The 100 4x08

© ie Gang in der Serie „The 100“ / (c) The CW
Welcome to Mount Weather
Die Lüge, die Emori (Luisa D'Oliveira) in der vergangenen Episode gestartet hat, zieht noch weitere Kreise. So einfach fällt es selbst Clarke (Eliza Taylor) nicht, einen Mann möglicherweise dem Tod auszusetzen wenn es in der klinischen Umgebung eines Labors passiert und nicht durch einen gebellten Befehl in ein Funkgerät getan ist. Daneben zu stehen und zusehen zu müssen, wie jemand qualvoll verendet, ist dann doch etwas anderes als Tausende von Menschen in einem Berg in den Tod zu schicken, wenn es nur eine Sekunde dauert, es zu tun. Zu Recht fragt Abby (Paige Turco) sich noch vor dem Vorspann: „Was haben wir nur getan?“
Auch die logische Folge, dass sie nun Emori als Versuchskaninchen nutzen, ist mehr Lynchjustiz als eleganter Führungsstil. Nur eine will dabei nicht mitmachen: Luna (Nadia Hilker), die schon länger die einzige zu sein scheint, die ihre Menschlichkeit noch nicht verloren hat. Mit ihrem wohl eher symbolischen Akt der Ablehnung stößt sie auch bei anderen Kritik an, denn Raven (Lindsey Morgan) hegt bekanntermaßen ebenfalls schon länger Zweifel an den Entscheidungen des Mutter-Tochter-Duos an der Spitze. Nachdem Luna bewusstlos auf der Liege landet, findet Raven die Worte, die wohl auch Clarke das Blut in den Adern gefrieren lassen müssen: „Willkommen in Mount Weather!“ Nicht mehr viel unterscheidet die aktuellen Ereignisse von den Vorgängen im Berg des Schreckens. Auch die Mountain Men haben alles nur getan, um selbst zu überleben. Der einzige Unterschied zu dem, worauf Clarke gerade zusteuert, ist die Größenordnung. Und das könnte nur eine Frage der Zeit sein. Denn Mount Weather wird auch klein angefangen haben, wir haben den Berg erst betreten als die Sache mit den gefangenen Groundern und den illegalen Opferungen schon systematische Maßstäbe angenommen hatte und mehr wie eine Firma denn ein Labor wirkte.
Da hilft auch Roans Argumentation nicht mehr, dass die Leute ihnen danken werden, wenn es funktioniert. Das hört sich alles nach alten The 100-Staffeln an, das haben wir alles schon gehört, bevor Roan überhaupt auf dem Plan erschienen ist. Und gebracht hat es nur immer mehr Unglück und Tod.
Nun knickt als erstes Abby ein. Kein Wunder, denn der Entschluss, ausgerechnet Emori auf den Tisch zu legen, ergibt nur begrenzt Sinn wenn man bedenkt, dass ihnen tausende Menschen zur Verfügung stehen, von denen sicher so einige Schlimmeres getan haben als aus einem Selbsterhaltungstrieb heraus einen anderen zu verraten.
Abby kann es nicht bei Emori tun und sie kann nicht ertragen, dass Clarke sich opfert. Das alles hätte man verhindern können wenn man einen Tag länger darüber nachgedacht und vielleicht auch einmal mehr Menschen ins Vertrauen gezogen hätte. Aber nein, Clarke hat in dieser Hinsicht nichts gelernt, alle wichtigen Entscheidungen werden nur von einer Handvoll Menschen getroffen - am liebsten macht sie es sogar alleine, auch wenn das nicht immer der beste Weg ist.
From the ashes we will rise.
Jaha (Isaiah Washington) ist auf enem Trip, der sich langsam immer mehr wie ein Scientology-Treffen anhört. Er will den Bunker auf der zwölften Stufe erreichen. Jaha wird den Sektenlook wohl nicht mehr so schnell loswerden, und im Lauf der Episode God Complex wird klar, dass den Autoren das Thema Religion auch immer noch zu viel Spaß macht, als dass sie es sein lassen könnten. Der Bunker scheint einen Moment lang die Lösung aller Probleme, nur: Wie reinkommen? The 100 nimmt mit Jana und Kane (Henry Ian Cusick) eine ziemliche Wendung zu Indiana-Jones - optisch, aber auch vom Inhalt her.
Bellamy (Bob Morley) stürzt sich unterdessen in die nächste bezaubernde Kollaboration. Nachdem er erst an der Seite von Roan (Zach McGowan) glänzte, zieht er nun mit Jasper (Devon Bostick) durch die Wälder und versucht ein für alle Male zu klären, was mit dem Abtrünnigen denn nun los ist. Doch eigentlich ist es Jasper, der den Plan hat. Er ist auf der Suche nach den magischen Pilzen, die er für seine Party mitbringen will, denn Jasper geht dem Ende entgegen ohne zu kämpfen, dafür aber mit dem Willen, den Weg dahin so angenehm wie möglich zu machen. Bellamy, der Fremdkörper auf der Party, wird sofort von einer aufdringlichen Tänzerin auf die Tanzfläche gezogen, was wie eine Szene aus einem Neunziger-Jahre-Film wirkt. Als hätte die Frau nichts anderes zu tun, als zu warten, bis ein einsamer, unwilliger Mann auftaucht, den sie bezirzen kann.
Fazit
Am schwächsten schneidet die eigentliche Haupthandlung ab, denn statt die moralischen Zwickmühlen zu zeigen, verlieren die Autoren sich in unnötig melodramatischen Szenen, die sich immer mehr nach Wiederholungen anfühlen. Unterdessen bringen Jana und Konsorten eine ganz neue Richtung in die Serie, komplett mit rosafarbenen Flammen und einem versteckten Schlüssel. Schade nur, dass bei der ziemlich gelungenen Paarung Bellamy und Jasper nicht mehr rumkommt.
Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „DNR“ (4x09):
Verfasser: am Donnerstag, 30. März 2017The 100 4x08 Trailer
(The 100 4x08)
Schauspieler in der Episode The 100 4x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?