The Last Ship 5x03

The Last Ship 5x03

In der Folge El Puente der US-Serie The Last Ship gilt es zunächst, Allianzen zu schließen, um Tavo den Weg nach Norden zu versperren. Vulture Team arbeitet derweil am titelgebenden Problem, welches es zu zerstören gilt.

Bridget Regan in „The Last Ship“ (c) TNT
Bridget Regan in „The Last Ship“ (c) TNT
© ridget Regan in „The Last Ship“ (c) TNT

Mexiko und Kuba

Tom Chandler (Eric Dane) ist diese Woche in diplomatischer Mission unterwegs. Mexiko und Kuba liegen miteinander im Krieg und müssen in Form von Captain Luis Aguilar (Gary Perez) und Eduardo Fuentes (Manuel Uriza) an einen Tisch gebracht werden, um Tavo (Maurice Compte) den Seeweg durch die Yucatán-Straße zu versperren. Doch es ist nicht einfach, die Streithähne und deren Leute davon abzubringen, sich gegenseitig an die Kehle zu gehen.

Grundsätzlich liegt es auf der Hand, dass die Staaten Verbündete brauchen und nachdem Tavo bei dem mexikanischen Botschafter keinen Erfolg hatte (um es milde auszudrücken), musste Mexiko sich auf Seite des „Nordens" wiederfinden. Der mexikanische Konflikt mit Kuba ist derweil neu für uns und wirkt, wie aus dem Hut gezaubert, um Tom wieder an Bord der James zu bringen. Die Verhandlungen - wenn man sie denn so nennen möchte - gehen anschließend nicht gerade in die Tiefe und bleiben so lange oberflächlich und feindselig, bis die Botschaft hereinkommt, dass Costa Rica von Tavo „befreit" wurde.

Wie in The Last Ship üblich, werden die Standpunkte auf militärische Art und Weise simplifiziert. Kann man sicherlich mit leben - ich habe da jetzt auch keine umfassenden diplomatischen Verhandlungen erwartet, die sich gar über mehr als eine Folge strecken. Allerdings wäre mir ein Ansatz mit weniger Extremen und dafür ein wenig mehr Finesse lieber gewesen. Schließlich können Länder auch im Clinch miteinander liegen, ohne Krieg zu führen.

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Tom Chandler

Tom mutiert derweil immer mehr zum Allround-Talent. Im Staffelauftakt noch Lehrer, ist er jetzt plötzlich Diplomat und natürlich der einzige, dem die beiden verfeindeten Seiten Gehör schenken werden - wobei ich mir sicher wäre, dass Slattery (Adam Baldwin) mit seiner Methode ebenfalls Erfolg gehabt hätte (vielleicht hätte auch der Papp-Aufsteller von Chandler gereicht, um die beiden Parteien an Bord zu bringen).

Aber so sehr Tom Chandler auch als Vorzeige-Held und Alleskönner glorifiziert wird - schließlich kann er diese Woche erneut dringend benötigte Erfolge verbuchen - machen sich doch einige Risse in seinem Image bemerkbar. Präsident Reiss (Steven Culp) ist nämlich so gar nicht begeistert davon, Chandler wieder an Bord der James und mitten im Geschehen zu haben - was er gegenüber Meylan (Emerson Brooks), Kincaid (Thomas Calabro) und den anderen auch deutlich zum Ausdruck bringt (kleine Anmerkung am Rande: Kincaid können wir von einer möglichen Liste an Verdächtigen streichen - der stellt sich zusammen mit den anderen vor Tom).

Aber sind die Zweifel von Reiss berechtigt? Immerhin sehen wir Tom zweimal ins Leere starren und die Geräuschkulisse (die offenbar nur er hört), lässt uns ahnen, dass da etwas nicht stimmt. Falls sich sein Verhalten in Richtung PTSD entwickeln sollte, wird hier hoffentlich ein besserer Weg eingeschlagen als bei Burk (Jocko Sims) in der letzten Staffel.

Maulwurf

Der Angriff auf unsere frische Allianz zur See, der den Actionfaktor in diesem Handlungsstrang ins Spiel bringt, lässt die Vermutung aufkommen, dass sich ein Spitzel in den eigenen Reihen befindet, der die Position der James an Tavo weitergeleitet hat. Viel zu zielstrebig fliegen die Flugzeuge ihren Zielen entgegen, als dass es sich dabei um einen Zufall handeln könnte. Skeptische Blicke in Richtung Mexiko und Kuba können wir ähnlich wie Slattery und die anderen zu den Akten legen. Stattdessen rückt da jemand anderes in unser Blickfeld.

Die Rede ist von Kelsi (Caitlin Gerard), die uns in Casus Belli bereits kurz vorgestellt wurde und mit Alisha (Christina Elmore) liiert ist. Okay, vielleicht irre ich mich auch und diese Szenen dienen bloß dazu, ein paar kurze Einblicke in eine (gleichgeschlechtliche) Beziehung zu geben, bei der sich beide Partner in unterschiedlichen Welten (zivil und in Uniform eben) aufhalten.. Aber Kelsi ist schon recht neugierig, was den Aufenthaltsort der USS Nathan James angeht und Swain (Troy Doherty) findet heraus, dass gleich zwei Viren die Systeme befallen haben - einer zum Sabotieren und einer zum Spitzeln? Ist es etwa möglich, dass Alishas Smartphone (im Auftakt hinter den Kontrollen deponiert) der Zugangspunkt für die Cyberattacke war? In meinen Augen ist es jedenfalls auffällig, wie der kleine Nebenstrang von Kelsi und Alisha gehandhabt wird und andere Beziehungshandlungen, die sich anbieten könnten, komplett fehlen oder nur kurz im Auftakt angeschnitten wurden. Was meint ihr?

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El Puente

Beim Vulture Team dreht sich diese Woche alles um die Sprengung der Brücke, was Tavos' Bodentruppen an einem schnellen Vormarsch „al norte“ hindern soll. Mir ist zwar ein wenig schleierhaft, wie er Costa Rica „befreien" konnte, wenn seine Truppen momentan noch Panama durchqueren müssen, aber die große Frage ist ohnehin, was ihm an Kriegsgerät und Personal zur Verfügung steht (sicher mehr als die abgeschossenen Flugzeuge und die versenkte Korvette).

Unterhaltungstechnisch ist der Einsatz von Azima (Jodie Turner-Smith) und Wolf (Bren Foster) sowie Sasha (Bridget Regan) und Danny (Travis Van Winkle) jedenfalls gut gelungen. Action gibt es reichlich, allerdings hätte es gerne spannender und auch dramatischer ausfallen können. Zwar müssen unsere beiden Zweier-Teams des Öfteren improvisieren, aber das große Drama weicht einem überzeichneten Humor, woran ein gewisser Perez (Ivo Nandi) nicht ganz unschuldig ist. Schon allein die Tatsache, dass ihn (von seinen eigenen Gefolgsleuten) kaum jemand kennt, obwohl er ein sehr wichtiger Mann zu sein scheint (wie der mysteriöse AZUL-Ordner in seinem Besitz zeigt), ist „komisch". Und sein Abgang setzt dem Ganzen natürlich die Krone auf.

Worauf ich aber hinauswill, ist schlicht, dass sich diese Woche beim Vulture Team weniger mitfiebern lässt als letzte Woche. Azimas Schusswunde ist nicht mehr existent und trotz ein paar bedrohlicher Situationen kommt nie das Gefühl auf, sie würden es nicht schaffen. Das Popcorn schmeckt zwar trotzdem, aber es fehlt der Moment, wo man kurz aufhört zu kauen und gebannt auf den Bildschirm starrt.

Sonstige Gedanken

- Die neue Helikopter-Crew ist der Hammer. Gerne mehr davon. Toms Gesicht nach dem Flug zur Nathan James: unbezahlbar.

- Apropos Heli. Wieso haben Tavos Flugzeuge keine Raketen? Und wie viel Schwein muss man haben, um drei Fliegen mit zwei Klappen zu schlagen?

- Es ist nett, dass Tom auch mal über den großen Lautsprecher reden darf. Aber aus taktischer Sicht war das dumm. Lieber den Feind im Ungewissen lassen und so. Positiv allerdings, dass Vulture Team mitlauscht und ein wenig up-to-date gebracht wird.

Fazit

Die fünfte Staffel macht sich weiterhin gut. El Puente ist unterhaltungstechnisch auch vollkommen in Ordnung, lockert allerdings die Spannungsschraube ein wenig zu weit, als dass sie an die ersten beiden Episoden herankommen könnte. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen.

Verfasser: Christian Schäfer am Dienstag, 25. September 2018

The Last Ship 5x03 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 3
(The Last Ship 5x03)
Deutscher Titel der Episode
Die Brücke
Titel der Episode im Original
El Puente
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 23. September 2018 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 24. September 2018

Schauspieler in der Episode The Last Ship 5x03

Darsteller
Rolle
Adam Baldwin
Charles Parnell
Travis Van Winkle
Kevin Michael Martin
Bren Foster
Christina Elmore

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