The Vampire Diaries 6x17

Einige große Neuigkeiten warten auf die The Vampire Diaries-Figuren in der Episode A Bird in a Gilded Cage. Es ist die große Stunde der Rache der Verletzten. Die beiden, die über die Jahre das meiste für die anderen eingesteckt haben, sind Bonnie (Kat Graham) und Stefan (Paul Wesley). Nun endlich, nach fast sechs Staffeln, haben die beiden genug und schlagen zurück. Der eine muss dafür erst seine Menschlichkeit verlieren, für die andere ist es ein traumatisches Erlebnis, das das Fass zum Überlaufen bringt.
Perfektionierte Seelenlosigkeit
Caroline (Candice Accola) hatte die anderen gewarnt: Wenn sie sich ihrem Plan in den Weg stellen, wird sie ihr schlimmster Alptraum. Doch sie hat die Rechnung ohne Ripper-Stefan gemacht. Er hat deutlich mehr sadistische Erfahrung. Und die spielt er in der Episode A Bird in a Gilded Cage aus.
Stefan dazu zu zwingen, seine Menschlichkeit abzustellen, war Carolines großer Fehler in einem ansonsten gut durchdachten Plan. Ein Jahr erspart sie sich die Gefühle von Trauer und Verzweiflung nach dem Tod ihrer Mutter. Sie ist die einzige, für die dieser Plan aufgehen könnte. Elena (Nina Dobrev) hat im Vergleich dazu keine fünf Minuten durchgehalten, als sie sich nach Jeremys Tod abgeschottet hatte. Wir haben schon oft gehört, dass die Gefühle, die schon vorher da sind, sich nach der Verwandlung zum Vampir verstärken. Für Caroline, so scheint es, hat das Vampirsein vor allem die Selbstbeherrschung vervielfacht. Selbst nach einem badass-Moment wie am Ende der letzten Episode, The Downward Spiral, geht sie hin und wäscht die Cocktailgläser ab. Auf sich alleine gestellt könnte sie das Jahr ohne Menschlichkeit bestens hinter sich bringen.
Doch sie hat jemanden mit sich in den Abgrund gerissen und der kann nicht so gut mit der neuen Situation umgehen wie sie. Stefan steht erneut vor dem Abgrund des Ripper-Daseins und das ist bekanntermaßen noch nie gut für ihn ausgegangen.
Wir kommen dabei in den Genuss gleich mehrerer großartiger Szenen. Erst verfolgen, dann bekämpfen und schließlich lieben sie sich, besser könnte das gemeinsame Abenteuer für Caroline und Stefan nicht starten. Er hat sie als Mensch geliebt und als angehender Ripper kommt er dementsprechend nicht von ihr los. Sie ist schuld an seiner Situation und es mischt auch Rache mit, aber sie ist auch diejenige, die er bei sich haben will. Jetzt halt unter neuen Bedingungen. Es ist der Beginn einer großen Liebesgeschichte, die schon jetzt interessanter ist, als es die Romanze zwischen Elena und Stefan jemals war.
Sie kennen sich so gut, Stefan ist derjenige gewesen, der ihr gezeigt hat, wie man seinen Appetit auf Blut kontrolliert, er kennt ihre Schwachstellen. Die beiden waren schon als Freunde ein Volltreffer, als Paar sind sie nicht weniger passend. Selbst als gefühllose Untote sind sie ein perfektes Team.
Zwei Charakterzüge, aber die sind immerhin stark
Zum Thema Elena muss man sagen, dass sie in der Episode A Bird in a Gilded Cage viel weniger nervig ist als gewöhnlich in letzter Zeit. Die Szene, in der sie sagt, dass sie sich selbst zu dem kleinen Ausflug eingeladen hat, um ihre Schwiegermutter kennenzulernen, fühlt sich so authentisch an wie selten etwas von ihr. Ihre Liebe zu Stefan hat die gesamte The Vampire Diaries-Geschichte in Bewegung gesetzt, ihre Unentschiedenheit zwischen den zwei Salvatore-Brüdern hat sie am Laufen gehalten.
Die Serienautoren haben es geschafft, uns Elena als Geliebte und Liebende vorzustellen, alle anderen Aspekte ihres Charakters sind meist ziemlich flach geblieben. Sie ist der Gegenstand zahlreicher Rettungsaktionen gewesen, die meist aus Liebe gestartet wurden. Als Rächerin, als Kämpferin, als seelenlose Ripperin, als Diplomatin hat sie immer gewirkt, als wenn sie sich verstellt. Wenn sie also bei der Sache bleibt, die sie gut kann, dann klappt das. Die Freude, die sie empfindet, als sie Damon zeigt, dass sie das einzige Babyfoto von ihm mit in die Realität gebracht hat, kann man mitfühlen. Als potentielle Schwiegertochter macht sie sich gut. Dazu trägt auch bei, dass der Fokus der Erzählung endlich nicht mehr alleine auf ihr liegt.
Damon (Ian Somerhalder) zeigt ebenfalls seine bekannteste Seite: enttäuscht, sarkastisch, verletzt, aber bockig. Er hat festgestellt, dass seine Mutter Lily (Annie Wersching) ihn und Stefan alleine mit einem grausamen Vater gelassen hatte, obwohl sie anders gekonnt hätte. Er hat nach langer Zeit mal wieder die Gelegenheit, sich wie ein Idiot aufzuführen und dabei eigentlich etwas Gutes im Schilde zu haben. Er muss seine Mutter retten, um seinen Bruder zu retten. Er will Bonnies Hilfe und gibt ihr dafür die Gelegenheit zur Rache.
Endlich Rache
Manchmal im Verlauf der letzten Jahre hätte man Bonnie am liebsten an der Hand genommen und sie fortgezogen von all diesen Situationen, in denen sie sich wieder für jemand anderen aufgeopfert hat. Doch mit diesen Jahren Milde hat sie die beste Tarnung für ihren großen Rachefeldzug. Kai (Chris Wood) hat keinen Anreiz, zu glauben, dass mehr dahintersteckt als die Wut, die sie ihm jetzt zeigt. Er verlangt gar, dass sie mit auf die Reise kommt und begibt sich damit selbst in die Falle, aus der er nicht mehr herauskommen wird. Bonnies Rache steht nichts mehr im Wege, selbst ihr neuer bester Freund Damon unterstützt den Plan.
Doch so richtig befriedigend ist das dann auch wieder nicht, denn Kai ist eine Figur in der Entwicklung. Seine Liebenswürdigkeit ist nach wie vor seltsam. Besonders, weil der Auslöser Luke nie so empathisch und freundlich wirkte wie Kai momentan.
Caroline und Stefan auf großer Ripper-Tournee, Mama Salvatore neu in der Gegenwart, Enzo (Michael Malarkey) immer noch undurchsichtig und irritierend im Umgang mit Sarah Salvatore (Tristin Mays), Alaric (Matthew Davis), Jo (Jodi Lyn O'Keefe), ihre Hochzeit und ihr Baby und zu guter Letzt Kai in der zweiten Gefängniswelt mit sechs mysteriösen Mumienvampiren, von denen zumindest einer doch von Lily zurück ins Leben geholt wurde - die Plots im Moment fühlen sich noch so konfus und wirr an, dass das große Ende zu viel des Guten ist.
Bonnie holt einen alten Handlungsstrang hervor, in dem sie das Vampirheilmittel in die Gegenwart bringt und es Damon für Elena übergibt.
Fazit
Die Episode A Bird in a Gilded Cage bleibt bis zum Ende holprig, aber mit starken Szenen zwischendurch. Caroline und Stefan können als Paar schon seit einiger Zeit überzeugen - wie perfekt sie auf gemeinsamer Ripper-Tour sind, ist wunderbar anzusehen. Der Rest dieser The Vampire Diaries-Episode steht auf wackeligen Beinen, zumindest von den Entwicklungen her. Vieles wird angefangen und dann doch wieder seltsam fallen gelassen - am besten zu beobachten am Plot um Enzo und Sarah, in dem Matt (Zach Roerig) mittlerweile wieder völlig unter den Tisch gefallen ist.
Promo zur Episode „I Never Could Love Like That“ (6x18) der US-Serie „The Vampire Diaries“: Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 20. März 2015The Vampire Diaries 6x17 Trailer
(The Vampire Diaries 6x17)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 6x17
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