The Last Ship 5x05

The Last Ship 5x05

In der Folge Warriors der US-Serie The Last Ship sind etwa drei Monate seit den letzten Ereignissen vergangen. Eine neue Mission erwartet Teile unserer Crew in Jamaica, wÀhrend verstÀrkt aufgezeigt wird, wie schwierig doch das Privatleben unserer Protagonisten gestaltet ist.

Szenenfoto aus der „The Last Ship“-Folge „Warrior“ (c) TNT
Szenenfoto aus der „The Last Ship“-Folge „Warrior“ (c) TNT
© zenenfoto aus der „The Last Ship“-Folge „Warrior“ (c) TNT

Hin und her

ZunĂ€chst einmal ist es sehr erfreulich, dass die Macher zumindest den Versuch unternehmen, einige unserer Helden außerhalb des Schlachtfeldes zu zeigen. Familienprobleme, eine Spendenaktion und zwischenmenschliche Beziehungen stehen in den meist ruhigen Szenen im Vordergrund, womit Warriors sich tatsĂ€chlich einmal die Zeit nimmt, etwas tiefer auf die Figuren einzugehen.

NatĂŒrlich ist dabei wieder jede Menge Patriotismus im Spiel und die meisten GesprĂ€che drehen sich um den Krieg. Das ist auch vollkommen okay, schließlich belasten KampfeinsĂ€tze jeden Soldaten, ganz egal, was da im Einzelfall erlebt wurde. Aber wie jemand auf der Spendengala richtig wiedergibt, lassen sich derartige Erfahrungen nur nachvollziehen, wenn man tatsĂ€chlich dabei gewesen ist - was eben nicht fĂŒr die Familienmitglieder oder Freunde gilt, die nicht an der Front waren. Insofern treffen zwei Welten aufeinander und machen die Lösungsfindung Ă€ußerst schwierig.

Wie gesagt, das ist ein interessanter und sehr ungewohnter Ansatz, der selbstredend zu dramatischen Szenen einlĂ€dt. Bauchschmerzen habe ich allerdings damit, wie das Ganze inszeniert wird. ZunĂ€chst einmal haben mich diverse SprĂŒnge (daher die Überschrift „Hin und her") doch arg gestört. Es ist zwar vollkommen legitim, zwischen verschiedenen (zeitlich getrennten) Handlungen hin- und herzuspringen, aber zumindest mir fiel es in dieser Episode schwer, den Überblick zu behalten. Die Krönung waren die stĂ€ndigen Schnitte zwischen Tom (Eric Dane) im Einsatz und den Ereignissen vorher mit seiner Tochter Ashley (Grace Kaufman). Schon allein die Tatsache, dass wir vom streitgetrĂ€nkten Dialog nichts hören (fehlten den Autoren da die Ideen?), ist blöd. Und als dann endlich ein Satz von Ashley kommt, der Tom stark trifft, wirkt das wie Schnee von gestern, der nebenbei bemerkt eher Ashley in einem schlechten Licht dastehen lĂ€sst. Und wie kommt es jetzt zur Umarmung der beiden gegen Ende? Tja, ebenfalls der Fantasie des Zuschauers ĂŒberlassen.

Also, wenn schon SprĂŒnge einbauen und auch mitten im Kampfgeschehen nutzen, dann bitte doch sinnvoller und der Dramakomponente die nötigen Worte mitgeben. Ich kann mir zwar meinen Teil denken, aber dennoch wirken diverse Szenen eher kĂŒnstlich implementiert statt natĂŒrlich. Und dann kann man es auch gleich lassen, sich ĂŒberhaupt tiefer damit zu beschĂ€ftigen.

Beziehungen

Tom hatte ich bereits angesprochen. Der Held, dessen Kinder sogar den Nachnamen falsch angeben, damit sie nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden. Von Sasha (Bridget Regan) hÀtte man an dieser Stelle auch etwas mehr Intervention erwartet, zumal sie durch ihre eigenen EinsÀtze mehr an den Tisch bringen könnte, als sie letztendlich zustande bringt. Aber da kommt irgendwie nichts, obwohl sie recht gut als Bindeglied hÀtte funktionieren können. Und war Toms VerhÀltnis zu seinen Kindern in Staffel vier nicht weit besser? Woher kommt der Bruch jetzt? Das wirkt alles stark aufgesetzt, um des (Familien-)Dramas Willen.

Zweiter Charakter in dieser Partie ist Danny (Travis Van Winkle), dessen VerhĂ€ltnis zu Kara (Marissa Neitling) offensichtlich einige RĂŒckschritte vollzogen hat. Leben die beiden jetzt in Trennung? Dieser Eindruck macht sich jedenfalls breit. Hier fehlt offensichtlich etwas, denn anders lĂ€sst sich das angespannte VerhĂ€ltnis kaum erklĂ€ren. Warum sollte Danny beispielsweise seinen Sohn nicht sehen wollen oder sich vor der gemeinsamen Familienzeit drĂŒcken? Ergibt null Sinn. Aber gut, hier wird gegen Ende wenigstens deutlich, dass er seiner Vaterrolle doch nachkommt (wohlgemerkt mit erklĂ€renden Szenen - also anders als bei Tom).

Was Miller (Kevin Michael Martin) angeht: der weiß tatsĂ€chlich am meisten zu ĂŒberzeugen und erhĂ€lt diese Woche „seine" Episode. Nicht nur, dass seine Chancen bei Courtney (Bailey Noble) sehr gut ausschauen, nein, er darf auch wĂ€hrend der Jamaica-Mission durch amĂŒsante Szenen auftrumpfen, die zudem am Ende noch fĂŒr ein paar Lacher sorgen. Ich sage nur „Rhubarb".

Mit Blick auf die Spendenaktion und das Wiedersehen mit Cameron Burk (LaMonica Garret) möchte ich nur kurz anmerken, dass die Worte von Reiss (Steven Culp) scheinbar durch das gesamte Land gehen. Amerika muss tatsĂ€chlich vereint wie nie zuvor beziehungsweise wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs sein, wenn man drei afroamerikanische Navy-Offiziere auf eine sĂŒdtexanische Plantage einlĂ€dt, um sie mit Spendenschecks zu ĂŒberschĂŒtten. Hier will auch niemand eine Mauer zu Mexiko bauen, befindet sich die Verteidigungslinie doch mitten im mexikanischen Land. Ich komme jedenfalls nicht drumherum, diese kleine Serienentwicklung als Ă€ußerst positiv wahrzunehmen.

Zuletzt seien an dieser Stelle noch die Szenen von Wolf (Bren Foster) und Azima (Jodie Turner-Smith) erwĂ€hnt, die keine wirklich große Rolle spielen. Dass die beiden ein Paar sind, war uns sicher schon vorher klar. Von daher gibt es hier kurz eine BestĂ€tigung, welche gerne entgegengenommen wird.

Jamaica

TNT
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HĂ€tte es nicht die stĂ€ndigen ZeitsprĂŒnge gegeben, dann hĂ€tte uns diese Handlung sicher mehr Spaß gemacht. Dennoch war das Geschehen nicht ohne, hat ein gutes Ziel und war doch relativ spannend zu betrachten. TatsĂ€chlich konnte man sich um Burk (Jocko Sims) sorgen, der beim Feuergefecht getroffen wird, aber doch recht glimpflich davonkommt.

Dr. Montano (Geoffrey Rivas) ist da schon ein anderes Thema, denn er ist keineswegs der Bösewicht, als welcher er uns anfangs prĂ€sentiert wurde. Eher gegenteilig, entpuppt er sich als jemand, der nicht (mehr) Tavos (Maurice Compte) Ruf folgen will und ist damit eine Figur, die sich bereitwillig als nĂŒtzlich erweist. Gut, dass er bereits vorher die Bekanntschaft von Tom gemacht hat, hĂ€tte man sich schenken können. Aber Montano bringt uns und unsere Helden ein gutes StĂŒck voran und seine GesprĂ€che mit Tom sind schon gut ausgearbeitet - da gibt es meinerseits keine Kritik.

Spannend war natĂŒrlich das Feuergefecht, aus dem unsere Helden glĂŒcklicherweise mit Plan C herauskommen, wenn auch unterbrochen von Toms RĂŒckblicken. Aber am Ende zĂ€hlen halt die neuen Informationen, welche Cuba in den Mittelpunkt der Verteidigungsstrategie rĂŒcken. Wir können jedenfalls gespannt auf die Cuba-Mission warten, die mehr oder weniger kriegsentscheidend sein wird.

Virus

An dieser Front gibt es nicht viel Neues. Swain (Troy Doherty) ist nach wie vor bemĂŒht, der Ursache auf den Grund zu gehen und Alishas (Christina Elmore) Ableben hat sich bestĂ€tigt, wĂ€hrend Kelsi (Caitlin Gerard) weiterhin auf der Flucht ist. Vermutlich wird sie im Laufe der Staffel noch aufgefunden, um einer Strafe zugefĂŒhrt zu werden. Aber vorerst bleibt sie ein Randthema.

Swain erhĂ€lt wĂ€hrenddessen ein nötiges Lob von Tom, bleibt aber ansonsten eher unscheinbar. KunststĂŒck, schließlich kommen die Fortschritte dieser Woche von Montano, der den nĂ€chsten Schritt unserer Helden vorgibt.

Fazit

TNT
TNT - © TNT

Naja, mich hat die Episode nicht so wirklich ĂŒberzeugt. Das war eher holprig. UnĂŒblich fĂŒr The Last Ship versucht man sich hier in dramaturgischen Ereignissen außerhalb des Kriegsgeschehens, die grĂ¶ĂŸtenteils leider nicht ĂŒberzeugen können. Die USS Nathan James im Trockendock ist trotz der GesprĂ€che ihrer Offiziere und Mannschaft nicht gerade berauschend, auch wenn sie sicher bald wieder in See stechen wird. Die BemĂŒhungen, hier mehr auf der dramatischen Schiene abliefern zu wollen, nehme ich zwar wohlwollend zur Kenntnis. Aber sie versagen grĂ¶ĂŸtenteils, was sehr schade ist. Von mir gibt es diese Woche 2,5 von 5 Sternen.

Trailer zur Episode Air Drop der Serie The Last Ship (5x06):

Verfasser: Christian SchÀfer am Dienstag, 9. Oktober 2018

The Last Ship 5x05 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 5
(The Last Ship 5x05)
Deutscher Titel der Episode
Krieger
Titel der Episode im Original
Warriors
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 7. Oktober 2018 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 8. Oktober 2018
Regisseur
Peter Weller

Schauspieler in der Episode The Last Ship 5x05

Darsteller
Rolle
Adam Baldwin
Charles Parnell
Travis Van Winkle
Kevin Michael Martin
Bren Foster
Christina Elmore

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