The Vampire Diaries 6x18

The Vampire Diaries 6x18

Noch fünf Episoden bis zum sechsten Staffelfinale. Und die The Vampire Diaries-Macher kramen in I Could Never Love Like That eine Überraschung hervor: neue Gegenspieler, während die alten sich in alle Winde zerstreuen. Füllerepisodenalarm!

Caroline übt sich in Killer-Karaoke in der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW
Caroline übt sich in Killer-Karaoke in der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW

Sie versuchen uns einzulullen, die Macher von The Vampire Diaries, mit einigen unterhaltsamen Szenen des Anti-Emotions-Dreamteams Caroline (Candice Accola) und Stefan (Paul Wesley) - aber zugegeben, die beiden wissen, wie man sich jenseits aller Moral amüsiert. Sie schenken uns einige romantische Szenen zwischen Elena und Damon. Und ja, man könnte durchaus Schlimmeres ansehen als Nina Dobrev und Ian Somerhalder in Handtücher gewickelt. Doch letztendlich täuscht auch das nicht darüber hinweg, dass die Episode I Could Never Love Like That vor allem eine Füllerepisode auf dem Weg zum großen Staffelfinale ist. Es wird eine Story in Stellung gebracht, die ja wohl hoffentlich nicht das letzte Wort sein wird.

What if things could be different?

Es liegt ja auf der Hand: Damon hat das Vampirheilmittel und Elena wird neidisch, als sie hört, dass Jo schwanger ist. Doch es sind noch vier weitere Episoden bis zum Ende der Staffel, und die werden die Autoren hoffentlich nutzen, das Offensichtliche zu umgehen, nämlich, dass Damon in einem Akt von Selbstlosigkeit das Heilmittel an Elena gibt, damit die das Familienleben führen kann, das sie sich immer gewünscht hat, nur leider nicht mit ihm, denn die Dosis reicht bekannterweise nur für einen Vampir.

Elena hat sich damit arrangiert, dass sie keine Familie haben wird und Damon ist innerlich zerrissen. Liegt es daran, dass wir die Heilmittelstory schon einmal durchgekaut haben, oder ist es einfach, weil es auf der Hand liegt? In jedem Fall fühlt sich das Gespräch zwischen Damon und Elena weniger emotional als vielmehr uralt an. Bei der letzten Gelegenheit haben die The Vampire Diaries-Autoren eine interessante und überraschende Verwendung für das Heilmittel gefunden, der Moment als Elena es Katherine in den Mund steckt, war einer der besten Momente der jüngeren TVD-Vergangenheit.

So offensichtlich, wie es jetzt gerade scheint, wird es wohl auch im zweiten Anlauf nicht ausgehen, aber aufgrund der Offensichtlichkeit ist es ermüdend diese Variante durchspielen zu müssen.

You've made a mistake!

Enzo bekommt besondere Zuwendung in dieser The Vampire Diaries-Episode. Die Story über seine Vampirwerdung macht eins von vornherein klar: Er ist jetzt der Gute, der von einer ruchlosen Frau zum Vampir gemacht wurde. Die Umdrehung seines Charakters gelingt den Serienmachern schnell. Das liegt vor allem daran, dass seine Figur bisher weniger echter Charakter, sondern mehr eine leere Projektionsfläche für alles war, was so anfällt. Meistens waren das Rachefeldzüge. In der Episode I Could Never Love Like That nutzen sie einen ziemlich einfachen Trick, um Enzo (Michael Malarkey) unser Mitgefühl zu sichern. Kann man jemandem wütend sein, der um sein Leben bettelt und als Dank getreten und ausgestoßen wird?

Doch die Verbindung zwischen Lily (Annie Wersching und dem ehemaligen Zellengenossen ihres Sohnes will noch nicht so richtig fruchten. Mit dem Staffelfinale in Aussicht fühlt es sich eher an, als ob die Autoren alle losen Enden auf Biegen und Brechen verbinden wollen, aber eigentlich kein Interesse haben, diese Storys mit Leidenschaft zu entwerfen, weil sie sich einer anderen, großen Sache widmen wollen.

Erst rettet sie Enzo vor dem Krankheitsbedingtem Tod, dann bringt sie so gut wie alle Menschen auf dem Boot um und verschwindet, nachdem sie sicher gestellt hat, dass Enzo seine Wandlung zum Vampir vollziehen kann.

Das Problem der Storyline haben die Autoren selbst erkannt: Es gibt keine Gründe, keine Erklärung. Ganz neu ist das der Figur Enzo ja nicht. Mit fadenscheinigen Ausflüchten wurde er von einem Rachefeldzug in den nächsten geschickt, nun will er Sarah loswerden, öffnet sich ihr dann, will sie zum Vampir machen und lässt sie schließlich frei. Vermutlich wird noch eine groß angelegte Erklärung aus dem Hut gezaubert werden, die zumindest Lilys Verhalten auf dem Schiff erklärt. Aber da wir weder sie noch Enzo und Sarah wirklich kennen, erscheint die Reihenfolge verkehrt zu sein. Mit so wenigen Informationen ist es schwierig, sich in der Frage nach der Motivation zu engagieren.

Letztendlich wird Mama Salvatore dann auch noch als große Endgegnerin angekündigt, oder zumindest als Hüterin der schlimmsten Gegner überhaupt, der sechs Hexenvampiren. Jo hat ein gutes Händchen für Dramatik, indem sie die sechs als Kai (Chris Wood) in schlimmer ankündigt. Doch das Problem ist, dass diese Bedrohung zu kurz vor dem Staffelende kommt, ohne Vorgeschichte. Vielleicht ist die Episode I Could Never Love Like That wie das Abreißen eines Pflasters: Schnell und möglichst schmerzlos wird alles in Stellung gebracht für ein großes, hoffentlich emotionales Staffelfinale. Dass die Gegner aus dem Nichts kamen, wird im besten Fall niemanden mehr interessieren, wenn der Rest eine mitreißende Story liefert.

Then tell him

Wie oft wurden Matt (Zach Roerig) und Tyler (Michael Trevino) eigentlich schon in der Bar gefangen gehalten? Langsam sollten sie sich ein Überlebenskit unter der Theke deponiert haben. Besonders jetzt, wo die Feinde die einstigen Freunde sind. Caroline und Stefan wollen Matt und Tyler umbringen.

Tyler nimmt sich endlich ein Herz und steht gegen die anderen auf. Matt landet im Krankenhaus und bekommt einen ruhigen Moment mit Elena. Doch das, was er sagt, ist nicht neu. Das hätte er schon zu Beginn der Staffel sagen sollen, niemand kann ihm verdenken, dass er die Geduld mit den Vampiren verliert. Aber so missachtet wie der Charakter in den letzten Staffel wurde, ist es auch nicht weiter wichtig, was Matt so denkt.

Die Episode I Could Never Love Like That ist die letzten Gelegenheit, bei der wir das Dreamteam aus Ripper-Stefan und Aggro-Caroline erleben dürfen und immerhin dabei werden einige amüsante Szenen herausgeholt.

Doch das Ende fällt in Sachen Emotionalität ziemlich flach ab. Lily schafft es unter Damons Regie, Stefan zurückzuholen. Richtig emotional wird es also nicht, denn wir wissen, dass hier eigentlich ein Bruder zum anderen spricht, aber es ist nicht so, dass im Grunde Damon ihm etwas sagt, er baut einfach ein Wunschbild auf, von dem er weiß, dass Stefan es sich wünscht. Es ist ein Trick, nichts weiter, der durchaus Erfolg hat, aber der Angelegenheit nicht gerecht wird.

Fazit

Die Episode I Could Never Love Like That ist stellenweise unterhaltsam, hätte aber darüber hinaus am besten als erster Teil einer Doppelfolge gesendet werden sollen. So richtig ergreifend oder spannend ist nichts. In erster Linie werden die einzelnen Puzzleteile für das Staffelfinale in Stellung gebracht, zum Teil mit arg herzlosen Wendungen. Im besten Fall erinnert man sich später nicht mehr wirklich daran, wie alles entstanden ist, wenn das Finale an sich die erwartete Emotionalität liefert.

Promo zur Episode „Because“ (6x19) der US-Serie „The Vampire Diaries“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 17. April 2015

The Vampire Diaries 6x18 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 18
(The Vampire Diaries 6x18)
Deutscher Titel der Episode
Nie könnte ich so lieben
Titel der Episode im Original
I Could Never Love Like That
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 16. April 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 11. Juli 2015
Regisseur
Leslie Libman

Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 6x18

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