The Flash 1x01

Bei The CW ist nach langer Antizipation und einer ersten EinfĂŒhrung in einer Arrow-Doppelfolge in der zweiten Staffel nun endlich The Flash an den Start gegangen. Grant Gustin spielt in der neuen Serie Barry Allen, der als Forensiker fĂŒr das Team des CSI tĂ€tig ist und bei der AufklĂ€rung von Verbrechen hilft. Barry hat einen Ruf als Trödler. Er kommt oft zu spĂ€t und hat nur schlechte Ausreden parat, etwa, dass sein Auto nicht angesprungen sei - dabei besitzt er gar keins... Zum GlĂŒck sind seine FĂ€higkeiten dafĂŒr sehr hilfreich und fĂŒhren die Polizisten stets auf die richtige FĂ€hrte. Und auch bei Detective Joe West (Jesse L. Martin), dem Vater von Barrys bester Freundin Iris (Candice Patton), hat er einen Stein im Brett. Der Detective deckt ihn so gut es ihm möglich ist.
(Anzeige)Barry interessiert sich privat ebenfalls sehr fĂŒr die Wissenschaft. Besonders der neue Partikelbeschleuniger der S.T.A.R. Labs hat es ihm angetan, der bald in Central City mit einer groĂen Gala vorgestellt werden soll. Dessen Schöpfer ist Harrison Wells (Thomas Cavanagh), der unterstĂŒtzt wird von Caitlin Snow (Danielle Panabaker) und Cisco Ramon (Carlos Valdes). Gemeinsam mit Iris besucht Barry die feierliche Veranstaltung, wo jedoch ein Dieb Iris' Dissertation entwendet. Barry versucht, ihr ihre einzige Kopie (das muss man doch sichern, Iris!) wiederzubeschaffen. Im Endeffekt ist es Detective Eddie Thawne (Rick Cosnett), der frisch zum CCPB transferiert ist, der den Verbrecher stellt.
Kurz darauf muss Barry noch etwas in seinem Labor erledigen. Dabei sieht man auch, dass ihn noch etwas anderes beschĂ€ftigt, nĂ€mlich die AufklĂ€rung des Mordes an seiner Mutter. Hinweise sammelt Barry an einer Indizienwand. Er will nicht wahrhaben, dass sein Vater Henry (gespielt vom Ur-Flash aus den 90ern John Wesley Shipp) dies getan haben soll. Doch seitdem verbĂŒsst Vater Allen eine Haftstrafe. Beim Vorfall war Barry gerade einmal 11 Jahre alt und eine Person mit SuperkrĂ€ften war ebenfalls anwesend. Sein Vater konnte ihn lediglich dazu anhalten, wegzulaufen. Alsbald befand Barry sich plötzlich weit von seinem Zuhause entfernt auf einer StraĂe. Einzig einen gelber Umriss eines Mannes konnte er damals ausmachen.

Im Labor geschieht es dann: Der Unfall, der Barrys Leben verĂ€ndern soll. Der Partikelbeschleuniger hat eine Fehlfunktion und eine anschlieĂende Blitz-Schockwelle ĂŒberzieht die ganze Stadt. Auch Barrys Labor, das voller Chemikalien ist, deren BehĂ€lter platzen und Barry voll erwischen. Der Unfall lĂ€sst Barry fĂŒr 9 Monate ins Koma fallen, als er aufwacht, hat er jedoch keine Muskeln ab-, sondern sogar welche aufgebaut. Und auch sonst scheint Barry plötzlich deutlich schneller zu sein, als seine Umgebung.
9 Monate spÀter
Die Welt um ihn herum ist jedoch nicht stehen geblieben: Iris datet Thawne, der Ruf der S.T.A.R. Labs ist runiniert und Harrison Wells im Rollstuhl. Gemeinsam mit Cisco und Snow nimmt Wells Barry unter seine Fittiche und will die VerÀnderungen erforschen.
Gleichzeitig taucht in Central City ein Mann namens Clyde Mardon (Chad Rook) auf, der WirbelstĂŒrme erzeugen kann und diese FĂ€higkeit benutzt, um eine Bank zu ĂŒberfallen und somit Detective West und Thawne auf Trab hĂ€lt. Auch Mardon hat seine KrĂ€fte durch den Vorfall erhalten. Und es ist nicht auszuschlieĂen, dass in besagter Nacht zahlreiche Meta-Humans, also Menschen mit besonderen KrĂ€ften entstanden sind. Barry erhĂ€lt also schon bald seine erste richtig harte BewĂ€hrungsprobe. Mithilfe seiner Supergeschwindigkeit, kann er den Tornado, den Mardon erzeugt umkehren und den Tag retten. Dabei findet auch Detective West heraus, dass Barry durch den Unfall verĂ€ndert wurde.
Ein zwischenzeitliches Treffen mit Oliver Queen (Stephen Amell) aka Arrow bestĂ€rkt Barry darin, seine KrĂ€fte als Superheld einzusetzen. Dabei soll er jedoch seinen Olivers Rat befolgen und eine Maske tragen. Denn anders als Oliver, der seine Karriere als Vigilant mit einem Rachefeldzug startete, kann Barry durch seine KrĂ€fte direkt fĂŒr das Gute kĂ€mpfen.
Doch ob er sich dabei auf alle seine VerbĂŒndeten verlassen kann, steht zur Diskussion. Harrison Wells wird am Ende der Episode dabei gezeigt, wie er nicht nur seinen Rollstuhl verlĂ€sst, sondern sich auch eine Schlagzeile aus der Zukunft anschaut, in der der Flash im Jahr 2024 in einem Ereignisse namens âCrisisâ verschwindet. Comicfans wissen, dass die das Wort âCrisisâ bei DC oft fĂŒr ein GroĂerignisse steht, bei dem so gut wie alle Helden vor massive Herausforderungen gestellt werden.
Guardian Angel statt Vigilant
Etwas, was recht frĂŒh bei der Betrachtung des Piloten auffĂ€llt, ist der hellere ErzĂ€hlton und eine insgesamt leichtere und lockerer AtmosphĂ€re als es etwa bei Arrow der Fall war. Ein Held wie Flash muss sich natĂŒrlich nicht im Dunkel der Nacht verstecken, weil ihn durch seine SuperkrĂ€fte zumindest sowieso niemand mit dem blossen Auge sehen kann. Gustin bringt den nötigen Optimismus mit, der nun durch die Storyline rund um die Ermordung seiner Mutter allerdings auch einen leicht dĂŒsteren Einschlag erhĂ€lt. Dennoch ist es zu erwarten, dass Flash öfter mal ein LĂ€cheln auf seinen Lippen haben wird, jedenfalls mehr als Arrow in den ersten beiden Staffeln.
Ein weiterer Unterschied zu „Arrow“ ist, dass bereits in der Pilotepisode eine Handvoll von Figuren von Barrys ZweitidentitĂ€t wissen. Das passt zu Barrys offener Art und verleiht der Serie potenziell eine andere Dynamik. Denn er kann sich sofort auf UnterstĂŒtzer verlassen, die er aber gleichzeitig auch in Gefahr bringen kann. Offenbar unvermeidlich bei The CW ist eine Dreiecksdynamik zwischen Barry, Iris und Eddie, die vielleicht durch Felicity noch verkompliziert werden könnte - oder auch nicht. Hier heiĂt es abwarten. Die Supporting Figuren wirken jedenfalls durchaus sympathisch, wenngleich Iris noch nicht vollends ĂŒberzeugen kann. Beziehungsweise tragen die Autoren bei ihr etwas dick auf, um klar zu machen, dass sie Barry wie einen kleinen Bruder sieht und nichts von seinen romantischen GefĂŒhle fĂŒr sie weiĂ.
Das KostĂŒm, das Barry als Flash trĂ€gt, wirkt auf mich gefĂŒhlt etwas zu dunkelrot. Doch in einer Realverfilmung mĂŒssen solchen KostĂŒme wohl eher etwas zu dunkel als zu knallig sein. Das hat auch schon „Arrow“ gezeigt. Ansonsten gewöhnt man sich sicherlich schnell an den Anblick.
Fachchinesisch

Da wir es nun mit echten SuperkrĂ€ften zu tun haben - was bei „Arrow“ lange Zeit hinausgeschoben und erst so richtig durch das Mirakuru-Serum eingefĂŒhrt wurde -, halten es die Autoren ebenfalls fĂŒr notwendig, den Zuschauern mit Technik-Mumbo-Jumbo zu erklĂ€ren, wie gewisse ZusammenhĂ€nge funktionieren - ob das nun der Beschleuniger ist oder Barrys neue KrĂ€fte und die GrĂŒnde dafĂŒr. Es gibt gleich mehrere Stellen, wo entweder Barry, die S.T.A.R. Labs-Mitarbeiter oder Harrison Wells viele Worte sagen, die aber im Prinzip wenig Sinn ergeben. Aber immerhin hat man eine PseudoerklĂ€rung fĂŒr das, was hier passiert sein soll. Hier sticht klar die Comicherkunft der Figur heraus, was man als Zuschauer am besten einfach akzeptiert und sich an der nachfolgenden Action erfreut, die zum GlĂŒck sehr ansprechend gestaltet ist.
Besonders Barrys SuperkrĂ€fte werden schön in Szene gesetzt. Supergeschwindigkeit lĂ€sst sich ohnehin recht unkompliziert im Fernsehen umsetzen, das wissen auch die Macher von The Vampire Diaries, Charmed oder Smallville. Eine schöne Szene ist in der Pilotfolge von The Flash dabei die, in der Barry Iris bei ihrer Arbeit ĂŒberrascht und - wie man es schon bei „Spider-Man“ von Sam Raimi gesehen hat - seine Umgebung plötzlich in Zeitlupe ablaufen sieht, als jemand etwas fallen lĂ€sst. Witzig in diesem Zusammenhang ist die Szene auf dem Polizeirevier, in der Barry verhindert, dass ein Gefangener die Waffe eines Polizisten gegen ihn benutzt. Aber es gibt bei den Effekten auch etwas zu kritisieren. Die KrĂ€fte des Schurken sehen nicht immer einwandfrei aus. Doch bei einem Piloten und einem begrenzten TV-Budget, mit dem The CW arbeiten muss, ist auch das verschmerzbar.
Allerdings endet die Kritik am Schurken des Piloten hier nicht, denn fĂŒr mich ist er die absolute Schwachstelle dieses Auftakts. Der Schauspieler liefert eine schwache Leistung ab, da er sehr klischeehafte Schurkenphrasen von sich geben muss. Das wĂ€re verzeihbar, wenn nicht gleichzeitig auch noch seine Aussprache zum KopfschĂŒtteln anregen wĂŒrde. Das ist eher Laientheater als mitreissend. Aber auch hier gilt: Es ist ein Serienpilot, und dieser dient vor allem dazu, die Helden einzufĂŒhren und sie dem Zuschauer vorzustellen. So lange in den folgenden Episoden talentierte und besser geschriebene Schurken auftauchen, was durch bisherige Castingmeldungen bereits angedeutet wird, kann man den Auftaktschurken getrost wieder vergessen. Zumal der Schurke in der Comicvorlage ohnehin noch einen Bruder hat.
Man kann auch schon in etwa erahnen, wie die Serie von Woche zu Woche gestaltet wird. Ăhnlich wie der Meteroitenregen in Smallville hat der Reaktorunfall das Auftauchen zahlreicher Meta-Humans zur Folge, die Flash am Anfang einzeln aufhalten muss, ehe die staffelĂŒbergreifende oder serienĂŒbergreifende Handlung rund um die Crisis sowie den Muttermord ins Zentrum rĂŒckt. Entweder planen die Autoren langfristig oder man bedient sich dabei schon bald einem Mittel, das in den Flash-Comics quasi zur NormalitĂ€t gehört: Zeitreisen.
Flash Fact: Ein Serienpilot voller Comicanspielungen
In einer Angelegenheit halten sich die Autoren eindeutig nicht zurĂŒck: Anspielungen auf die Comicreihe. Comicleser werden wissen, dass es bei der Gestalt in gelb eine direkte Vorlage gibt, die Lust auf mehr macht. Ihr Alter Ego ist im Prinzip bereits im Piloten dabei. Ebenso sieht man einen KĂ€fig, aus dem jemand mit dem Namen âGroddâ ausbrechen konnte. Auf der Comic-Con wurde bereits bestĂ€tigt, dass dies kein Zufall ist und man sich wohl auf einen gewissen intelligenten Gorilla freuen kann. Man kann gespannt sein, wie gut das gelingen wird. Ebenso wird eine TĂŒr in die Welt von „Green Lantern“ geöffnet, denn die Geschwindigkeitstests im Anzug findet bei Ferris Air statt. AuĂerdem wird nach Star(ling) City, BlĂŒdhaven, Central City (und den bekannten Gotham City und Metropolis) im Flash/Arrow-Universum auch Keystone City eingefĂŒhrt, die Heimat vom allerersten Flash Jay Garrick und dem dritten Flash Wally West.
Last but not least muss das Crossover mit Arrow noch einmal erwĂ€hnt werden. Denn wie bekannt ist, werden sich die Serie zu mehreren Gelegenheiten ĂŒberschneiden. Ein Ausflug von Barry nach Starling City, findet also genauso statt wie ein Besuch von Felicity (Emily Bett Rickards), auĂerdem verschlĂ€gt es einige Arrow-Bösewichte nach Central City.
Etwas, das man nicht erwarten sollte, sind Crossover mit Gotham. Da die FOX-Serie ein Prequel darstellt, wurden Treffen hier ausgeschlossen. Und weil sie auf einem anderen Sender lĂ€uft, ist eine Koordination wahrscheinlich ebenso schwer. Auch Constantine wird wohl in seiner eigenen Welt bleiben, wenngleich auch dort gewissen mythischen DC-Helden auftauchen sollen - mindestens ein Hinweis ist schon im „Constantine“-Piloten zu sehen.
Fazit

Bereits auf der Comic-Con 2014 konnte ich den Piloten zu The Flash mehrfach sehen, und dann noch einmal auf einige Details achten. Die Auftaktepisode gewinnt beim mehrmaligen Anschauen durchaus an Charme. Sie ist sicherlich keinesfalls perfekt, was vor allem am schwĂ€chelnden Schurken liegt und daran, dass man versucht, sehr viel Stoff in eine kurze Sendestunde zu pressen. Doch das Potential fĂŒr eine unterhaltsame und vor allem hellere Superheldenserie ist ohne Frage vorhanden. Ich freue mich auf den kreativen Einsatz der Supergeschwindigkeit und hoffe auf locker-leichte, aber auch actionreiche Unterhaltung, die somit eine ideale ErgĂ€nzung zu Arrow darstellen kann.
Wem die Comics bekannt sind und dabei vor allem die Runs von Mark Waid, Geoff Johns und Francis Manapul, der weiĂ, dass der Flash eine der stĂ€rkeren Schurkensammlungen hat. Nicht umsonst werden sie âThe Roguesâ genannt und bestechen dabei durch einen faszinierenden Moralkodex. Hoffentlich gelingt es dem Autorenteam, hier das Beste herauszuholen. Doch zunĂ€chst muss die Mythologie etabliert werden. Ich bin gespannt wie ein Blitz.
Videotrailer zur kommenden Episode Fastest Man Alive der US-Serie Flash:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 8. Oktober 2014The Flash 1x01 Trailer
(The Flash 1x01)
Schauspieler in der Episode The Flash 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?