The Expanse 6x05

© hohreh Aghdashloo und Cara Gee in The Expanse, (c) Amazon Prime Video
Why We Fight
Mit Why We Fight wird das Staffelfinale vorbereitet, welches (vorerst?) auch das Serienfinale sein wird. Der übliche Ausflug nach Laconia vor den Opening Credits, wo Cara (Emma Ho) versucht, ihren verstorbenen Bruder Xan (Ian Ho) wiederzubeleben, wird beibehalten. Anschließend darf Medina Station demonstrieren, wie schnell ein Angriff durch die MCRN unter der Leitung von Admiral Kirino (Krista Bridges) niedergeschlagen werden kann, was große Fragen für die weitere Vorgehensweise der „Inneren“ aufwirft. Die Rocinante ist derweil auf Ceres Station eingetroffen und die Hilfe von Drummer (Cara Gee), die erwartungsgemäß ihre Beute der letzten Episode nach Ceres bringt, nicht überall willkommen.
Wir erleben eine weitere, hauptsächlich charakterbasierte Folge, die auf Dialoge setzt. Nicht nur auf Ceres Station, sondern auch auf der Pella, wo Filip (Jasai Chase Owens) nach seinem Ausbruch von letzter Woche wieder mitfühlender wird, was Tadeo (Joe Perry) angeht. Aber der Fokus ist hauptsächlich auf Chrisjen Avasarala (Shohreh Aghdashloo) und Camina Drummer gerichtet, die eine Allianz eingehen müssen, wenn Marco Inaros (Keon Alexander) noch irgendwie besiegt und der Krieg beendet werden soll.
Die Crew der Rocinante erleben wir währenddessen aus unterschiedlichen Perspektiven. Naomi (Dominique Tipper) visiert ein Treffen mit Drummer an, Amos (Wes Chatham) trifft bei seinen „Freizeitaktivitäten“ auf Bobbie (Frankie Adams), von Clarissa (Nadine Nicole) sehen wir nicht viel und James Holden (Steven Strait) macht sich gegenüber Chrisjen mehr Sorgen um den Ring als über den anhaltenden Krieg.
Insgesamt wird an vielen Rädchen geschraubt, um uns auf das Finale vorzubereiten. Dabei wird (abermals) in ruhiger Form abgeliefert, weil es um die Figuren geht, die die weitere Handlung bestimmen. Ich komme allerdings nicht umhin, an dieser Stelle kurz zu erwähnen, dass beinahe jeder Schritt (nicht jeder) vorhersehbar war. Ich bin zwar gespannt auf das Finale, aber alles, was diese Episode zu bieten hat, ließ sich bereits letzte Woche absehen beziehungsweise vorhersehen. Hoffentlich läuft das beim Finale nicht genau so…
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Laconia
Fangen wir mit den Bonus-Szenen an. Kein Admiral Duarte (Dylan Taylor), kein Cortazar (Carlos Gonzales-Vio), geschweige denn ein Hinweis dazu, was da im Orbit von Laconia unterwegs ist. Dafür sehen wir, dass Cara tatsächlich erfolgreich ihren Bruder durch die Kreaturen wiederbeleben kann, die zuvor bereits die Drohne repariert und der Vogelfamilie geholfen hatten.
Der blaue Schimmer in den Augen von Xan sticht hervor, aber Caras Bruder scheint abseits davon nicht stärker vom Protomolekül betroffen zu sein. Jedenfalls verhält er sich hier nicht besonders auffällig, was sich in der nächsten Episode aber noch ändern könnte. Aber so oder so werden diese kleinen Ausflüge nach Laconia vermutlich kaum noch von größerer Bedeutung für uns sein. Ich würde sie als Ausblick auf eine mögliche Fortsetzung der Serie zu einem späteren Zeitpunkt interpretieren. Ob die aber kommt, bleibt abzuwarten.
Ceres Station
Nach der sekundenschnellen Zerstörung von gleich sechs Schiffen der MCRN bei Medina Station ist die Aufregung groß. Chrisjen fragt sich, ob sie letzte Woche richtig entschieden hat, als sie die Belter auf Ceres nicht hilflos ihrem Schicksal überlassen wollte. Aber was hätte sie erreicht, wenn sie mit ihrer Flotte ebenfalls nach Medina Station aufgebrochen wäre? Vermutlich bloß den Verlust weiterer Schiffe und eine weitere Zuspitzung für die Lage der Belter auf Ceres.
Mit dem Eintreffen von Drummer soll sich das Blatt aber wenden, denn die mitgebrachten Vorräte werden die Versorgung der Belter auf Ceres Station sicherstellen und die humanitäre Krise vorerst beenden. Wobei es noch immer Stimmen wie die von Sanjrani (Joanne Vannicola) gibt, die Drummer als Feind sehen - warum auch immer. An anderer Stelle erfahren wir derweil, dass Caminas Ansprache für Unruhe bei den Verbündeten von Marco Inaros sorgt.
Holden (Steven Strait) trifft sich mit Chrisjen, um auf ein größeres Problem bei der Durchquerung der Ringe aufmerksam zu machen, welches bislang im Hintergrund der Staffel untersucht wurde. Jim hält es für eine gute Idee, selbst Marco über die neuesten Ergebnisse in Kenntnis zu setzen, denn die Gefahr betrifft jeden, der den Ring durchqueren möchte. Ob wir aber noch mehr dazu erfahren werden, bleibt fraglich, zumal der Fokus eindeutig darauf liegt, jetzt erstmal Inaros aufzuhalten.
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The Expanse lässt auf Ceres Station in dieser vorletzten Episode eine ganze Reihe von Hauptfiguren aufeinandertreffen und lenkt mit den Gesprächen und Entscheidungen in die einzige Richtung, die vielversprechend im Kampf gegen Inaros und die Free Navy sein könnte: Ein Bündnis zwischen Avasarala und Drummer, welches gegen Ende per Handschlag besiegelt wird und zu Beginn noch als unwahrscheinlich galt. Die Frage, wofür man eigentlich kämpft, wird dabei immer wieder gestellt, auch im Dialog zwischen Amos (Wes Chatham), der schwer überlegt, ob er auf Ceres bleibt, und Bobbie. Für Drummer kommt noch hinzu, dass Josep (Samer Salem) und Michio (Vanessa Smythe) auf Ceres bleiben werden sowie der Austausch zwischen ihr und Naomi (Dominique Tipper), den ich als ein Highlight der Episode betrachte.
Wobei sich das Ergebnis (der Handschlag) allerdings absehen ließ und selbst die kleineren Überraschungen auf dem Weg dorthin weniger überraschend wirken. Natürlich wird das Finale trotzdem adäquat vorbereitet und unsere Figuren werden auf glaubwürdige Art und Weise dorthin gelenkt. Aber wer hätte diesen Ausgang nach der letzten Folge nicht erwartet?
Pella
Nachdem Marco sich über die Unruhen auf Iapetus aufgeregt hat, darf Rosenfeld (Kathleen Robertson) ihm aufzeigen, was für ein „guter Vater“ er doch ist. Aber ganz ehrlich, bei mir als Zuschauer hat Inaros schon lange sämtliche möglichen Sympathien eingebüßt und konnte nie über die Rolle des grausamen Bösewichts, der unbedingt aufgehalten werden muss, hinauswachsen. Das sah in der letzten Staffel noch ein wenig anders aus, denn wie Drummer an einer Stelle anmerkt, hat die anhaltende Unterdrückung und Ausbeutung der Belter jemanden wie Inaros hervorgebracht. Nur verpasst es diese Staffel leider bei jeder Gelegenheit, Marco als einen glaubwürdigen Rebellen gegen die Ausbeuter zu etablieren, der zwar hart zuschlagen kann, aber für seine Belter nur das Beste will. Es entzieht sich jedenfalls meinem Verständnis, dass eine Sanjrani offenbar noch immer zu Inaros hält und selbst bei Rosenfeld wäre ich mir nicht sicher, was sie in Marco sieht.
Klar, diese Woche wird uns präsentiert, weshalb der Fokus von Inaros zu Staffelbeginn auf Medina Station lag und der Schlag gegen die MCRN wird ordentlich gefeiert. Aber vergleichen wir einen Inaros mal mit einer Drummer, dann zieht Marco bei jeder Gelegenheit den kürzeren. Es gibt so gut wie keine Charakterentwicklung und während die meisten Figuren der Serie ihre Entscheidungen überdenken und abwägen - im positiven wie negativen Sinne - ist das bei Marco nie der Fall. Entsprechend leicht ist es, vorherzusehen, dass wir im Finale seinen endgültigen Fall zu sehen bekommen.
Aber der größere Fokus liegt diese Woche auf Filip. Vielleicht habe ich diese Figur in den letzten Reviews nicht ganz richtig betrachtet und seine Handlungen vorschnell verurteilt, keine Ahnung. Sein Einsatz für Tadeo, der inzwischen in einer Zelle sitzt und noch immer nicht weiß, ob sein Bruder am Leben ist, scheint jedenfalls darauf aus zu sein, uns zumindest Filip wieder sympathischer zu machen. Tadeo erfährt jedenfalls, dass durch die Sprengungen auf Ceres sein Bruder getötet wurde - wobei Tadeo selbst für die Platzierung der Sprengsätze verantwortlich war. Dieses Geständnis wird sicher bei Filip dafür sorgen, dass er die Handlungen seines Vaters erneut in Frage stellt, Ausgang ungewiss. Gleichzeitig könnte Filip nun derjenige sein, der die Position der Pella preisgegeben hat, um das Schicksal von Tadeos Bruder in Erfahrung zu bringen.
Holdens Entscheidung, die Pella wegen Naomis Sohn nicht zu zerstören und die aktuelle Entwicklung bei Filip deuten darauf hin, dass für diese Figur Hopfen und Malz doch noch nicht verloren ist. Rückblickend hätten die Macher aber sicher etwas geschickter vorgehen können, um uns Filip als eine innerlich zerrissene Figur aufzuzeigen, die hin und wieder die falschen Entscheidungen trifft. Das hat die fünfte Staffel wesentlich besser hinbekommen. Aber was meint ihr? Wird Filip das Finale überleben oder nicht und vor allem, welchen Ausgang hättet ihr da gerne?
Fazit
Mit Why We Fight wird das große Finale vorbereitet. Dabei wird ähnlich wie letzte Woche sehr großer Wert auf die einzelnen Figuren gelegt, die nun auf Ceres Station aufeinandertreffen. Das Ergebnis ließ sich allerdings größtenteils vorhersehen, weshalb ich diese Woche leicht weniger beeindruckt bin. Auf der Pella scheint sich Filip derweil ein wenig zu rehabilitieren und kann ein paar Sympathien meinerseits sammeln, während das bei Marco gewiss nicht der Fall ist. Von meiner Seite gibt es vier von fünf Sternen. Und von Euch?
Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 8. Januar 2022(The Expanse 6x05)
Schauspieler in der Episode The Expanse 6x05
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