.
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 8. Mai 2015(The Vampire Diaries 6x21)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 6x21
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