The Last Ship 5x04

© zenenfoto aus der âThe Last Shipâ-Folge âTropic of Cancerâ (c) TNT
Wendepunkt
Abgesehen vom Staffelauftakt lief es bislang eigentlich ganz gut fĂŒr unsere Protagonisten. In den Episoden zwei und drei lieĂen sich Erfolge verbuchen, die Gustavo (Maurice Compte) zu Beginn von Tropic of Cancer berechtigterweise erzĂŒrnt zeigen. Wir können gar mutmaĂen, dass er seine Hitzköpfigkeit ohne Hector (Rigo Sanchez) nicht abgelegt und seine gesamte âFlotte" (vier Schiffe - spricht man da schon von einer Flotte?) in der frisch aufgebauten Barrikade der YucatĂĄn-StraĂe verloren hĂ€tte.
Aber die Staffel ist natĂŒrlich noch lange nicht vorbei. Entsprechend musste sich das Blatt ein wenig wenden und die Bösewichte einen beziehungsweise mehrere Fortschritte verbuchen - an mehreren Fronten (offscreen und onscreen) kommen Tavos Truppen nun also den Staaten nĂ€her und Cuba hat mitten im Gefecht die Seiten gewechselt (ob gezwungenermaĂen oder nicht, sei mal dahingestellt - hier fehlen noch diverse Einzelheiten, die die Funkstille von Fuentes (Manuel Uriza) besser erklĂ€ren).
Unterm Strich sieht es zu Episodenende nicht gut fĂŒr unsere Helden aus. Ich wĂŒrde sogar vermuten, dass uns jetzt ein weiterer, kleiner Zeitsprung erwartet, der die Lage noch aussichtsloser macht, dafĂŒr aber die Nathan James wieder funktionsfĂ€hig gestaltet. Denn dabei zuzuschauen, wie âThe Last Ship" repariert wird, dĂŒrfte wohl kaum sehr spannend werden.
Vulture Team
Bei Azima (Jodie Turner-Smith), Sasha (Bridget Regan), Wolf (Bren Foster) und Danny (Travis Van Winkle) steht diese Woche der RĂŒckzug an. Ein Flugzeug wartet darauf, unsere vier Protagonisten zurĂŒck in die Heimat zu bringen, aber der Weg dorthin gestaltet sich erwartungsgemÀà schwierig.
Positiv lĂ€sst sich anmerken, dass es diese Woche doch eine Ecke spannender als letzte Woche ist. Im SĂŒden Panamas (und auf der falschen Seite der zerstörten BrĂŒcke) sind kolumbianische Bodentruppen unterwegs, die auch genug Zeit hatten, ein Minenfeld zu legen, welches Wolf schwer genug verletzt, um uns um ihn bangen zu lassen und welches Vasquez (Victor Manso), den designierten FĂŒhrer unserer Truppe, das Leben kostet. Da lĂ€sst sich schon gut mitfiebern, ob das Flugzeug noch erreicht wird.
Andererseits lassen sich aber auch viele Klischees finden, wie die Apotheke im Nirgendwo, die Apothekerin, die Ă€uĂerst gewissenhaft ihren Job verfolgt und damit im Zusammenhang auch wieder die Truppen, die gerade dann der Apotheke einen Besuch abstatten, wenn Wolf versorgt wird. AuĂerdem gehen die feindlichen KrĂ€fte mal wieder im Feuerhagel unter, wĂ€hrend Danny Wolf aus seiner angeschlagenen Situation rettet.
All das war ganz in Ordnung und bekrÀftigt mich in der Vermutung, dass es nÀchste Woche einen Zeitsprung geben wird. Denn einen Wolf im Hospital will ich ebenso wenig sehen, wie eine Nathan James im Trockendock.
USS Nathan James

Dreh- und Angelpunkt sind diese Woche auf der James mit Sicherheit Chandler (Eric Dane) und Slattery (Adam Baldwin). Der Anfang weiĂ da schon sehr zu gefallen, als beide auf den Angriff von Tavo warten und Slattery die Geduld zu verlieren scheint. SpĂ€ter ist Tom dann drauf und dran, das (schwer angeschlagene) Schiff auf eine Verfolgungsjagd zu schicken, die vermutlich tödlich fĂŒr die gesamte Besatzung geendet hĂ€tte. Insofern war es sehr erfreulich, dass Kara (Marissa Neitling) die Chance erhĂ€lt, endlich etwas PrĂ€senz zu zeigen und die vernĂŒnftige Entscheidung zu treffen.
Dazwischen fiel die Angelegenheit gewohnt gut aus. Mexiko hĂ€lt Wort und erweist sich als verlĂ€sslicher VerbĂŒndeter. Ohne Aguilar (Gary Perez) wĂ€ren da jedenfalls einige feindliche Schiffchen mehr unterwegs gewesen. Und ich liebe es, wenn auf der James improvisiert werden muss. Hier im Falle des Antriebs, der Dank eines Einschlags einseitig ausfĂ€llt, was eine schnelle Lösung erfordert. In solchen Situationen macht sich ein TeamgefĂŒhl bemerkbar, wie es vermutlich nur diejenigen kennen, die tatsĂ€chlich mal gedient haben. Und verlustfrei geht unsere Besatzung aus dem Abenteuer ebenfalls nicht hervor, womit die Drama-Komponente gegenĂŒber der Vorwoche deutlich gesteigert wird.
Es finden sich zwar trotzdem ein paar Kritikpunkte in diesem Handlungsstrang wieder und auch eine gewisse Vorhersehbarkeit in Sachen Fuentes. Aber so unterm Strich weiĂ das Geschehen an Bord doch sehr zu gefallen.
Kommandozentrale
Jetzt kommen wir zu dem Handlungsstrang, der die meisten Bauchschmerzen bereitet. Ich spreche da nicht von der Skepsis, die Kincaid (Thomas Calabro) anfangs an den Tag legt, sondern von Kelsi (Caitlin Gerard), die sich erwartungsgemÀà (siehe Review von letzter Woche) als Urheberin beziehungsweise Einschleuserin fĂŒr die Cyberattacke erweist. Und natĂŒrlich von Alishas (Christina Elmore) Reaktion auf die Vermutung, dass Kelsi etwas damit zu tun hat.
Als Zuschauer kann man hier sicherlich eine Menge akzeptieren. Liebe macht blind, Swain (Troy Doherty) ist super-gut mit Computern und Analyse von infiltrierenden Viren und auch, dass sowohl Alisha wie Swain zunÀchst keine weiteren Leute einweihen, lÀsst sich verkraften. Aber wie Alisha vorgeht, nachdem sie ihre Vermutung hat, ist leider kompletter Blödsinn. Blödsinn, wie man ihn eigentlich nur in billigen Soaps findet.
Echt jetzt, wie kann man eine Figur, die seit Beginn der Serie dabei ist und auch zu Beginn dieser Staffel ihre ProfessionalitĂ€t im Job gezeigt hat, zu derart dummen Entscheidungen verleiten? Sie hĂ€tte doch wenigstens Swain gegenĂŒber mal ihren Verdacht Ă€uĂern oder vor Verlassen der Zentrale kurz Burk (Jocko Sims) unter vier Augen sprechen können. Stattdessen macht sie sich selbst verdĂ€chtig und stellt Kelsi ganz allein zur Rede, was obendrein noch tödlich fĂŒr sie endet. Da kommt man aus dem Augenrollen nicht mehr raus.
Fazit
Eigentlich besser als letzte Woche. Eigentlich. WĂ€re da nicht Alishas Handlungsstrang, der die Waage leider zur falschen Seite ausschlagen lĂ€sst. Vulture Team und die James im Einsatz waren zwar nicht perfekt, aber doch wieder besser als in El Puente - einfach, weil die Dramatik und Spannung hier wieder besser passte und obendrein ein Wendepunkt prĂ€sentiert wurde. Aber die Geschichte um den Virus, Kelsi und Alisha zieht das Geschehen letztlich doch wieder ein gutes StĂŒck herunter. Statt vier von fĂŒnf möglichen Sternen gibt es von mir diese Woche jedenfalls nur drei.
Trailer zur Episode Warriors der Serie The Last Ship (5x05):
Verfasser: Christian SchÀfer am Dienstag, 2. Oktober 2018The Last Ship 5x04 Trailer
(The Last Ship 5x04)
Schauspieler in der Episode The Last Ship 5x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?