The Blacklist 9x17

© mir Arison in The Blacklist, (c) NBC
El Conejo
Raymond Reddington (James Spader) ist sich sicher, dass nur zwei Personen in der Lage sind, den Safe zu öffnen, in dem sich die CDs befanden, die er letzte Woche im Tresorraum von Reginald Cole (Ross Patridge) gefunden hat: Elizabeth Keen (Megan Boone) und seine Wenigkeit. Deshalb reist er nach Montenegro, wo Kosta (Evan Zes) seit Jahren über ein Anwesen und besagten Safe wacht. Der Ort, an dem Liz mal alles über Reds Imperium und wie es zu führen ist, lernen sollte. Die Vermutung ist, dass Kosta etwas über die Entwendung der CDs weiß, weshalb ihm eine Audienz mit Teddy (Teddy Coluca) bevorsteht.
Zurück in den Staaten macht sich Aram (Amir Arison) für die Arbeit bereit, als zwei Gestalten in seine Wohnung eindringen und ihn entführen. Dahinter steckt El Conejo alias Don Marquez (Carlos Gomez), dessen System mit einem Teil des Codes gehackt wurde, den Aram einst entwickelte und zusammen mit Nick (Jared Canfield) unter dem Namen GreyLock auf den Markt bringen wollte. Wir erinnern uns kurz, dass das gemeinsame Unternehmen in den ersten Folgen der Staffel einen Sponsor gefunden hatte und Aram ausgestiegen ist, um erneut für die Taskforce zu arbeiten. Während Aram in Erklärungsnot gerät, versucht der Rest des Teams, ihn zu finden und erhält dazu ein paar Tipps von Red aus der Ferne.
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Fall der Woche
Es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich von einem Kartell höre, welches mit Avocados handelt. Aber eine kurze Recherche fördert direkt Nachrichten wie diese zu Tage, womit mir die nächste Guacamole sicher weniger gut schmecken wird. Verrückte Welt. El Conejo wurde nun ein Shipment geklaut und der Dieb hat einen digitalen Fingerabdruck im System von Don Marquez hinterlassen. Ein Fingerabdruck, der den Namen Aram Mojtabai trägt, weshalb unser neuer Leiter der Taskforce unangenehmen Besuch erhält und der Fall ins Rollen kommt.
Ich hatte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, dass GreyLock oder Nick Faria erneut eine Rolle spielen werden. Aber wenn Aram dadurch in den Fokus rückt und mit Altlasten sowie einer lebensbedrohlichen Situation konfrontiert wird, ist natürlich Spannung angesagt. Begleitet von Rückblicken, die uns den Beginn der geschäftlichen Beziehung mit Nick und deren Entwicklung aufzeigen, gilt es für Aram zunächst, das eigene Überleben zu sichern. Da ist es gut, wenn er als Computernerd seinen Entführer davon überzeugen kann, dass nicht er für den Diebstahl verantwortlich ist, sondern lediglich sein Code verwendet wurde, um die benötigten Informationen aus El Conejos System zu holen. Es ist allerdings ein schmaler Grat, auf dem sich Aram hier bewegt, denn seine Nützlichkeit hat Grenzen und selbst wenn er nicht verantwortlich für den Diebstahl ist, sind seine Überlebenschancen nicht besonders hoch.
Entsprechend lässt sich gut mitfiebern, wenn die Taskforce (mit den Tipps von Red) ermittelt, um Aram aus seiner Lage zu befreien. Die Scripps Brüder Ritchie (Derrick Arthur) und Braxton (Chris McCarrell) sollen weiterhelfen, nachdem sie in einer der amüsanteren Szenen mit Alina (Laura Sohn) und Donald (Diego Klattenhoff) zur Kooperation überzeugt wurden und schließlich ermitteln können, wo Aram und Don Marquez sich aufhalten. Dieser Teil bis zur Rettung Arams weiß jedenfalls zu gefallen.
Weniger gefallen hat mir hingegen, dass Antonio (Andres Borda) direkt als Strippenzieher entlarvt werden kann. Der Bengel drängt sich als vom Vater vernachlässigtes Kind geradezu ins Bild, wenn es um die Tätersuche geht. Mit verständlichem Motiv natürlich, aber diesen Twist konnte man meilenweit gegen den Wind riechen, denn abgesehen von Antonio kam niemand anders als Täter in Frage.

GreyLock
Was die Geschichte von Aram und Nick angeht, lässt sich die ebenfalls ein wenig zwiespältig betrachten. Denn wir kennen Aram sehr gut, wissen um seine Fähigkeiten und seine Gesinnung, während Nick bereits damals einen leicht fragwürdigen Eindruck hinterließ, dem er diese Woche erneut gerecht werden soll.
Mich wundert jedenfalls, dass Aram die potenziellen Lücken in seiner Anwendung übersehen hat. Ein Walter Sykes (Andrew Rein) wäre nicht unbedingt nötig gewesen, um ihm das Dossier der damaligen Analyse auszuhändigen, welches von Nick um bedeutende Punkte reduziert wurde. Denn die Erkenntnis, eine potenzielle, digitale Waffe entwickelt zu haben, hätte Aram bereits zu Beginn bewusst sein sollen. Das geht bereits aus dem ersten Gespräch mit Nick hervor, als er seine Idee beschreibt und diese für Nick schmackhaft macht.
Was mich allerdings wieder leicht begeistert, ist Arams Handeln, nachdem er über die Möglichkeiten seines Codes Bescheid weiß. Denn er korrigiert seinen Fehler und folgt damit seinem Gewissen. Damit zerstört er zwar die ursprüngliche Geschäftsidee, womit Nick jetzt derjenige ist, der mit heruntergelassenen Hosen dasteht. Aber es ist einfach typisch Aram, hier die richtige Entscheidung zu treffen, um größeres Übel zu verhindern. Er opfert seine Arbeit, weil es das einzig richtige ist. Hut ab, Agent Mojtabai, derart selbstlose Charaktere braucht es sicher mehr in dieser Welt.
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Raymond Reddington
Nun aber zum zweiten großen Handlungsbogen. Kosta tat mir bereits zu Beginn leid, als klar war, dass Red Teddy im Gepäck hat. Da hat er sich jahrelang um das Anwesen gekümmert, dieses gepflegt und für Liz bereitgehalten und dann kommt Reds Folterknecht vorbei, um ihm etwas zu entlocken, was an ihm vorbeigegangen ist. Klar, Reds Verdacht mag berechtigt sein, aber um Himmels Willen, ein Kosta hätte sich doch sehr anders verhalten, wenn er irgendwie in die größere Verschwörung verwickelt wäre. Oder?
Wobei es durchaus interessant ist zu sehen, was Red für Liz vorbereitet hatte. Von sehr langer Hand geplant, erhalten wir Einblicke zu ihrem weiteren Werdegang, der die Übernahme von Reds Imperium vorgesehen hat. Etwas, womit Liz sich nie so wirklich anfreunden konnte, aber für sie bestimmt war. Entsprechend schön ist es dann auch, wenn wir sehen, was die CDs beinhalten, die Red damals für Liz aufgenommen hat. Ich hätte mir natürlich einen kurzen Hinweis darauf gehofft, wer dieser Raymond Reddington jetzt wirklich ist. Wenn schon nicht eine definitive Aussage über die Identität, dann zumindest ein oder zwei Hinweise mit gewissem Interpretationsfreiraum. Aber nee, dieses Thema wird leider umschifft.
Ansonsten fand ich diese Entdeckungsreise aber sehr gelungen. Red erkennt schließlich, wie der Safe und von Kosta unbemerkt ausgetauscht wurde. Er wendet sich an Heinrich Zimmerstahl (Philip Goodwin) und erfährt, wer den zweiten Safe in Auftrag gab, der jetzt im Anwesen anstelle des ersten steckt. Mr. Kaplan (Susan Blommaert) hatte also ihre Finger im Spiel.

Aber Moment, Mr. Kaplan ist schon längst über den Jordan gegangen. Oder nicht? Eine Rückkehr würde ich als unwahrscheinlich erachten, während es durchaus möglich ist, dass sie damals im Konfrontationskurs mit Red jemanden an Bord geholt hat, der jetzt noch die Strippen zieht und von ihr damals eingeweiht wurde. Wer diese Person ist oder sein soll, bleibt aber fraglich und ist ebenso rätselhaft, wie die Aufdeckung dieser Person, nachdem die Spur für Red erneut verebbt sein dürfte. Andererseits, irgendwie muss es weitergehen und vielleicht hat Red eine Idee, mit wem Mr. Kaplan damals unter einer Decke gesteckt hat. Abwarten.
Fazit
Mehr Aram ist immer gut, auch wenn es an dieser Front einige Ungereimtheiten gibt und der Fall der Woche beziehungsweise der Täter sich recht offensichtlich ins Bild gedrängt hat. Dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt und auch die Einblicke in Reds Handlungsstrang genossen. Da dürfen wir gespannt sein, wie es jetzt weitergeht. Von mir gibt erneut vier von fünf Sternen. Und von Euch?
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 24. April 2022(The Blacklist 9x17)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 9x17
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