The Blacklist 7x11

© NBC/Sony TV
Victoria Fenberg
Ob die The Blacklist-Autoren Allison Glock-Cooper und T Cooper wohl letzten Sommer ĂŒber einen Artikel gestolpert sind, als sie auf der Suche nach einem neuen Fall fĂŒr The Blacklist waren? Es ist anzunehmen, werden doch viele Parallelen in Victoria Fenberg aufgezeigt, die in der realen Welt mit der Familie Sackler verbunden sind. Keine Angst, ich werde jetzt nicht akribisch Fiktion und RealitĂ€t miteinander vergleichen. Ich möchte nur kurz darauf aufmerksam machen, dass Autoren ihre Inspiration oft aus realen FĂ€llen schöpfen können, was nicht selten den Effekt hat, dass man sich als Zuschauer (oder Leser) anschlieĂend mit eben diesen ein wenig auseinandersetzt. FĂŒr mich ergibt sich dadurch stets ein Mehrwert, der solche Folgen ein wenig anhebt.

Aber konzentrieren wir uns jetzt auf die Episode. Victoria Fenberg (Gillian Alexy) fĂ€lscht Kunstobjekte, tauscht die echten zusammen mit ihrem Komplizen Richard (Albert Jones) anschlieĂend gegen die falschen aus und verkauft ĂŒber den Hehler Antony (Bryan Batt) schlieĂlich die echten Objekte auf dem Schwarzmarkt. Victoria macht das allerdings nicht zur persönlichen Bereicherung - die Fenbergs sind ohnehin sehr vermögend - sondern, um Richard dabei zu helfen, seine Gerichtskosten zu tragen. Denn Richard hat seinen Sohn verloren, was auf gefĂ€hrliche Medikamente zurĂŒckzufĂŒhren ist, die von den Fenbergs in Umlauf gebracht wurden und worum es im besagten Gerichtsfall auch geht.
Victoria ist damit kein klassischer Bösewicht, wie viele der anderen Blacklister, die wir bislang kennengelernt haben. Ihre Motivation liegt darin, Richard zu helfen und ist trotz der illegalen Methoden, der sie sich bedient, eine gute Sache. Nicht richtig, nicht legal, aber doch grundlegend gut, weil gute Absichten dahinterstecken. Als Zuschauer können wir ihre Motive nachvollziehen, fiebern gegen Ende womöglich mit ihr mit, nachdem Richard bereits hinter Schloss und Riegel sitzt. Ressler (Diego Klattenhoff) hat zwar durchschaut, wer das letzte GemĂ€lde gegen eine FĂ€lschung getauscht hat, aber ihm fehlen die Beweise und somit kommt Victoria (ĂŒberraschenderweise) davon - weitere Auftritte nicht ausgeschlossen, nachdem Red (James Spader) nun mit ihr in Kontakt steht.
Mir hat der Fall jedenfalls zugesagt und dass unser Team sich diese Woche mit KunstfĂ€lschungen beschĂ€ftigt, was auf den ersten Blick recht banal wirken mag, ist auch nicht weit hergeholt. Liz (Megan Boone) verdeutlicht anfangs durch Zahlen und SchĂ€tzungen, wie hoch die FĂ€lschungsrate im Kunsthandel liegt und welche BetrĂ€ge da involviert sind. Ein kurzer Blick in die RealitĂ€t (erste Anlaufstelle hier) zeigt sogar, dass die genannten 20% noch niedrig angesetzt sind. Da darf Red gerne das FBI einschalten, auch wenn seine Motive da wieder persönlicher Natur sind - was mitunter diese Woche wieder fĂŒr sehr gute Unterhaltung sorgt.
Raymond Reddington

Nach „Katarina Rostova“ geht es wieder etwas ruhiger zu. Dembes (Hisham Tawfiq) Geburtstag steht da zunĂ€chst an und hĂ€tte gerne noch etwas mehr Screentime erhalten können. Brimley (Teddy Coluca) ist sogar dabei, wĂ€hrend ich Glen (Clark Middleton) bei der Party vermisste habe. Durch einen unerwarteten Anruf ergibt sich anschlieĂend der Auftakt zum Fall, und zwar ĂŒber einen kleinen Umweg, der Dembe und Red zunĂ€chst in die Ukraine fĂŒhrt.
Etwa acht vergnĂŒgliche Minuten dauert es, ehe die Opening Credits kommen und ganz ehrlich, ich hĂ€tte nichts dagegen gehabt, zur Abwechslung einmal eine ganze Episode mit Dembe und Red zu verbringen. Vielleicht das kurze Abenteuer in der Ukraine ein bisschen ausweiten oder gar auf die Task Force verzichten und ausschlieĂlich Red und Dembe bei ihren Ermittlungen zum gefĂ€lschten KĂ€stchen zeigen. Doch, das hĂ€tte mir gefallen.
Aber ich will auch nicht jammern. Denn wĂ€hrend das FBI in gewohnter Manier ermittelt, bleibt Red nicht untĂ€tig und begibt sich mit eigenen Methoden auf die Suche nach Victoria. Und dazu noch weit zivilisierter, als es sonst der Fall ist. Schlechte Nachrichten, wie Vasyls (Kushtrim Hoxha) Verrat oder die BestĂ€tigung, dass sein KĂ€stchen eine FĂ€lschung ist, werden ungewohnt ruhig aufgenommen. Selbst der Einsatz eines Waffeleisens dient spĂ€ter dem gewöhnlichen Zweck. Und ich muss zugeben, dass ich den Turm aus MeeresfrĂŒchten recht neidisch und ein wenig hungrig durch den Bildschirm betrachtet habe. Es macht jedenfalls durchweg SpaĂ, Red bei seinen Ermittlungen zu beobachten und die Krönung war sicher, als Victoria bei Antony auftaucht und plötzlich von zwei wildfremden Leuten Waffeln angeboten bekommt.
Red und Liz
So ganz ohne das Thema Katarina Rostova (Laila Robins) kommt die Folge natĂŒrlich nicht aus. ZunĂ€chst erlĂ€utert Liz Donald, dass Katarina noch am Leben ist - womit Ressler erneut zu ihrem VerbĂŒndeten wird. Der Rest des Teams wird derweil im Dunkeln gelassen und ich habe nicht vor, mich erneut darĂŒber aufzuregen. Ist diese Woche auch nicht nötig, weil ein anderes Event von Cooper (Harry Lennix) angesprochen wird. Denn offenbar hat Agnes (Emily Kell und Sarah Kell) demnĂ€chst einen gröĂeren Auftritt, der uns hoffentlich auch gezeigt wird. Und die Vorstellung von Ressler in Strumpfhosen und als BalletttĂ€nzer tun ihr ĂŒbriges dazu, um mich ĂŒber die GeheimniskrĂ€merei vorerst hinwegschmunzeln zu lassen.
Aber zurĂŒck zu Katarina Rostova, deren IdentitĂ€t infrage gestellt wird. Red bemĂŒht sich jedenfalls, Liz davon zu ĂŒberzeugen, dass ihre Nachbarin nicht ihre Mutter war/ist. Dazu fĂŒhrt er geschickterweise gegen Ende sogar einen Vergleich mit dem aktuellen Fall an. Liz mag nicht ĂŒberzeugt sein, aber als Zuschauer dĂŒrfen wir uns erneut fragen, ob Red die Wahrheit spricht oder nicht. Neue Anhaltspunkte gibt es derweil nicht, womit sich auch kaum ĂŒber das Thema diskutieren lĂ€sst. Da heiĂt es sicher abwarten, wie es in den kommenden Folgen weitergeht. So wirklich brisant dĂŒrfte es erst werden, wenn Red erfĂ€hrt, dass Katarina ihren Tod nur vorgetĂ€uscht hat.
Aram
Aram (Amir Arison) und Elodie (Elizabeth Bogush) erhalten diese Woche wieder eine Nebenhandlung. Elodies Ehemann Charles (Rich Mollo) erleidet einen Herzinfarkt, womit Arams Gewissen auf die Probe gestellt wird. Denn er erwischt sich bei dem Gedanken, dass Charles endlich Frieden finden möge.
Zuletzt konnten wir in der Folge „Dr. Lewis Powell“ sehen, wohin Elodies „Abenteuerlust“ unseren gutmĂŒtigen Aram mitunter hinfĂŒhrt. Dieses Mal geht es nicht um EinbrĂŒche in fremde Anwesen, allerdings wird uns mitgeteilt, dass die beiden seitdem wohl noch ein paar andere Abenteuer hatten und wir sehen, dass Aram mittlerweile seine NĂ€chte im Anwesen der Radcliffes verbringt. Seine Beziehung zu Elodie ist somit schon ein paar Schritte weiter als zuletzt und wird durch den Herzinfarkt von Charles - sowie Arams und Elodies Reaktionen darauf - erneut auf die Probe gestellt.
Ich bin mir derweil noch immer unsicher, ob ich diese Beziehung weiterverfolgen möchte. Elodie passt in meinen Augen nicht zu Aram, wenngleich sie ihm sicher mehr bietet, als er sich anfangs ertrĂ€umt hat. Aber wir bekommen halt auch zu sehen, wir sehr ihm diese Beziehung - auch, aber nicht ausschlieĂlich wegen Charles - zu schaffen macht. Vielleicht sollte er wirklich einen Schlussstrich ziehen. Aber was meint ihr?
Fazit

The Blacklist meldet sich vergleichsweise ruhig aus der langen Pause zurĂŒck und lĂ€sst die groĂen Geheimnisse noch ein wenig schlummern. Dass die Serie auch ohne diverse IdentitĂ€tsfragen funktioniert, zeigt sich am aktuellen Fall, der dank des Blacklisters der Woche sowie der Story an sich angenehm ungewöhnlich daherkommt. Hinzu kommt ein gut aufgelegter Raymond Reddington, der der Task Force mal wieder die Show stiehlt. Von mir gibt es diese Woche vier von fĂŒnf Sternen. Und von euch?
Der Serientrailer zur Episode Cornelius Ruck der Serie The Blacklist (7x12):
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Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 21. MÀrz 2020The Blacklist 7x11 Trailer
(The Blacklist 7x11)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 7x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?