The Blacklist 8x09

© usschnitt aus der Episode The Blacklist 8x09 The Cyranoid (c) NBC
The Cyranoid
Die größere Geschichte nimmt wieder Fahrt auf, und zwar an verschiedenen Fronten. Elizabeth Keen (Megan Boone) rückt von Beginn an in greifbare Nähe. Wir meinen, sie zu sehen, wir können sie hören und sie spricht zu uns. Jedenfalls, bis uns die Überraschung einholt als sie Neville Townsend (Reg Rogers) gegenübersitzt und wir ihr Gesicht erblicken. Das ist nicht Elizabeth Keen, sondern eine Doppelgängerin, der titelgebende Cyranoid (Mara Davi). Womit der Fall der Woche (erneut) Teil von Lizzies Plan ist, welcher weiterhin ungewöhnliche Wege zu nehmen scheint. Aber mehr dazu gleich.
An der anderen Front setzt Harold Cooper (Harry Lennix) die Taskforce über den USB-Stick in Kenntnis, welcher ihm zugespielt wurde und den er entschlüsseln konnte. Es geht aber nicht um den Inhalt, vielmehr soll versucht werden, über den Hacker Rakitin (Seth Numrich) die größere Verschwörung aufzudecken, die auch einen gewissen „N-13“ enthält - die aktuelle Vermutung (schon fast Gewissheit) besagt, dass es sich dabei um Raymond Reddington (James Spader) handelt. Für Red gilt es somit, seine Geheimnisse zu schützen, die Spur zum Hacker zu verwischen und nebenbei noch nach Liz zu suchen, die ihm nun durch Neville ans Leder will.
Die Episode weist dabei ein gutes Tempo auf und verändert schließlich erneut den Blickwinkel auf Liz, wenn sie durch ihre Doppelgängerin Chemical Mary (Francesca Faridany) ermorden lässt, noch dazu in Haft in der Blacksite. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb Harold schließlich eine Grenze überschritten sieht und den Haftbefehl rausgibt. Einen Rückweg dürfte es für Liz somit nicht mehr geben, auch wenn sie vorerst die Oberhand behält und ihren Häschern einen Schritt voraus bleibt.
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Cyrano de Bergerac
Der Fall der Woche ist Mittel zum Zweck und erlaubt es Elizabeth mit der Hilfe von Collins mit verschiedenen Parteien zu kommunizieren. Zunächst mit Neville Townsend, aber auch mit ihren ehemaligen Kollegen in der Blacksite und schließlich mit Red. Der Gedanke, dass es eine Organisation gibt, welche derartige Doppelgänger zur Verfügung stellt, klingt erstmal weit hergeholt. Wobei Red hier eine nette Referenz auf Cyrano de Bergerac liefert und es in einigen Situationen durchaus Sinn machen würde, derartige Doppelgänger einzusetzen. Aber selbst, wenn diese Missionen der Cyranoids großartigst bezahlt werden, scheint mir das nicht gerade ein Traumberuf zu sein.
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle noch ein bisschen über den Science-Fiction Faktor meckern. Denn Kontaktlinsen mit integrierter Kamera klingen ebenfalls noch ein bisschen weit hergeholt. Allerdings hat eine kleine Suche ergeben, dass es bereits vor Jahren Patentanmeldungen dazu gab. Mein erster Treffer war dieser kleine Artikel aus dem Jahr 2016. Zu kaufen gibt es diese Linsen aber offenbar noch nicht, wenngleich die Technik bereits vorhanden sein mag. Unheimlich, oder?
Elizabeth Keen
Das Katz- und Mausspiel geht weiter. Liz ist ihren Kollegen und Red immer mindestens einen Schritt voraus, wobei sich weitere Teile ihres Plans offenbaren. Sinn und Zweck von Marys Entführung wird deutlich, als wir erfahren, wer ihr Bruder ist. Neville Townsend gibt der „Townsend Directive“ ein Gesicht und liefert auch wesentliche Ergänzungen zur Geschichte um Katarina Rostova (Laila Robins) und „N-13“, womit er als zukünftiger Verbündeter von Liz eigentlich rausfallen sollte. Aber wie in der Serie üblich, erwartet uns auch hier ein Twist, welcher Red eine zusätzliche Zielscheibe auf dem Rücken gibt.
Liz weckt schlafende Hunde, was auch dem „Freund im Osten“ nicht gefallen dürfte. Schließlich soll „N-13“ ein Mythos bleiben, erhält aber nun nicht nur von Harold Aufmerksamkeit, sondern auch von der „Gegenseite“, was Sikorsky (David E. Harrison) überhaupt nicht gefallen dürfte. Da ist es nur eine Frage der Zeit, ehe die Samthandschuhe in Bezug auf Elizabeth abgelegt werden. Ob sie wirklich weiß, was sie da tut?
Apropos wissen, woher weiß sie überhaupt, dass Mary die Schwester von Neville ist oder von der Organisation, die der Commissioner (Todd Lewis) mit den Cyranoids am Start hat? Mir fehlen da noch immer ein paar Zusammenhänge und Informationen, ohne die ihr ausgefeilter Plan so niemals hätte stattfinden können. Bei Red, der jahrelang in kriminellen Kreisen unterwegs war und ist, kann man sich gut vorstellen, dass er über eine ganze Reihe von Organisationen und Bösewichten im Bilde ist (darauf fußt schließlich sein Deal mit dem FBI). Aber Liz ist vergleichsweise neu im Geschäft, da wäre es durchaus angebracht zu erfahren, welche Informationsquellen ihr zur Verfügung stehen.
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Zuletzt und wie oben bereits angemerkt, überschreitet sie diese Woche eine Grenze. Im Prinzip sogar mehrfach. Da ist einmal der Mord an Mary, der sich vielleicht noch mit Blick darauf verkraften ließe, dass sie eine Kriegsverbrecherin war und Liz selbst nicht Hand angelegt hat. Als Red aber später Collins ins Visier nimmt, um Lizzies Aufenthaltsort zu erfahren (eine Finte, denn in Wirklichkeit ortet Dembe (Hisham Tawfiq) bereits nach ihr), nimmt sie den Tod ihrer Doppelgängerin in Kauf.
Klar, Liz betätigt wieder nicht selbst den Abzug, aber die Verantwortung dafür hätte bei ihr gelegen. Vergleichen wir diese Vorgehensweise kurz mit der Vorgehensweise von Elizabeth Keen der ersten Staffeln, wird deutlich, wie sehr sie sich verändert hat. Nehmen wir noch hinzu, wie sie mit Aram (Amir Arison), Donald (Diego Klattenhoff) und den anderen (in Form von Collins) umgeht, ist offensichtlich, dass es jetzt kein Zurück mehr für sie gibt. Jedenfalls sollte der Point of No Return nun überschritten sein.
Rakitin
Die Nebenhandlung betrifft denjenigen, der die Daten des USB-Sticks beschafft hat. Heikle Informationen über die Identitäten von verdeckten CIA Mitarbeitern oder vielmehr die Masse davon, lassen nur fünf Personen zu, die als Rakitin in Frage kommen. Und genau den gilt es zu fassen, um die Vermutung zu bestätigen, dass Raymond Reddington „N-13“ ist. Außerdem müssen die hausinternen Verräter natürlich aus dem Verkehr gezogen werden und Red sollte nicht ahnen, dass man ihm auf den Fersen ist.
Der letzte Punkt kann bereits zu den Akten gelegt werden, denn Red ist sehr schnell im Bilde darüber, dass Cooper und Co. nach Rakitin suchen. Die große Frage ist nun, was er unternehmen wird, um die Angelegenheit wieder in Ordnung zu bringen. Diese Woche erhält er noch keine Gelegenheit dazu, was auch daran liegt, dass Rakitin voreilig ins Geschehen eingreift, um unser Team auf eine falsche Fährte zu lenken. Aber wie Red vorausgesagt hat, hält diese falsche Fährte nicht lange an, denn Agent Park (Laura Sohn) zieht gegen Episodenende die richtigen Schlüsse.
In meinen Augen besteht Reds einzige Chance darin, Rakitin selbst aus dem Verkehr zu ziehen. Andererseits wird „der Freund im Osten“ davon sicherlich nicht begeistert sein, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass sich schnell ein Ersatz für Rakitin finden lässt. Aber vielleicht hat Red auch noch ein Ass im Ärmel, womit er eine unverhoffte Wendung herbeiführen kann. Abwarten.
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Raymond Reddington
Für unser kriminelles Mastermind wird es jetzt eng. Offenbar haben es nun alle Seiten auf ihn abgesehen und ich frage mich, wie lange er da noch durchhalten kann. Townsend und Liz wollen ihm ans Leder, Coopers Taskforce ist hinter Rakitin her, um Reds Geheimnisse aufzudecken und der freundliche Wind aus dem Osten könnte sich ebenfalls gegen ihn richten, wenn die Lage weiter eskaliert. An Spannung mangelt es folglich nicht und mit Blick auf die Vorschau für nächste Woche bleibt zu hoffen, dass ein gewisser jemand nicht als Kollateralschaden endet.
Aber bleiben wir noch kurz bei dieser Woche. Red ist vorerst nicht in der Lage, zu Liz aufzuschließen. Aber seine Anstrengungen lassen ihn gut aufholen und nur knapp das Ziel verpassen. Da dürfen wir in der Tat gespannt sein, was passiert, wenn er Liz aufspüren sollte. Und natürlich, wie er seine anderen Verfolger abschütteln wird. Vielleicht erwartet uns im weiteren Staffelverlauf zur Abwechslung mal wieder ein ausgeklügelter Plan seinerseits, mit dem sich nicht rechnen ließ? Das wäre wünschenswert, denn davon gab es in letzter Zeit kaum welche.
Fazit
Eine weitere gute Episode, dieses Mal wieder mit Fokus auf die größere Geschichte und den aktuellen Plan von Elizabeth Keen, die einen unverhofften Verbündeten findet. Für Red wird es langsam brenzlig, wenn er seine Geheimnisse für sich behalten und den Rachebemühungen seiner Verfolger entgehen will. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von euch?
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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 6. März 2021The Blacklist 8x09 Trailer
(The Blacklist 8x09)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 8x09
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