The 100 3x14

The 100 3x14

Die Episode Red Sky at Morning wirft ein neues Licht auf die The 100-Hauptprotagonisten. Aus Opfern wider Willen sind über die Zeit Täter geworden, die einen üblen Plan nicht einmal mehr erkennen, wenn sie ihn fassen.

Luna (Nadia Hilker) in der Serie „The 100“ / (c) The CW
Luna (Nadia Hilker) in der Serie „The 100“ / (c) The CW

Nach einer kleinen Durststrecke ist die Serie The 100 mit der Episode Red Sky at Morning wieder in alter Hochform. Die schwierigen Entscheidungen gehen weiter und die moralische Grauzone, in der Clarke (Eliza Taylor) sich seit längerem bewegen, wird dunkler.

Jeder für sich

Das große Drama am Ende der zweiten Staffel war Clarkes Entscheidung, die Mountain Men zu opfern, um ihre eigenen Leute zu retten. Eine ähnliche Entscheidung hatte zur selben Zeit Lexa (Alycia Debnam-Carey) zu treffen. In der dritten Staffel trifft es nun der Reihe nach auch alle anderen. Jeder aus der Skairku - und auch zahlreiche Grounder - hat die eigene Moral auszuloten.

In der Episode Red Sky at Morning schlägt die große Stunde unter anderem für Monty (Christopher Larkin), der sich entscheiden muss, ob er im Kampf gegen A.L.I.E. (Erica Cerra) seine Mutter erneut opfern will. Und er tut es, das Ziel fest im Blick, lässt er sich nicht von den Psychotricks der Gegnerin ablenken. Die Stimme, die er hört, ist nicht wirklich seine Mutter, die Menschen, die man kennt, werden unter dem Einfluss der künstlichen Intelligenz zu einer Art Zombie. Und die Zeit auf der Erde hat ihnen beigebracht, dass man sich von Sentimentalität nicht ablenken lassen darf wenn man überleben will. Zuerst waren sie Opfer, dann haben sie begonnen, zu kämpfen und mit jedem Fitzelchen Macht, das ins Lager der Jugendlichen gewandert ist, kamen immer mehr Intrigen, Absprachen und Strategien hinzu. Meistens geht es ums direkte Überleben, aber immer häufiger geht es auch darum, die Oberhand zu behalten und in einer undefinierbaren Zukunft nicht in Gefahr zu geraten, Auch auf diese Art entstehen Monster. Das zeigt sich in Clarke und Bellamy (Bob Morley) ganz besonders. Sie sind von so viel Leid, Tod und Zerstörung umgeben, dass sie hinterhältige Pläne fassen können und ihre Niederträchtigkeit nicht einmal mehr erkennen. Sie glauben daran, alles für das Überleben ihrer Leute zu tun. Alles soll dem größeren Gut dienen, aber dass sie mittlerweile oft mehr Schaden anrichten, das erkennen sie nicht.

Die beiden sind sich einig, dass es der einzige Weg ist, Luna (Nadia Hilker) den Commander-Chip einfach gewaltsam einzusetzen. Weil ein Sieg gegen A.L.I.E. nur so möglich scheint. Octavia (Marie Avgeropoulos) schmeißt ein, dass selbst die künstliche Intelligenz, die sie als ihre Gegnerin ansehen, den Menschen eine Wahl lässt, ob sie in ihrer Gang mitmachen wollen. Darauf raunt Bellamy, dass sie Luna ebenfalls eine Wahl gegeben hätten, aber sie habe sich halt falsch entschieden. Die Absurdität das eine Wahl zu nennen, fällt weder ihm noch Clarke mehr auf.

Auf der Bohrinsel wird immer deutlicher, dass Clarke noch so sehr das Opfer spielen kann, diesen Status hat sie lange verloren. Sie sind die Angreifer geworden, ihre Motive, ihre Geschichte ist keine Ausrede dafür, andere unter Zwang zu Alliierten zu machen.

Und die reine Existenz von Luna und ihrem Clan zeigt auch eine weitere Möglichkeit im Umgang mit einer „Blood Must Have Blood“-Gesellschaft auf. Skaikru kämpft seit der ersten Stunde auf der Erde. Dass es auch anders gehen könnte, ist ihnen nicht aufgegangen. Sie haben die erste Antwort auf Gewalt gewählt, die ihnen eingefallen ist, nämlich Gegengewalt. Und sind ihren Gegnern dabei immer ähnlicher geworden, sind Teil des Systems geworden.

Those who are done fighting

Die Leute auf der Bohrinsel haben sich der Gesellschaft versagt, sie haben sich abgesetzt und dank einer natürlichen Grenze zwischen ihnen und allen anderen eine gewaltfreie Gesellschaft geschaffen, in der alle glücklich werden können. Und in diese relative Idylle dringen nun Clarke und die anderen ein und bedrohen den Lebensstil der Inselbewohner. Gut, dass Luna kämpfen kann, wenn es drauf ankommt. Und gut vorbereitet ist, um ungebetene Besucher wieder loszuwerden. Am Ende der Episode Red Sky at Morning haben die Besucher das Recht auf Anwesenheit auf der Insel verspielt und finden sich am Strand wieder.

Auch Luna ist nicht harmlos, sie beschützt ihre Leute ebenfalls. Als sie erkennt, dass ihr Freund den Gegnern in die Hände gefallen ist, zieht sie tödliche Konsequenzen. Aber sie reagiert nur wenn sie unmittelbar angegriffen wird. Über dieses Stadium sind Clarke und die anderen längst hinaus.

Luna hat auf der Bohrinsel eine Gemeinschaft errichtet, die aus Kampfmüden besteht, die die Gesellschaft der Grounder, bestimmt von Stärke und Macht, nicht mehr aushalten. Die so denken, wie Lincoln es selbst ganz zu Beginn der Serie The 100 getan hat. Ihre Existenz lässt den immer noch schwer vermissten Lincoln (Ricky Whittle) weiterleben. Sie zeigt, dass das Gute und die Moral nicht aus dem All gekommen ist. Wir haben die apokalyptische Welt an der Hand der hundert Jugendlichen erfahren und wir haben gesehen, dass sie bedroht worden sind. Sie schienen moralisch erhaben zu sein, doch das lag nur daran, dass sie neu waren und noch nicht genug Gelegenheit hatten, Schlechtes zu tun. Mittlerweile gehen zahlreiche überflüssige Tote auf das Konto der Skaikru und die wahren Reformer sind immer schon aus der Gemeinschaft der Grounder selbst gekommen.

Neben Lincoln darf man niemals Lexa vergessen. Sie hat das Prinzip von „Blood Must Have Blood“ in Frage gestellt und war auf dem Weg, die Gesellschaft komplett zu verändern mit ihrer Art der Herrschaft. Und nun sehen wir Luna, die beide Grounder zu vereinen scheint. Sie ist moralisch wie Lincoln, aber sie kann kämpfen wie Lexa. Hoffentlich war das nicht unser letzter Besuch auf der Bohrinsel der Glücklichen. Doch für die Gemeinschaft dort darf man schon hoffen, dass wir sie lange nicht wiedersehen, denn ein Eingreifen in die Story wird wohl viel Leid für sie bedeuten.

Fazit

Die Episode Red Sky at Morning schließt endlich an die großen Momente der Serie The 100 an. Aus moralischen Zwickmühlen gewinnt man immer mehr die Einsicht, dass unsere Protagonisten nicht unbedingt auf der richtigen Seite stehen. Im Gegenlicht von Luna wird das mehr als deutlich. Diese neue Figur, in deren Schatten Lexa und Lincoln durchscheinen, fängt eine fallende Story wieder auf.

Trailerzur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „Perverse Instantiation (1)“ (3x15):

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 6. Mai 2016

The 100 3x14 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 14
(The 100 3x14)
Deutscher Titel der Episode
Morgenröte
Titel der Episode im Original
Red Sky at Morning
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 5. Mai 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 7. September 2016
Autoren
Lauren Muir, Kira Snyder
Regisseur
P.J. Pesce

Schauspieler in der Episode The 100 3x14

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