The Blacklist 8x04

The Blacklist 8x04

In der Folge Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist steht Liz ganz oben auf der Fahndungsliste. Während Red und die Taskforce nach ihr suchen, setzt sie einen neuen Plan in Bewegung und steht noch vor der Aufgabe, ihre Tochter Agnes zurückzubekommen.

Ausschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist (c) NBC
Ausschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist (c) NBC
© usschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist (c) NBC

Elizabeth Keen

Nachdem ich letzte Woche größeren Unmut über die aktuellen Entwicklungen rund um Elizabeth Keen (Megan Boone) und ihren Rachefeldzug gegen Red (James Spader) bekundet habe, bin ich diese Woche zumindest ein bisschen zufriedener mit den Handlungen und Entscheidungen der Figuren. Das soll nicht heißen, dass mir diese Folge ausgesprochen gut gefallen hat, denn machen wir uns nichts vor, das Kind ist in den Brunnen gefallen und es wird schwierig werden, es da wieder herauszuholen. Aber immerhin erscheint mir in Elizabeth Keen doch vieles nachvollziehbarer als letzte Woche, Red erhält wieder eine seiner charmanten Überzeugungsszenen und auch der Twist gegen Ende hat irgendwie was.

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Positiv ist auf jeden Fall, dass Harold Cooper (Harry Lennix) seinem Team ein klares Ziel gibt und sich aus der anfänglichen Besprechung tatsächlich eine gute Begründung dafür ergibt, weshalb man nach Liz (zu ihrem eigenen Schutz) fahndet. Red möchte sich währenddessen ebenfalls komplett auf die Suche nach ihr begeben, aber wie Dembe (Hisham Tawfiq) ihm mitteilt, duldet „der Freund im Osten“ keinen Aufschub, verlangt eine Mission und gibt am Ende kleinere Einblicke und Bestätigungen zu Reds Identität, was zumindest uns Zuschauern wieder etwas spekulatives Futter gibt.

Zuletzt ist die Handlung um Elizabeth Keen diese Woche wesentlich geschickter inszeniert, denn ihr Rachefeldzug fällt weniger drastisch aus, auch wenn ein gewisser Marvin Gerard (Fisher Stevens) mir da widersprechen würde. Außerdem ist die „Rettung“ von Agnes (Hazel Mason und Ginger Mason) ein wesentlicher Punkt, den man ihr positiv anrechnen kann. Dass sie ihre ehemaligen Kollegen diese Woche für alles erneut ausnutzt und auf bestimmte Verhaltensmuster setzt, mag derweil betrüblich sein, aber wenn sie jetzt als der neue Raymond Reddington agieren und dessen Methoden anwenden soll, leistet sie doch einen guten Job.

Noch kurz zum Titel: Elizabeth Keen steht damit auf Platz Nr. 1 der Blacklist. In den Top Ten der Liste sind damit nur noch Platz Nr. 2 und Platz Nr. 5 unvergeben, wie man hier einsehen kann. Ob Raymond Reddington (oder wie sein wahrer Name auch lauten wird) auf der zwei steht? Und wer steht auf der fünf?

Ausschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist
Ausschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist - © NBC

FBI

Fangen wir mit der „Familie der Taskforce“ an, von der sich Lizzie letzte Woche losgesagt hat. Die Nummer mit Ressler (Diego Klattenhoff) blende ich mal aus, die ist für mich nach wie vor unstimmig, und zwar aus den Gründen, die Agent Park (Laura Sohn) in der Besprechung mit Cooper auch anführt. Witzigerweise verlangt Harold auch, dass ihm jeder persönliche Kontakt mit Liz gemeldet wird, womit Donald für große Teile der Episode einen schuldigen Gesichtsausdruck macht. Dass er später gegenüber Aram (Amir Arison) und schließlich auch Cooper vom „Vorfall“ berichtet, halte ich ihm aber zugute.

Der wichtigste Punkt in Bezug auf unsere Taskforce ist aber, aus welchen Motiven sie Liz in Gewahrsam nehmen wollen. Es gilt, sie vor Red zu schützen, dessen Temperament man kennt und der doch versucht sein könnte, ihr eine Kugel zu verpassen. Das widerspricht zwar ganz klar Reds Anweisungen (und Absichten), dass Liz lebend gefasst werden soll, aber deutet eben darauf hin, dass unsere Taskforce mit Blick auf sein bisheriges Verhalten sich dessen nicht sicher sein kann.

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Für mich macht das den Knackpunkt aus, der mich überzeugt. Oder, wie Donald es sagen würde: lieber einen der eigenen beschützen als den Übeltäter, der nach wie vor frei agieren kann und lediglich zum eigenen Nutzen neue Fälle präsentiert. So ganz an Bord mit diesem Motto bin ich zwar nicht, aber ich sehe schon, weshalb unser Team es ist.

Wobei ich am Ende wieder weniger überzeugt bin, denn das Ablenkungsmanöver von Liz hätte unsere Truppe voraussehen können. Ganz zu schweigen davon, wie sie überhaupt zu Aram und Agnes vordringen konnte. Der Alarm wird zwar wenig später ausgelöst, aber es muss sich schon um ein spärlich geschütztes Hauptquartier handeln, wenn dort nicht alle Ausgänge abgesichert sind, ganz zu schweigen von den Eingängen, die ihren Besuch erst möglich machten.

Aram bleibt derweil wohl das sympathischste Mitglied des Teams. Wie er sich um Agnes kümmert, ist einfach nur dufte. Harold sollte sich derweil mal fragen, wie weit er noch gehen will. Diese Woche darf er den Rücktritt von Donald und Aram in die unterste Schublade schieben, weil er an ihrer Stelle ähnlich reagiert hätte. Äh, was? Okay, irgendwo ist es nachvollziehbar, aber so wirklich professionell agiert unsere Taskforce mittlerweile nicht mehr. Vielleicht gibt sich das in den nächsten Wochen/Episoden wieder, aber in Bezug auf Liz sollte sich wirklich jeder mal fragen, wie weit man ihr noch vertrauen kann. Auch in Bezug darauf, dass sie jetzt als neuer Raymond Reddington agieren wird und plötzlich um ein paar Milliönchen reicher ist.

Ausschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist
Ausschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist - © NBC

Lizzie auf der Flucht

Mit ein paar Hinterlassenschaften von Tom Keen (Ryan Eggold), den wir im Folgenverlauf auch in einigen Rückblicken zu sehen bekommen, können sich Liz und Esi (Kecia Lewis) etwas aufstocken und knapp Red entkommen. Lizzies Plan sieht vor, dass sie nicht ohne Agnes die Stadt verlassen wird und außerdem versuchen will, Reds Leute auf ihre Seite zu holen. Dazu sucht sie Tadashi (Alex Shimizu) auf, der sich ihr zwar nicht anschließt, aber eine Reihe von Telefonnummern besorgt.

An ihren Überzeugungskünsten muss Liz offenbar noch arbeiten, da hinkt sie Red deutlich hinterher. Wobei das Argument, sie würde eh alles von Red erben, ohnehin nur bedingt ziehen kann. Denn was hindert Red eigentlich daran, sie wieder aus seinem Testament zu nehmen?

Bleibt nur das Argument, dass Raymond todkrank ist und bald von der Bildfläche verschwinden wird - was dieser seinen Gefolgsleuten natürlich etwas anders verkauft. Außerdem möchte wohl niemand, der Red etwas besser kennt, seinen Zorn auf sich ziehen, weshalb Tadashi auch direkt petzen geht.

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Den Wettlauf mit den Telefonaten fand ich dabei eher albern als spannend, das waren zeitlich kuriose Zufälle. Einzig Brimleys (Teddy Coluca) unbeabsichtigte Konferenzschaltung ließ mich kurz grinsen. Marvin Gerard als letzte Anlaufstelle soll uns aber schließlich die große Überraschung bescheren, denn er meint, er würde über ihr Angebot nachdenken. Womit wir aber auf eine falsche Fährte gelockt werden, denn derjenige, der recht unscheinbar mit Marvin am Tisch sitzt und von ihm ermahnt wird - ein gewisser Skip Hadley (Drew Gehling) - soll schließlich Lizzies Schlüssel werden, um sich einen großen Happen von Reds Vermögen unter den Nagel zu reißen.

Ausschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist
Ausschnitt aus der Episode Elizabeth Keen der US-Serie The Blacklist - © NBC

Den Twist habe ich nicht kommen sehen und hätte es Liz auch nicht zugetraut, dass sie das Ding (indem sie Ressler falsche Informationen zukommen lässt) durchziehen kann. Wobei man einschränkend dazu sagen muss, dass es ziemlich dämlich von Red ist, Marvin nicht zuzuhören. Denn nein, falls er Red betrügen würde, würde er sicher nicht mit dem eigenen Namen Buchungen durchführen. Aber wie auch immer, es ließen sich bestimmt auch Argumente finden (die Info stammt von Ressler, Red ist angeschlagen und hat viel um die Ohren), die unser kriminelles Mastermind in der Situation weniger klar denken lassen. Unterm Strich auf jeden Fall ein Sieg für Liz.

Was Agnes betrifft, geht ihr Plan zunächst nicht auf. Hier kann die Taskforce vorerst den Wettlauf gewinnen. Für Liz darf es aber gar nicht erst in Frage kommen, Agnes zurückzulassen und es damit ihrer Mutter Katarina (Laila Robins) gleichzutun. Insofern gut, dass sie hier ebenfalls noch einen Erfolg verbuchen kann, auch wenn ich meine Skepsis dazu weiter oben bereits geäußert habe. Das Ablenkungsmanöver, um fast alle aus der Blacksite zu locken, war geschickt. Aber wie sie einfach rein- und mit Agnes wieder rausspazieren kann, ist doch sehr unglaubwürdig.

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Raymond Reddington

Vielleicht hat Red in Bezug auf Liz ein wenig den Durchblick verloren und sie unterschätzt. Aber bei ihm steht diese Woche noch eine weitere Mission und ein anschließendes Treffen in Moskau an. Der „Freund aus dem Osten“, namentlich übrigens als Sikorsky (David E. Harrison) gelistet, duldet keine Aufschübe.

Guinevere Claflin (Donna Lynne Champlin) wird als Mittel zur Erfüllung dieser Mission, die die Löschung eines Namens vorsieht, ausgemacht und soll mit Hilfe von Tadashi Sabotage an einem Server ausüben. Dazu erhält sie ein Angebot, was sie nicht ablehnen kann und Red zeigt sich bei der Unterredung voll in seinem Element. Genau eine solche Szene hat mir letzte Woche gefehlt, denn diese eindringlichen Gespräche/Monologe von Red machen für mich mitunter einen großen Reiz der Serie aus.

Am Ende in Moskau gibt es schließlich die Bestätigung, dass Red in Wirklichkeit der ominöse Agent M-13 ist. Eine Information, die es zu schützen gilt und für Elizabeth (die durch Katarina davon gehört hat) ein Todesurteil darstellen könnte. „Für jetzt“ mag sie sicher sein, aber dass Red die Mission für Sikorsky durchgeführt hat - jemand, der ihn für über 30 Jahre nicht kontaktiert hat und für den er angeblich nicht arbeitet - lässt vermuten, dass es hier früher oder später zur Konfrontation mit der Vergangenheit kommen wird. Ich bin gespannt. Auch darauf, welche Informationen Red aus dem Archiv erhalten hat.

Fazit

Elizabeth Keen hat mir wesentlich besser gefallen als das Fiasko von letzter Woche. Es gibt zwar noch immer diverse Probleme und Unstimmigkeiten mit einigen Handlungen und Figuren, aber unterm Strich ging es ein gutes Stück bergauf. Mehr Raymond Reddington, ein bisschen was zum Mysterium um seine Identität, verschiedene Gastauftritte und eine überraschend geschickt agierende Elizabeth Keen, die uns und Red einen netten Twist beschert. Von mir gibt es diese Woche drei von fünf Sternen. Und von euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 31. Januar 2021

The Blacklist 8x04 Trailer

Episode
Staffel 8, Episode 4
(The Blacklist 8x04)
Deutscher Titel der Episode
Elizabeth Keen (Nr.1)
Titel der Episode im Original
Elizabeth Keen
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 29. Januar 2021 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 20. Juli 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Dienstag, 20. Juli 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Dienstag, 20. Juli 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Dienstag, 20. Juli 2021
Autor
Sean Hennen
Regisseur
Cort Hessler

Schauspieler in der Episode The Blacklist 8x04

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