The Boys Staffel 2
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Die Jungs und Mädels von The Boys haben den Kampf gegen unverantwortliche, korrupte, gewalttätige und schlichtweg durchgeknallte Supes noch längst nicht aufgegeben. Doch nach den Ereignissen der letzten Staffel halten sie sich im Untergrund versteckt, während von ihrem Anführer Billy Butcher (Karl Urban) jede Spur fehlt. Doch mit dessen Rückkehr am Horizont sowie neuen und alten Verbündeten wappnet sich jeder von ihnen auf eine eigene Weise für die bevorstehenden Konflikte. Währenddessen taucht ein Terrorist mit Superkräften mitten in den USA auf, worin die Öffentlichkeit eine Bedrohung und die PR-Maschinerie von Vought eine Gelegenheit sieht.
Lebendige Kulissen, wuchtige Stunts
Fangen wir einmal in einer vollgepackten zweiten Staffel, deren Episoden auch schon einmal an 70 Minuten Laufzeit kratzen, mit dem Oberflächlichen an: Effekte, Kulissen, Kostüme, sowie das visuelle world building lassen immer keine Wünsche offen und bewegen sich auf höchstem Niveau. Die Kämpfe und Stunts sind kurz und schwungvoll inszeniert und erwecken den brachialen Eindruck perfekt, dass sich hier Kontrahenten mit übernatürlichen Kräften mit voller Wucht ans Leder gehen. Das spiegelt sich etwa in Annies Duell mit Black Noir im Seven-Tower oder Stormfronts Packung wider, die sie zum Schluss von Kimiko, Annie und Maeve kassiert.
Darüber hinaus wirkt die Welt von „The Boys“ äußerst glaubhaft und lebendig, was unter anderem auch an dem akribisch und omnipräsent platzierten, detailverliebten Branding liegt: Fast an jeder Ecke sieht man Poster, Leinwände, Aufsteller oder kleine Produkte wie Lebensmittel, welche mit einem Superhelden aus dem Vought-Imperium verziert sind. Man bekommt also ganz gezielt vermittelt, dass der Konzern im Alltagsleben fast überall zu finden ist.
Hassliebe - Butcher & Hughie
Rollen wir nun einmal die Season mit ihren Ereignissen sowie Stärken und Schwächen anhand der Charaktere des Ensemble-Casts auf und fangen gleich einmal bei zwei zentralen Figuren an. Butcher ist nach wie vor dank einer brillanten und charismatischen Darbietung von Karl Urban einer der tragenden Ankerpunkte der Serie. Während die Segmente mit dessen Tante und Eltern eher zum Füllmaterial gehören, sind seine Szenen mit Becca (Shantel VanSanten) wichtig für seine Entwicklung und Motivation, denn speziell nach dem Ende entsteht eine interessante Konstellation daraus. Zum einen behält er seinen Hass auf Supes durch den Tod seiner Frau nicht nur bei, sondern dieser dürfte sich nur noch verstärken. Zum anderen erleben wir mit, wie sehr er Becca zuliebe mit sich ringt, sich davon nicht steuern zu lassen. Nun gibt es eigentlich niemanden mehr, der seine Wut auf Homelander und Konsorten bremsen kann.
Fast niemanden, denn da wäre natürlich noch Hughie (Jack Quaid), der diese Season als abmildernder Gegenpol zu Butcher fungiert. Da der dauerhafte Konflikt über die Staffel verteilt wird, wird man ihm allerdings schnell ein wenig überdrüssig, denn im Grunde wartet man nur auf den Moment, an dem sie doch noch an einem Strang ziehen. Insgesamt bekommt Hughie neben seinen Szenen mit Starlight eher wenig zu tun, auch wenn die eine oder andere glorreiche Szene wie das Anschauen der Supe-Pornoparodie (ich sage nur „Deep does it in the Blowhole“) gemeinsam mit Lamplighter (Shawn Ashmore) mit dabei ist.
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Don't drink the Fresco - Deep und die Sekte
The Deep (Chace Crawford) stagnierte über weite Teile der Episoden und dadurch, dass er letzten Endes wieder an der gleichen Stelle gelandet ist, die er zu Beginn der zweiten Staffel innehatte, bekommt man das Gefühl, dass man ihm verhältnismäßig ein bisschen viel Screentime im Vergleich zu seiner Relevanz für die Story eingestanden hat. Trotzdem ist der ständige Pechvogel einer der witzigsten Nebencharaktere und allein sein Gesichtsausdruck in dem Moment, in dem er versteht, dass das Boot nicht bremsen und mit Vollgas in seinen ihm wohlgesonnen Meeressäuger krachen wird, ist Gold wert. Wie viel Einfluss auf die Geschichte die stark an Scientology angelegte Sekte, in welcher sich Deep befindet, nach dem Tod ihres Anführers noch haben wird, bleibt eine offene Frage.
Geschwisterliche Bande, alte Lasten und ein riesiger Rüssel - Kimiko, Frenchie & Mother's Milk
Kimiko (Karen Fukuhara) musste sich diese Staffel nicht nur ihrem Bruder (Abraham Lim) stellen, nach dem er sich gegen ihren Weg entschied, sondern auch dessen Verlust nach dessen äußerst brutalem Abgang verkraften. Im Vergleich zum Comic wirkt sie in der Serie mittlerweile zugänglicher und vernünftiger, denn in der Graphic Novel wird sie eine Ecke dünnhäutiger dargestellt. Ihre besondere Beziehung zu Frenchie (Tomer Capon), der einige Schuldgefühle aus der Vergangenheit zu verarbeiten hatte, wird nachvollziehbar präsentiert. Übrigens versteht Kimiko sich in den Comics auch mit Butchers Bulldogge Terror bestens, der diese Season wenigstens einen kurzen Cameo-Auftritt bekam.
Witzig und eklig geben sich in der Serie ja bekanntlich die Klinke in die Hand und oft koexistieren sie sogar im selben Moment: Mother's Milk (Laz Alonso) kam bis auf ein paar kleine Szenen relativ kurz, sehr lang war hingegen die Hosenschlange eines Insassen, mit der er in einer der beklopptesten Szenen des Serienjahres (vielleicht sogar der Seriengeschichte) rang und die einem, ganz egal, wie man sie fand, definitiv im Gedächtnis bleiben wird.

Die tickende Zeitbombe und die Nazi-Medienmanipulatorin - Stormfront & Homelander
Das zentrale Antagonistenpaar wurde uns in Form von Homelander (Antony Starr) und Stormfront (Aya Cash) präsentiert. Aya Cash spielt ihre Rolle dabei im Einklang mit dem cleveren Drehbuch perfekt, indem sie dem Zuschauer, Starlight und der Öffentlichkeit der Serienwelt gegenüber zunächst einen lässigen und sympathischen Eindruck macht. Das alles jedoch nur, um dann auf unangenehmste Art und Weise die Kurve zu nehmen und eine Kehrtwendung hinter ihrer manipulativ aufgesetzten Fassade zu vollziehen und einen als Zuschauer damit auflaufen zu lassen. Ihr schockierendes Ende passte dabei zu ihrer extremen Persönlichkeit.
Antony Starr ist dafür mit seiner grandiosen Gänsehautdarbietung eindeutig der Star der Staffel. Seine Darstellung des egozentrischen Psychopathen, dem man in jedem Augenblick von kleinen Gemeinheiten bis zu einem schrecklichen Gewaltausbruch alles zutraut, ist einfach phänomenal. Seine Präsenz bringt eine allgegenwärtige Aura der Gefahr mit sich, in welcher man sich auch als Zuschauer unwohl fühlt und in deren Zügen man sich die Frage stellt, wer diesen geisteskranken Typen, der sich für eine gottgleiche Instanz hält, aufhalten soll, wenn er tatsächlich einmal die Nase von all diesen ihm unterlegenen Ameisen voll haben sollte. Homelander ist einer der angsteinflößendsten Antagonisten, den die Serienwelt je erlebt hat und man kann vor seinem auftrumpfenden Darsteller und der sehr gelungenen Inszenierung der Figur nur den Hut ziehen. Die sehr einprägsame gemeinsame Sexszene mit Stormfront, die Erinnerungen an Buffy und Spike in Buffy the Vampire Slayer weckt, gehört in puncto Verrücktheit übrigens zu den Höhepunkten der Staffel.

Auf dem Schleudersitz in The Seven - Annie, A-Train & Maeve
Annie (Erin Moriarty) und Hughie sind im Prinzip das normalste Pärchen der Serie und rücken bis auf eine kurze Phase im Laufe der Season immer näher zusammen. Starlight lebt als Maulwurf bei Vought gefährlich, allerdings sind viele dieser Szenen nur mäßig effektiv, weil man sich schlichtweg kaum vorstellen konnte, dass ihr an dieser Stelle der Geschichte etwas zustößt. Die einzige in diesem Zusammenhang dafür sehr effektive Sequenz war trotz dieses subjektiven Sicherheitsgefühls der Moment, in dem ihr Homelander befiehlt, Hughie den Garaus zu machen.
A-Train (Jessie T. Usher) bleibt ein wenig ein Mitläufer, der ehrlich gesagt keinen signifikanten Einfluss auf die Ereignisse hatte. Auch Maeve (Dominique McElligott) welche die meiste Zeit als Opfer der PR-Inszenierung von Vought verbringt, bekommt erst zum Schluss einen dafür umso wichtigeren Auftritt, in der die Wonder Woman des Boys-Universums ins Rampenlicht treten kann.
Aktuelle Bezüge, soziale Medien und die Metaebene
Die Superheldendebatte und deren Politisierung zieht Parallelen zum aktuellen Weltgeschehen, insbesondere, was die USA anbetrifft. Vor allem aber Stormfronts Manipulationen der sozialen Medien durch gezielte Falschinformationen, Memes und eingesetztes Vokabular wie Fakenews schaffen es, stark an der vierten Wand (siehe Fourth Wall) auf der Metaebene zu kratzen. Generell findet man in der Satire eine große Menge an Statements und Anspielungen auf Kapitalismus, Großkonzerne, Hollywoodtrends oder Political Correctness.

An die Geschmacksgrenze und manchmal einen Schritt weiter
Explizite Sexszenen, explodierende Köpfe, fehlende Gliedmaßen und jede Menge rote Flüssigkeit sind in der zweiten Staffel en masse zu finden und Brutalität und der Gore-Gehalt steigern sich deutlich im Vergleich zur ersten Season, die bereits schon nicht sonderlich zimperlich in dieser Abteilung war. Es werden weiter Grenzen des Geschmacks nicht nur ausgelotet, in vielen Fällen gehen der Showrunner Erik Kripke und sein Team noch genau einen Schritt weiter. Das mag extrem anmuten, doch es ist ein Merkmal, das „The Boys“ in der aktuellen Serienlandschaft herausstechen lässt. Generell lässt sich aber wahrscheinlich auch behaupten, dass jeder, der damit in der Vorgängerstaffel klargekommen ist, es hier genauso halten wird, auch wenn es ein paar mehr eklige Szene zu sehen gibt, bei der man sich die Augen zuhalten könnte/möchte.
Entfernung vom Comic - Die Serie geht ihren eigenen Weg
Mit dem Ende der ersten Staffel ging man nach kleinen, aber merklichen Unterschieden das erste Mal auf großer Ebene einen komplett anderen Weg als die Comicvorlage. Die zweite Staffel driftete danach nicht nur stetig ab, sie schlägt auch eine ganz andere Richtung ein und liefert somit ihre eigene Geschichte. Das ist nicht negativ gemeint, denn es funktioniert bisher durchaus ziemlich gut. Ein Beispiel dafür sind die Genderswaps von Stillwell und Stormfront, die sinnvoll und mit anderen Inhalten auf ihre neuen Darsteller angepasst wurden. Damit stellen sich aber vor allem einige interessante Fragen, wodurch wir zu zwei Charakteren kommen, über die wir noch nicht gesprochen haben. Da wäre einmal Lamplighter, welcher hier eine viel größere Rolle als in den Comics bekommt und in der Vorlage nur in einem „ganz speziellen“ Zustand anzutreffen ist. Vor allem aber ist es ein kleines Detail um Black Noir, auf welches ich hier aus Spoiler-Gründen (vielleicht mal in einem gesonderten Artikel für Comickenner und Leser ohne Spoiler-Angst) nicht eingehen werde, welches einen der zentralen Twists am Ende der Vorlage von Garth Ennis eigentlich unmöglich macht. Dementsprechend wird es sehr spannend sein zu verfolgen, wohin die Serie am Ende nun will.
Was erwartet uns in Season 3?
Der Abschluss der zweiten Staffel legt das Fundament für diverse Handlungsstränge, wie etwa die zwielichtigen Machenschaften von Victoria Neuman (Claudia Doumit), welche sich in einer Szene als die Attentäterin entpuppte, die mit Supe-Kräften Köpfe wie Ballons zerplatzen lassen kann. Steht sie also auf der Gehaltsliste von Vought? Es wäre auf jeden Fall ein genialer Schachzug, wenn der Großkonzern tatsächlich die Kontrolle über seine vermeintliche Opposition hat und das öffentliche Meinungsbild damit in fester Hand hält. Zumindest die Konstellation mit Hughie als deren Angestellter verspricht, spannend zu werden. Zudem werden wir Jensen Ackles als Held Soldier Boy erleben, aber die größte Attraktion wird die Umsetzung des Extrabandes „Herogasm“, in dem es um Folgendes geht: Einmal im Jahr finden sich alle unter Vertrag von Vought stehenden Supes auf einem Inselresort ein, auf dem sie hemmungslose Orgien feiern...
Fazit
Nicht alle Charaktere machen in der zweiten Staffel von The Boys einen Schritt nach vorne und es gibt so um die vierte Episode herum eine kurze Phase, in der man sich fragt, wohin es denn nun gehen soll. Doch das stört den hohen Unterhaltungsfaktor der Serie nicht, denn auch die zweite Staffel bietet durch die Bank wieder flotte Sprüche, fiese Satire und derben Humor. Denn, ob sich alle Figuren nun weiterentwickeln oder nicht, es macht großen Spaß, ihnen bei ihrem völlig abgedrehten Treiben zuzuschauen und davon unabhängig schreitet die Story, in welchem dem großen Ensemble genügend Zeit eingeräumt wird, mit dem richtigen Tempo voran.
Grandiose Darbietungen diverser Schauspieler wie etwa Antony Starr als Homelander sorgen für eine sehr einzigartige Atmosphäre, die zwischen Spannung und Humor schwankt und oftmals einfach alles gleichzeitig bietet. Clevere Kommentare zum aktuellen Weltgeschehen mischen sich zudem mit einer sehr glaubhaft dargestellten Serienwelt und einer sehr hochwertigen Produktion. Auch diesmal liefert man damit ein fast perfektes Gesamtpaket ab.
Polarisierend und schonungslos in jeglicher Hinsicht, bleibt „The Boys“ sich treu und zementiert wie schon letztes Jahr den Platz als eines der unterhaltsamsten Serienspektakel des Jahres, welches man nicht verpassen sollte, sofern man genügend Putztücher mit sich bringt, um den Bildschirm ab und zu von Blut und Eingeweiden zu befreien...
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Hier abschließend noch der Trailer zur zweiten Staffel der US-Serie „The Boys“:
«The Boys» Trailer
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