The Falcon and the Winter Soldier 1x03

© zenenfoto aus der Episode Power Broker der Serie The Falcon and the Winter Soldier (c) Disney+/Marvel Studios
Wer ist der Power Broker? Diese Frage beantwortet die gleichnamige Episode von The Falcon and the Winter Soldier noch nicht, liefert aber dafür einige Hintergrundinformationen dazu, die zudem mit dem Debüt einer aus den Comics bekannten Stadt zu tun haben.
Wie schon bei WandaVision gibt es auch in The Falcon and the Winter Soldier einen Werbespot zu sehen, denn in der Serie geht es bekanntlich auch direkt um die Folgen des Blip, dessen Opfer vom Global Repatriation Council betreut werden. Deswegen startet die Episode auch damit. Die Flag Smasher, also die Schurkengruppierung der Serie, die das Supersoldatenserum gestohlen und es sich injiziert haben, sowie ihre Anführerin Karli Morgenthau (Erin Kellyman) nehmen die Rückkehrer und die für sie errichteten Camps derweil ins Visier und gehen dabei auch über Leichen.
John Walker (Wyatt Russell) aka der amtierende Captain America und Hoskins (Cle Bennet) kommen derweil in München an, wo Karli und Co kurz unterkamen, aber die Regierungshelden auf wenig Kooperationsbereitschaft stoßen. Es scheint, als ob sie über offizielle Wege nicht weiterkommen und so hofft Walker, dass Sam (Anthony Mackie) und James aka Bucky (Sebastian Stan) mehr Erfolg in ihren Bemühungen haben.
Baron Zemo
Die beiden statten Helmut Zemo (Daniel Brühl) wie angekündigt einen Besuch in seiner Zelle in Berlin ab, wobei Bucky trotz seiner schwierigen Vergangenheit allein in die Zelle möchte. Zemo begrüßt ihn frech mit den Codewörtern, die das Winter-Soldier-Protokoll ausgelöst haben, was aber inzwischen nicht mehr wirkt. Allerdings war der Gefangene neugierig, wie Bucky darauf reagiert. Zemo entschuldigt sich zudem, dass er Bucky für seine Zwecke missbraucht hat. Natürlich stellt man als Zuschauer immer infrage, wie aufrichtig solche Worte sind. Zemo wird ein wenig in die Hannibal-Lecter-Rolle, also in die eines schurkischen Helfers, gedrückt, die im Marvel Cinematic Universe aber auch schon Loki (Tom Hiddleston) innehatte. Tatsächlich hat Zemo wohl die Informationen oder zumindest Anhaltspunkte dazu, wo man mehr über das Serum herausfinden kann.
Bucky stellt Sam vor vollendete Tatsachen und hat einen Gefängnisaufstand angezettelt, den Zemo zur Flucht nutzen kann. Wenn das wirklich so einfach ist, muss man natürlich an den Sicherheitsvorkehrungen zweifeln. Aber in Comics und im MCU sind Gefängnisausbrüche ja fast schon Normalität (siehe „Civil War“). Buckys Meinung nach ist Zemo zwar verrückt, handelt aber auch nach einem Codex, den er wohl nicht bricht. Das muss sich wahrscheinlich noch zeigen...
Natürlich ist Sam von dem neuen partner in crime nicht begeistert, aber Zemo beweist schnell, dass er seinen Worten Taten folgen lässt. Als Baron hat er diverse Ressourcen wie einen Fuhrpark und einen Privatjet mit Butler zur Verfügung und nimmt auch seine aus den Comics bekannte lila Maske bei dieser Gelegenheit mit.
Im Flieger schafft es der Manipulator sowohl bei Bucky als auch bei Sam, einige Knöpfe zu drücken, die sie etwas provozieren. So ist es bei Bucky die Wiedergutmachungsliste, die er anspricht und die in dem Buch zu stecken scheint, das Cap einst gelesen hatte (siehe „Captain America - The Return of the Winter Soldier“), nachdem er aus dem Eis kam. Zudem wird über das Werk von Marvin Gaye diskutiert. Ein wenig Popkulturdiskurs muss wohl pro Folge eingebaut werden. Während Zemo in den Comics durchaus in der Nazi-Richtung angesiedelt ist, spricht er hier deutliche Kritik in Richtung Red Skull aus. Im MCU ist Zemo vor allem wegen der Vorgänge in Sokovia radikalisiert, die ihm seine Familie genommen haben und die auch Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) und Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson) zu Hydra gespült haben.
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Willkommen in Madripoor!

Zemos Flugzeug befindet sich sich in Richtung der fiktiven südostasiatischen Insel Madripoor, die eigentlich eher den X-Men respektive Mutanten zuzuordnen ist, durch die Übernahme von FOX durch Walt Disney sind bekanntlich aber auch frühere Rechtetabus langsam aus dem Weg geräumt, so dass sie hier ihr Debüt im MCU feiern kann. Madripoor ist so etwas wie eine gesetzlose Zone beziehungsweise eine, in der andere Regeln als im Rest der Welt gelten. Von der Gestaltung her erinnert der Ort ein wenig an die bunte Neonwelt des „John Wick“-Franchise.
Um dort einzutauchen, muss Sam zu Conrad Mack, dem Smiling Tiger, werden, Zemo als Baron auftreten und Bucky als Winter Soldier Stunk machen, um respektiert zu werden. Besonders Sam fällt seine Pimp-Rolle schwer, zumal ihm ein sehr gewöhnungsbedürftiger Drink mit einer Schlange als Geheimzutat serviert wird.
Dem bereits erwähnten Power Broker, der in Madripoor das Sagen hat und der es auf die Flag Smashers abgesehen hat, begegnet man zwar nicht, aber man hofft, eine gewisse Selby (Imelda Corcoran) sprechen zu können. Nachdem Bucky als Winter Soldier in der Bar Ärger gemacht hat, gibt es für das Trio auch eine Audienz bei ihr. Während der Szenen in Madripoor fragt man sich natürlich die ganze Zeit, ob Zemo sein Wort hält oder ob er Sam und Bucky hintergeht. Doch tatsächlich ist er recht hilfreich und hält beispielsweise auch Sam zurück, als er aus seiner Rolle schlüpfen will.
Beim Gespräch mit Selby wird jedoch klar, dass Sams Tarnung dennoch die Schwachstelle ist, denn er lässt sein Handy auf laut und seine Schwester Sarah (Adepero Oduye) ruft ihn an. Das Gespräch soll er per Lautsprecher führen. Sam versucht zwar, durch ruppiges Verhalten nicht aufzufallen, aber die Schwester enttarnt ihn doch unwissentlich, als sie ihn beim Namen nennt. Im allgemeinen Getümmel wird Selby umgebracht, die vorher aber zumindest den Namen Dr. Nagel (Olli Haaskivi) als Verantwortlichen des neuen Serums fallenlässt. Nun wird das Trio aber zu Staatsfeinden erklärt und von allen Killern des Ortes gejagt (wie eben bei „John Wick“). Allerdings werden sie bei ihrer Flucht von einem Schutzengel beschützt, der sich als Sharon Carter (Emily VanCamp) herausstellt.
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Sharon im Exil in Madripoor

Während die Avengers im Zuge des Blip oder wegen ihrer Taten zur Rettung des Universums begnadigt wurden, musste Sharon, die wir zuletzt in „Captain America - Civil War“ gesehen haben, in Madripoor untertauchen und wirkt dadurch desillusioniert, aber an die Situation angepasst. Sam verspricht ihr, ihren Namen reinzuwaschen, wenn sie ihnen hilft, die Verantwortlichen des Serums zu finden. Doch vorher geht es in einen Club, was uns den witzigen Anblick eines tanzenden Zemos beschert.
Sharon ist weiterhin gut vernetzt und kann über Kontakte mehr über Dr. Nagel herausfinden - nämlich, wo sich sein Labor befindet. An einem Dock lauern ihm Zemo, Bucky und Sam in einem Container auf, der zunächst leer aussieht, aber über eine geheime Tür in sein Labor führt. Dort kommen aber auch bald einige Angreifer hinzu, die Sharon abwehrt, während das Trio Nagel befragt. Nagel gibt unter Druck mit Schusswaffen zu, dass er zunächst für das Winter-Soldier-Programm von Hydra arbeitete und später vom CIA rekrutiert wurde, um am Serum zu werkeln. Er wurde somit zum ersten Forscher seit Abraham Erskine (Stanley Tucci), dem das gelang - und das sogar besser als in vorherigen Versuchen. Insgesamt 20 Dosen konnte er herstellen, ehe die Flag Smasher diese mitnahmen, was den Power Broker erzürnte. Als Zemo hört, dass kein Serum in diesem Labor existiert, schießt er ihm in den Kopf, was Sam und Bucky wütend macht. Allerdings wird das Labor unter Beschuss genommen und es sieht kurz so aus, als würde Zemo im Chaos fliehen wollen. Stattdessen zieht er sich seine lila Maske über, greift die Verfolger an und besorgt ein Fluchtfahrzeug. Sam droht ihm, dass er deswegen einwandert, doch die Zusammenarbeit endet wohl noch nicht. Sharon zieht sich derweil zurück und will eine andere Person über das Erlebte einweihen. Muss man hier fürchten, dass Sharon vielleicht auch den Power Broker persönlich kennt?
Was treiben die Flag Smasher?

Zwischenzeitlich sieht man Karli bei einer Person namens Donya Madani (Veronica Falcón), die wohl zu den Geflüchteten gehört. Es sieht so aus, als stünde man sich nah. Später erfährt Sam über Torres (Danny Ramirez), dass Madani gestorben sei und ihre Leiche in Riga gefunden wurde. Die Flag Smasher greifen ein weiteres Camp der CGC an und legen dort ein Feuer - und zwar mit allen Menschen im Inneren, was auch ihren Verbündeten schockt, mit dem sie zuvor über ihre Pläne vor dem Blip gesprochen hatten. Denn Karli wollte einst Lehrerin werden. Sie meint jedoch, dass man offenbar nur die Sprache der Gewalt versteht, denn während die Blip-Opfer Vorräte für ein halbes Jahr haben, verhungern und sterben sie und ihre Gefährten, weil niemand sie unterstützt.
Nach Nagels Tod muss Sam derweil über dessen Worte nachdenken, denn für den Wissenschaftler war jemand wie Isaiah Bradley (Carl Lumbly) wohl nur ein namenloser Teil eines Experiments und kein Mensch mit tragischer Geschichte. Zudem kann er nicht nachvollziehen, dass man so viele Menschen nur für ein Stück Metall opfert, womit er das Schild meint. Sam ist gedanklich sogar so weit, dass er es hätte zerstören und nicht in den Besitz des Museums geben sollen. Doch Bucky erwidert, dass er es für viele Menschen sehr viel bedeutet und die Welt einen Captain America braucht, der nicht unbedingt Walker heißt und er zu Steves Ehren darum kämpfen würde, wenn Sam nicht dazu bereit sein sollte. Der nächste Stopp lautet derweil Riga.
Zemo spricht dort über das Mahnmal von Sokovia, das Sam und Bucky wohl bisher nie besucht haben. Bucky entschuldigt sich und will dort zunächst spazieren gehen. Er findet einige Sphären-Gadgets und bald wird klar, dass Besuch aus Wakanda vor Ort ist. Ayo (Florence Kasumba) von der Dora Milaje aka der königlichen Garde hat es auf Zemo abgesehen, der bekanntlich der Mörder des früheren Black Panthers und Regenten des Königreichs ist. Nun, da er auf freiem Fuß ist, hat Wakanda sicherlich einige Bedenken und Gesprächsbedarf mit Bucky... Von dieser Entwicklung bin ich freudig überrascht, weil so Buckys Vergangenheit in Wakanda verwoben wird und Zemos Taten nicht einfach so unter den Tisch gekehrt werden. Einen solchen Auftritt hatte ich aber nicht so schnell erwartet und bin gespannt, in welche Richtung sich das entwickeln wird.
Fazit
Die dritte Folge von The Falcon and the Winter Soldier ist in gewisser Weise ein Showcase für Zemo. Brühl liefert eine sehr gute Vorstellung und die Mischung aus Manipulator und überheblichem Baron gelingt prächtig. Wie schon in anderen Fällen bei einer MCU-Serie von Disney+ ermöglicht das eine ungeahnte weitere Charakterisierung der Figur, die sonst vielleicht nie wieder aufgetreten wäre. Dabei wird auch mit den Erwartungen gespielt, weil ein Verrat doch an jeder Ecke lauern könnte. Vielleicht akzeptiert man ihn als Verbündeten etwas zu schnell, aber die Dynamik, einen früheren Feind zum Verbündeten zu machen, hat sich ja bereits oft in Serien bewährt.
Auch Sharons Comeback ist sehenswert und in ihrem Fall die Entwicklung und ihr Verbleib sehr überraschend. Man könnte kritisieren, dass die Folge durch Madripoor vielleicht etwas zu viel für Gelegenheitszuschauer ist, die nicht mit der Comicvorlage vertraut sind. Doch es gelingt dennoch in recht kurzer Zeit, die Insel als neuen Handlungsort zu etablieren, der bestimmt noch einmal eine Rolle spielen wird. Die Episode ist vielleicht nicht ganz so herausragend oder aufregend wie die zuvor, doch sie bietet in meinen Augen weiterhin viel Sehenswertes für Fans des MCU und der „Captain America“-Figuren.
Hier abschließend noch ein Trailer zur Serie „The Falcon and the Winter Soldier“, die Ihr über Disney+ streamen könnt:
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Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 2. April 2021(The Falcon and the Winter Soldier 1x03)
Schauspieler in der Episode The Falcon and the Winter Soldier 1x03
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