The Killing 2x08

Der Cliffhanger aus der letzten Episode war einschneidend und grausam, was folgte war eine Woche lang zittern und hoffen. Und Off the Reservation erlöst den Zuschauer zunächst nicht. Die Suche nach Holder zieht sich quälend lange hin.
Lindens Besorgnis ist rührend zu beobachten. Sie öffnet sich. Doch ist es dafür vielleicht schon zu spät?
Die neuesten Verdächtigen
Off the Reservation führt nicht unbedingt näher zum Mörder, sondern näher an den Rand des Abgrundes, an dem Linden (Mireille Enos) und Holder (Joel Kinnaman) stehen. Wo genau dieser verläuft, hat die Episode nicht deutlicher gemacht.
Eine zwiespältige Figur bleibt Lindens Vorgesetzter, Erik Carlson (Mark Moses). Die schließlich doch eingeleitete Suche zeigt, dass er nicht der gewissenlose Strippenzieher im Hintergrund ist. Die Vergangenheit hat offengelegt, dass er mit dem Bürgermeister Adams (Tom Butler) unter einer Decke steckt. Doch wie steht er zu Nicole Jackson (Claudia Ferri)? Was bedeutet das Treffen mit ihr auf der Straße? Vielleicht ist er der willige Spielball der Politik, vielleicht steckt aber auch mehr dahinter.
Rosies Verbindungen zum Casino wurden zwar beleuchtet, zur Lösung des Rätsels hat das dennoch nicht geführt. Wie die Casinochefin und ihre Baustelle in der zehnten Etage, die eine Verbindung zu der Baufirma von Jaspers Vater, Michale Ames (Barclay Hope) herstellt, mit dem Mord zusammenhängen, das wird die Zukunft zeigen müssen.
Die Liste potentieller Verdächtiger wird länger, Nicole Jackson hat sich auf die obersten Plätze gespielt.
Zerschmetterte Hoffnungen
Die letzten Episoden haben ein für The Killing erstaunliches Maß an Hoffnung und Zuversicht hervorgebracht. Darren Richmond (Bill Campbell) fasste neue Hoffnung und erntete mit der Geschichte von Jaimes Großvater immerhin einen Achtungserfolg. Stan (Brent Sexton) hatte beschlossen, nicht mehr stillzuhalten und sich Gehör verschafft. Linden waren einige idyllische Momente mit ihrem Sohn vergönnt, an denen auch Holder Anteil hatte.
Off the Reservation zerschmettert diese Hoffnungen eiskalt. Richmond will die so emotionale Rede wiederholen. Doch alles, was die Aufnahmegeräte der Presse dieses Mal einfangen, ist die ernüchternde Erinnerung an eine Geschichte, die nicht ihm passiert ist. Stan scheint die Früchte seines Aufrufs ernten zu können. Einen Dämpfer erhält sein Enthusiasmus jedoch als er sich von Linden abserviert wird. Linden muss ein weiteres Mal um ihren Sohn bangen und ihn verzweifelt suchen. Dieses Mal ist nicht einmal Holder da, um ihr beizustehen.
Schneidende Einsamkeit
Die Hoffnungslosigkeit der Figuren führt sie nahtlos in die Einsamkeit. In dieser Hinsicht bemüht The Killing auch dieses Mal wieder gerne Metaphern. Holders Süßigkeiten-Figur, die im Dreck auftaucht, sehr deutlich. Stan, Jaime (Eric Ladin) und Gwen (Kristin Lehman), die sich mit einem hellen Regenschirm durch ein Meer von dunklen Schirmen kämpfen müssen, ebenso.
Stans Einsamkeit trifft einen dagegen überraschend und tut selbst vor der Mattscheibe empfindlich weh. Sicher, seine Spurensuche mit Belohnung ist mehr Beschäftigungstherapie als echte Hilfe. Doch dann kam diese Frau. Alleine dadurch, dass sie gezeigt wird, bekommt sie eine Wichtigkeit, die auch dem Zuschauer Hoffnung einflössen kann. Gerade war eine völlig neue Seite von Rosie offenbar geworden, ihre Arbeit im Casino. Warum also soll diese Frau Rosie nicht auch gekannt haben?
Wie sehr hofft man, dass ihre Aussagen konkreter werden, sie etwas preisgibt, dass zeigt: Ja, sie kannte Rosie wirklich. Und dann kommt der niederschmetternde Satz, der sie disqualifiziert. Der Stan und dem Zuschauer ein Stück weit das Herz rausreißt.
Stichwort Einsamkeit, da fehlt natürlich Linden nicht, die endlich ihren Sohn gehen lässt. Der Anblick ihres Sohnes, der einsam am Kai sitzt scheint sie wachgerüttelt sie haben. Sie lässt Jack (Liam James) zu seinem Vater gehen. Sie holt ihn aus der Einsamkeit und nimmt sie auf sich.
Das Ende eines Duos?
Ihre Einsamkeit wird auch dieses Mal wieder von Holder beendet, der am Flughafen auftaucht. Doch das Dreamteam kommt aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander zu. Linden hat gerade ihren Sohn zugunsten der Arbeit an dem Mordfall weggeschickt. Holder hat soeben seinem Neffen ein gegensätzliches Versprechen gegeben. Einmal schon hat er seine Familie für Linden zurückgestellt. Wird er es wieder tun?
Ist das Traumpaar zurück? Am Ende sieht man eine energiegeladene Linden voller Pläne neben einem stillen Holder. Er sagt nichts. Wird er das Versprechen, dass er seinem Neffen gegeben hat, brechen?
Fazit
Nichts im Umfeld von The Killing ist im eigentlichen Sinne schön. Aber Off the Reservation ist auf jeden Fall sehenswert.
An erster Stelle steht natürlich die Erleichterung darüber, dass Holder noch lebt. In einigen Tagen wird man wissen, ob er auch noch am Fall dran ist.
Für die meisten anderen Charaktere hat Off the Reservation nichts Gutes gebracht. Linden hat ihren Sohn weggeschickt, Stan seinen einzigen Hoffnungsschimmer verloren und Richmond findet sich auf einer schlechten Position im Wahlkampf.
Die Enttäuschung und der Schmerz schlagen einem in dieser Episode so dicht entgegen, sind so gut geschrieben, produziert und umgesetzt, dass man es beinah selbst fühlen kann. Die depressive Grundstimmung, die The Killing immer mit sich bringt, zeigt sich in Off the Reservation als dichtes Netz, das den Zuschauer gefangen nimmt.
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 16. Mai 2012(The Killing 2x08)
Schauspieler in der Episode The Killing 2x08
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