The 100 4x07

The 100 4x07

In der Episode Gimme Shelter kommt die Vergangenheit und holt die The 100-Figuren in einer sehr emotionalen Art und Weise ein. Das führt zu großem Drama und lenkt ab von den Schwächen der Story.

Drama in der Serie „The 100“ / (c) The CW
Drama in der Serie „The 100“ / (c) The CW
© rama in der Serie „The 100“ / (c) The CW

Fast jede The 100-Episode der jüngeren Vergangenheit war nach einem ziemlich offensichtlichen Muster gestrickt: In den ersten Minuten wird ein Plan gefasst, das Ende der Menschheit zu vermeiden, dann teilen die Figuren sich auf, daran zu arbeiten, in den letzten Minuten geht der Plan in Rauch auf, weil eine wichtige Zutat zur Rettung zerstört wird. Doch in Gimme Shleter ist das anders. Denn die Autoren besinnen sich darauf, uns mit in die emotionalen Szenen zu nehmen, die zwischen den Plänen passieren und die weitaus stärker sind als der vorhersehbare, verdammte Kampf um die Lösung des Atomproblems.

Aus den Schatten

Und es ist auch die Episode, in der Emori (Luisa D'Oliveira) endlich ihren verdienten, großen Auftritt bekommt. Als Figur stand sie bisher immer am Rand, hat höchstens mal davon profitiert, dass den Autoren Murphy (Richard Harmon) wieder eingefallen ist. Dabei wissen wir erstaunlich viel über sie aus einer Zeit, als Murphy noch wichtiger Bestandteil der Story der hundert Jugendlichen war. Sie hat eine Vorgeschichte und einen starken Charakter, das kommt in „Gimme Shelter“ endlich zum Tragen.

Fangen wir vorne an. Wir sind nicht gezwungen, Clarke (Eliza Taylor) zu mögen, aber wir sind dazu verdammt, ihnen zu folgen. Emori war bisher immer wieder eine Wackelkandidatin, hing zwischen Vertrauen und Feindschaft. Das macht es auch ein bisschen überraschend, wie locker Clarke und Abby (Paige Turco) reagieren, als sie von Emori bei einem hochsensiblen Thema überrascht werden. In einer anderen Gesellschaft wäre das ein Fall für den abhörsicheren Kellerraum in der Präsidentenvilla, aber so geht's ja auch. Oder halt eben nicht.

Statt der Umsetzung des neuen Plans erleben wir in den darauffolgenden 45 Minuten, wie die Anführerinnen sich ausruhen wollen vor der Entscheidung. Doch im Nachhinein erkennen wir, dass jemand anders die Entscheidung längst getroffen hat.

Clarke jedoch zieht mit Emori in Beccas Luxushaus, in dem Murphy das Abendessen in einer offenen Küche vorbereitet und Clarke damit überrascht, dass es wohlschmeckend ist. Ihn dort zu sehen ist schön, auch Murphy und Emori als Team sind immer sehenswert. Während Clarke sich mit ihrer Führungsrolle abmüht und die schwierigen Entscheidungen trifft, haben Murphy und Emori sich eine stabile Beziehung aufgebaut und versuchen, die wenigen Vorzüge zu nutzen, die ihnen das Leben auf der apokalyptischen Erde bietet.

Die stehen dank Beccas Hinterlassenschaften oft in einem krassen Gegensatz zum Alltag der Skaikru. So wirkt auch Clarke wie ein Fremdkörper in er weißen und sauberen Umgebung des Schlafzimmers, nicht nur für uns, sondern vor allem für sich selbst. Dieser Überraschungsmoment passierte bei den Zuschauern vermutlich schon damals, als wir zum ersten Man in der klinisch reinen Umgebung von Mount Weather aufgeschlagen waren.

Emori ist sich von Anfang an im Klaren, dass sie nur ihrem Freund vertrauen kann und spielt Clarke etwas vor, bis die sich in die Dusche verabschiedet. Sie lässt Murphy zwar zu Clarke, um die zur Rede zu stellen, doch eigentlich hat sie da schon den Plan gefasst, der sich durchsetzt. Sie liefert den Einbrecher, der offenbar nur seine Familie ernähren wollte, dem Expermentierwahn des Mutter-Tochter-Gespanns aus und bringt sich damit aus der - vermutlich eher gefühlten - Schusslinie.

Am Ende der Episode, wenn Murphy herausfindet, dass die Story erlogen ist und seine Freundin dafür lobt - das ist ein heißer Anwärter auf den Thron der besten Szene. Doch, bevor wir das entscheiden, müssen wir noch über den anderen großen Handlungsstrang der Episode Gimme Shelter reden, denn auch Kane (Henry Ian Cusick) und Bellamy (Bob Morley) haben einiges an Emotionen und Überraschung zu bieten.

Aus der Vergangenheit

Bellamy muss sich den Schreien seiner Freunde stellen, denen er die Hilfe versagen muss. Das wirkt auf mich eine Sekunde lang dramatisch und dann doch ziemlich kitschig. Immerhin kennen wir die beiden Sterbenden nicht und die plötzlich auftauchenden Freunde unserer Hauptfiguren sind langsam etwas ärgerlich. Wenn die Autoren wollen, dass wir leiden, weil Menschen sterben, dann können sie das besser machen, als einfach kurz zu behaupten, es sei so wichtig, weil Bellamy die beiden kenne. Und wenn sie Bellamy in eine moralische Zwickmühle wegen seiner Freunde bringen wollen, dann sollten sie bitte solche nehmen, die wir als Freunde erkennen können.

Das alles macht jedoch nicht viel aus, denn die Stärke dieses Plots liegt in der Unterhaltung zwischen Bellamy und Kane, der versucht, ihn zu beruhigen. Kane hat sich seit seiner Ankunft auf der Erde gerne als moralischer Held aus der Underdog-Position hervorgetan. Er will die Führung offensichtlich nicht, er will offenbar lieber die graue Eminenz im Hintergrund sein.

Daran hat man sich gewöhnt, was die Unterhaltung über weite Strecken emotional, aber vorhersehbar werden lässt. Bis zu dem Moment, an dem Bellamy ausholt und Kane etwas ins Gesicht sagt, was sich wie aus einem anderen Leben anfühlt. Und in welchem Moment er das tut... Kane hat gerade angefangen, ihm zu sagen, dass er stolz auf ihn sei, als Bellamy ihm eiskalt sagt, dass er Schuld sei an dem Tod von Bellamys und Octavias Mutter. Ein Tiefschlag, der noch Folgen haben könnte.

Unterdessen landet Octavia (Marie Avgeropoulos) mit Illian (Chai Hansen) im Bett beziehungsweise mit der postapokalyptischen Variante davon: Die beiden lieben sich in einer Höhle, in die sie sich vor dem schwarzen Regen geflüchtet haben. Das ist schon deshalb vorhersehbar, weil sie schon vorher ihre Klamotten ablegen müssen, um sich vor der Verstrahlung zu schützen. Was nicht gerade originell herbeigeführt wird, ist immerhin am Ende ein interessanter Schritt in Octavias Entwicklung.

Fazit

Diese The 100-Episode hat jede Menge emotionalen Zündstoff zu bieten und holt die Serie damit zurück aus einem erzählerischen Tief, in dem wir uns seit Beginn dieser Staffel bewegt haben.

Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „God Complex“ (4x08):

Verfasser: am Donnerstag, 23. März 2017

The 100 4x07 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 7
(The 100 4x07)
Deutscher Titel der Episode
Schwarzer Regen
Titel der Episode im Original
Gimme Shelter
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 22. März 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 14. Dezember 2017
Autoren
Terri Hughes Burton, Ron Milbauer

Schauspieler in der Episode The 100 4x07

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