The Blacklist 5x18

The Blacklist 5x18

In der Folge Zarak Mosadek der US-Serie The Blacklist versuchen Red und die Taskforce, einen von den Handelspartnern des Nash-Syndikats in die Finger zu bekommen. Liz verfolgt währenddessen zusammen mit Aram einen anderen Weg, um an Ian heranzukommen.

Megan Boone in „The Blacklist“ (c) NBC
Megan Boone in „The Blacklist“ (c) NBC
© egan Boone in „The Blacklist“ (c) NBC

Zarak Mosadek

The Blacklist präsentiert uns diese Woche ein eher ungewöhnliches Team-up. Red (James Spader) und Dembe (Hisham Tawfiq) reisen zusammen mit Donald (Diego Klattenhoff) und Samar (Mozhan Marno) nach Paris. Ziel des Ausflugs ist die titelgebende Figur Zarak Mosadek (Bernard White), der das Nash-Syndikat mit Drogen beliefert, aber gleichzeitig ein Informant für die CIA ist. Den Zuschauer erwarten dabei (wie fast immer) einige Wendungen, mehrere von Reds Ausführungen mitsamt Vorgehensweise (dieses Mal ist sogar ein Entführungsplan dabei) und eine hübsch anzuschauende Interaktion zwischen den Hauptfiguren.

Es war eine gute Entscheidung seitens der Macher, Red zur Abwechslung mal an die Seite von Donald und Samar zu stellen. Da kam gleich ein bisschen frischer Wind auf. Wobei das Team nicht wirklich als solches fungiert, sondern unsere beiden FBI-Agenten hier eher eine Ressource von Red darstellen, die er ganz nach seinem Belieben einsetzen kann. Denn die wirklich wichtigen Unterhaltungen mit Zarak führt Red alleine. Aber das soll nun nicht heißen, dass Donald und Samar während der Episode lediglich als Werkzeug dienen. Denn ohne die beiden und deren Bestreben hätte Red seine Pläne niemals durchführen können, was nicht nur Ressler gegen Ende der Geiselbefreiung in der Kirche beweist. Unsere beiden FBI-Agenten mögen zwar (vor allem zu Beginn) wenig Begeisterung zeigen, wenn sie warten müssen oder ihre Vorgehensweise von Red diktiert bekommen, aber die Aussicht auf die wichtige Spielfigur Zarak und die natürlich moralisch richtige Entscheidung, dessen Sohn Mateen (Marwan Salama) aus den Fängen der Taliban zu befreien, sind genug Motivation, um hier am Ball zu bleiben.

Für meinen Geschmack gibt es nur einen wesentlichen Kritikpunkt am Geschehen und der betrifft die Entführung von Mateen. Die passiert nämlich ein bisschen zu zufällig zum richtigen Zeitpunkt, um mich wirklich überzeugen zu können. Da wäre es in der Tat besser gewesen, wenn Red die veranlasst hätte. Die Motivation der Gegenspieler wird uns zwar dargelegt und beschränkt sich zum Glück nicht nur auf die zehn Millionen in Diamanten, aber wenn Zarak solche Feinde hat, müsste er seinen Sohn doch etwas besser schützen, oder?

James Spader, Hisham Tawfiq und Bernard White in „The Blacklist“
James Spader, Hisham Tawfiq und Bernard White in „The Blacklist“ - © NBC

Was außerdem ein bisschen wurmen könnte, betrifft die anderen Teilnehmer an der Entführung Zaraks, die Red aktiviert. Damit ist nicht die kleine Anekdote gemeint, die ihn schließlich in die Kirche führt (obwohl die auch ein wenig weit hergeholt erscheint), sondern Figuren wie den sehr amüsanten Jean-Philippe (Pierre Epstein). Red offenbart hier erneut zahlreiche Kontakte, obwohl sein Imperium (was sich anhand einiger Episoden offensichtlich auch herumgesprochen hatte) ziemlich untergegangen ist. Mit Blick auf die vergangene Zeit seit den Aktionen von Mr. Kaplan (Susan Blommaert) beziehungsweise mit einem gewissen Zeitsprung lässt sich das allerdings gut verkraften.

Zuletzt seien hier noch die Gespräche zwischen Cooper (Harry Lennix) und Mrs. Pannabaker (Deirdre Lovejoy) genannt. Eine schöne Ergänzung zum Geschehen in Frankreich. Cooper setzt sich über Anweisungen hinweg und geht damit für sich - und die gesamte Taskforce - ein enormes Risiko ein. Damit vertraut er nicht nur seinen Leuten, sondern auch Raymond. Ein Schritt, der damals zu Beginn der Serie noch undenkbar gewesen wäre, aber mittlerweile immer mehr zum Standard wird. Ob das auf Dauer gut geht? Diese Woche kann Harold geschickt kontern, als Pannabaker erneut in seinem Büro erscheint. Aber wie lange noch?

Liz und Aram

Während Red sich vermutlich noch fragt, weshalb Liz (Megan Boone) nicht zur Abreise nach Frankreich auftauchte, wissen wir zur Abwechslung mal etwas mehr als er. Lizzie versucht diese Woche, Red zuvorzukommen, was daraufhin deuten könnte, dass sie auch das große Geheimnis um das duffle bag (oder vielmehr dessen Inhalt) lösen möchte. Eine solche Entscheidung hätte man jetzt nicht erwartet, zumal Red ihr zu Beginn der Folge noch gekonnt vermittelt, dass er auf ihrer Seite ist.

Aber ob sie nun wirklich mehr erfahren will oder nicht, bleibt vage. Sie sucht nach einer Abkürzung, um Garvey (Jonathan Coyne) zu Fall zu bringen und da ist der aktuelle Anhaltspunkt, sich - illegalerweise - auf die vorhandenen Informationen von einem Internal Affairs Agenten (Rick Holmes) zu stützen, recht nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar ist allerdings, wie sie Aram dabei einsetzt. Dass er ihr treu ergeben ist: gekauft. Aber sein Leben aufs Spiel zu setzen, ist wieder eine andere Sache... Und zwar ernsthaft - und mit Arams Treue im Gedächtnis. So weit sollte er nicht gehen. Vor allem nicht mit Blick auf seine Beziehung zu Samar, von der sich beide offensichtlich viel versprechen (aber dazu kommen wir gleich noch). Was wäre denn gewesen, wenn der Unfall tatsächlich ein Unfall gewesen wäre und das Auto Aram voll getroffen hätte? Liz ist sicher im Red-Modus unterwegs, aber alleine die Chance, dass Aram voll erwischt wird, sollte ihr doch zu denken geben, oder?

Megan Boone als Liz in „The Blacklist“
Megan Boone als Liz in „The Blacklist“ - © NBC

Auf der anderen Seite gibt es allerdings Fortschritte zu verzeichnen. Wobei es auch wieder fraglich ist, wie Lilly (Fiona Dourif) den damaligen Ermittlern entgehen konnte. Aber vielleicht waren die nicht aufmerksam genug... Jedenfalls bekommen wir nun am Ende der Episode eine Offenbarung, die sich sehen lassen kann.

Denn Lilly ist Jennifer, Reds Tochter! Zur Erinnerung: Naomi Hyland (Mary-Louise Parker) hatte damals erwähnt, dass sie eine Tochter namens Jennifer von Red hat. Dummerweise passt die damalige Geschichte aber nicht wirklich mit der von dieser Woche überein. Zeugenschutzprogramm? Wurde das mal erwähnt? Und wie sollte es Red entgangen sein, wo Jennifer sich aufhält? Da werden wieder zahlreiche Fragen aufgeworfen, obwohl wir Antworten (auf andere Fragen) haben wollen... Hmm.

Was aber noch mehr Fragen aufwirft, ist Garveys Verwicklung in das Geschehen. Lilly beziehungsweise Jennifer lässt ihn als Helden dastehen, der sie einst vor Red gerettet hat. Ist das wirklich so? Können wir ihr da vertrauen? Ich würde sagen: Ja. Aber wie hängt das dann mit der offensichtlich dunklen Seite von Ian zusammen? Und weshalb benutzt er statt der Überreste nicht Jennifer als Druckmittel gegenüber Red? Warum hat Red Jennifer noch nicht gefunden? Irgendwie blicke ich da nicht mehr so ganz durch. Soll Ian jetzt etwa wieder als gute Persönlichkeit etabliert werden? Passt nicht. Oder hatte er vielleicht mal große Rechtschaffenheit und ist erst später zu dem verkommen, was er ist, aber klammert sich durch Lilly noch an sein besseres Leben?

Unterm Strich bin ich nicht so wirklich zufrieden. Große Offenbarung schön und gut. Außerdem toll, dass man sich an Naomis Tochter von Red erinnert. Aber was Ian angeht, gibt es jetzt doch beträchtliche Unsicherheit. Es sei denn, Lilly/Jennifer ist ein Lügengebilde. Aber das zu beurteilen fällt schwer.

Samar und Ressler in „The Blacklist“
Samar und Ressler in „The Blacklist“ - © NBC

Aram und Samar

Beziehungen, Beziehungen. Einfach ist da nichts und aus dem Gleichgewicht führen verschiedene Mittel. In diesem Fall eben Donald und Lizzie, die mit ihren Ratschlägen mehr Schaden verursacht haben (letzte Woche), als es ihnen zunächst bewusst ist. Aber der Spaß ist da gänzlich beim Zuschauer.

Und warum auch nicht? Witzigerweise wäre die ursprüngliche Absicht von Aram ohne großes Aufsehen erledigt worden. Wie wir diese Woche erfahren, auch von Samar. Ein Ring als Geschenk, fertig. Nichts darüber hinaus. Aber nein, andere Leute interpretierten da zu viel und der arme Aram bekommt diese Woche die Rechnung.

Er hat sich doch bloß daran orientiert, was seine Kollegen ihm mitgegeben haben. Mir tut er jedenfalls leid und Samar irgendwie auch. Donald und Liz sollten sich da mal an die eigene Nase fassen und sich entschuldigen.

Dennoch eine schöne Nebenhandlung, die sich hoffentlich noch zum Besseren klärt.

Fazit

Gute Folge. Der Fall der Woche weiß trotz einer Schwachstelle zu gefallen, Lizzie könnte etwas gefühlsvoller gegenüber Aram sein, liefert aber am Ende der Folge neue, brisante Erkenntnisse. Aram und Samar entwickeln sich zurück? Vorwärts? Keine Ahnung. Abwarten. Aber so unterm Strich eine gute Folge, die sich 3,5 von 5 Sternen verdient.

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Verfasser: Christian Schäfer am Donnerstag, 12. April 2018

The Blacklist 5x18 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 18
(The Blacklist 5x18)
Deutscher Titel der Episode
Zarak Mosadek (Nr. 23)
Titel der Episode im Original
Zarak Mosadek
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 11. April 2018 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 12. Juni 2018
Autor
Sean Hennen
Regisseur
Terrence O'Hara

Schauspieler in der Episode The Blacklist 5x18

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