The 100 3x15

The 100 3x15

Der erste Teil des The 100-Staffelfinales schlägt eine altbekannte Richtung ein: Wir begleiten die Gruppe durch einen Coup, zu dem Schleichen, Lügen, Tricksen und Gewalt gehört. Trotzdem stimmt die Episode Perverse Instantiation (1) auf etwas Neues ein.

Clarke (Eliza Taylor) in der Serie „The 100“ / (c) The CW
Clarke (Eliza Taylor) in der Serie „The 100“ / (c) The CW

In der Serie The 100 ist es regelmäßig an der Tagesordnung, dass eine bestimmte Gruppe sich in oder aus einer befestigten Siedlung schleichen muss, um die Welt zu retten. Was einem altbekannt vorkommen kann, hat in der Episode Perverse Instantiation (1) trotzdem das Potential für einen großartigen Finalauftakt.

Der Schock

Dass A.L.I.E. (Erica Cerra) einen der Jugendlichen aus dem Lager Clarke (Eliza Taylor) bereits erwischt hat, war eigentlich abzusehen. Doch dass es wirklich Jasper (Devon Bostick) sein würde, kann man so oder so sehen. Er war das schwächste Glied in der Kette, er stand schon länger kurz vor dem Wahnsinn vor Leid, doch dass er den Chip bisher nicht genommen hatte, ließ Grund zur Hoffnung aufkommen, dass er es ohne durch die schlimme Zeit schaffen würde. Und auch der Moment, in dem er sich mit Monty (Christopher Larkin) ausspricht und verträgt, bringt zunächst ein wohliges Gefühl in eine kalte Umgebung.

Der Aufprall ist dafür umso härter, als wir aus der Umarmung heraus dann feststellen müssen, dass Jasper auf die andere Seite gewechselt ist. Und manchmal ist es ja auch genau so. Wer der Story gewogen ist, darf sich darüber freuen, dass Jaspers Kehrtwende storytechnisch gut untermauert wird und mit einem Spruch daherkommt, den kaum jemand so leidend aussprechen kann wie er. „Sie haben uns auf die Erde geschickt, um zu schauen, ob man dort überleben kann. Meiner Erfahrung kann kann man es nicht.“ Jaspers Aufgeben geht näher als Abbys und Kanes erzwungener Übertritt zu A.L.I.E. und auch näher als Ravens Ausrutscher.

Was ist eine Welt, in der man leben kann? Das kommt auch darauf an, was man vom Überleben erwartet. Nicht nur die Jugendlichen, auch alle anderen Bewohner, neue wie alte, leben in konstanter Todesgefahr. Der nächste Kampf ist nie weit, ausruhen gibt es nicht. Die einzigen, die sich da herausgezogen haben, sind Luna (Nadia Hilker) und ihre Gruppe. Und Japser hat Recht: Sie haben das Unglück auf die Bohrinsel der Idylle gebracht.

Seine Entscheidung ist kurzsichtig, denn Jasper steht ganz sicher nicht hinter den Dingen und der Sichtweise der künstlichen Intelligenz. Doch mit der Art, wie er seinen Schritt begründet, wird daraus ein Aufgeben im universellen Sinne. Er entscheidet sich nicht für eine andere Seite, sondern für ein bisschen Seelenruhe vor dem endgültigen Ende. Man kann es niemandem mehr nachsehen als Jasper.

Endlosschleife

Ebenfalls viel Pech hatte seit der ersten Staffel bekanntermaßen Murphy (Richard Harmon), der hat nun jedoch andere Sorgen. Während Jasper durch seine Gefühle für andere ins Unglück gezogen wurde, ist Murphy selbst stets das Ziel von Gewalt, Verrat und schlechtem Timing gewesen. Er kämpft nur für sich und flüchtet sich in Zynismus, um mit dem Abwärtstrend seines Lebens umzugehen. Und gerade in der Episode Perverse Instantiation (1) kann man ihn dabei gut verstehen. Er trifft seine alten Weggefährten wieder und was passiert? An der Seite von Bellamy (Bob Morley) und anderen Verrätern setzt er sein Leben aufs Spiel, um Clarke zu retten. Und da hat er Recht, die ist wirklich ständig in der Klemme.

Es ist nicht einmal so, dass man ihr das vorwerfen kann, weil sie es durch Dummheit oder Gedankenlosigkeit selbst auslöst. Es ist der Spiegel dieser Welt, denn Clarke ist die einzige, die nicht den Weg des geringsten Widerstandes wählt. Das bedeutet dann meistens Gewalt, Tod und Verderben. Und trotzdem ist es auf Dauer ermüdend, den anderen immer wieder zuzusehen, wie sie ihre vermeintliche Anführerin retten müssen.

Doch auch vor der Gefangennahme fühlt sich der Plan der Widersacher bekannt an. Clarke mimt den Köder, um an einen bestimmten Ort zu kommen und landet dadurch im Zentrum der Macht, Bellamy und andere versuchen auf geheimen Wegen, das Unterfangen zu sichern. Das sehen wir so oder ähnlich nicht zum ersten Mal. Doch es führt zu einer interessanten Ausgangssituation für den zweiten Teil des Staffelfinales.

Die interessant zusammengewürfelte Truppe, allen voran Clarke, Bellamy und Murphy, sind in A.L.I.E.s Hauptquartier gefangen. Für das Staffelfinale darf man sich wünschen, dass einige Punkte noch näher beleuchtet werden. Darunter die Frage, wieso sowohl Bellamy als auch Pike (Michael Beach) gerade so einfach davonkommen. Sie haben es geschafft, sich ohne großen Ansehensverlust auf die moralisch bessere Seite zu schlagen, nur weil die aktuelle Gegnerin einen noch grausameren Plan in Stellung hat. Die Vorgabe, dass die Feinde der eigenen Feinde zu Freunden werden, ist nicht nur in The 100 ein alter Hut, aber in Gedenken an Lincoln (Ricky Whittle) und all die anderen darf es das noch nicht gewesen sein. Der kleine Ausflug in die Diktatur muss für Pike und besonders für Bellamy noch ein Nachspiel haben.

Außerdem verschwimmt der Plot um A.L.I.E. hin und wieder ein bisschen. Was löst der Chip denn nun im Gehirn aus? Das Ende der Leiden, die völlige Übereinstimmung mit A.L.I.E.s Zielen oder den totalen Wegfall der eigenen Persönlichkeit und des Willens? Während Abby (Paige Turco) mehr Zombie als Charakter ist, kann Jasper noch differenzieren zwischen dem Vorher und dem Nachher. Vielleicht gibt es graduelle Unterschiede, die auch damit zu tun haben, was A.L.I.E. gerade benötigt. Aber ein grobes System wäre nicht schlecht für diese Sache.

Fazit

Die Episode Perverse Instantiation (1) läutet das große Staffelfinale ein und macht sich dabei ziemlich gut. Denn vor allem sollte ein erster Teil die Lage zuspitzen und die Gruppierungen für den Showdown in Stellung bringen. Das leistet diese The 100-Episode und schenkt uns dank Jasper noch einen neuen Blick auf die Vorgänge. Uns durch die Augen einer Figur blicken zu lassen und dabei Neues zu entdecken, ist eine der Stärken dieser ansonsten doch oft durchwachsenen Staffel. Und das mit Roan (Zach McGowan) ist ebenfalls eine wunderbare Nachricht für die letzte Episode der dritten Staffel!

Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „Perverse Instantiation (2)“ (3x16):

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 13. Mai 2016

The 100 3x15 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 15
(The 100 3x15)
Deutscher Titel der Episode
Deus Ex Machina (1)
Titel der Episode im Original
Perverse Instantiation (1)
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 12. Mai 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 14. September 2016
Autoren
Aaron Ginsburg, Wade McIntyre
Regisseur
Ed Fraiman

Schauspieler in der Episode The 100 3x15

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