The Blacklist 9x18

© ames Spader in The Blacklist, (c) NBC
Laszlo Jankowics
Laszlo Jankowics (Alexander Pobutsky) ist der Sohn von Marko Jankowics (Arnold Vosloo), der uns in der sechsten Staffel (6x08) bereits einen Fall der Woche beschert hat. Laszlo ist ein unangenehmer Zeitgenosse, dauerhaft auf psychedelischen Drogen (er sieht einen Löwen, was ihm den Spitznamen „Hungarian Lion“ eingebracht hat) unterwegs, mit denen er illegale Geschäfte betreibt und auf der Suche nach seinem ehemaligen Partner Wallace Avery (John Rothman), der besagte Drogen studiert, um irgendwann einen legalen Nutzen daraus zu ziehen. Fraglos gehört Laszlo aus dem Verkehr gezogen, der bei seinem ersten Auftritt bereits zahlreiche Leichen hinterlässt, womit der Einsatz der Taskforce gerechtfertigt ist.
Raymond Reddington (James Spader) und Weecha (Diany Rodriguez) statten derweil Mr. Kaplans (Susan Blommaert) Schwester Maureen (Susan Pellegrino) einen Besuch ab. Die Hoffnung, Hinweise auf Kate zu finden, die eigentlich seit Mr. Kaplan: Conclusion als tot gilt, ist nicht besonders groß. Aber immerhin kann Maureen mit Clara Moore (Winsome Brown) einen Namen abliefern, dem Red nachgehen kann.
Harold Cooper (Harry Lennix) und Donald Ressler (Diego Klattenhoff) erhoffen sich währenddessen neue Hinweise zu Harolds Erpresser, indem sie die Hinterlassenschaften vom Anwalt Tyson Lacroix (Teagle F. Bougere) unter die Lupe nehmen. Hier kommt der Name Stanford March (Christopher Gerson) ins Spiel, der offenbar ebenfalls von Cole (Ross Patridge) und Lacroix erpresst wurde.
In der Nebenhandlung darf ein gestresster Aram (Amir Arison) als Leiter der Taskforce Berichte über seine Untergebenen verfassen, weshalb er Besuch von Alina (Laura Sohn) erhält, die sich mit einer Bitte an ihn wendet. Außerdem ist Red noch lange nicht bereit, Aram die neuen Blacklist-Fälle zu übergeben. Er wendet sich stets an Cooper, wenn er einen neuen Fall hat.
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Fall der Woche
Als Fall der Woche ist Laszlo Jankowics sicher ebenso durchschnittlich wie Marko Jankowics vor ein paar Jahren. Vielleicht sogar eine Spur schlechter, weil ich überhaupt nicht sehen kann, wie irgendjemand sich in die Dienste von Laszlo und seinem imaginären Löwen stellen sollte. Drogenhandel mag ja lukrativ sein und die Legalisierung (wie sie inzwischen seit Jahren zu medizinischen Zwecken stattfindet) eine potenzielle Bedrohung für die kriminelle Welt. Aber wer auch nur ein bisschen gesunden Menschenverstand hat, wird sich bestimmt nicht in die Dienste eines ständig benebelten Laszlo Jankowics und dessen persönlichen Launen stellen.
Das gesagt, bietet der Fall der Woche aber doch ein bisschen mehr, wenn sich später herausstellt, dass Laszlo oben genannte Clara Moore als Cleaner beschäftigt. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn Red diesen Blacklister an die Taskforce überreicht, um im Verlauf der Ermittlungen einzuschreiten und Clara aus der Reserve zu locken. Der vorgetäuschte Tod von Avery durch Red ist genau der Schachzug, der hier ein wenig Begeisterung auslöst und obendrein ist unser Concierge of Crime durchaus bereit, Laszlo und seine neue Lieferung den Behörden zu überreichen.
Alina Park
Kann sich noch jemand daran erinnern, dass Alina von Kopfschmerzen geplagt war? Mir war das jedenfalls entfallen und es hat mich von daher verwundert, dass sie auf Aram zugeht und darum bittet, diesen kleinen Makel aus dem Bericht zu nehmen. Klar, Alina hat Probleme, wenn wir auf die bisherigen Episoden dieser Staffel schauen, und da gibt es noch immer Klärungsbedarf. Aber ihre Kopfschmerzen hatte ich jetzt nicht mehr auf dem Schirm beziehungsweise bereits abgehakt. Dass die jetzt erwähnt werden, lässt direkt darauf schließen, dass sie im Folgenverlauf noch hinderlich werden sollen.
Und tatsächlich kommt es, wie es kommen muss. Alina verfolgt Laszlo, als die Taskforce mit ordentlich Verstärkung seine neueste Operation (und ihn) dingfest machen möchte. Natürlich ist es Alina, die Laszlo verfolgt und natürlich kann er entkommen, weil Alina eine neuerliche, lähmende Migräne zum schlechtesten Zeitpunkt hat. Von mir aus hätte man das Thema jedenfalls anders angehen können, ganz zu schweigen davon, dass Alina ganz andere Probleme hat.
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Aram
Aram verdient mehr Respekt. Punkt. Das wird schon in den ersten Minuten deutlich, wenn Ressler von Cooper losgeschickt wurde, um einen Durchsuchungsbefehl für Lacroix zu erhalten - ohne, dass Aram darüber informiert wurde. Auch Reds Meinung zu Aram als neuen Leiter kann man nur schwerlich teilen, weil Aram der einzige innerhalb der Taskforce ist, dessen private Probleme seine Arbeit kaum beeinträchtigen. Red mag Probleme mit Arams Moral haben, aber eben diese Moral ist es, die diese Figur stets geprägt hat. Ferner ist es im Sinne von Aram, die Verbrecher zu verfolgen, die Red ständig liefert und auch, aufzudecken, wenn es eine Verschwörung hinter Lizzies (Megan Boone) Tod gab. Da sollte unser Concierge mal über den eigenen Schatten springen und nicht bloß Harold über die neuesten Begebenheiten informieren.

Hier kommt noch hinzu, dass Aram entgegen den Vorschriften Alina anbietet, ihren Bericht doch selbst zu verfassen. Das sieht ihm nicht ähnlich, wenngleich es natürlich doch irgendwie zur Figur passt (und er alles noch absegnen beziehungsweise unterschreiben muss). Aber wie auch immer, ich würde mir für die kommenden Folgen wünschen, dass Aram als Leiter der Taskforce von allen (inklusive Red) akzeptiert wird und diese Funktion auch dauerhaft einnimmt. Er kann ja trotzdem noch seine Fähigkeiten am Rechner nutzen und ebenfalls dadurch brillieren. Aktuell wirkt er aber eher wie ein Ersatzrad für Cooper, der der eigentliche Leiter bleibt, und das sollte sich ändern.
Harold und Donald
Die Nachforschungen von Harold und Donald fördern zu Tage, wie Lacroix und Cole operiert haben. Cooper, der sich zwischenzeitlich eine Auszeit nimmt, mag hier zunächst nicht erkennen, dass diese Erkenntnis, die durch Stanford March gewonnen wird, bloß zum üblichen Schema dieses verstorbenen Teams gehörte und es durchaus lohnend sein könnte, weitere Akten des Anwalts zu durchforsten. Klar, es wird offengelegt, wie die Erpresser hier vorgegangen sind. Aber es ist durchaus möglich, dass sich irgendwo noch Hinweise darauf finden, wer Cole gewarnt hat und wer Lacroix auf die Bildfläche beförderte.
Wobei dadurch, dass Red später Cooper ins Boot holt und ausführt, dass Kate noch leben könnte, diese Ermittlungsgeschichte womöglich zu den Akten gelegt wird. Sollte sie aber nicht, denn auch wenn die bisherigen Anhaltspunkte nichts dazu beitragen, Cooper aus seiner Situation zu retten, muss es an dieser Stelle noch weitere Hinweise darauf geben, wer bei Harolds Erpressung die Strippen gezogen hat.
Raymond Reddington
Wie immer ist es ein Vergnügen, Red bei seinen Ermittlungen zuzuschauen. Wenn er Maureen einen Pavillon beschert oder Rogelio (Gerardo Rodriguez) abfragt, der US-Bürger werden möchte, hat das immer etwas Sympathisches. Ebenso wie die Rettung von Wallace, dessen Tod bloß vorgetäuscht wird. Der Hintergedanke, durch Laszlo an Clara heranzukommen, fällt außerdem in die angenehmen Twists seiner Vorgehensweise. Den Einsatz von Brimley (Teddy Coluca) kann man zwar kritisch betrachten, aber immerhin darf der Folterknecht durch seine „fluide“ Vorgehensweise einen aktuellen Hinweis erlangen, dem Red, Weecha und Cooper direkt nachgehen.

Womit wir zur eigentlichen Frage kommen. Ist Kate alias Mr. Kaplan tatsächlich die Strippenzieherin? Haben wir sie wirklich gesehen oder war das ein Double, welches unter ihrem Namen agiert? Einen Credit für Susan Blommaert gibt es diese Woche (noch?) nicht, von daher ist noch nicht sicher, ob sie tatsächlich zurückgekehrt ist. Aber Red liefert uns mehrere Erklärungen, weshalb sie doch überlebt haben und nach mehreren Jahren im Untergrund wieder aktiv geworden sein könnte. Falls ich das vierte Staffelfinale richtig in Erinnerung habe, sollte ihr Selbstmord dafür sorgen, dass Red vor größere Probleme gestellt wird, was anschließend auch eintrat. Von daher wäre es logisch, wenn sie nach ihrem Überleben die Füße stillgehalten und erst Jahre später wieder aufgetaucht wäre, um Red weitere Steine in den Weg zu legen.
Andererseits wäre es bereits die zweite Rückkehr von Mr. Kaplan, die zuvor schon einen vermeintlich tödlichen Schuss überlebt hat. Ich bin mir jedenfalls nach wie vor unsicher, ob eine Rückkehr angebracht ist. Obwohl, als Gegnerin war sie damals schon nicht ohne und sie ist eine der wenigen Personen, die mehr über Red und seine Geheimnisse wissen als wir. Von daher lässt sich doch irgendwie mit dem Gedanken anfreunden, dass sie zurück ist. Abzuwarten bleibt aber sicher, wie es nach dem explosiven Ende dieser Folge um sie und auch Weecha steht. Die Spannung auf nächste Woche ist jedenfalls vorhanden.
Fazit
Keine Glanzleistung aber doch besser als es anfangs scheint. Der Fall der Woche hängt mit dem größeren Geschehen zusammen, ebenso wie die Handlung um Cooper und Ressler, die auf anderen Pfaden unterwegs sind als Red und der Rest des Teams. Potenzial ist weiterhin vorhanden und könnte durch die Rückkehr einer bestimmten Person durchaus interessant werden. Von mir gibt es diese Woche dreieinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 1. Mai 2022(The Blacklist 9x18)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 9x18
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