The Event 1x05

Inhalt
Um die Passagiere von Avias 514 ist es schlecht bestellt. Ihre Krankheitssymptome nehmen zu. Und es gibt nichts, was die Ärzte für sie tun können. Die Leiterin der Quarantäne-Einrichtung (Rosalind Chao) kann dem Präsidenten nicht mehr sagen, als dass es sich um einen ihr völlig unbekannten Erreger handelt. Möglicherweise extraterrestrischen Ursprungs. Derzeit gibt es dagegen auf jeden Fall keine Behandlungsmöglichkeit.
In diesem Augenblick ruft Thomas den Präsidenten an. Er verlangt die Freilassung der 96 Gefangenen von Innostranka. Oder die Passagiere werden alle sterben. Beugt sich der Präsident dagegen seiner Forderung, dann verspricht Thomas, ein Gegenmittel zur Verfügung zu stellen. Er gibt Martinez zwei Stunden Bedenkzeit.
Der Präsident folgt mehr und mehr Sterlings harter Linie. Eine Freilassung kommt für ihn nicht in Frage. Seine Frau Christina ist reichlich schockiert, dass er die Passagiere wirklich sterben lassen will. Tatsächlich schwebt Martinez jedoch ein ganz anderer Plan vor: Als Thomas wieder anruft, dreht der Präsident die Erpressung einfach um. Entweder Thomas liefert das Gegenmittel - oder der Präsident lässt die Gefangenen von Innostranka exekutieren. Sterling informiert den Regierungschef sogar darüber, dass es im Gefängnis bereits einen eingebauten Tötungsmechanismus gäbe, mit dem man alle Insassen vergasen könne.
Diese Drohung schockt Thomas. Und bewirkt, was weder das gute Zureden von Simon noch ein direkter Befehl von Sophia vermocht haben: Thomas revidiert seine Position. Er lenkt insoweit ein, dass er nur noch eine Gefangene im Austausch gegen das Gegenmittel haben will - Sophia. Der Präsident ist einverstanden, allerdings verfolgt er dabei einen Hintergedanken. Er lässt Sophia mit einer Substanz präparieren, die sie auffindbar machen soll. Über sie will der Präsident Thomas in die Hände bekommen. Doch ob das so leicht sein wird? Während es den Avias-Passagieren anfängt, besser zu gehen, besteigt Sophia - wie Thomas verlangt hat - einen vollkommen leeren U-Bahn-Zug. Ob dieser jedoch - eingedenk dessen, was mit dem Flugzeug passiert ist - jemals die nächste Station erreichen wird?
Unterdessen macht Leila in der texanischen Polizeistation eine schreckliche Entdeckung: Kurz nachdem sie endlich Sean am Telefon erreicht hat und er ihr gesagt hat, dass er in Kürze bei ihr sein wird, entdeckt sie, dass sie den Kidnappern überhaupt nicht entkommen ist. Ein Bildschirmschoner verrät, dass der Polizist, der sich um Leila kümmert, nicht der ist, für den er sich ausgibt. Außerdem entdeckt Leila auf dem Boden Blutspritzer. Ihr Fluchtversuch scheitert jedoch. Sie wird wieder eingesperrt.
Sean hat mittlerweile Kontakt zu einem ehemaligen Hacker-Freund aufgenommen. Dieser versorgt ihn - gerade noch rechtzeitig - mit der Ortung von Vickys Handy. Sie ist in der Polizeistation, in die Sean und Agent Collier fast hineinspaziert wären. Sie begreifen: Es ist eine Falle. Sean will trotzdem nichts unversucht lassen, um Leila zu befreien. Er schickt Vicky das Foto, das er von ihrem Sohn Adam gemacht hat. Mit diesem hat es, wie wir in einer Rückblende sehen, eine ganz besondere Bewandnis: Er ist gar nicht ihr leiblicher Sohn, sondern das Kind einer Familie, die sie während eines Auftrags auslöschen sollte. Doch sie hatte es - entgegen ihrer Anordnung - nicht übers Herz gebracht, das damals noch kleine Baby zu töten. Sean droht damit, Adams Bild samt Adresse übers Internet zu verbreiten, sollte Vicky ihm nicht helfen, Leila zu befreien.
Und genau das tut sie: Sie schießt ihre eigenen Komplizen in der Polizeistation nieder, während Agent Collier sich ein Feuergefecht mit einem Schützen auf dem Dach liefert, den sie später als Gefangenen ins Auto packt. Sean gelingt es tatsächlich, Leila zu befreien. Gemeinsam mit Agent Collier brausen sie davon. Vicky erzählt ihren Auftraggebern am Telefon unterdessen, dass Sean mit einer ganzen Gruppe von FBI-Agenten aufgetaucht sei - und dass sie als Einzige überlebt habe. Lediglich der Umstand, dass der Schütze vom Dach bei den Leichen fehlt, bereitet ihr Kopfschmerzen. Wird Agent Collier ihn zum Sprechen bringen?
Kritik
Wie weit bist Du bereit zu gehen, um die Leute, die Dir wichtig sind, zu schützen? Das ist die Kernfrage, die Casualties of War in beiden Handlungssträngen stellt. Vor allem durch den Konflikt zwischen Thomas und dem Präsidenten wird diese Frage auf die Spitze getrieben. Martinez einmal in der Vordergrund zu stellen, war auch schon etwas überfällig, um dem Präsidenten endlich etwas mehr Kontur zu geben.
Faszinierend und vom dramatischen Standpunkt aus sehr effektiv ist vor allem die Parallelführung von Martinez und Thomas: Beide handeln aus nahezu der gleichen Motivation her: Der Präsident hat das Gefühl, dass er den Gefangenen von Innnostranka nicht trauen und sie auf keinen Fall freilassen darf, um sein Volk zu beschützen.
Thomas geht es ähnlich: Seine Leute sind seit über 60 Jahren eingesperrt, ohne dass sie etwas verbrochen haben. Er ist bereit, alles dafür zu tun, dass sie gemeinsam nach Hause zurückkehren können. Wie wir in einer Rückblende ins Jahr 1945 sehen, schließt das für ihn auch die Mitarbeit am Manhattan-Projekt ein, um die technologische Entwicklung der Menschheit voranzutreiben. Moralische Bedenken kennt er nicht - ebenso wenig wie Martinez, als er von sich aus den Plan fasst, die Gefangenen zu ermorden, wenn er das Gegenmittel nicht bekommt.
Beide, Thomas und Martinez, haben Menschen (oder was immer Thomas und Co sind...) in ihrem Leben, die an ihr Gewissen appelieren - und mit ihrer Handlungsweise ganz und gar nicht einverstanden sind: Präsidentengattin Christina auf der einen, Simon und Sophia auf der anderen Seite. Doch sowohl Thomas als auch Martinez meinen, sich als starke Führer beweisen zu müssen. Simon spricht in diesem Zusammenhang davon, dass Thomas von seinem Stolz geblendet werde - ähnlich geht es wohl auch dem Präsidenten.
Packendes Drama entsteht, wenn zwei gleichermaßen gut motivierte Figuren miteinander kämpfen. Genau das bietet The Event in dieser Folge.
Auch Sean ist gut motiviert und zu allem entschlossen. Wie schon im Review zur letzten Folge vermutet ###news0###, setzt er tatsächlich das Foto von Adam ein, um Vicky zu zwingen, ihm bei der Befreiung von Leila zu helfen. Anders als in dem Martinez-Thomas-Handlungsstrang hat man hier jedoch ein wenig das Gefühl, dass die Autoren schummeln: Denn Sean kann sich eigentlich gar nicht sicher sein, dass eine Veröffentlichung von Adams Foto ein derart starkes Druckmittel wäre. Das erfahren wir als Zuschauer ja nur aus der Rückblende.
Es ist ein kleiner Schönheitsfehler einer ansonsten wieder sehr spannenden Folge, die dramaturgisch geschickt auf die große Schießerei am Ende in der Polizeistation zuläuft. Hat sich noch jemand dabei an den ersten „Terminator“-Film erinnert gefühlt?
Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 23. Oktober 2010(The Event 1x05)
Schauspieler in der Episode The Event 1x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?