The Blacklist 7x03

© zenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Les Fleurs du Mal (c) NBC/Sony
Nachbarn
Katarina Rostova (Laila Robins) verliert keine Zeit, um als neue Nachbarin Elizabeth Keen (Megan Boone) und Agnes (Sarah Kell, Katherine Kell und Emily Kell) näherzukommen. Es gelingt ihr, eine Kopie des Wohnungsschlüssels anzufertigen und später auch, eine Wanze in Lizzies Wohnung zu hinterlassen. Ein belauschtes Telefonat später dürfen wir uns endgültig von Steinhil (David Meunier) verabschieden, womit der aktuelle Fall des FBI - der unter anderem dazu diente, den Illusionisten ausfindig zu machen - nicht mehr zum gewünschten Ziel führt.
Katarinas Motive dienen aber nicht nur dem Zweck, ihre Tochter zu belauschen und so an brisante Informationen zu kommen. Erstmals seit Rostovas Auftritt im letzten Staffelfinale zeigt sie Interesse an Liz und Agnes, der sie später sogar eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen darf. Natürlich kann das Interesse nur vorgegaukelt sein, um die nette alte Dame von nebenan zu mimen, aber wenn sie in den Dialogen mit Liz davon spricht, dass sie ihrer entfremdeten Tochter näherkommen möchte, klingt das sehr überzeugend. Und selbstverständlich ist es riskant für Katarina, ihre kleine Cover-Story so dicht an der Wahrheit zu platzieren. Viel einfacher wäre es gewesen, sich irgendwas anderes zu überlegen, damit Liz überhaupt nicht erst auf die Idee kommen kann, eine Verbindung zwischen der neuen Nachbarin und ihrer eigenen Mutter zu ziehen.
Aber davon ist Liz ohnehin noch weit entfernt. Hier muss ich auch gleich eine gute Portion Kritik an Elizabeth üben, die ihre neue Nachbarin viel zu schnell in die Wohnung und an Agnes heranlässt. Nach allem, was Liz bislang erlebt hat, müsste sie da vorsichtiger sein - erst recht, wenn plötzlich eine neue Nachbarin ins Haus kommt und hohes Interesse an ihr und ihrer Tochter zeigt. Auch mit Blick darauf, dass sie als Profilerin beim FBI eingestellt wurde, geht sie viel zu naiv mit der neuen Bekanntschaft um.

Falls Katarina auffliegt, wird das vermutlich nicht durch Liz erfolgen, die bislang auch noch keine Erwähnung über die neue Nachbarin auf der Arbeit hingelegt hat. Wie ich die Macher einschätze, wird Red (James Spader) irgendwann Liz einen Besuch abstatten und im Hausflur oder gar in Lizzies Wohnung auf Katarina treffen. Das wäre eine nette Überraschung und eine Konfrontation, auf deren Ausgang ich sehr gespannt wäre. Aber bis dahin darf Katarinas Katz- und Mausspiel noch ein bisschen weitergehen.
Raymond Reddington
Wie üblich macht Red das FBI auf eine vielversprechende Spur aufmerksam, um anschließend seine eigenen Ermittlungen parallel dazu anzugehen. Die „Townsend Directive“ steht bei ihm im Vordergrund, die Katarinas Tod zum Ziel hat. Red erhofft sich hier Hinweise von Motya Morozov (Daniyar), der ein Informant für den FBI Agenten Fields (Bobby James Evers) und nicht gut auf Red zu sprechen ist. Um Motya in den Griff zu bekommen oder vielmehr, um ihn erpressen zu können, benötigt Red ein Foto, welches Morozov und Fields gemeinsam zeigt. Eine Aufgabe, der Francesca Campbell (Natalie Paul) sich mehr oder minder bereitwillig stellt, um aus Reds Schuld zu kommen.
Mir gefällt Natalie Paul in ihrer Rolle von Woche zu Woche besser. Ihr kleiner Einsatz in Les Fleurs du Mal kann sich sehenlassen und gibt einen weiteren, guten Eindruck von ihren Fähigkeiten. Gerne mehr davon. Obendrein stricken die Macher noch ein kleines Geheimnis um diese Figur, was neugierig darauf macht, wieviel dahintersteckt. War das Treffen mit ihrem Ehemann nur eine Notlüge, um Red davon zu überzeugen, sie laufen zu lassen? Ich glaube, da wird noch etwas mehr zum Vorschein kommen und bin gespannt, was unsere Autoren da noch aus dem Ärmel schütteln. Red ist ihrem nicht vorhandenen Ehemann jedenfalls schon auf die Schliche gekommen, was er Francesca natürlich nicht wissen lässt. Er wird da sicher noch weitergraben und ihre Dienste des Öfteren in Anspruch nehmen.
Reds Auftritte bei Morozov schlagen derweil wieder in die übliche Kerbe und strotzen vor Selbstbewusstsein. Seine Mono- bis Dialoge mit Verbrechern sind ohnehin ein Markenzeichen der Serie und immer gerngesehen. Wo bei dem einen die Feder mächtiger als das Schwert ist, sind es bei Red oft die Worte, die mächtiger als jede gezogene Schusswaffe sind. Entsprechend ziehen da in beiden Szenen alle - inklusive Dembe (Hisham Tawfiq) - die Waffen, während Raymond gemütlich weiterspricht und das Stroganoff verköstigt. Herrlich.
Les Fleurs du Mal
Les Fleurs du Mal (dt.: „Die Blumen des Bösen“) ist ein Gedichtband des französischen Schriftstellers und Lyrikers Charles Baudelaires, welches Red zu Beginn der Episode auch in den Händen hält und gegenüber Liz (und uns) dazu benutzt, um die geheime Gruppierung um Prackett (Jeremy Crutchley) und den Episodentitel zu erklären. Wobei die ersten Szenen der Episode bereits ausreichen, um alles Nötige aufzuzeigen.

Ich will auch gar nicht viele Worte über Pracketts Veranstaltungen schreiben. Der Folgenbeginn ist schlicht widerlich und es ist nur ein schwacher Trost, dass die Kandidaten aus den eigenen Reihen kommen und nicht von der Straße aufgegriffen werden. Fraglos gehören Prackett und alle Teilnehmer dieser Gesellschaft hinter Gitter, da braucht man nicht drüber zu diskutieren.
Was mich aber sehr gefreut hat: Aram (Amir Arison) bekommt endlich wieder mehr zu tun. Auf eigenen Wunsch darf er ins Feld ziehen, um zusammen mit Elodie Radcliffe (Elizabeth Bogush) in die Reihen der reichen Schnösel einzutauchen und den Veranstaltungsort der neuesten Darbietung an die Kollegen weiterzugeben, damit diese „Les Fleurs du Mal“ ein Ende bereiten können.
Aram ist da zwischenzeitlich in bester James Bond - Manier zu sehen, händelt den Einsatz trotz diverser Probleme bravourös und erhält mit Elodie ein neues Love Interest. Samar (Mozhan Marno) ist zwar nicht vergessen, wie uns ein paar Rückblicke aufzeigen, aber es tut richtig gut zu sehen, wie Aram trotz dieser Erinnerungen nicht einfriert und die Mission sogar fast im Alleingang abschließen kann. Eine schöne Entwicklung dieser Figur, deren erste Feldeinsätze noch gut im Gedächtnis sind und oft weniger beeindruckend daherkamen.
Natürlich könnte man monieren, dass die aufkommende Beziehung zu Elodie ein bisschen zu viel des Guten ist. Schließlich hat sie noch ihren gelähmten Mann Charles (Rich Mollo) zu Hause und auch Aram sollte nicht von jetzt auf gleich mit Samar abschließen. Dennoch komme ich nicht umhin, mich für Aram zu freuen und hoffe, dass ihm mit Elodie auch beziehungstechnisch wieder gute Zeiten bevorstehen.
Um noch kurz auf Prackett zurückzukommen. Der wird dingfest gemacht und liefert unserem Team nach kleiner Überzeugungsarbeit die Adresse von Steinhil. Nur leider zu spät, da Katarina bereits Wind von der Sache bekommen hat. Somit ist diese Spur nun im Sande verlaufen und Cooper (Harry Lennix) und Co. werden abwarten müssen, welchen Hinweis Red ihnen als nächstes gibt.
Fazit

Allein wegen Aram bin ich schon sehr begeistert von dieser Episode. Les Fleurs du Mal hat mit Francesca und der recht geschickten Katarina Rostova aber noch mehr auf Lager, was sich neben dem stets großartigen Red sehenlassen kann. Lediglich bei Liz drückt mir da ein wenig der Schuh, was aber inzwischen schon fast zur Gewohnheit geworden ist. Von meiner Seite gibt es jedenfalls 4,5 von 5 Sternen. Und von euch?
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Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 20. Oktober 2019The Blacklist 7x03 Trailer
(The Blacklist 7x03)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 7x03
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