The Blacklist 8x05

© zenenfoto aus der The Blacklist-Folge The Fribourg Confidence (c) NBC
The Fribourg Confidence
Mit The Fribourg Confidence bewegt sich The Blacklist wieder auf vertrauteren Bahnen, ohne jedoch die Veränderungen durch die letzten Episoden außer Acht zu lassen. Die titelgebende Gruppe von Bankräubern, die sich darauf spezialisiert hat, Kriminelle auszunehmen, wurde von Elizabeth Keen (Megan Boone) engagiert, um ein Schließfach von Red (James Spader) zu entleeren. Während dieser den Inhalt (der USB-Stick von letzter Woche) wiederhaben will, hat das Team von Harold (Harry Lennix) vornehmlich im Sinn, durch die Suche nach den Räubern an Liz heranzukommen, deren Anwesenheit vor Gericht für einen alten Fall - der auf die zweite Episode der Serie zurückgeht - erforderlich wird.
Endlich wieder ein Fall der Woche beziehungsweise sogar gleich zwei in einem. Bei den Ermittlungen dürfen sich das FBI und Reddington mal wieder ein Wettrennen liefern, tauschen immer nur dann Informationen aus, wenn eine Seite nicht weiterkommt, während im Hintergrund (und ohne persönlich zu Erscheinen) nun Liz die Strippen zieht. Letzteres mag noch etwas ungewohnt sein und auch ein paar Fragen aufwerfen, aber in Sachen große Überraschung kann Lizzie am Ende durchaus punkten, wenn sich herausstellt, dass sie den Anwalt (Roger Bart) engagiert hat, der den Freelancer (Daniel Sauli) raushaut.
Ich muss jedenfalls zugeben, dass ich mit dieser neuen Vorgehensweise allmählich warm werde und die Serie dadurch wieder frischer wirkt. Ob Elizabeth Keen dauerhaft als kriminelles Mastermind funktioniert, bleibt natürlich noch abzuwarten und dass sie jetzt einen Massenmörder aus dem Gefängnis holt (sicher mit der Absicht, ihn früher oder später auf Red anzusetzen), dürfte darauf hindeuten, dass es für sie kein Zurück mehr geben wird. Außerdem wird der „Freund im Osten“ jetzt sicher die Samthandschuhe ablegen, was ihre Person betrifft.
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FBI

Unser Team findet bei den Ermittlungen zur alten Form zurück. Nachdem Red auf die Fribourg Confidence aufmerksam gemacht hat, kommt die Suche schnell voran. Besonders gefallen hat mir dabei, dass Aram (Amir Arison) im Feld wieder aktiv werden durfte, als es darum ging, die Missetäter um Jennifer (MaYaa Boateng) zu belauschen. Bei der Übergabe des USB-Sticks machten unsere Leute zwar wieder einen schlechteren Eindruck, weil Ressler (Diego Klattenhoff) & Co. zu spät bemerken, an wen die Übergabe erfolgte. Aber die Räuber können trotzdem in Gewahrsam genommen und verhört werden.
Wobei es fraglich ist, weshalb Liz hier nicht mit ihren ehemaligen Kollegen kooperiert. Sie spielt Harold den Stick am Ende ohnehin zu, warum also nicht die Räuber hochnehmen lassen und dabei noch etwas Geld sparen? Andererseits konnte sie nicht wissen, dass Harold die Informationen zur Übergabe als erster erhält und nicht an Red weitergibt. Von daher vielleicht besser, dass sie hier auf Nummer sicher geht.
Der zweite Fall betrifft den Freelancer und wird durch Cynthia Panabaker (Deirdre Lovejoy) an Harold weitergegeben. Der Richter (John Ellison Conlee) verlangt das Erscheinen von Elizabeth Keen vor Gericht, ohne deren Aussage der Auftragskiller aus The Freelancer (1x02) wieder auf freien Fuß gelangen wird. Harold wird dabei in die Enge getrieben und muss zunächst vor Cynthia als auch vorm Richter mit Ausreden versuchen, Lizzies Abwesenheit zu erklären, was aber nicht dauerhaft gut geht.
Mit Blick darauf, wie der Richter die Information aufnimmt, dass Raymond Reddington dem FBI als vertraulicher Informant dient, stehen jetzt plötzlich alle alten Fälle auf der Kippe. Wobei ich nicht ganz verstanden habe, weshalb das so ist. Also, weshalb der Richter Raymond nicht als vertraulichen Informanten akzeptiert, wenn dadurch haufenweise Kriminelle hinter Gittern gelandet sind - denn die sind ja nicht unschuldig. Ebenso wenig wie der Freelancer. Außerdem ist die Taskforce von oberster Stelle legitimiert, alle unsere Agenten konnten Erfahrungen mit den jeweiligen Tätern und Opfern sammeln und diese bezeugen. Warum jetzt ein Fass aufmachen, weil die Tipps, die zur Überführung dienten, ursprünglich von Raymond Reddington stammen?
Aber gut, ohne diese Auffassung des Richters hätte Liz ihren Auftragskiller nicht raushauen können. Und dass Harold am Ende Cynthia über Liz informiert, ist vielleicht eine gute Sache. Wir sehen zwar nicht mehr, wie sie diese Information aufnimmt und es bleibt zu befürchten, dass sich daraus ein Nachspiel für unsere Taskforce und Harold ergibt. Aber andererseits ist es an der Zeit, dass Cooper seine Vorgesetzte über die Lage informiert und sich möglichen Konsequenzen stellt - auch mit Blick darauf, was Liz in Zukunft noch alles anstellen könnte, um Red zuzusetzen und schließlich aus dem Verkehr zu ziehen.
Elizabeth Keen
Liz taucht diese Woche zwar nicht auf, aber lauert doch irgendwie an jeder Ecke. Das Katz- und Mausspiel, welches Red sonst gespielt hat, findet sich jetzt mit vertauschten Rollen wieder und ist gewöhnungsbedürftig. Wie oben aber bereits angeführt, kann ich mich allmählich damit anfreunden und finde den umgedrehten Spieß recht erfrischend.
Zugetraut hätte man Liz ihr Vorgehen natürlich nicht. Auch stellt sich die Frage, wie sie auf die Fribourg Confidence aufmerksam wurde und deren Dienste erlangen konnte, während sie über das Schließfach vermutlich von Skip Hadley (Drew Gehling) informiert wurde. Uns wird im Verlauf der Episode aber angedeutet, dass sie die Suche nach möglichen Verbündeten, die aktuell noch für Red arbeiten, ausgeweitet hat. So wurde mittlerweile auch Vlad Cvetko (Gregory Korostishevsky) - den kennt man vielleicht noch aus Milton Bobbit (1x18) - von ihr kontaktiert.
Beeindruckend ist auf jeden Fall, dass sie sowohl unserem Team als auch Red stets einen Schritt voraus bleibt. Mehr noch, dass sie hinter der Freilassung des Freelancers steht, habe ich überhaupt nicht kommen sehen. Red erkennt das zwar, aber verhindern kann er auch nicht, dass sie am Ende einen Auftragskiller in ihren Diensten hat. Wie viele Verbrechen wird sie noch begehen, um ihr Ziel zu erreichen? Auch Aram stellt sich und Harold diese Frage, denn mit jeder kriminellen Tat entfernt sich Liz weiter vom Team. Ob die Informationen auf dem USB-Stick (sofern die entschlüsselt werden können) ausreichen werden, um die aktuellen Taten wieder aufzuwiegen, bleibt fraglich. Oder erhofft sie sich dadurch keine Hintertür zur Rückkehr, sondern hat schlicht niemanden zur Verfügung, der die Verschlüsselung knacken könnte und will lediglich mal wieder jemanden (Aram) dafür nutzen, um sich anschließend die entschlüsselten Daten irgendwie zu holen? Abwarten.
Raymond Reddington

Für Red bedeutet der Verlust des USB-Sticks eine unangenehme Niederlage, über die er Sikorsky (David E. Harrison) zu informieren gedenkt. Ob dieser dann versuchen wird, Liz aus dem Bild zu nehmen und damit womöglich zum Gegner für Red wird? Wie bereits letzte Woche bemerkt, ist mir das Verhältnis zwischen Red und Sikorsky nicht ganz klar, was natürlich auch daran liegt, dass wir noch große Lücken in der Vergangenheit von Red beziehungsweise M-13 haben.
Aber bleiben wir zunächst bei dieser Woche. Von Vlad erfährt Red, dass Liz weiterhin versucht, seine Leute auf ihre Seite zu ziehen und fleißig mit seinem Gesundheitszustand und ihrem Erbe argumentiert. An beiden Fronten sollte er arbeiten, um die Loyalität seiner Leute zu gewährleisten. Im Zuge dessen hätte ich auch gerne gesehen, wie er den gefolterten Marvin von letzter Woche entschädigt und sichergestellt hat, dass dieser nicht doch noch zur undichten Stelle wird. Während der Ermittlungen musste ich bei Vlads Ergebnissen übrigens mit der Stirn runzeln. Unsere Taskforce hat ja schon oft viel Glück beim Nachforschen, aber dass Vlad mit der Handschrift eines Schreibens von 1994 ankommt (wie ist er denn darauf gekommen?), die zu Abe (Frankie Faison) und dessen Tochter Jennifer führt, ist schon weit hergeholt.
Die Verhöre mit Abe haben mir weniger wegen Reds eindringlicher Nachfragen, sondern wegen der Parallelen gefallen. Während Abe allerdings stolz auf seine Tochter und deren Werdegang ist, darf Red sich langsam Sorgen darüber machen, wie viel seine Ziehtochter von ihm gelernt hat. Und was meint ihr, hat es mit Anne (LaChanze) auf sich? Tatsächlich eine zufällige Bekanntschaft oder steckt vielleicht mehr (Liz) dahinter?
Fazit
Ich bin zwar noch nicht restlos überzeugt, aber mit The Fribourg Confidence findet die Serie wieder zu ihren Stärken zurück und schafft es, die aktuelle Prämisse erfrischend wirken zu lassen. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von euch?
Der Trailer zur Episode The Wellstone Agency der Serie The Blacklist (8x06):
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Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 8. Februar 2021The Blacklist 8x05 Trailer
(The Blacklist 8x05)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 8x05
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