The 100 4x06

© ctavia (Marie Avgeropoulos) in der Serie „The 100“ / (c) The CW
Clarke (Eliza Taylor), die The 100-Autoren und die Fans können Lexa nicht gehen lassen - das zeigt sich zu Beginn der Episode We Will Rise mal wieder. Doch was auch offensichlich wird: Das Leben für die Überlebenden geht auch nach der größten Tragödie weiter und deren Aufgabe ist es, sich von der Wut und der Trauer zu befreien. Neben Clarke machen das auch Octavia (Marie Avgeropoulos) und Raven (Lindsey Morgan).
I think peace is overrated
Zu sehen, dass Clarke sich mit Niylah (Jessica Harmon) in eine Beziehung vorarbeitet, zeigt schon ganz am Anfang das Thema der Episode auf: Die Welt dreht sich weiter, also im Fall von „The 100“ für die Menschheit natürlich nur so lange, wie die Atomkraftwerke nicht alles töten. Aber bis dahin gibt es keinen Grund, alles hinzuschmeißen und auch das ist gar nicht so einfach, wie Jasper (Devon Bostick) jedes Mal wieder aufs Neue unter Beweis stellt.
Die anderen haben unterdessen noch nicht aufgegeben. Clarke glaubt ganz offensichtlich nach wie vor daran, dass sie Liebe finden kann und startet einen erneuten Versuch mit Niylah. Das Wunderbare an Clarke in dieser Hinsicht ist, dass sie keine Scheu hat. Sie geht wieder das Risiko ein, verletzt oder enttäuscht zu werden, indem sie Niylah signalisiert, dass sie sie in der Nähe haben möchte.
Raven sieht sich unterdessen mit ihrem wahr gewordenen Alptraum konfrontiert: einer Zusammenarbeit mit Murphy (Richard Harmon). Sie lässt ihre Wut an ihm aus. Zu dem gerechtfertigten Groll über die Vergangenheit kommt der Frust über die Gegenwart. Für den kann Murphy zwar nicht unmittelbar etwas, aber er hält das aus - wenn er seine Reue auch auf seine Art ausdrückt. Doch am Ende finden die beiden zusammen, in gewisser Art und Weise. Zwischen Raven und Murphy darf man nicht auf emotionale Kitschmomente bauen. Ich bin sehr zufrieden mit dem seltsam halb geschrienen „Murphy!“, gefolgt von einem deutlich leiseren „Danke.“
In der Entwicklung dieser beiden hilft auch die Friedensstifterin schlechthin, Nightblood Luna (Nadia Hilker). Mit allen Mitteln inklusive Meditation und erzwungener Selbstreflexion rückt sie den beiden zu Leibe und baut ihre Rolle als Dalai Lama ihrer Welt aus.
Nicht zu einer Versöhnung finden unterdessen die Geschwister Octavia und Bellamy (Bob Morley), zwischen denen nach wie vor der Tod von Lincoln steht. Octavia hat ihrem Bruder nicht verziehen, egal wie viele Tragödien seitdem geschehen sind. Auch bei ihr kommt wohl erschwerend hinzu, dass sie selbst gerade in einer schlechten Verfassung ist. In der Story um Ilian (Chai Hansen), mit dem ein großer Teil der Episode sich beschäftigt, stehen Kane (Henry Ian Cusick) und die Meute derjenigen gegenüber, die Lynchjustiz als angemessene Möglichkeit im Umgang mit dem Zerstörer der Ark wahrnehmen.
Am Ende gewinnt das alte Argument, dass man nicht werden will wie diejenigen, die man verurteilt. Octavia lässt von Ilian ab, als sie erkennt, dass sie an demselben Ort steht, an dem Lincoln getötet wurde und dazu angesetzt hat, quasi dasselbe zu tun wie dessen Mörder. Die Analogie ist simpel und wird in der Episode We Will Rise auf jede erdenkliche Art eingebaut. Selbst visuelle Erinnerungen an den in den Matsch fallenden Lincoln neben Octavias Kopf scheinen den Serienmachern angemessen.
So fragwürdig die Mittel, so interessant ist doch die Reise der Frau, der es in den vier Staffeln nicht vergönnt war, ihr Zuhause zu finden, ihre Zugehörigkeit. Das hat zur Folge, dass sie Entscheidungen alleine treffen muss und sich ihre Moral selbst erarbeitet. Besonders jetzt dürfte das interessant werden, denn der versuchte Angriff auf Ilian scheint ein Wendepunkt für die Kämpferin zu sein.
It's the fighters that survive
Besser als die Entwicklung einzelner Figuren läuft in dieser The 100-Episode das Zusammenspiel mehrerer Charaktere. Vorne mit dabei in der Unterhaltungsskala ist die Paarung Bellamy und Roan (Zach McGowan), die zusammen an der Rettung von Clarke und des Hydrazins arbeiten. Die beiden fallen in das klassische Dilemma von den empathischen Platzhirschen. Beide sind gerne die Anführer in der Gruppe, aber beide sind auch nur äußerst selten die Ellenbogenkämpfer. Meistens führen sie mit Eleganz und Zurückhaltung, da die anderen ihnen die Führungsposition wie automatisch zuerkennen. Wenn nun zwei von dieser Sorte aufeinander treffen, kann es knallen - oder wie bei Bellamy und Roan unterhaltsam werden.
Am Ende jedoch nützt ihnen das alles nichts, denn das benötigte und rare Fass mit dem Hydrazin geht verloren und die Bemühungen, die alle Figuren in dieser Episode gemacht haben, waren umsonst. Besonders ärgerlich ist das für Raven, die gerade erst die Lösung gefunden hat.
Fazit
Damit reiht sich die Episode We Will Rise passend in die vierte Staffel ein, in der die Gang keine Verschnaufpause bekommt und jeder Plan innerhalb von einer Dreiviertelstunde veraltet wird. Was oft für gute Action sorgt, könnte auf Dauer doch schnell ermüdend werden. Langsam sollte mal wieder einer der Rettungsplots mehr als eine Episode umfassen.
Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „Gimme Shelter“ (4x07):
Verfasser: am Donnerstag, 16. März 2017The 100 4x06 Trailer
(The 100 4x06)
Schauspieler in der Episode The 100 4x06
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