The Last of Us 2x01

The Last of Us 2x01

Die 2. Staffel von „The Last of Us“ zeigt im Auftakt einen Zeitsprung, bei dem Joel und Ellie entfremdet wirken. Außerdem lauert eine neue menschliche Gefahr.

Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“
Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“
© HBO

Die Serie The Last of Us begeisterte Anfang 2023 viele Serienjunkies und Gamer mit einer wunderbaren Adaption der beliebten Videospielvorlage und einem starken Cast, der von Pedro Pascal als Joel und Bella Ramsey angeführt wurde. Etwas mehr als zwei Jahre später geht es bei HBO und in Deutschland wie gewohnt bei Sky Atlantic und den Sky-Streamingdiensten Sky Go, Sky Q und WOW mit der zweiten Staffel weiter. Diesmal steht hierbei das durchaus kontroverse zweite Spiel im Fokus.

Kurz vor dem Start wurde übrigens auch schon eine dritte Staffel bestellt, weil die Vorlage diesmal deutlich länger ausfällt und man in diesen sieben Episoden längst nicht alle zentralen Handlungsstränge unterkriegen dürfte.

Ich habe zwar das Spiel gespielt, aber bisher nur die erste Folge gesehen und werde das für die Besprechungen auch weiterhin so handhaben, dass ich immer nur eine Episode betrachte. Alle bisherigen Reviews zur Serie „The Last of Us“ findet Ihr natürlich im SERIENJUNKIES.DE-Archiv.

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Das Leben mit der Lüge

Joel hatte am Ende der Debütstaffel Hoffnungsträgerin Ellie gewaltsam aus dem Krankenhaus der Fireflies entführt und dabei die medizinischen Helfer brutal ermordet. Ellie gilt als immun gegen die Pliz-Pandemie und aus ihrem Blut hätte womöglich ein Heilmittel generiert werden können - wahrscheinlich auf Kosten ihres Lebens. Joel lügt sie anschließend an, als Ellie ihn fragt, was geschehen ist, was die Zuschauer:innen in dieser Folge auch noch einmal sehen. Allerdings steht im Raum, dass Ellie die Lüge zwar durchblickt, jedoch akzeptiert.

In der Folge lernen wir die neue Figur Abby (Kaitlyn Dever; Last Man Standing, Dopesick) und ihre Freundesgruppe kennen. Sie stehen vor einer Reihe von Gräbern, die offenbar auf Joels Handeln zurückgehen und hinterlassen einen Firefly-Anhänger. Abby verspricht grausame Rache und hofft auf den Rückhalt ihrer Gruppe. Noch weiß man jedoch nicht, wie man Joel ausfindig macht...

5 Jahre später - Jackson, Wyoming

Dina und Ellie müssen die Stadt beschützen - auf einem Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“.
Dina und Ellie müssen die Stadt beschützen - auf einem Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“. - © HBO

Es sind fünf Jahre vergangen. Ellie ist also 19 Jahre alt und die beiden Protagonist:innen sind in der aufblühenden Gemeinde Jackson, Wyoming untergekommen, die von einem Rat angeführt wird, zu dem Joels Bruder Tommy (Gabriel Luna) und auch dessen Frau Maria (Rutina Wesley) gehören. Tommy und Maria sind außerdem inzwischen Eltern.

Joel beschäftigt sich nicht nur mit der Städteplanung, sondern auch mit dem Reparieren von elektrischen Geräten, was Ellie zwar nicht interessiert, dafür Dina (Isabela Merced), eine gute Freundin von Ellie. Wir erfahren, dass Ellie sich in eine für Joel schwierige Richtung entwickelt hat, sie ist distanziert und verbringt die Zeit gerne auf ihrem Zimmer, einer Garage des gemeinsamen Hauses.

Jackson als Gemeinschaft wirkt sicher und gut organisiert. Ein Problem scheint allerdings eine Zuwanderungswelle zu sein, wobei Maria gerne mehr Menschen aufnimmt, als es die Kapazität zulassen würde. Joel sieht es zwar ähnlich, zeigt aber auch klare Kante, dass die Einheimischen Vorrang haben sollten - aus Sicherheitsgründen, da das Tempo der Expansion nicht ohne Weiteres gesteigert werden kann.

Ellie schleicht sich derweil gegen Joels Wunsch mit Tommy heraus - um mit ihm und einem Scharfschützengewehr auf die Infizierten zu schießen. Mit Tommy scheint die Chemie derweil etwas besser zu stimmen als mit Ziehvater Joel. Beunruhigend ist außerdem, dass in einem Rohr, trotz Winterwetter, Sporen zu wachsen scheinen... Es kriselt also auch im bisher wohl recht sicheren Jackson gleich an mehreren Ecken...

Joel in Therapie

Joel in Therapie - auf einem Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“
Joel in Therapie - auf einem Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“ - © HBO

Eine erste große Abweichung zum Videospiel ist, dass Joel sich in der Serie in Therapie begibt, wobei (Catherine O'Hara; Schitt's Creek, „Kevin - Allein zu Haus“) als Gail seine Gesprächspartnerin ist. Mit ihr spricht er, bei einem alkoholischem Getränk, über seine Beziehung zu Ellie. Nach fünf Sitzungen kann Gail jedoch die professionelle Distanz nicht mehr wahren, denn offenbar hat Joel ihren Mann auf dem Gewissen. Viel mehr erfahren wir nicht, außer, dass das irgendwann im Zeitsprung passiert sein muss und er wohl Eugene hieß. Immerhin waren sie über 40 Jahren zusammen, weswegen man Gails emotionalen Ausbruch verstehen kann - auch wenn in dieser Welt wohl so gut wie jeder inzwischen Verluste hinnehmen musste. Es hat jedoch noch einmal eine ganz andere Qualität, den Mörder des Partners zu therapieren...

Ein neues dynamisches Duo: Dina und Ellie

Es wird relativ schnell deutlich, dass Ellie momentan unerwiderte Gefühle für Dina hat. Bisher war diese nämlich immer mal wieder mit dem vier Jahre älteren Jesse (Young Mazino, Beef) zusammen, der die Patrouillen mitorganisiert, zu denen die beiden jungen Frauen etwas zu spät kommen. Eigentlich gilt es, eine Routine-Route abzureiten. Doch dann finden Sie einen Bären, der von einem Klicker ausgeweitet wurde, in der Nähe eines verlassenen Ladens. Ellie und Dina wollen sich darum kümmern, auch um die strengen Regeln etwas herauszufordern und etwas Spaß zu haben.

Die Szene etabliert die Chemie zwischen den beiden auf schöne Art und Weise und zeigt, was für ein gutes Team sie gegen die Infizierten sein können. Auch eine Flasche kommt, wie aus den Spielen bekannt, als Ablenkung zum Einsatz, ehe Ellie mit dem Messer dem Klicker aus dem Verkehr zieht. Viel Grund zum Feiern gibt es aber nicht, weil sie wenig später durch den morschen Boden bricht und mehrere Meter nach unten fällt. Dina muss zunächst einen Weg zu ihr suchen, während Ellie auf eine neue Form von intelligenten Angreifer trifft, der nicht blindlings auf sie zuläuft, sondern ausweicht und sich verstecken kann (wie ein Stalker-Typ im Spiel).

Ellie wird dabei wieder einmal gebissen, aber da sie immun ist, passiert ihr nichts. Dennoch kümmert sie sich um die Wunde, erstattet dem Jackson-Rat ihren Bericht, der der die beiden gut genug kennt, um zu erkennen, dass Dina Ellie mit einer kleinen Lüge den Rücken deckt, während man Ellies Darstellung des neuen Gegner-Typus Glauben schenkt.

Dina auf einem Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“
Dina auf einem Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“ - © HBO

Wenig später steht die große Neujahrsfeier an, zu der sie mit Dina geht. Es ist festlich geschmückt, es gibt schöne Lichter und Livemusik und so kommt es, dass Dina und Ellie zu einem langsamen Musikstück tanzen, dabei schmusen und sich küssen. Das gefällt einem älteren Bewohner der Stadt so gar nicht, der sie zuerst ermahnt, dass das eine Familienfeier ist und sie dann homophob beleidigt. Das sieht auch Joel und rastet in Ellies Namen aus, was Ellie aber wiederum kritisiert.

Die Stimmung ist also erst mal eisig, nicht nur wegen des Winters. Als Ellie dann nach Hause kommt, sieht sie ihn mit der Gitarre, deren Saiten er neu aufziehen wollte, auf der Veranda sitzen. Doch ein klärendes Gespräch findet (vorerst) nicht statt. Die Sporen scheinen derweil zu wachsen und auch die Gruppe von Abby scheint sich Jackson nach fünfjähriger Suche zu nähern...

Ein neuer Status quo, der langsam aufbaut wird

Der Auftakt zur zweiten Staffel der Serie „The Last of Us“ lässt sich Zeit, die Figuren in ihrer neuen Umgebung zu zeigen, neue Player einzuführen und hat auch Raum für frische und bereits etablierte Bedrohungen.

Dabei gibt es tatsächlich auch ein paar Längen, die man sich leistet oder gönnt. Bisher hat „The Last of Us“ allerdings gerne Fehler vermieden, die The Walking Dead irgendwann stark abgewertet haben, etwa fahrlässiges Verhalten bei Konfrontationen mit den Infizierten. In der ersten Folge leistet sich Ellie ein paar Fehler im Überlebenskampf, was entweder auf fehlende Routine hindeuten soll oder eine gewollte Konstruktion durch die Macher ist. Gleichzeitig muss man festhalten, dass Ellie physisch eben auch nur ein durchschnittliches junges Mädchen ist und keineswegs ein muskulöses Supergirl. Also mal abwarten...

Videospielfans könnten vielleicht etwas verwundert sein, dass für Abby niemand mit breitem Kreuz und großen Muskeln gecastet wurde, sondern mit Dever eine eher schmächtige Person. Hier muss man wohl etwas abwarten, wie sich das entwickelt. Auch bei Dina, so charmant ihre Darstellerin rüberkommt, muss man sich wohl an leichte optische Unterschiede gewöhnen. Aber das war ja auch schon bei Joel und Ellie der Fall und insgesamt schnell vergessen.

Generell habe ich daher Vertrauen in die Castingverantwortlichen und die Showrunner Craig Mazin und Neil Druckman, die auch schon in der ersten Staffel ein wahnsinnig gutes Händchen für ihre Figuren und Geschichte demonstriert haben. Schauspielerisch gibt es jedenfalls erneut einige tolle Performances zu beobachten, die die Verletzlichkeit und innere Gebrochenheit der Figuren betonen. Die erste Staffel hatte bewusst etwas an Konfrontationen mit Pilzköpfen gespart, während diese Folge direkt mehrere solcher Szenen präsentiert. Das sorgt dafür, dass das durchaus gemächliche und charakterzentrierte Erzähltempo etwas durchbrochen wird.

Fazit

Ellie (Bella Ramsey) in ihrer Garage auf einem Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“
Ellie (Bella Ramsey) in ihrer Garage auf einem Szenenfoto aus der Episode „Future Days“ der US-Serie „The Last of Us“ - © HBO

Ich habe mich wahnsinnig auf die Rückkehr von „The Last of Us“ gefreut und dem Comeback entgegengefiebert. Gleichzeitig verstehe ich auch, dass es eine strukturelle Herausforderung ist, die Vorlage umzusetzen, die mit einigen Überraschungen daherkommt und so mehr Anpassungen für die Serie notwendig sein werden. Diese sind bisher auch größtenteils gelungen. Vielleicht hätte man Abby und Co dennoch etwas beeindruckender einführen können oder sich eine Überraschung zu ihrer Agenda aufsparen können.

Und auch die kleinen Längen in der Folge überraschen. Dafür gibt es allerdings auch wieder einige Momente, die ganz starke Erinnerungen an das Game wecken und man muss ja auch immer für diejenigen die Serie gestalten, die das Spiel nicht kennen. Also kann man kleinere Unzulänglichkeiten hier und da verzeihen.

In meiner Wertung erlaube ich mir diesmal, etwas auf hohem Niveau zu jammern und gebe vorsichtige dreieinhalb von fünf Holzfällerhemden. Die Folge hat zwar viele schöne Momente, haut mich aber nicht so um, wie es einige Episoden aus der vorherigen Staffel noch leisten konnten. Also ist somit etwas Luft nach oben für die weiteren sechs Kapitel, die sicherlich einiges an Zündstoff bieten.

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 14. April 2025

The Last of Us 2x01 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 1
(The Last of Us 2x01)
Titel der Episode im Original
Future Days
Länge der Episode im Original
59 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 13. April 2025 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 14. April 2025
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 14. April 2025
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 14. April 2025
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 14. April 2025

Schauspieler in der Episode The Last of Us 2x01

Darsteller
Rolle
Young Mazino
Tati Gabrielle
Ariela Barer
Mel

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