The Last Ship 2x13

Der letzte Widerstand?
Nachdem letzte Woche in einer fĂŒr The Last Ship nahezu perfekten Folge der groĂe Widersacher Ramsay (Brian F. O'Byrne) mitsamt U-Boot aus dem Verkehr gezogen wurde, meldet sich diese Woche Kevin McDowell (Patrick Brennan) zurĂŒck - einer von Ramsays Gefolgsleuten. Ăbrigens genau der, der einst Michener (Mark Moses) rekrutierte. Und der hat keineswegs vor aufzugeben und lĂ€sst Michener und Chandler (Eric Dane) wissen, dass er zwar im Moment den Ball flach halten, aber keineswegs von der BildflĂ€che verschwinden wird. Diesen Worten lĂ€sst er prompt Taten folgen und so findet die USS Nathan James im ersten angesteuerten Hafen kaum Leute vor - die aber dringend benötigt werden, um das Heilmittel wirkungsvoll zu verteilen.
Es war klar, dass die Verteilung des Heilmittels nicht ohne Probleme verlaufen wĂŒrde - trotz der neuen Ansprache des PrĂ€sidenten ĂŒber Valeries (Tania Raymonde) Netzwerk. BloĂ weil man Ramsay ausschalten konnte, sind die Immunen als Thema noch nicht vom Tisch (und werden es vermutlich auch in der dritten Staffel noch nicht sein). Durch die vollmundige AnkĂŒndigung, wann und wo die Nathan James Anker legen wird, weiĂ McDowell zudem auch genau, wo er zuschlagen muss.
Sein Plan ist zwar bei nÀherem Hinsehen nicht unbedingt der beste, denn die Leute zu infizieren, die kurz darauf das Heilmittel bekommen sollen, wirkt leicht sinnlos. Aber die Panikmache, auch dadurch, dass McDowells Leute sich als Navy-Offiziere ausgeben, ist durchaus effektiv und zeigt Wirkung.
FĂŒr den Zuschauer bedeutet das auch in der letzten Folge eine hĂŒbsche kleine Actionsequenz, in der Kevin schlieĂlich unterliegt und gefangen genommen wird. Fraglich bleibt aber, ob tatsĂ€chlich das kostbare Heilmittel in Form eines Aerosols verteilt werden musste. Wenn man kurz ĂŒberlegt, wer da schon alles vor Ort war - Tex (John Pyper-Ferguson), seine bereits geheilte beziehungsweise geimpfte Tochter Kathleen (Jade Chynoweth), das in Windeseile eingetroffene Einsatzteam der Nathan James - und wie dicht die Menge bereits stand, dann sollte doch die Verbreitung der Heilung auch ohne Aerosol kein Problem darstellen.
Der ErklÀrbÀr geht um
Was man der Episode auĂerdem vorhalten kann, sind die ausgiebigen ErklĂ€rungen am laufenden Bande. Haarklein erklĂ€rt Dr. Rachel Scott (Rhona Mitra), wie man die Heilung am besten weitergibt, wie lange sie einsetzbar ist et cetera. Klar, fĂŒr die Crewmitglieder mögen diese AusfĂŒhrungen wichtig sein, aber wir Zuschauer konnten doch bereits sehen, wie das funktioniert. Warum also alles noch einmal und in der LĂ€nge zeigen?
Und natĂŒrlich gibt es spĂ€ter dann auch ausgiebige Szenen davon, wie jeder HĂ€nde schĂŒttelt, andere berĂŒhrt und Wasserflaschen teilt, nachdem man selbst daraus getrunken hat. Ein paar Szenen weniger davon hĂ€tten es ebenso gut getan.
Ăhnliches gilt fĂŒr Jeters (Charles Parnell) GesprĂ€ch mit seinen Schwiegereltern. Wie oft wurde da noch gleich erwĂ€hnt, dass es sich nicht um eine abhörsichere Leitung handelte? Es lieĂ sich mehrere Seemeilen gegen den Wind riechen, dass Jeters Rat sich als Fehler und fĂŒr die Gegenseite hilfreich erweisen wĂŒrde.
Man kann ja verstehen, dass es nicht ganz ohne solche Szenen geht. Aber weniger kann hier durchaus mehr sein. Nicht nur, um die Sache fĂŒr den Zuschauer weniger vorhersehbar zu machen, sondern auch, um ihm keinen (ErklĂ€r-)BĂ€ren aufzubinden - denn der wird doch schnell langweilig. Insofern war es ĂŒbrigens auch abzusehen, dass Rachel vom PrĂ€sidenten begnadigt und ihr der Mord an Niels verziehen werden wĂŒrde.

Very Happy Ending...
Nachdem gegen Ende dann alles gut ausgegangen ist, erwarten uns gut und gerne zehn Minuten Happy End. Jeter trifft seine Schwiegereltern, Tex hat seine Tochter, Danny (Travis Van Winkle) macht Foster (Marissa Neitling) einen Heiratsantrag (den sie annimmt), zwischen Chandler und Scott ist wieder alles in Ordnung, das Heilmittel wurde unter die Leute gebracht und alle fangen schlieĂlich gemeinsam und gut gelaunt an zu singen.
Dabei gibt es zahlreiche Momente, die gut gelungen und auch rĂŒhrend sind. Vor allem das Gedenken an die verstorbenen Crewmitglieder war regelrecht ergreifend. Auch wenn man da kein Fan von zu groĂen Happy Endings ist, wirkt hier doch alles stimmig und passt wunderbar zu einem Staffelfinale von The Last Ship. Man hĂ€tte sogar meinen können, bereits dem Serienfinale beizuwohnen, wenn da nicht noch ein oder zwei Dinge wĂ€ren...
...and a Cliffhanger
ZunĂ€chst einmal bekommen wir einen Hinweis darauf, wie es mit der Crew der USS Nathan James um Captain Chandler weitergehen soll. PrĂ€sident Michener drĂŒckt sich da Tom gegenĂŒber wie folgt aus: „We have a nation to build and a world to repair, and there's no one I trust more.“
Es lĂ€sst sich also annehmen, dass die dritte Staffel sich mit dem Wiederaufbau beschĂ€ftigen wird. Denkbar wĂ€ren da mehrere HandlungsstrĂ€nge, bei denen zum Beispiel gezeigt wird, wie Michener eine neue Regierung (ein PrĂ€sident alleine reicht schlieĂlich noch nicht) aufbaut und SchĂ€den im Landesinneren behoben werden. Tom Chandler wird wĂ€hrenddessen vermutlich mit der (dann reparierten und frisch bestĂŒckten) USS Nathan James zu Wasser vor neuen Herausforderungen stehen - ob da jetzt ein neuer Gegenspieler kommt oder an den Immunen festgehalten wird, sei mal dahin gestellt. Es spricht aber vor allem die letzte Szene dafĂŒr, dass Ramsays Vorgehen (welches ja angeblich weltweit stattgefunden hat) noch lĂ€ngere Auswirkungen haben wird. Ob es dabei spannend genug wird, um uns auch in der dritten Staffel zu begeistern, bleibt natĂŒrlich abzuwarten.

Aber eine spannende Sache wird uns garantiert in der nĂ€chsten Staffel beantwortet: Ist Rachel tatsĂ€chlich tot oder nicht? Es sah zwar nicht gut aus, als einer von McDowells Handlangern (Travis Hammer) ihr einen Schuss aus nĂ€chster NĂ€he verpasst hat. Aber „The Last Ship“ ist nicht unbedingt eine Serie, die ihre Hauptfiguren in solchen Aktionen ĂŒber die Klinge springen lĂ€sst. Und Rachel ist eine der essentiellsten Figuren (gewesen?) - sollten sich auf Dauer bei dem Heilmittel Probleme ergeben (was eine weitere Möglichkeit fĂŒr Staffel drei sein könnte), wird man sie sicher brauchen.
Fazit:
Ein solides Staffelfinale, welches schon fast als Serienende dienen könnte. Die gröĂere PrĂ€senz des ErklĂ€rbĂ€ren und ein paar Ungereimtheiten drĂŒcken zwar auf die Stimmung, aber das lĂ€sst sich dem Epilog zur zweiten Staffel noch verzeihen. Zudem war nach der grandiosen letzten Folge schon zu erwarten, dass A More Perfect Union ein wenig hintenan stehen wĂŒrde. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Montag, 7. September 2015The Last Ship 2x13 Trailer
(The Last Ship 2x13)
Schauspieler in der Episode The Last Ship 2x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?