The Blacklist 6x13

The Blacklist 6x13

Mit den Folgen Robert Vesco und The Osterman Umbrella Company liefert die US-Serie The Blacklist eine Doppelfolge ab, die den Abschied von einer Figur unseres Teams bedeutet. Während durch Robert Vesco noch ein lockerer Fall für angenehme Ablenkung sorgt, zeigt sich die Osterman Umbrella Company kompromisslos.

Szenenfoto aus der „The Blacklist“-Folge „The Osterman Umbrella Company“ (c) NBC
Szenenfoto aus der „The Blacklist“-Folge „The Osterman Umbrella Company“ (c) NBC
© zenenfoto aus der „The Blacklist“-Folge „The Osterman Umbrella Company“ (c) NBC

Robert Vesco

Raymond Reddington (James Spader) ist nach den überstandenen letzten Ereignissen sehr gut gelaunt. Eine Party mit vielen bekannten Gesichtern erwartet uns zunächst, ehe sein ehemaliger Mentor Robert Vesco (Stacy Keach) in den Fokus rückt. Dieser gilt seit vielen Jahren als tot und hat Red einst ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Als die Leiche in seinem Grab sich als jemand anderes entpuppt, setzt Red auf die Hilfe der Taskforce, um Vesco zu finden und die alte Rechnung zu begleichen.

Robert Vesco liefert uns einen größtenteils amüsanten Fall der Woche. Eine Schatzsuche weckt schnell das Interesse von Red und kann auch uns Zuschauer begeistern. Die Spurensuche hat Vesco bereits vor Jahren abgeschlossen und erklärt Red, wie er zu seinen Vermutungen kam, die ihm schließlich den Aufenthaltsort des millionenschweren Goldes eines angeblich gesunkenen Schiffs preisgaben. Eine wilde Geschichte um Piraten und Liebeleien führt zu einem Opernhaus, unter welchem sich seit Jahrhunderten das von Vesco begehrte Ziel findet, welches sich nun Red unter den Nagel reißen möchte.

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Garniert wird der verrückte Plan, die Goldkammer während der Vorstellung freizusprengen, durch diverse Gastauftritte. So sind Glen Carter (Clark Middleton), Hawkins (Aida Turturro) und Maxwell Ruddiger (Dikran Tulaine) mit von der Partie, während Brimley (Teddy Coluca) erst im zweiten Teil der Doppelfolge einen etwas größeren Einsatz bekommt. Unsere Taskforce tritt derweil in die Fußstapfen der Häscher und ist Red auf der Spur, nachdem er Vescos Verhaftung zu Beginn der Folge vereitelt - wie immer hat Red halt andere Pläne, als zunächst angegeben.

Mir hat dieses kleine Abenteuer jedenfalls sehr viel Spaß gemacht. Die bekannten Gesichter haben mich ebenso gefreut, wie das Ende, als Red den Schatz hergeben will und feststellen muss, dass Vesco ihn erneut ausgenommen hat (ein fast schon zu erwartender Twist von jemandem, der für Red eine Funktion als Mentor hatte). Da ließ sich auch gut mitlachen, als Lizzie (Megan Boone) noch schnell ein paar Fotos schießen möchte und Red wie Dembe (Hisham Tawfiq) bereitwillig dazu posieren. Köstlich.

Stacy Keach darf jedenfalls noch öfter vorbeischauen. Und ein bisschen Kritik gibt es dennoch. Mich würde beispielsweise interessieren, was dagegenspricht, den Bruch vorzunehmen, wenn niemand in der Oper zugegen ist. Man muss ja nicht gleich eine Sprengung vornehmen, dessen Detonation ja nicht nur Schall- sondern auch Druckwellen erzeugt - herkömmliches Werkzeug kann wesentlich leiser eingesetzt werden und hätte die Aktion auch stressfreier gestaltet.

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Samar und Aram - Teil 1

Was uns Robert Vesco nebenbei abliefert, ist der Auftakt zum Abschied von Samar (Mozhan Marno). Die muss sich im ersten Teil dieser Doppelfolge beim Mossad einem Lügendetektor-Test unterziehen. Ein Ausscheiden aus dem Geheimdienst ist halt nicht so einfach zu bewerkstelligen, wie eine Kündigung bei Cooper (Harry Lennix). Entsprechend taucht Levi Shur (Oded Fehr) auf, um mit ihr das Prozedere durchzuführen, welches sichern soll, dass sie als Geheimnishüterin auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Geheimdienst nichts preisgibt.

Als kleiner Shipper von Aram (Amir Arison) und Samar haben mich die Neuigkeiten schwer getroffen, dass Mozhan Marno ihre letzte Folge von The Blacklist abgedreht hat. Von daher habe ich mir die Doppelfolge zähneknirschend und Nägel beißend angesehen. Denn selbstverständlich wird der Abschied von Samar bereits im ersten Teil in die Wege geleitet. Sie versagt im Test, weshalb Levi auf Aram zugeht und ihm die Wahrheit über ihren medizinischen Zustand entlockt, was im zweiten Teil noch Konsequenzen haben soll. Aber ich kann es Aram beim besten Willen nicht verdenken, dass er Levi reinen Wein einschenkt - eine andere Option hat er zu diesem Zeitpunkt einfach nicht und allem Anschein nach hat er richtig agiert, was Levi ihm sogar bestätigt.

Beziehungstechnisch manövriert Aram sich aber in die Bredouille, als er Samar die Flasche Wein übergibt, was auf ihrer Lüge basiert, schwanger zu sein. Sie hätte hier bereits riechen können, von wem er die Information hat und schlicht eins und eins zusammenzählen können. Aber es ist halt Aram, dieser naive, liebenswerte Typ und er könnte auch selbst auf die Vermutung gekommen sein, dass sie ein Kind erwartet. Den Verlobungsring abzulegen, kommt hier einem Schock gleich. Umso mehr hat es mich gefreut, dass Aram am Ende den Schneid besitzt, eben jene verheißungsvolle Weinflasche zu öffnen und damit eine klare Botschaft abliefert. Mein Shipping-Herz kann hier (noch) mit Aram hüpfen, denn er vermag Samar vorerst zu halten.

The Osterman Umbrella Company

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Der zweite Teil der Doppelfolge ist weniger amüsant, schlägt er doch sehr ernste Wege ein. Die größere Verschwörung bleibt zwar außen vor, aber was Coopers Bemühungen nach Reds Hinweisen abliefern, ist tatsächlich ein dickes Ding. Ob nun real oder frei erfunden sei mal dahingestellt. Aber wenn jemand in einem Geheimdienst tätig ist, liegt es irgendwie nah, dass dieser darum bemüht ist, dass die Geheimnisse auch bewahrt werden. Und zwar nicht nur auf dem Papier. Schließlich könnte jeder Ex-Angestellte irgendwann mal unter Demenz (welcher Form auch immer) leiden und diverse Geheimnisse ausplaudern. Was dann?

Der Aufhänger ist somit nicht schlecht, aber lässt sich leicht kritisieren. Eine globale Organisation, die zur Ausschaltung von Mitgliedern kontaktiert wird, scheint sehr unsinnig zu sein. Das wäre doch eher was für die eigene Abteilung jedweden Geheimdienstes, wovon dann auch ein Raymond Reddington nichts mitbekommen würde. Aber gut, schwimmen wir mal mit der Story mit und glauben mal, dass es die Weihnachtsmänner beziehungsweise Osterhasen mit Regenschirmen gibt, die hier eingreifen. Und dass Red einen Hinweis dazu erhält.

Unter diesem Gesichtspunkt liefert The Osterman Umbrella Company gekonnt ab und fördert nach einigem Hin und Her das Ziel der Operation ab: Samar! Dass die gerade zusammen mit Aram irgendwo im Nirgendwo Urlaub macht, sorgt für eine spannende Geschichte. Da ist jeder gefragt, um die beiden zu finden und in Sicherheit zu bringen. Während Cooper die offiziellen Wege bemüht, gehen Liz und Ressler (Diego Klattenhoff) ins Feld, und Red wendet seine ganz eigenen Methoden an. Unser ungewöhnliches Team gibt alles, um das Schlimmste zu verhindern.

Samar und Aram - Teil 2

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Für Aram wird die Angelegenheit immer bitterer. Nicht nur, dass er trotz bester Absichten verantwortlich dafür ist, dass Samar eine Zielscheibe auf dem Rücken hat. Levis Visitenkarte ist verwanzt, womit die engagierten Killer problemlos ihr Ziel ausfindig machen können. Obendrein will Samar ohne ihn untertauchen, was er natürlich nicht akzeptieren will und einige Diskussionen nach sich zieht.

Aus Samars Sicht ergeben sich da zahlreiche Möglichkeiten für Vorwürfe, von denen sie aber kaum Gebrauch macht. Aram mag naiv agiert haben, aber seine Gutherzigkeit und seine Liebe sind eben das, was vorrangig bei ihr ankommt. Da wird die Entscheidung nicht leichtgefallen sein, ohne ihn unterzutauchen. Sie weiß genau, dass ihm das das Herz brechen wird, sieht aber auch, dass ein Leben auf der Flucht für ihn kaum zu bewerkstelligen sein wird. Ganz zu schweigen davon, dass sie ihm ein normales Leben (ohne ihr an seiner Seite) gönnt - mit Kindern und Familie. Entsprechend schmerzlich fällt der Abschied aus, als Aram vor vollendete Tatsachen gestellt wird und ein letztes Telefonat mit ihr führen kann.

Ich bin insgesamt erleichtert, dass Samar die Folge überlebt hat und noch irgendwo da draußen ist. Ein Happy End mit Aram wäre mir zwar lieber gewesen, aber ich wollte ihn auch nicht im Team missen. Entsprechend kann ich mit der jetzigen Lösung gut leben und bin gespannt, ob sich Mozhan Marno vielleicht in der nächsten Staffel noch einmal blicken lässt - Gastauftritte sind schließlich immer eine Möglichkeit.

Fazit

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Abschiede fallen immer schwer, besonders, wenn dadurch beliebte Figuren in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Doppelfolge beginnt noch mit einem sehr lockeren Abenteuer, säht aber dort bereits in der Nebenhandlung die Saat für den zweiten Teil, der sehr ernst und spannend gestaltet ist. Ein wenig Kritik findet sich auch, fällt aber nicht groß ins Gewicht. Für den bittersüßen Abschied von Samar lasse ich vier von fünf Sternen springen. Und ihr?

Trailer zur Episode Olivia Olson der Serie The Blacklist (6x15):

Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 31. März 2019

The Blacklist 6x13 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 13
(The Blacklist 6x13)
Titel der Episode im Original
Robert Vesco
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 29. März 2019 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 4. Januar 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 4. Januar 2020
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Samstag, 4. Januar 2020
Autor
Michael Perri
Regisseur
Adam T. Weisinger

Schauspieler in der Episode The Blacklist 6x13

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